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Montag, 22 Juni 2015 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 16)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 16)
Die Schlacht von Hunain


Danach ereignete sich die Schlacht von Hunain, in der der Gesandte Allahs (s.)

aufgrund der großen Zahl (der Feinde, die) sich (gegen ihn) versammelt hatten, um

Hilfe gebeten hatte. Er (der Prophet) zog gegen den Feind (zusammen) mit zehntausend

Muslimen aus. Die meisten von ihnen dachten, dass die niemals besiegt

werden würden, als sie ihre (der Muslime) große Anzahl und ihre Waffen sahen.

Abu Bakr war voller Verwunderung über die große Anzahl (der Muslime) an jenem

Tage und sagte: „Wir werden heute wegen unserer geringen Zahl keine Niederlage

erleiden“, doch die Sache kehrte sich ins Gegenteil von dem, was sie angenommen

hatten, und Abu Bakr hatte durch seinen Stolz auf sie1 dazu beigetragen.

Als sie auf die Götzendiener trafen, dauerte es nicht lange, bis diese sie alle in die

Flucht schlugen, und nur noch zehn Mann waren bei dem Propheten (s.): Neun von

den Bani Haschim, der Zehnte war Aiman ibn Umm Aiman, und Aiman wurde

getötet, möge Allah barmherzig mit ihm sein. Die neun Männer der Banu Haschim

hielten stand, bis diejenigen, die geflohen waren, zu dem Gesandten Allahs (s.)

zurückkehrten, und sie kamen zurück, einer nach dem anderen, bis sie dicht aufeinander

folgten und sie (genug waren), um einen Angriff gegen die Götzendiener zu

starten. Bei dieser Gelegenheit sandte Allah, Der Erhabene, hinsichtlich des Stolzes

Abu Bakrs folgenden (Vers) herab: „...und am Tage von Hunain, als eure große

Zahl euch stolz machte - allein sie frommte euch nichts, und die Erde, in ihrer

Weite, wurde euch eng; da wandtet ihr euch zur Flucht. Dann senkte Allah Seinen

Frieden auf Seinen Gesandten und auf die Gläubigen.“2

Damit3 war der Fürst der Gläubigen, Ali ibn Abi Talib (a.) gemeint sowie diejenigen

der Banu Haschim, die mit ihm standhaft geblieben waren. Sie waren an jenem

Tage acht, und der Fürst der Gläubigen (a.) war der Neunte von ihnen: ´Abbas ibn

´Abd al-Muttalib war auf der Rechten des Gesandten Allahs (s.), und Al-Fadhl ibn

al-Abbas ibn ´Abd al-Muttalib auf seiner Linken. Abu Sufyan ibn al-Harith hielt

den Schweifriemen am Sattel seines Maultieres fest, und der Fürst der Gläubigen

(a.) stand mit dem Schwert vor ihm. Naufal bin al-Harith, Rabi´a ibn al-Harith,

´Abdallah ibn al-Zubair ibn ´Abd al-Muttalib, sowie ´Utba und Mu´attib, die beiden

Söhne von Abu Lahab, umringten ihn. All die anderen wandten ihren Rücken (zur

Flucht), außer denjenigen, die wir erwähnten.

Darüber erzählte Malik ibn ´Ubada al-Ghafiqi (dichterisch): „Niemand tröstete den

Propheten außer den Banu Haschim, im Angesicht der Schwerter am Tage (der

Schlacht) von Hunain.- Die Männer flohen, außer der Schar der neun, sie riefen

den Männern zu: Wo seid ihr? Dann standen sie mit dem Propheten im Angesicht

des Todes, und sie verweigerten uns jede Zier, außer Entehrung. - Aiman beschützte

al-Amin1 vor dem Feind und wurde dabei Märtyrer, und so bekam er die (ewige)

Glückseligkeit als Lohn (dafür).“

Al-Abbas ibn ´Abd al-Muttalib sagte über diese Situation (dichterisch): „Wir neun

halfen dem Gesandten Allahs im Krieg, und diejenigen, die fliehen konnten, waren

geflohen und hatten sich zerstreut. Immer, wenn al-Fadhl mit seinem Schwert gegen

die Feinde losstürmte, waren meine Worte: ‚Noch einmal, mein Sohn, sie

kommen zurück!‘ Wir erlebten den Tod selbst, denn was auf (dem Wege) Allahs

gegeben wird, verursacht keinen Schmerz.‘“

(Im ersten Gedicht) ist Aiman ibn Umm Aiman gemeint.

