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Mittwoch, 04 März 2015 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 14)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 14)
Der Feldzug gegen die Banu Quraiza


Als die Verbündeten (Ahzab) in die Flucht geschlagen wurden und den Muslimen

den Rücken kehrten, wandte sich der Gesandte Allahs (s.) gegen die Banu Quraiza.

Er schickte den Fürsten der Gläubigen ´Ali ibn Abi Talib (a.) mit dreißig (Männern)

vom Stamme der Chazradsch zu ihnen. „Schau, ob die Banu Quraiza ihre

Festungen verlassen haben“, sagte er zu ihm. Als er über ihre Wände schaute,

hörte er sie lästerliche Reden führen. Er kehrte zum Propheten (s.) zurück und

berichtete ihm. Dieser sagte:

„Lass sie, Allah wird uns Macht über sie verleihen, Er ist Derjenige, Der dir die

Macht über ´Amr ibn ´Abd al-Wudd gab. Er wird dich nicht im Stich lassen. So

warte, bis sich die Leute vor dir versammeln und du ihnen vom Sieg Allahs berichtest,

denn Allah hatte mir geholfen, indem Er (unter den Götzendienern) Schrecken

verbreitete von hier bis (zur Entfernung von) einer Monatsreise.“

´Ali (a.) berichtete: „Die Leute versammelten sich vor mir, und ich ging nahe an

ihre Wände heran. Sie schauten auf mich, und als sie mich sahen, schrie einer von

ihnen: ‚Da ist der Mörder von ´Amr‘, und ein anderer sagte:‘ Der Mörder ´Amrs

ist zu euch gekommen‘, und sie begannen, einander das zuzurufen, und Allah jagte

Schrecken in ihre Herzen, und ich hörte jemanden rezitieren:

´Ali hat ´Amr getötet. - ´Ali hat einen Falken gejagt.

´Ali zerbrach ihm den Rücken, - ´Ali hat ihre Sache schwach gemacht,

´Ali brachte Schande über sie.’

Ich sagte: ‚Preis sei Allah, Der dem Islam den Sieg verliehen und die Götzendienerei

zu Fall gebracht hat‘. Der Prophet (s.) sagte zu mir, als ich mich zu den Banu

Quraiza aufmachte: ‚Geh mit dem Segen Allahs, denn in der Tat, Allah hat dir ihr

Land und ihre Wohnstätten versprochen. ‘So ging ich und war der Hilfe Allahs,

Des Mächtigen und Erhabenen, gewiss. Ich setzte das Banner an den Fuß der

Festung. Sie empfingen mich, wobei sie in ihrer Festung blieben und den Gesandten

Allahs (s.) beschimpften!

Als ich hörte, wie sie ihn (s.) beschimpften - und ich hasste es, dass der Gesandte

Allahs (s.) das hörte - entschloss ich mich, zu ihm zurückzukehren. Doch da war er

schon erschienen und hörte, wie er beschimpft wurde. Und so rief er ihnen zu : ‚Ihr

Brüder von Affen und Schweinen, wenn wir auf dem Hof der Leute erscheinen, wie

schrecklich wird dann der Morgen für diejenigen, die gewarnt worden waren1. Sie

sagten zu ihm: ‚Abu al-Qasim, du bist kein Unwissender, noch ein Lästerer!‘ Der

Gesandte Allahs (s.) fühlte sich beschämt, und zog sich eine Weile zurück.“ Dann

ließ er sein Zelt gegenüber ihrer Festung aufschlagen.“2

Der Prophet (s.) belagerte die Banu Quraiza noch fünfzehn Nächte, bis sie baten,

(sich zu ergeben), und sie stimmten zu, sich unter das Kommando von Sa´d ibn

Mu´adh zu begeben. Und Sa´d fällte das Urteil, dass die Männer getötet werden,

die Frauen und Jugendlichen versklavt und ihr Eigentum aufgeteilt werde sollte.

Der Prophet (s.) sagte: „Sa´d, du hast über sie geurteilt gemäß dem Urteil Allahs

von den sieben Firmamenten.“ Der Prophet befahl, dass die Männer herabgebracht

werden sollten - und es waren neunhundert Männer- und sie wurden nach Medina

gebracht, ihr Vermögen wurde aufgeteilt, die Frauen und Kinder wurden versklavt.

