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Mittwoch, 09 September 2015 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 17)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 17)
Feldzüge nach Awtas und al-Ta´if


Als Allah, Der Erhabene, die Truppen der Götzendiener bei Hunain zerstreut hatte,

teilten sie sich in zwei Gruppen: Die Beduinen sowie die, die ihnen folgten, gingen

nach Awtas1, während Thaqif und die, die ihnen folgten, nach Ta´if gingen. Der

Prophet (s.) schickte Abu Amir al-Asch´ari nach Awtas mit einer Gruppe von Männern,

darunter Abu Musa al-Asch´ari, und er schickte Abu Sufyan Sachr ibn Harb

nach Ta´if.

Abu Amir ging mit dem Banner voran und kämpfte, bis er getötet wurde, und die

Muslime sagten zu Abu Musa: „Du bist der Vetter des Kommandanten, und er

wurde getötet, so nimm du das Banner, dass wir unter ihm kämpfen.“ Abu Musa

nahm es, und die Muslime kämpften, bis Allah ihnen den Sieg verlieh. Abu Sufyan

dagegen marschierte gegen Thaqif, sie (Thaqif und seine Leute) griffen ihn frontal

an, und er (Abu Sufyan) floh und kehrte zum Propheten (s.) zurück. „Du hast mich

mit Männern geschickt, die nicht mal fähig waren, die Ledereimer von Hudhail zu

heben und mit Beduinen. Sie waren mir von keinem Nutzen.“ Der Prophet (s.)

schwieg dazu. Dann ging er selbst nach Ta´if und belagerte sie einige Tage. Er

schickte den Fürst der Gläubigen (a.) mit einigen Reitern, und er befahl ihm, alles

(Götzendienerische) niederzutreten, was er vorfand, und jeden Götzen zu zerstören,

auf den er stoßen würde.

Er marschierte vor, bis er auf die berittene Truppe von Chath´am innerhalb einer

zahlreichen Truppe stieß. Ein Mann der feindlichen Truppe namens Schihab trat

gegen ihn an, in der Dunkelheit vor der Morgendämmerung. „Gibt es jemanden,

der gegen mich (im Einzelkampf) antreten will?“ „Wer von euch wird gegen ihn

kämpfen?“, fragte der Fürst der Gläubigen (a.). Niemand stand auf. Da erhob sich

der Fürst der Gläubigen (a.), um gegen ihn zu kämpfen. Da sprang Abu al-As bin

al-Rabi‘ auf, der Mann einer Tochter des Gesandten Allahs (s.) und sagte: „Du

wirst ihm leicht gewachsen sein (oh, Fürst der Gläubigen)“, sagte er. (Imam Ali

(a.) sagte:) „Wahrlich, aber falls ich getötet werde, dann wirst du das Kommando

über die Leute übernehmen.“ Der Fürst der Gläubigen (a.) trat gegen ihn an und

sagte: „Es ist für jeden Anführer verpflichtend, dass er den Kanal wässert, oder er

wird zerstört.“1 Dann schlug er ihn nieder und tötete ihn.

Er ging mit jenen Reitern mit, bis er die Götzenbilder zerstört hatte. Er kehrte zu

dem Gesandten Allahs (s.) zurück, als dieser gerade Ta´if belagerte. Als der Prophet

(s.) ihn sah, verherrlichte er Allah für den Sieg, indem er „Allahu Akbar!“

rief. Er nahm ihn bei der Hand, nahm ihn beiseite und sprach eine lange Zeit allein

mit ihm.

´Abd ar-Rahman ibn Subaba und al-Adschlah überlieferten beide von Abu Zubair,

von Dschabir ibn ´Abdillah al-Ansari: Als der Gesandte Allahs (s.) mit ´Ali (a.)

beim Feldzug gegen Ta´if eine vertrauliche Unterredung hatte, kam ´Umar ibn al-

Chattab zu ihm und sagte: „Nimmst du ihn beiseite und sprichst mit ihm allein und

schließt uns aus?“ „´Umar“, sagte er (der Prophet, s.), „nicht ich hatte mit ihm

eine vertrauliche Unterredung, sondern Allah.“2,3 ´Umar widersprach ihm: „Das

ist genau dasselbe, wie als du gesagt hast, vor (dem Abkommen) von Hudaibiyya:

„...Ihr würdet gewisslich, so Allah will, in die Heilige Moschee eintreten in Sicherheit...