Als der Gesandte Allahs die Feinde vor ihm fliehen sah, sagte er zu al-Abbas (r.),

der eine sehr laute starke Stimme hatte: „Rufe die Leute und erinnere sie an den

Schwur (´ahd)“, und ´Abbas rief mit allerlautester Stimme: „Oh ihr Leute, die ihr

am Baum den Treueid geschworen habt, ihr Leute von der Sure al-Baqarah, wohin

flieht ihr? Erinnert euch an den Schwur, den ihr dem Gesandten Allahs (s.) abgelegt

habt“, jedoch die Leute wandten weiterhin ihren Rücken (zur Flucht), und es

war finsterste Nacht. Der Gesandte Allahs (s.) befand sich im Tal, die Götzendiener

kamen von den Schluchten des Tals, von allen Seiten und Engen gegen ihn, mit

ihren gezogenen Schwertern, Keulen und Steinen.

(Es wurde berichtet): Der Gesandte Allahs (s.) schaute auf die Männer, wobei er

ihnen einen Teil seines Gesichts in der Dunkelheit zuwandte, und es leuchtete, als

ob es der Mondschein in einer Vollmondnacht sei. Dann rief er den Muslimen zu:

„Wo seid ihr, die ihr Allah geschworen habt (die Wahrheit zu beschützen)?“ Der

erste von ihnen hörte es, dann der andere, und es gab keinen (einzigen), der es

hörte, ohne sich auf die Erde zu werfen, und sie ließen sich herabfallen, wo sie im

Tal waren, bis sie auf den Feind stießen.

Ein Mann von den Hawazin näherte sich den Leuten auf einem Kamel mit roter

(Decke) mit einem schwarzen Banner auf einem langen Speer. Immer, wenn er über

die Muslime einen Sieg errang, warf er sie auf das Gesicht. Wann immer einer der

Leute ihm entkam, reichte er ihn an die Götzendiener hinter ihm weiter, die ihn

verfolgten.

Er rezitierte: „Ich bin Abu Dscharwal, es wird keinen Rückzug geben, bis wir den

Feind zerstören, oder wir zerstört werden.“ Der Fürst der Gläubigen (a.) begab

sich zu ihm. Er schlug auf das Hinterteil seines (Abu Dscharwals) Kamels und

brachte ihn zu Fall, dann schlug er ihn nieder und warf ihn auf die Seite, dann sagte

er: „Jetzt wissen die Leute, wem der Morgen gehört. Ich bin derjenige, der (den

Feinden) Schande bringt.“

Die Flucht der Götzendiener begann mit der Tötung Abu Dscharwals (l.). Dann

fühlten sich die Muslime getadelt und formierten sich in Reihen gegen den Feind.

Der Gesandte Allahs (s.) sagte: „O Allah, du hast den ersten Quraischiten eine

Strafe kosten lassen, so lasse den Letzten eine Gabe (des Sieges) kosten“, und die

Muslime und die Götzendiener bekämpften einander. Als der Prophet (s.) das sah,

legte er seinen Sattel auf sein Reittier, damit er einen Überblick über ihre Truppen

hatte und sagte: „Jetzt ist der Feuerofen angezündet worden.1 Ich bin der Prophet,

das ist keine Lüge, und ich bin der Nachkomme von ´Abd al-Muttalib.“

Schon sehr bald danach kehrten die Feinde ihre Rücken (zur Flucht), und die

Kriegsgefangenen wurden gefesselt vor den Gesandten Allahs (s.) gebracht.