Als die Gefangenen nach Medina gebracht wurden, wurden sie in die Häuser der

Banu Nadschar eingesperrt. Der Gesandte Allahs (s.) ging hinaus zu dem Platz, der

heute der Markt ist. Gräben waren dort ausgehoben worden. Der Fürst der Gläubigen

(a.) war anwesend und mit ihm die Muslime, und er befahl ihnen, dass sie herauskommen

sollten. Er hatte dem Fürsten der Gläubigen (a.) zuvor befohlen, dass

(die Gefangenen) enthauptet werden sollten, so dass (sie) in die Gräben (fallen

würden). Sie wurden in Gruppen vorgeführt, und unter ihnen waren Huyayy ibn

Achtab und Ka´b ibn Asad, und sie waren - zu jener Zeit - die Führer ihres Volkes,

und sie sagten zu Ka´b ibn Assad, als sie zu dem Gesandten Allahs (s.) gebracht

werden sollten: „Ka´b, was glaubst du, wird er mit uns machen?“, und er sagte;

„Ihr begreift anscheinend gar nichts. Seht ihr nicht, dass der, der uns ruft, nicht

zurückstecken wird, und dass derjenige, der geht, nicht zurückkehren wird, bei

Allah, es ist der Tod (der uns bevorsteht).“

Huyayy ibn Achtab wurde herausgebracht, und seine Hände waren hinter seinen

Nacken gefesselt. Als er zu dem Gesandten Allahs (s.) schaute, sagte er: „Bei Allah,

ich mache mir keine Vorwürfe, dass ich Feindschaft gegen dich hegte, aber

wen Allah verlässt, der ist verlassen.“ Dann wandte er sich an sein Volk und sagte:

„Leute, es gibt kein Entrinnen von dem Beschluss Allahs. Es ist geschrieben und

festgesetzt, und so ein Massaker ist das Los der Söhne Israels.“

Dann stand er vor dem Fürsten der Gläubigen (a.) und sagte: „Ein ehrenvoller Tod

durch die Hand eines Ehrenvollen.“ „Vielmehr“, sagte der Fürst der Gläubigen,

„werden die Besten im Volk die Schlimmsten töten, und die Bösen unter ihnen

werden die Besten töten. Wehe denjenigen, die die Besten und Ehrenhaftesten

töten, und wohl denen, die die ärgsten Ungläubigen töten.“ „Das ist wahr“, sagte

er (Ka´b), „aber plündere mich nicht aus.“ „Es wäre höchst erniedrigend für

mich, das zu tun“, (sagte Imam ´Ali (a.)). „Du hast mich bedeckt (indem du mich

nicht ausplündern wirst), so möge Allah dich bedecken“, sagte (Ka´b) und streckte

seinen Nacken aus. ´Ali (a.), enthauptete ihn, und er zog ihm nicht vor den Leuten

die Kleider aus. Dann fragte der Fürst der Gläubigen (a.) diejenigen, die ihn gebracht

hatten: „Was hat Huyayy gesagt, als er zu seiner Hinrichtung geführt wurde?“

Sie antworteten, dass er gesagt habe: „Bei deinem Leben, Ibn Achtab macht

sich keinem Vorwurf, doch wen Allah verlassen hat, der ist verlassen. Er kämpfte

bis zum Äußersten und strebte nach Größe in jeder turbulenten Situation.“ Da

sagte der Fürst der Gläubigen (a.): „Er war (ein Mann) von Ernst, ernst in seinem

Unglauben, er wurde gefesselt zu uns gebracht, wie er in der Gruppe hergebracht

wurde. Ich traf seinen Nacken mit dem Schwert mit dem Hieb eines Zornigen. Er

ging zu dem Grund der Hölle als Gefangener, der er war. Dies ist der Ort der

Rückkehr für die Ungläubigen, während diejenigen, die dem Befehl Allahs gehorchen,

in der Ewigen (Glückseligkeit) verweilen werden.“

Der Gesandte Allahs (s.) erwählte von ihren Frauen Rayhana bint ´Amr ibn Chunafa,

und eine einzige Frau von ihren Frauen tötete er. Sie hatte einen Stein auf ihn

geworfen, als er zu den Juden gekommen war, um mit ihnen zu verhandeln, bevor

der Krieg zwischen ihnen ausbrach, und Allah bewahrte ihn vor diesem Stein1. Der

Sieg über die Banu Quraiza und der Sieg Allahs für Seinen Propheten kam durch

den Fürsten der Gläubigen (a.) zustande, durch die, die er getötet hatte sowie durch

den Schrecken, den Allah in ihre Herzen geworfen hatte. Diese große Tat ist schon

unter den (anderen) seiner Ruhmestaten aufgezählt worden, und deren Rang ähnelt

auch denen, die schon von seinen Qualitäten aufgelistet wurden, Friede sei mit ihm.


