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Mittwoch, 19 März 2014 13:11

Vorbereitungen zum Nouruzfest

Vorbereitungen zum Nouruzfest
Überall ist in diesen Tagen im Iran etwas los und man spürt das Nouruzfest herannahen.

Alle bereiten sich darauf vor. Gegen Ende des Monats Esfand, des letzen Monats im iranischen Sonnenjahr ist deutlich ein Wandel zu spüren. Noch merkt man etwas vom Winter aber der Frühling schickt seine ersten Boten voraus und alle bereiten sich gemäß einem alten jährlichen Brauch auf die Nouruz-Tage vor – auf das Neujahrsfest, das am 21. März zusammen mit dem Frühling beginnt. Neue Kleidung wird gekauft und es werden neue Anschaffungen für daheim gemacht. Der Staub des alten Jahres wird energisch weggeputzt und zusammen mit der Neuwerdung in der Natur erhält alles wieder neue Frische. Die Fensterscheiben der Häuser blitzen vor Sauberkeit in der Sonne  und auf den Flachdächern trocknen die gewaschenen Teppiche. Fliegende Gärtner bieten sich an, das Blumenbeet im Garten zu bestellen. Der Straßenverkehr ist  in den Großstädten noch dichter als sonst und die Geschäfte füllen sich mit Kunden. Denn es gibt viele Dinge, die zum Neujahr besorgt werden müssen.

Das Stadtbild ist verändert. Überall werden Goldfische in einem Aquarium oder bereits in einem der  schönen Glasgefäße, die das Festtuch zu Neujahr schmücken sollen, angeboten.  Es gibt kleine Gefäße  mit dem traditionellen Samanu aus Weizensprossen ebenso zu kaufen wie  Hyazinthen und Tulpen und Teller auf denen aus Körnern grüne Halme gesprossen sind – das Sabiz-e Eyd.

Alles scheint  im Begriff sich zu verändern: die Menschen und die Natur. Es ist wirklich eine schöne Zeit um einen Wandel zu erfahren.

In den Häusern steht der Frühjahrs-Hausputz an. Das nennt sich Chaneh-Takani – als würde man sein Zuhause gut durchschütteln. Tatsächlich erfordert dieses Chaneh-Takani einige Energie, aber es bereitet auch Freude. Schließlich kann die Frau des Hauses, die diese jährliche Großaktion leitet, kurz vor dem Neujahrsbeginn siegreich auf das Ergebnis schauen und ist zufrieden damit, dass bis in jeden Winkel für Sauberkeit gesorgt wurde.  Zum Chaneh-Takani können auch  Anstreichen und  Reparaturen und wer möchte, Änderungen an  der Dekoration, gehören. Alle im Hause packen mit an .

Es ist eine schöne Sitte, das Haus, den Arbeitsplatz und die ganze Stadt vor dem herannahenden Neujahrsfest gründlich zu säubern , zumal die Iraner dank der Lehre des Islams Sauberkeit als Bestandteil der Religion betrachten- sowohl die Sauberkeit der Umgebung, als auch die Körperpflege und natürlich auch die Läuterung des Herzens.

Zum Nouruzfest wendet sich die Schöpfung mit ihrem schönen Frühlingsgesicht an uns. Dieses Fest stimmt froh,  beruhigt die Seelen und zaubert ein Lächeln auf die Gesichtern . Es verhilft auch dem nachdenklichen Menschen zu einem inneren Wandel.  Den größten Nutzen ziehen diejenigen aus diesem antiken Fest, welche das Haus des Herzens  mit Erkenntnis und Gott-Ergebung schmücken und an den Neujahrstagen ihre Herzen davor bewahren, dass sich erneut ein Schmutzbelag auf ihnen bildet.

Das Neujahrsfest zu Beginn des Frühlings hebt in Wahrheit einige der wichtigsten Aspekte im Leben des Menschen hervor, nämlich die Neuwerdung, Dynamik und Bewegung und die Pflege des Äußeren und Inneren.