Als der Fürst der Gläubigen (a.) Abu Dscharwal (l.) tötete und die Feinde durch

dessen Tötung geschwächt waren, schwangen die Muslime ihre Schwerter gegen

sie. Der Fürst der Gläubigen (a.) führte sie an, bis er vierzig Männer von den Feinden

getötet hatte, und da ereignete sich die Flucht und die Gefangennahme (der

Feinde). Abu Sufyan2 Sachr ibn Harb nahm an dieser Schlacht teil, und er war unter

der Schar derjeniger unter den Muslimen, die (zuerst) geflohen waren. Es wurde

von Muawiya ibn Abi Sufyan (dazu) folgendes überliefert: „Ich traf meinen Vater3,

als er gerade mit den Mekkanern aus dem Stamme seines Vaters (Banu Umayya)

floh. Ich rief ihm zu: ‚O Sohn des Harb, bei Allah, hast du denn nicht mit deinem

Vetter ausgeharrt? Du hast nicht für deine Religion gekämpft, noch hast du deine

Frauen vor diesen Beduinen geschützt.’ ‚Wer bist du?‘, fragte er4. ‚Ich bin

Mu´awiya‘, antwortete ich. ‚(Bist du) der Sohn Hinds?‘, fragte er. ‚Ja‘, erwiderte

ich. ‚Mögen mein Vater und meine Mutter für dich geopfert werden!‘, rief er, dann

blieb er stehen, und die Mekkaner versammelten sich um ihn. Ich schloss mich

ihnen an, dann griffen wir die Feinde an und überwältigten sie, und die Muslime

fuhren fort, die Götzendiener zu töten und (andere) von ihnen gefangen zu nehmen,

bis es Mittag wurde. Der Gesandte Allahs befahl, von ihnen abzulassen und rief

aus, dass keiner der feindlichen Kriegsgefangenen getötet werden sollte.“

Während der Tage der Eroberung (Mekkas) hatte (der Stamm) der Hudhail einen

Mann namens Ibn al-Akwa´5 als Spion auf den Propheten (s.) angesetzt, um Infor-

mationen über ihn zu bekommen. Er war mit seinen Informationen zu den Hudhail

zurückgekehrt, und am Tage von (der Schlacht von) Hunain wurde er gefangengenommen.

´Umar ibn al-Chattab ging an ihm vorüber. Als er ihn sah, ging er zu

einem Mann von den Ansar und sagte: „Das ist der Feind Allahs, der als Spion bei

uns war, und jetzt ist er ein Gefangener. Töte ihn.“, und der Mann von den Ansar

köpfte ihn. Als das dem Propheten (s.) zu Ohren kam, missfiel ihm dies, und er

sagte: „Habe ich euch nicht befohlen, dass ihr keinen Kriegsgefangenen töten

sollt?!“ Dschamil ibn Mu´mmar ibn Zuhair wurde nach ihm (ebenfalls) getötet, und

er war Kriegsgefangener. Da schickte der Prophet (s.) nach den Ansar, und er war

(immer noch) zornig und sagte: „Was hat euch dazu verleitet, ihn zu töten, wo doch

der Gesandte doch zu euch gekommen war, dass ihr keinen Kriegsgefangenen

töten sollt?“ „Wir töteten ihn nur auf ´Umars Worte hin“, sagten sie. Der Gesandte

Allahs (s.) wandte sich (von ihnen) ab, bis ´Umair ibn Wahb bei ihm vorsprach,

dass er ihnen vergeben möge.

Der Gesandte Allahs (s.) teilte die Beute von Hunain auf, vor allem unter den Quraisch.

Er gab einen reichhaltigen Anteil (an sie), um die Herzen zu besänftigen,

wie (die Herzen) von Abu Sufyan ibn Harb, ´Ikrima ibn Abi Dschahl, Safwan bin

Umayya, al-Harith ibn Hischam, Suhail ibn ´Amr, Zuhair ibn Abi Umayya, ‘Abdullah

ibn Abi Umayya, Muawiya ibn Abi Sufyan, Hischam ibn al-Mughira, al-Aqra´

ibn Habis und ´Uyayna bin Hisn, um einige Beispiel zu nennen.

Es heißt, dass er den Ansar nur wenig gegeben hat, und das meiste denjenigen, die

wir aufgezählt haben. Eine Gruppe der Ansar wurde darüber zornig, und ihre Aussagen

des Unwillens erreichten den Propheten (s.). Er rief sie, und sie versammelten

sich. Er sagte: „Setzt euch, und niemand soll außer euch mit euch sitzen.“ Als

sie saßen, kam der Prophet (s.), und der Fürst der Gläubigen (a.) folgte ihm. Er

setzte sich in ihre Mitte und sagte zu ihnen: „Ich werde euch über eine Sache fragen,