Die Schlacht von Dhat al-Salasil

(Die Rolle, die) der Fürst der Gläubigen in der Schlacht von Wadi al-Raml (spielte)

- sie wird (auch) die Schlacht von al-Salsila genannt - ist von den Gelehrten bewahrt,

von den Rechtsgelehrten aufgeschrieben, von den Chronisten (ashab alathar)

überliefert und von den Geschichtsschreibern (naqala al-achbar) berichtet

worden, als eine der Dinge, die seinen Qualitäten zugeschrieben werden, und die

beschrieben wurde als eine seiner hervorragenden Verdienste in der Schlacht, und

sie ähnelt seinen Ruhmestaten im Kampf (Dschihad). Über die Bedeutung des Ereignisses

herrscht unter allen Menschen Übereinstimmung.

Die Biographen (über das Leben) des Propheten (ashab al-siyar) haben berichtet,

dass der Prophet (s.) eines Tages dasaß, als ein Beduine zu ihm kam, vor ihm nieder

kniete und sagte; „Ich bin zu dir gekommen, um dir einen Rat zu geben“, und

(der Prophet) fragte: „Und was rätst du mir?“ „Eine Gruppe von Beduinen“, sagte

er, „plant, dass sie dich nachts in Medina angreifen werden“, und er beschrieb sie

ihm.

Er (der Prophet) befahl dem Fürsten der Gläubigen (a.), zum Gemeinschaftsgebet

zu rufen, und die Muslime versammelten sich. Er bestieg die Kanzel, lobpries Allah,

dann sagte er: „Ihr Leute, es gibt einen Feind von Allah und von euch, der auf

euch zukommt, und es heißt, dass er euch heute Nacht in Medina angreift. Wer also

von euch wird zum Tal gehen?“ Ein Mann von den Muhadschirun1 stand auf und

sagte: „Ich werde dorthin gehen, o Gesandter Allahs“, und so gab er ihm das Banner

und sammelte siebenhundert Männer für ihn und sagte zu ihm: „Gehe im Namen

Allahs.“ Er ging und kam zu den Leuten nach Sonnenaufgang. Sie sagten:

„Wer ist dieser Mann?“ „Ich bin ein Abgesandter des Gesandten Allahs“, sagte er.

Entweder sagt: „Es gibt keinen Gott außer Allah allein, und er hat keinen Teilhaber,

und dass Muhammad Sein Diner und Sein Gesandter ist, oder ich werde euch

mit dem Schwert treffen.“ Sie sagten: „Geh zurück zu deinem Herrn, denn wir sind

so viele, dass du damit nicht mithalten kannst.“ Der Mann kehrte zurück und berichtete

dem Gesandten Allahs (s.) darüber, und der Prophet (s.) fragte (erneut):

„Wer geht zum Tal?“ Einer der Muhadschirun stand auf und sagte: „Ich, o Gesandter

Allahs.“ Er gab ihm das Banner, und er ging los, dann kam er so zurück,

wie (auch) sein Gefährte erst zurückgekehrt war. Da sagte der Gesandte Allahs (s.):

„Wo ist ´Ali ibn Abi Talib?“, und der Fürst der Gläubigen (a.) erhob sich und sagte:

„Ich bin hier, o Gesandter Allahs“, und er sagte: „Gehe zum Tal“. „Ja“, erwiderte

er (Imam ´Ali, a.), und er besaß einen Turban, den er erst umbinden sollte,

wenn der Prophet (s.) ihn auf eine ernste Mission schicken würde.

Er ging zum Hause Fatimas (a.) und bat sie um den Turban. „Wohin wirst du gehen?“,

fragte sie, „wohin hat mein Vater dich geschickt?“ „Zum Tal Al-Raml“,

antwortete er, und sie weinte aus Angst um ihn. Der Prophet (s.) kam zu ihr, als sie

in diesem Zustand war. „Warum weinst du?“, fragte er. „Fürchtest du, dass dein

Gatte getötet werden könnte? In der Tat, das wird ohne Allahs Wille nicht geschehen.“

„Enthalte mir nicht das Paradies vor, o Gesandter Allahs“, sagte ´Ali (a.). Dann

zog er mit dem Banner des Propheten (s.) aus, bis er nach Mitternacht auf die Leute

traf. Er blieb bis zum Morgen, dann verrichtete er mit seinen Gefährten das Morgengebet.