4“, aber wir sind nicht dort eingetreten, und wir wurden von ihr zurückgetrieben.“

Da rief der Prophet (s.): „Ich habe nicht gesagt, dass ihr dieses Jahr

darin eintreten werdet!“ 5

Dann kam Nafi‘ ibn Ghailan ibn Mu´tib von der Festung von al-Ta´if mit einigen

Reitern von Thaqif. Und der Fürst der Gläubigen (a.) traf bei Batn Wadsch6 auf

ihn, tötete ihn, und Schrecken ergriff die Götzendiener. Eine Gruppe von ihnen

kamen zu dem Propheten (s.) herab und nahmen den Islam an. Die Belagerung

durch den Propheten (s.) dauerte einige Tage länger als zehn Tage.

Auch in dieser Schlacht charakterisierte Allah, Der Erhabene, den Fürsten der

Gläubigen (a.) mit Qualitäten, die ihn als Einzigen unter allen Menschen auszeichneten,

und der Sieg darin wurde Dank ihm errungen. Er tötete jene Männer von

Chath´am, die er (zudem) alle allein tötete; dort ereignete sich die geheime Unterredung,

die der Gesandte Allahs (s.) Allah zuschrieb, Erhaben sei Sein Name. Dadurch

werden sein hervorragender Vorzug und seine besondere Stellung gegenüber

allen (anderen) Geschöpfen durch Allah, Den Erhabenen, hervorgehoben. (Die

starke Reaktion) seiner Feinde weist auf seine verborgenen (Qualitäten) hin, und

Allah brachte die Wahrheit über seine Geheimnisse und sein Inneres ans Licht, und

darin ist eine Lehre für die mit Verstand Begabten.


Feldzug nach Tabuk und die Abordnung des Fürsten der Gläubigen (a.) als Vertretung für den Propheten (s.) nach Medina

Dann ereignete sich die Schlacht von Tabuk, und Allah, Gesegnet und Erhaben sei

Sein Name, offenbarte dem Propheten (s.), dass er selbst dorthin gehen und Leute

zum Kampf aufrufen solle, damit sie mit ihm ausziehen. Er (Allah) teilte ihm (dem

Propheten, s.) mit, dass es dabei keine Notwendigkeit zum Krieg gab, dass es keinen

Kampf gegen den Feind geben würde, da seine Angelegenheiten ohne Schwert

für ihn geregelt werden würden. Dies machte er sich dazu zunutze und um seine

Gefährten zu testen, ob sie gewillt waren, mit ihm auszuziehen, um sie auf die Probe

zu stellen, damit sie voneinander unterschieden werden konnten, und damit ihre

Geheimnisse offenbar werden würden.

Der Prophet (s.) rief sie zum Kampf auf gegen die Länder des Byzantinischen Reiches.

Jedoch waren ihre Feldfrüchte reif geworden (die sie ernten wollten), und die

Sommerhitze war für sie schwer zu ertragen. So waren die meisten von ihnen langsam

1 im Gehorsam gegen ihn aus dem Wunsch heraus nach Verzögerung, aus Gier

nach Lebensunterhalt und Wohlstand sowie aus Furcht vor der starken Sommerhitze,

der weiten Entfernung und dem Zusammentreffen mit dem Feind. Aber einige

von ihnen erhoben sich, obwohl es beschwerlich für sie war, um aufzubrechen,

während andere zurückblieben.

Als der Prophet (s.) aufbrechen wollte, ernannte er den Fürsten der Gläubigen (a.)

als seinen Vertreter über seine Familie, seine Kinder, seine Gattinnen und seinen