Das Neujahrsfest zu Frühlingsbeginn verbreitet die Botschaft von neuem Leben und davon , dass eine Veränderung und Wandel notwendig sind. Ein Wandel der durch Anstrengung und durch Spiritualität möglich wird.

Nouruz ist  gerade deshalb auch so beliebt, weil es mit der Jahreszeit beginnt, die Wachstum und Wandel bedeutet.  Wir leben zwar in einer Welt, in der es anscheinend dauernd Veränderungen und Neuwerdung gibt, aber das automatisierte Leben  hat uns Selbstentfremdung und Gleichgültigkeit beschert.  Das Leben ist eintönig geworden. Der Mensch hat sich der Gewohnheit ausgeliefert und wir beobachten überall  einen Überdruss von der automatisierten Gesellschaft. Unterdessen erfährt die Natur wie jedes Jahr einen Wandel. Dieser scheint den Menschen aufzurufen. Er scheint die Menschen aus seiner Betrübnis wachzurütteln. Wenn die Bäumen wieder grüne Sprossen treiben und die Sonne nicht mehr hinter den Wolken bleibt, die Quellen zu sprudeln beginnen und aus Vogelkehlen die Melodie des neuen Lebensbeginns erklingt, dann kann auch der Mensch eine wahren Wandel in sich hervorrufen und  sein Herzen mit Blüten schmücken: mit Liebe und Menschlichkeit ,  mit Glauben und Wohltätigkeit. Mit neuer Energie kann er ein neues Leben beginnen.  Zu diesen Veränderungen gehört die Veränderung der Sichtweise, zum Beispiel im Bezug darauf, wie er die zahlreichen  göttlichen Segnungen im Leben richtig nutzen sollte .

. Weil der Mensch die Segensgeschenke Gottes nicht richtig geachtet hat, sehen wir uns heute einer gefährdeten Umwelt gegenüber.  Daher ist es im Iran mittlerweile auch Brauch, beim Heranrücken des Frühlings im Rahmen einer gemeinsamen Bürgeraktion die Natur von Unrat zu befreien, um so den   Tulpen und Narzissen und Veilchen in freier Natur einen guten Empfang bei ihrem Einzug zu bereiten.

In der Tat ist der Mensch in unserer Zeit von verschiedenen Umweltverschmutzungen und Stressfaktoren des automatisierten Lebens bedroht und so sind Fröhlichkeit, Ruhe und Sicherheit ein begehrter Schatz.  An Fröhlichkeit kann man auf verschiedene Weise gelangen.  Während wir auf das Nowruz-fest zugehen, denken wir an den angenehmen Frühlingsregen und an das Rauschen der Bäche und freuen uns darauf. Die Sauberkeit , für die wir um uns herum gesorgt haben stimmt uns zufrieden, stärkt unser Erfolgsgefühl und verdoppelt unsere Freude.  Überall begegnen die Menschen erneut dem frohen Geist des Frühlings und bereiten sich auf das neue Sonnenjahr vor.  Gott schmückt die Natur mit tausenderlei schönen Mustern und erweckt dadurch erneut Lebensfreude in uns. Der Duft der Blumen stärkt das Herz und der Gesang der Vögel muntert uns auf.  Auf dieser großartigen Bühne der Natur, wird der Mensch zu einem Wandel und einer Metamorphose angeregt und feiert zusammen mit der Natur einen neuen Beginn.

Ein Zeichen für eine Veränderung besteht darin, dass der Mensch  verstärkt an die anderen und nicht nur an sich selber denkt. Also achtet er nicht mehr nur auf die eigenen Wünsche und verschenkt von dem Segen, den er erhielt, an die anderen. Wohltätigkeit ist eine gute immaterielle Investition für den Menschen: sie fördert das Gute in der Gesellschaft.  Wohltätigkeit zieht magnetisch die Herzen an und erhellt sie. Daher denken viele anlässlich des herannahenden Neujahrs auch daran, wie sie durch eine Spende und Wohltat dazu beitragen können, dass die Bedürftigen in der Gesellschaft  an der schönen Atmosphäre des Neujahrs teilhaben können.

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