Er ordnete sie in Reihen an und stützte sich auf sein Schwert, als er auf

den Feind zuging und rief ihnen zu: „Ihr Männer, ich bin der Abgesandte des Gesandten

Allahs zu euch, damit ihr erklärt, dass es keinen Gott gibt außer Allah,

und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist. Wenn ihr das nicht tut, dann

werde ich euch mit dem Schwert angreifen.“ „Gehe zurück, wie auch deine Gefährten“,

und er sagte: „Ich soll zurückgehen?! Nein, bei Allah, (ich werde nicht

zurückweichen), bis ihr den Islam annehmt, oder ich werde euch mit diesem meinem

Schwert niederschlagen, ich bin ´Ali ibn Abi Talib ibn ´Abd al-Muttalib.“

Die Leute gerieten in Unruhe, als sie ihn erkannten. Sie fassten den Mut, gegen ihn

zu kämpfen, und sie kämpften gegen ihn (a.). Er tötete sechs oder sieben von ihnen,

und die Götzendiener ergriffen die Flucht. Die Muslime waren siegreich. Sie sammelten

die Beute ein und machten sich auf den Weg zum Propheten (s.).

Es wurde von Umm Salama1 (r.) überliefert, dass sie berichtete: „Der Prophet hielt

gewöhnlich Mittagsruhe in meinem Haus, als er von einem Traum aufschreckte.

‚Allah ist dein Beschützer‘, sagte ich zu ihm. ‚Du hast recht gesprochen‘, sagte er,

‚Allah ist mein Beschützer, jedoch Dschibril (a.) gab mir Nachricht, dass ´Ali

kommen wird.‘“

Dann ging er zu den Leuten hinaus und befahl ihnen, ´Ali (a.) zu empfangen. Die

Muslime formierten sich in zwei Reihen mit dem Gesandten Allahs (s.). Als er

(Imam ´Ali, a.) den Propheten erblickte, stieg er von seinem Pferd ab und beugte

sich zu dessen Füßen herab, um sie zu küssen. Der Prophet (s.) sagte zu ihm: „Steig

auf, Allah, Der Erhabene, und Sein Gesandter sind mit dir zufrieden.“ Der Fürst

der Gläubigen (a.) weinte vor Freude und machte sich auf den Weg zu seinem

Haus. Die Muslime übergaben die Beute.

Der Prophet (s.) sagte zu einigen, die mit ihm (Imam ´Ali, a.) in der Armee waren:

„Wie habt ihr von eurem Anführer gedacht?“ „Wir haben nichts von ihm bemerkt,

außer, dass er kein Gebet von uns leitete, ohne darin zu rezitieren:‚Sprich: Er ist

Allah, Der Einzige1‘,“ antworteten sie . „Ich werde ihn darüber befragen“, sagte

der Prophet (s.). Als er zu ihm kam, fragte er ihn: „Warum hast du in den Pflichtgebeten

nur die Sure „Al-Ichlas2“ gelesen?“ „Ich liebte sie, o Gesandter Allahs“,

antwortete er. „Wahrlich, Allah liebt dich so, wie du Ihn liebst“, sagte der Prophet

(s.). Dann sagte er zu ihm: „´Ali, wenn ich nicht die Sorge hätte, dass einige Gruppierungen

über dich das sagen werden, wie die Christen über Jesus, den Sohn der

Maria sagen, dann würde ich heute sagen, dass du nie eine Versammlung von

Menschen passieren wirst, ohne dass sie (vor Ehrfurcht) die Erde unter deinen

Füßen nehmen werden3.“

Der Sieg in dieser Schlacht ist ganz besonders dem Fürsten der Gläubigen (a.)

zuzuschreiben, nachdem andere vor ihm gescheitert waren. ´Ali (a.) wurde vom

Propheten (s.) besonders lobend hervorgehoben. Dies sind Ruhmestaten, die von

keinem anderen vollbracht wurden. Viele Biographen (über das Leben) des Propheten

(ashab al-siyar) haben berichtet, dass im Hinblick auf diese Schlacht die Sure

„Al-Adiyat“4 - „Die schnaubenden Renner“ dem Propheten (s.) offenbart worden

war, und dass sie die Umstände erwähnt, in den der Fürst der Gläubigen (a.) agierte.

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