Zufluchtsort, und er sagte zu ihm: „´Ali, Medina wird es nur durch mich oder dich

wohlergehen.“ Er sagte dies, weil er die schlechten Absichten der Beduinen kannte

sowie die der Mekkaner und derjenigen, die um Mekka herum wohnten, die er

bekämpft und deren Blut er vergossen hatte. Er hatte die Sorge, dass sie danach

streben würden, Medina (zu kontrollieren,) während er fern von ihr (Medina) sein

und die Länder des byzantinischen Reiches oder die umliegenden (Länder) einnehmen

würde. Da es dort (in Medina) niemanden gab, der seinen Platz einnehmen

konnte, gäbe es keine Sicherheit vor ihrer Schändlichkeit und der Verderbnis, die

sie in der Stätte der Auswanderung (Hidschra) verursachen würden, sowie davor,

dass sie sich gegenseitig darin übertreffen würden in Taten, die seiner Familie und

seinen Zurückgelassenen Schaden zufügen würden. Er wusste, dass es niemanden

gab, der seinen Platz einnehmen könnte hinsichtlich der Einschüchterung der Feinde,

der Bewachung des Zufluchtsortes und der Behütung dessen Einwohner, außer

dem Fürsten der Gläubigen (a.). Daher ernannte er (der Prophet, s.) ihn offiziell zu

seinem Nachfolger und bestimmte ihn klar zum Imam nach ihm.

Das wurde verdeutlicht durch die Überlieferung, dass als die Heuchler erfuhren,

dass der Gesandte Allahs (s.) ´Ali (a.) zu seinem Nachfolger über Medina ernannt

hatte, sie ihm dies neideten. Nach dem Auszug des Propheten (s.) wurde seine

(´Alis, a.) Position für sie unerträglich, da sie wussten, dass diese (Stadt) von ihm

bewacht werden würde, und dass den Feinden dort keine Hoffnung bleiben würde,

und das missfiel ihnen. Daher hätten sie es vorgezogen, dass er (´Ali, a.) mit ihm

(dem Propheten, s.) mit ausgezogen wäre, wegen Verderbnis und Chaos, auf dessen

Eintreten sie bei Abwesenheit des Propheten (s.) von Medina hofften, während

diese (Stadt) ohne einen Mann sein würde, der sie bewachen und (unter den Heuchlern)

Furcht erzeugen würde.

Sie beneideten ihn (und klagten ihn an), ein luxuriöses und angenehmes Leben zu

haben, indem er bei seiner Familie blieb, während die, die ausgezogen waren, Härten

zu ertragen hatten durch Reisen und Gefahren. Sie verbreiteten Gerüchte über

ihn, indem sie behaupteten: „Der Gesandte Allahs (s.) hat ihn gar nicht zu seinem

Vertreter ernannt, weil er ihn ehrt, achtet und liebt, sondern weil er ihm eine Last

war.“ So verleumdeten sie ihn mit der Verbreitung dieser Gerüchte, wie die Quraisch

den Propheten (s.) verleumdet hatten, indem sie ihn manchmal der Besessenheit

bezichtigten, zu anderen Zeiten mit (bösartigen) Gedichten, ihn manchmal der

Zauberei, zeitweise der Wahrsagerei anklagten. Dabei wussten sie genau, dass (die

Tatsachen) genau dem Gegenteil entsprachen und im Widerspruch (zu ihren Aussagen)

standen, wie auch die Heuchler wussten, dass (die Tatsachen) im Gegensatz

und völlig konträr zu den Gerüchten standen, die sie über den Fürsten der Gläubigen

(a.) verbreiteten. Der Prophet (s.) hatte den Fürsten der Gläubigen (a.) gegenüber

den Menschen hervorgehoben, und er war ihm der Liebste unter den Menschen,

der, der bei ihm am glücklichsten war sowie der, der ihm unter ihnen am

nächsten stand.

Als der Fürst der Gläubigen (a.) von den Gerüchten der Heuchler über ihn erfuhr,

wollte er zeigen, dass sie Lügner waren und sie bloßstellen. So folgte er dem Propheten

