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Samstag, 14 Februar 2015 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 12)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 12)
Schlacht von Uhud


Auf die Schlacht von Badr folgte die von Uhud. Währenddessen war das Banner

des Gesandten Allahs (s.) in der Hand des Fürsten der Gläubigen (s.), wie auch bei

(der Schlacht von) Badr. An jenem Tage trug er auch die Flagge, und so bekam er

sowohl das Banner als auch die Flagge in seine Hand. Ihm war in dieser Schlacht

der gleiche (individuelle) Erfolg beschieden wie bei Badr, jedoch zeichnete er sich

(bei Uhud) durch besondere Standhaftigkeit und Geduld gegenüber der Prüfung aus

sowie durch die Festigkeit seiner Schritte, als die der anderen ausglitten4, und er

war von solchem Nutzen für den Gesandten Allahs (s.), wie kein anderer unter den

Muslimen. Allah tötete durch sein Schwert die Anführer der Götzendiener und des

Irregehens, und durch ihn nahm Allah die Not von Seinem Propheten (s.) hinweg.

Dschibril1 (a.) sprach zu den Engeln der Erde und des Himmels über seine Ruhmestaten

in jener Situation. Der Prophet der Rechtleitung (s.) hob ihn aufgrund seiner

besonderen Eigenschaften hervor, die gewöhnlichen Menschen verborgen waren.

Darüber berichtete Yahya ibn ‘Umara: Al-Hassan ibn Musa ibn Riayh - der Gefolgsmann

der Ansar - berichtete mir: Abu al-Bachtari al-Quraischi erzählte mir:

Flagge und Banner waren zusammen in der Hand von Qusayy ibn Kilab. Das Banner

blieb dann in der Hand eines Sohnes von ´Abd al-Muttalib, desjenigen, der

beim Krieg anwesend war, bis Allah Seinen Gesandten (s.) berief, und so kam das

Banner der Quraisch und andere Dinge (unter die Befehlsgewalt) des Propheten

(s.), und er legte fest, dass es die Banu Haschim bekommen sollten. Der Gesandte

Allahs (s.) gab es ´Ali ibn Abi Talib (a.) bei der Schlacht von Waddan, und das war

die erste Schlacht, bei der ein Banner im Namen des Islam mit dem Propheten

getragen wurde. Es blieb bei ihm (´Ali, a.), bei den Ereignissen bei Badr, und das

war der größte Sieg - und am Tage vom Uhud war die Flagge bei den Banu ´Abd

ad-Dar, und der Gesandte Allahs (s.) gab sie Mus´ab ibn ´Umair, der wurde Märtyrer,

und die Flagge fiel aus seiner Hand. Die (Männer der verschiedenen) Stämme

schauten auf ihn herab, und der Gesandte Allahs (s.) hob sie auf und schob sie ´Ali

ibn Abi Talib zu. An jenem Tage überließ er ihm sowohl Flagge als auch Banner,

und beide befinden sich bis zum heutigen Tage bei den Banu Haschim.2

Al-Mufaddhal ibn ´Abdillah überlieferte von Simak, von ´Ikrima, von ´Abdallah

ibn al-Abbas, der berichtete: „Es waren ‘Ali ibn Abi Talib vier Dinge gegeben, die

niemandem (sonst) gegeben waren: Er war der erste unter Arabern wie Nicht-

Arabern, der mit dem Propheten (s.) betete.; er war derjenige, der seine (des Propheten)

Flagge bei jedem Feldzug trug. Er war derjenige, der mit ihm am Tage

von Mihras, d.h. am Tage von Uhud, standhaft blieb, während die (übrigen) Leute

flohen; und er war derjenige, der ihn in sein Grab legte.“4

Zaid ibn Wahb al-Dschuhni überlieferte (durch folgende Überlieferungskette):

Ahmad ibn ´Ammar berichtete uns: Al-Himmani sagte uns: Scharik berichtete uns

von ´Uthman ibn al-Mughira, von Zaid ibn Wahb, welcher berichtete: „Wir fanden

ihn eines Tages in guter Stimmung, und wir baten ihn, uns vom Tag von Uhud zu

berichten, und wie (die Schlacht) war. Er sagte: ‚Ja‘, und er erzählte, bis er zum