und ihr sollt mir antworten.“ Sie sagten: „Sprich, o Gesandter Allahs.“ Er

fragte: „Wahrt ihr nicht im Irrtum, und Allah hat euch durch mich geleitet?“

„Doch“, sagten sie, „(es ist) die Gnade Allahs und Seines Gesandten.“ Er fragte

weiter: „Wart ihr nicht am Rande einer Feuergrube, und Allah hat euch durch

mich davor gerettet?“ „Doch“, antworteten sie, „(es ist) die Gnade Allahs und

Seines Gesandten.“ „Wart ihr denn nicht wenige, und Allah hat euch durch mich

gemehrt?“ „Doch“, erwiderten sie, „(es ist) die Gnade Allahs und Seines Gesandten.“

„Wart ihr denn nicht Feinde, und Allah hat eure Herzen durch mich versöhnt?“

„Doch“, sagten sie, „(es ist) die Gnade Allahs und Seines Gesandten.“

Dann schwieg der Prophet (s.) für eine kurze Weile, dann sagte er: „Werdet ihr mir

dementsprechend antworten, was in euren Gedanken ist?“ „Was für eine andere

Antwort können wir dir geben, als dass unsere Väter und unsere Mütter dir geopfert

seien?“, erwiderten sie, „wir haben dir bereits geantwortet, dass du äußerste

Tugenden, Gnade und Macht über uns hast.“ „Wenn ihr gewollt hättet“, sagte er,

„dann hättet ihr sagen können: ‚Du kamst zu uns als ein Vertriebener, und wir

gaben dir Obdach. Du kamst zu uns in Furcht, und wir gaben dir Sicherheit. Du

kamst zu uns, der Lüge geziehen, und wir glaubten dir.‘“ Ihre Stimmen erhoben

sich im Weinen, und ihre Ältesten und ihre Führer standen auf und küssten seine

Hände und Füße, dann sagten sie: „Wir sind zufrieden mit Allah und Seinem Gesandten.

Hier ist unser Eigentum zu deiner Verfügung. Wenn du willst, dann teile

es unter deinem Volk auf. Diejenigen von uns, die gegen dich gesprochen haben,

taten es nur aus Feindschaft und Groll im Herzen. Sie dachten, dass (deine Aktion)

im Zorn gegen sie geschah und um sie zu erniedrigen. Sie haben Allah um Vergebung

für ihre Sünden gebeten, so vergib ihnen (auch), o Gesandter Allahs.“ Der

Prophet(s.) sagte: „O Allah, vergib den Ansar, den Söhnen der Ansar und den

Söhnen der Söhne der Ansar. Ihr Leute der Ansar, seid ihr nicht damit zufrieden,

dass niemand außer euch mit Gnade und Wohltaten zurückkehren wird? Denn

wenn ihr zurückkehrt, dann wird euer Anteil (der Lohn für die Schlacht) bei dem

Gesandten Allahs sein (in eurer Stadt).“ „Ja, wir sind (damit) zufrieden“, sagten

sie. Der Prophet (s.) sagte: „Meine engsten Anhänger sind die Ansar und meine

Familie. Wenn die Leute das Tal entlang gegangen wären, und die Ansar einen

Bergpass, dann wäre ich den Bergpass der Ansar entlanggegangen. O Allah, vergib

den Ansar.“

An jenem Tage hatte der Gesandte Allahs (s.) al ´Abbas ibn Mirdas (nur) vier Kamele

gegeben, und dieser war darüber ärgerlich und rezitierte (folgendes Gedicht):

„Teilst du meinen Anteil der Beute und Anteil von al-´Ubaid unter ´Uyayna und al-

Aqra´ auf? Weder Hisn noch Habis stehen über meinem Führer (Scheich) in der

Versammlung, Ich bin nicht weniger Mann als die beiden. Wen du erniedrigt hast,

der wird heute nicht erhöht werden.“

Der Prophet (s.) erfuhr, was er gesagt hatte und rief ihn zu sich. Er sagte: „Hast Du

(folgende Worte) gesprochen: ‚Teilst du meinen Anteil der Beute und den Anteil

von al-´Ubaid unter al-Aqra‘ und ´Uyayna auf?‘ „Nein (das kann doch nicht sein),

mögen mein Vater und meiner Mutter für dich geopfert werden“, sagte Abu Bakr

zu ihm, „du bist nicht der Dichter.“ „Wie kommt das?“, fragte er (der Prophet).