(s.) und sagte: „Gesandter Allahs, die Heuchler behaupten, dass du mich

zurückgelassen hast, weil ich eine Last für dich war und weil du mich hasst!“

„Kehre zurück an deinen Ort, mein Bruder“, sagte der Gesandte Allahs (s.), „denn

Medina wird es nur durch mich und dich wohl ergehen. Du bist mein Stellvertreter

unter meiner Familie, an dem Ort, nach dem ich ausgewandert bin und bei meinem

Volk. Bist du denn nicht damit zufrieden, dass du die gleiche Stellung bei mir hast

wie Harun bei Musa, außer dass es nach mir keinen Propheten geben wird?“ Diese

Aussage des Gesandten Allahs (s.) enthielt seine (´Alis, a.) Ernennung zum Imam

(nach dem Propheten, s.) und sah ihn gegenüber allen (anderen) Menschen für

die Stellvertreterschaft (chilafa) vor. Das war ein Hinweis auf seine Vorzugsstellung,

die keiner mit ihm teilte. Er (der Prophet, s.) sprach ihm damit alle Ränge zu,

die Harun bei Musa innehatte, abgesehen von dem Brauch der (leiblichen) Bruderschaft,

und er schloss ihn auch vom Prophetentum aus.

Ist denn nicht (deutlich) sichtbar, dass er (s.) ihm all die Rangstufen einräumte, die

auch Harun von Musa bekam, mit der (einzigen) Ausnahme, die seine Worte und

der gesunde Menschenverstand ausschließen würde? Jeder, der über die Bedeutung

des Qur´an nachgedacht und die Überlieferungen und Berichte studiert hatte, wusste,

dass Harun (a.) der Bruder von Musa (a.) war, durch seinen Vater und seine

Mutter und Anteil an seiner Mission hatte. Er war sein Helfer, und er war bei seinem

Prophetentum und der Verkündigung der Botschaften seines Herrn (dabei).

Allah, Der Erhabene, stärkte ihm (Musa, a.) den Rücken durch ihn (Harun, a.); er

war sein Stellvertreter bei seinem Volk, hatte die Funktion des Imams über sie inne,

denn die Verpflichtung zum Gehorsam ihm (Harun, a.) gegenüber war wie das

Imamat von ihm (Imam Ali, a.) und die Verpflichtung, ihm zu gehorchen. Er war

ihm der liebste unter seinem Volk und der Verdienstvollste in seinen Augen. Allah,

Der Erhabene, erzählt über Musa (a.): Er (Musa, a.) sagte: „Mein Herr, weite mir

meine Brust, und erleichtere mir meine Aufgabe; und löse den Knoten meiner

Zunge; dass sie meine Rede verstehen; und gib mir einen Helfer von meiner Familie,

meinen Bruder Harun; mehre meine Kraft durch ihn, und lass ihn Anteil haben

an meinem Werk.1“ Allah, Der Erhabene, erfüllte ihm seine Bitte und gab seinem

Anliegen und seinem Wunsch mit folgenden Worten statt: „Dein Wunsch ist gewährt,

o Musa!“2, und Er erzählt über Musa (a.): ‚...und Musa sprach zu seinem

Bruder Harun: „Vertritt mich bei meinem Volk und führe (es) richtig, und folge

nicht dem Pfade derer, die Verderbnis stiften.“3

Als der Gesandte Allahs (s.) ´Ali (a.) die gleiche Stellung bei ihm einräumte, wie

sie Harun (a.) bei Musa (a.) besessen hatte, forderte er für ihn das gleiche, wie wir

schon aufgezählt haben, außer den speziellen Brauch der leiblichen Bruderschaft,

und er schloss ihn ausdrücklich vom Prophetentum aus. Diesen Vorzug hatte niemand

anderer von den Geschöpfen mit dem Fürsten der Gläubigen (a.) gemeinsam,

niemand gleicht ihm in seiner Bedeutsamkeit, noch kommt irgendjemand ihm in

irgendeiner Form nahe. Wenn Allah, Der Erhabene, gewusst hätte, dass Sein Prophet

(s.) in diesem Feldzug irgendeine Notwendigkeit zum Krieg und zur Unterstützung

gehabt hätte, dann hätte er ihm nie erlaubt, den Fürsten der Gläubigen (a.)

zurückzulassen, wie wir es bereits erwähnten. Vielmehr wusste Er, dass es im allgemeinen

Interesse (maslaha) lag, wenn er (Imam ‘Ali, a.) zurückgelassen wurde

und dass die Tatsache, dass er an seinem (des Propheten, s.) Ort dessen Platz einnahm,

die beste Tat war. Er hatte die Schöpfung und die Religion so geordnet, wie

Er es diesbezüglich bestimmt hatte, und Er brachte es so hervor, wie wir verdeutlicht

und erklärt haben.

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