Krieg (selbst) kam. Er sagte: „Der Gesandte Allahs (s.) sagte: ‚Zieht gegen sie aus

im Namen Allahs.‘“ Wir zogen aus und formierten uns in einer langen Reihe gegen

sie. Er positionierte fünfzig Männer von den Ansar auf dem Bergpfad. Er setzte

einen von ihnen als Befehlshaber ein und sagte: ‚Verlasst diese eure Position nicht,

denn wenn wir bis zum Letzten von uns getötet werden, dann werden wir von eurer

Position aus angegriffen werden.‘“ (Zaid) berichtete weiter: „Abu Sufyan ibn Harb

positionierte Chalid ibn al-Walid ihnen gegenüber. Die Flaggen der Quraisch waren

im Besitz der Banu ´Abd ad-Dar, und die Flagge der Götzendiener war in der Hand

von Talha ibn Abi Talha, der die Stütze der Phalanx genannt wurde. Der Gesandte

Allahs (s.) gab die Flagge der Muhadschirun1 ´Ali ibn Abi Talib (a.). Er ging weiter,

bis er unter der Flagge der Ansar stand. Abu Sufyan ging zu den Flaggenträger.

‚Ihr Flaggenträger‘, sagte er, ‚ihr wisst doch, dass die Leute nur wegen ihrer Flaggen

nach vorne kommen. Am Tage von Badr kamt ihr nur vor wegen eurer Flaggen.

Wenn ihr denkt, dass ihr zu schwach seid, sie zu verteidigen, dann gebt sie

uns, damit wir sie für euch verteidigen.‘ Da wurde Talha ibn Abu Talha wütend

und sagte: ‚Sagst du uns so etwas? Bei Allah, ich werde euch heute mit ihnen in die

Gewässer des Todes führen.‘“ (Zaid) berichtete weiter: „Talha wurde der Führer

der Phalanx genannt. So trat er vor, und ´Ali ibn Abi Talib (a.) trat (ebenfalls) vor.

‚Wer bist du?‘, fragte er. ‚Ich bin Talha, der Führer der Phalanx, und wer bist

du?‘ ‚Ich bin ´Ali ibn Abi Talib ibn ´Abd al-Muttalib‘. Sie trafen aufeinander und

schlugen mit den Schwertern gegeneinander und ´Ali ibn Abi Talib (a.) versetzte

ihm damit einen Schlag auf die Vorderseite seines Kopfes, seine (Talhas) Augen

quollen hervor, und er stieß einen Schrei aus, wie er nie (zuvor) gehört worden war.

Die Flagge fiel ihm aus der Hand, und ein Bruder von ihm namens Mus´ab nahm

sie. ´Asim ibn Thabit schoss (einen Pfeil) auf ihn ab und tötete ihn. Dann nahm sein

(Talhas) Bruder ´Uthman die Flagge, und ´Asim ibn Thabit schoss wiederum (einen

Pfeil) auf ihn ab und tötete ihn. Daraufhin nahm sie ein Sklave von ihnen namens

Sawab - und er gehörte zu den Schlimmsten der Leute (der Ungläubigen), und ´Ali

ibn Abi Talib (a.) schlug ihm die (rechte) Hand ab, so nahm er die Flagge in seine

linke Hand, und er (Imam ´Ali, a.) schlug sie (ebenfalls) ab. Da nahm er die Flagge

mit seiner Brust und seinen abgeschnittenen Händen. ´Ali (a.) traf ihn mitten auf

seinen Kopf, und er fiel niedergestreckt hin, die Leute flohen, und die Muslime

nahmen die Kriegsbeute an sich.

Als die Leute auf dem Bergpass sahen, wie sie (die anderen Muslime) die Kriegsbeute

an sich nahmen, sagten sie: ‚Jene gehen mit (all) der Beute, und wir bleiben

hier?!‘ Sie sagten zu ihrem Führer ´Abdullah ibn ´Amru ibn Hazm: ‚Wir wollen

(auch) Beute machen wie die (übrigen) Männer.‘ ‚Der Gesandte Allahs (s.) befahl

mir, dass ich diese meine Stellung nicht verlassen soll.‘ erwiderte er. ‚Er hat dir

das befohlen‘, antworteten sie, ‚als er nicht wusste, dass sich die Dinge so entwickeln

würden, wie du (jetzt) siehst‘, und sie gierten nach der Kriegsbeute und verließen

sie (d.h. ihre Stellungen). Er (jedoch) blieb an seinem Platz. Da griff Chalid

ibn al-Walid ihn an und tötete ihn. Dann kam er von hinten an den Gesandten Allahs