„Er sagte doch: ‚Zwischen ´Uyayna und al-Aqra‘“, sagte er (Abu Bakr)1. „Erhebe

dich, ´Ali“, sagte der Gesandte Allahs (s.) zu dem Fürsten der Gläubigen (a.), „und

schneide seine Zunge ab (für das, was er gesagt hat).“ Da sagte ´Abbas ibn Mirdas:

„Bei Allah, diese Worte waren härter für mich als bei der Schlacht von

Chath´am, als sie in unsere Häuser eindrangen.“ Er ergriff die Hand von ´Ali ibn

Abi Talib und sagte:

„Bringe mich fort (von hier). Wenn ich irgendjemanden wüsste, der mich hiervon

befreien würde, ich würde ihn rufen. ´Ali, wirst du derjenige sein, der meine Zunge

abschneidet?“ „Ich werde nur ausführen, was mir aufgetragen wurde“, sagte er

(´Ali, a.). Danach ging er mit mir fort, und ich sagte: „´Ali, schneidest du mir die

Zunge ab?“ „Ich führe nur aus, was mir aufgetragen wurde“, sagte er. Er ging mit

mir weiter, bis er mich zu den (Kamel-) Gehegen führte. Er sagte: „Zähle zwischen

Vier und Hundert1“, und ich sagte: „Bei meinem Vater und meiner Mutter, wie

edel, sanftmütig und wissend du bist!.“ „Der Gesandte Allahs (s.),“ sagte er (Imam

´Ali, a.), „hat dir vier (Kamele) gegeben, und das machte dich so zu einem

der Auswanderer (Muhadschirun)2. Wenn du willst, dann behalte sie. Jedoch, wenn

du willst, dann nimm hundert, dann bist du unter (denen, denen) hundert (gegeben

wurden).3“ „Gib mir einen Rat“, sagte ich. Er sagte: „Ich rate dir, dass du das

nimmst, was der Gesandte Allahs dir gegeben hat und damit zufrieden bist.“ „Das

werde ich tun“, sagte ich.

Als der Gesandte Allahs (s.) die Beute von Hunain aufgeteilt hatte, kam ein hochgewachsener

Mann auf ihn zu, der zwischen seinen Augen eine Hautverdickung

hatte, die Spur der (vielen) Niederwerfungen (im Gebet). Er grüßte ihn (den Propheten,

s.), ohne ihn als den Propheten anzusprechen, dann sagte er: „Ich habe

gesehen, was du mit dieser Beute gemacht hast.“ „Wie hast du das gesehen?“,

fragte er (der Prophet, s.). „Ich habe gesehen, dass du nicht gerecht gehandelt

hast“, erwiderte der Mann. Da wurde der Gesandte Allahs (s.) zornig und sagte:

„Wehe dir! Wenn ich nicht gerecht bin, wer dann?!“ „Sollen wir ihn töten?“,

fragten die Muslime. „Lasst ihn“, sagte der Prophet, „er wird Anhänger haben, die

sich von der Religion trennen werden, wie sich der Pfeil vom Bogen trennt. Allah

wird ihnen durch die Hand desjenigen den Tod bringen, der ihm nach mir am

liebsten ist (Imam ´Ali, a.).“ Der Fürst der Gläubigen (a.), ´Ali ibn Abi Talib (a.)

tötete ihn bei der Schlacht von Nahrawan unter den Chawaridsch, die er tötete.

Man betrachte die Qualitäten des Fürsten der Gläubigen (a.) in dieser Schlacht.

Wenn man darüber nachdenkt und sich deren Bedeutsamkeit vor Augen führt, dann

wird man finden, dass er (a.) jede herausragende Tat ausführte, die darin vorkam.

Das kam durch (seine Eigenschaften), die kein anderer in der Ummah teilte. Denn

er war derjenige, der mit dem Propheten (s.) ausharrte, als sämtliche Leute flohen,

außer wenigen, die an seiner Seite blieben. Wir haben schon über al-Abbas und al-

Fadhl, seinen Sohn, von Abu Sufyan al-Harith und den anderen in der Gruppe In-

formationen über seine Spitzenstellung in Mut, Tapferkeit, Ausdauer und Kraft

bekommen und auch durch seine Aktionen bei anderen Gelegenheiten, bei denen

keiner von ihnen anwesend war, auch durch die Berichte über diese Schlacht mit

Männern gleicher Stärke und der Tötung (ihrer) Helden durch ihn.

Niemand unter ihnen war bekannt für eine ähnliche Stellung, und kein getöteter

(Feind) wurde auf diese (anderen) zurückgeführt aufgrund von Berichten. Es war

bekannt, dass (selbst) ihre Standhaftigkeit seinetwegen war, und wenn es nicht

seinetwegen gewesen wäre1, dann wäre es ein Verbrechen gegen die Religion gewesen,

das nicht korrigierbar wäre. Daraus, dass er diese Stellung einnahm und

durch seine Standhaftigkeit mit dem Propheten (s.), resultierte die Rückkehr der

Muslime zum Krieg und ihre Ermutigung, sich dem Feind zu stellen. Weil er Abu

Dscharwal, den Vordersten der Götzendiener, getötet hatte, unterlagen die Feinde

und siegten die Muslime. Dadurch, dass er ihn und die vierzig anderen getötet

hatte, ergriff die Götzendiener Schwäche, und das war die Ursache für ihre Niederlage

und Schrecken, und die Muslime errangen den Sieg über sie. Es war das Fehlurteil

desjenigen, der ihn (Imam ´Ali, a.) nach dem Gesandten Allahs (s.) im Kalifat

voranging2, dass er die Muslime dazu brachte, über die (eigene) große Anzahl Bewunderung

zu äußern (und so überheblich zu werden), und ihre Flucht geschah aus

diesem Grunde, oder (es) war (zumindest) einer der Gründe.

Dann war es sein (Abu Bakrs) Gefährte3, der die Tötung feindlicher Kriegsgefangener

veranlasste, obwohl der Prophet (s.) ihre Ermordung verboten hatte. Dadurch

verübte er eine große Sünde gegen Allah und Seinen Gesandten.

Er (´Ali, a.) war dem Propheten Allahs (s.) eine Hilfe, da er die Ansar versöhnte,

indem er sie versammelte und zu ihnen sprach, und so wurde die Religion durch ihn

gestärkt, und durch ihn wurde die Furcht vor Zwietracht (fitna) beseitigt, die die

Leute überschattete aufgrund der Aufteilung (der Kriegsbeute). So teilte er mit dem

Gesandten Allahs diesen Verdienst und hatte mit ihm etwas gemeinsam, woran

niemand außer ihm Anteil hatte. Was die Angelegenheit um ´Abbas ibn Mirdas

betrifft, so führte er es so aus, so dass es eine Vertiefung des Glaubens in dessen

Herzen und das Ende des Zweifels seiner Seele über die Religion bewirkte sowie,

dass er den Gesandten Allahs (s.) nicht mehr kritisierte, seinen Befehlen gehorchte

und sich mit dessen Urteil zufrieden gab. Weiterhin machte der Gesandte Allahs

(s.) ihn (Imam ´Ali, a.) zum Ausführenden seines Urteils gegen denjenigen, der

gegen seine Zuteilung protestierte, als ein Zeichen, dass er in seinen Taten im Recht

war und (als Zeichen) der Rechtmäßigkeit seiner Kriegsführung. Er rief zum Gehorsam

ihm gegenüber auf und warnte vor dem Ungehorsam gegen ihn. In der Tat

herrschte das Recht in seinem Einflussbereich und seiner Umgebung, und er bezeugte

es, indem er das beste aller Geschöpfe war.

Das steht im Gegensatz zu den Taten, die von seinen Gegnern ausgingen, die sich

seine Stellung (des Kalifats) widerrechtlich aneigneten, und es steht auch im Gegensatz

zu dem, was sie gegen ihn unternahmen, und das schloss sie von den Verdiensten

aus und führte sie zu Fehlern, die wiederum den Betreffenden zugrunde

richtete oder es fast getan hätte. Dieses ist noch zusätzlich zu der Größe der Taten

(Imam ´Alis, a.), die über denen der Aufrichtigen in jener Schlacht stehen, die nahe

am Geschehen des Krieges waren, in dem sie kämpften. Dadurch unterschieden sie

sich durch ihre Fehlerhaftigkeit, die wir beschrieben haben, von der (Lobpreisung),

die wir erwähnt haben.

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