(s.) heran und wollte ihn (angreifen), und er erblickte den Propheten (s.) umgeben

von seinen Anhängern. Er (Chalid) sagte zu denjenigen, die bei ihm waren:

‚Das ist derjenige, den ihr (töten) wollt, er ist derjenige, der für euch wichtig ist‘,

und sie griffen ihn (zusammen) wie ein einziger an, indem sie mit Schwertern

schlugen, mit Lanzen zustießen, Pfeile abschossen und Steine schleuderten. Die

Gefährten des Propheten (s.) begannen, zu kämpfen, um ihn zu verteidigen, bis

siebzig Männer von ihnen getötet wurden. Der Fürst der Gläubigen (a.), Abu Dudschana

al-Ansari und Sahl ibn Hunaif unterstützten die Männer bei der Verteidigung

des Propheten (s.), und die Götzendiener übertrafen sie an Anzahl. Der Gesandte

Allahs (s.) öffnete die Augen und schaute den Fürsten der Gläubigen (s.) an

- er war zuvor (von einer Verletzung) ohnmächtig geworden - und sprach: ‚Ali, was

haben die Männer getan?‘ ‚Sie haben ihr Gelübde gebrochen und den Rücken

gewandt‘, antwortete er, ‚doch diejenigen, die Zielstrebigkeit bewiesen haben,

werden für mich genügen, mein Ziel zu erreichen‘. Der Fürst der Gläubigen (a.)

griff sie an und trieb sie aus ihrer Stellung. Dann ging er zurück zu ihm (zum Propheten,

s.) - der von einer anderen Seite her angegriffen worden war - griff sie an

und zerstreute sie. Abu Dudschana und Sahl ibn Hunaif standen an seiner Seite,

und jeder von ihnen hatte ein Schwert in der Hand, um ihn zu verteidigen. Vierzehn

von seinen Anhängern, die geflohen waren, kamen zurück, unter ihnen Talha ibn

´Ubaidullah und ´Asim ibn Thabit. Die übrigen stiegen den Hügel hinauf, und jemand

schrie durch die Stadt: ‚Der Gesandte Allahs ist getötet worden!’, und dadurch

waren sie bis ins Innerste erschrocken, und verwirrt flohen sie zur rechten

und zur linken Seite.

Hind bint ´Utba hatte einen Sklaven dazu bringen wollen, den Gesandten Allahs

(s.), den Fürsten der Gläubigen (a.) oder Hamza ibn ´Abd al-Muttalib (r.) zu töten.

Er antwortete: ‚Was Muhammad betrifft, so habe ich keine Chance, denn seine

Anhänger umringen ihn (ständig), und ´Ali ist wachsamer als ein Wolf, wenn er

kämpft. Doch bezüglich Hamza habe ich Hoffnung, denn wenn er zornig wird,

sieht er nicht, was vor ihm ist.‘ An jenem Tage war Hamza an einer Straußenfeder

an seiner Brust erkennbar, und der Sklave lauerte ihm am Fuße eines Baumes auf.

Hamza sah ihn und stürmte mir dem Schwert auf ihn zu. Er schlug zu, (doch) sein

Streich verfehlte den Kopf (des Sklaven). Dieser erzählte (später): ‚Ich bewegte

meine Lanze hin- und her, bis ich in einer guten Wurfposition war, und da warf ich

sie. Sie traf ihn oberhalb seines Schenkels und durchdrang ihn. Ich ließ ihn (liegen),

bis er (vor Leichenstarre) kalt war, ging ich zu ihm und zog meine Lanze (aus

seinem Körper). (Die Muslime) waren durch ihre Flucht von mir und ihm abgelenkt.‘

Hind kam und befahl, Hamzas Bauch aufzuschneiden, seine Leber herauszuschneiden

und (seinen Körper verstümmelt) zur Schau zu stellen. Sie schnitten seine Nase

und Ohren ab und stellten sie zur Schau. Der Gesandte Allahs (s.) war zu beschäftigt,

um zu wissen, was mit ihm (Hamza) geschehen war.“

Der Überlieferer des Ereignisses, Zaid ibn Wahb: „Ich sagte zu Ibn Mas´ud: ‚Sind

die Leute vom Gesandten Allahs (s.) weg geflohen, bis nur noch ´Ali ibn Abi Talib

(a.), Abu Dudschana und Sahl ibn Hunaif bei ihm geblieben waren?‘ Er antwortete:

‚(Alle) Leute sind geflohen, außer ´Ali ibn Abi Talib allein, und (nur) einige

standen zu dem Gesandten Allahs (s.), die vordersten von ihnen waren ´Asim ibn

Thabit, Abu Dudschana und Sahl ibn Hunaif, und Talha ibn ´Ubaidullah schloss

sich ihnen an.‘ ‚Und wo waren Abu Bakr und ´Umar?‘ fragte ich. ‚Sie waren unter

denjenigen, die sich zurückgezogen hatten‘, antwortete er (Ibn Mas´ud). ‚Und wo

war ´Uthman?‘, fragte ich. ‚Er kam erst drei (Stunden) nach der Schlacht‘, erwiderte

er, und der Gesandte Allahs (s.) sagte zu ihm: ‚Hattest du eine Erklärung

dafür (für deine Abwesenheit) vorgebracht?‘ ‚Und wo warst du?‘, fragte ich (Zaid)

ihn (Ibn Mas´ud). ‚Ich gehörte zu denjenigen, die sich zurückgezogen hatten,‘

antwortete er. ‚Und wer hat dir (dann) davon erzählt?‘, fragte ich. ‚´Asim und Sahl

ibn Hunaif‘, sagte er. (Zaid berichtete weiter): „Ich sagte: ‚Die Bestätigung von

´Ali (a.) in jener Position war ein Wunder.‘ ‚Sicherlich wunderst du dich darüber‘,

sagte er, ‚wo sich doch (selbst) die Engel gewundert hatten. Wusstest du nicht, dass

Dschibril (a.) an jenem Tage sagte, als er zum Himmel aufstieg: ‚Es gibt kein

Schwert außer Dhu-l-Fiqar,1 und es gibt keinen jungen Mann außer ´Ali.‘ ‚Wie ist

das über Dschibril (a.) bekannt geworden?‘, fragte ich. ‚Die Leute hörten eine

Stimme, die dieses ausrief,‘ sagte er, ‚und sie fragten den Propheten (s.) danach,

und er antwortete, dass das Dschibril (a.) gewesen sei.‘“2

Im Bericht von ´Imran ibn Hussain hieß es: „Am Tage von Uhud, als die Leute sich

vom Gesandten Allahs zerstreuten, kam ´Ali (a.) und gürtete sein Schwert um. Er

stand vor ihm und der Gesandte Allahs (s.) hob sein (´Alis, a.) Gesicht zu sich und

fragte ihn: ‚Warum bist du nicht mit den (anderen) Männern geflohen?‘ ‚Gesandter

Allahs‘, antwortete er, ‚soll ich denn als ein Ungläubiger zurückkehren, nachdem

ich mich Allah unterworfen habe?!‘ (Der Prophet, s.) wies ihn auf einige Leute

hin, die den Berg hinabkamen, und er (Imam ´Ali, a.) griff sie an und schlug sie

in die Flucht. Dann wies er (der Prophet, s.) auf einige andere (feindliche) Männer,

und er (Imam ´Ali, a.) griff sie (wiederum) an und schlug sie in die Flucht. Da kam

Dschibril (a.) und sagte: ‚O Gesandter Allahs, die Engel sind erstaunt, und wir sind

mit ihnen verwundert über die Wohltätigkeit ´Alis dir gegenüber mit (dem Einsatz

von) seinem Leben.‘ ‚Wer wird ihn daran hindern‘, sagte der Gesandte Allahs (s.),

‚denn er ist von mir, und ich bin von ihm.‘ Und Dschibril (a.) sagte: ‚Und ich bin

von euch beiden.‘“1

Al-Hakam ibn Zuhair überlieferte von al-Suddi, von seinem Vater, von Ibn ´Abbas

(r.): „Talha ibn Abi Talha kam an jenem Tage hervor, stellte sich zwischen die

beiden Reihen und rief: ‚Ihr Gefährten Muhammads, ihr behauptet, dass Allah,

Der Erhabene, uns schnell durch eure Schwerter ins Feuer schicken und euch

durch unsere Schwerter eilends ins Paradies befördern wird. Wer von euch wird

gegen mich antreten?‘ Der Fürst der Gläubigen (a.) trat vor ihn und sagte: ‚Bei

Allah, ich werde mich heute nicht von dir trennen, bis ich dich mit meinem Schwert

ins Feuer befördert habe.‘ Sie kämpften mit den Schwertern gegeneinander, und

´Ali ibn Abi Talib (a.) traf seine beiden Füße und schlug sie ab. Er fiel und wurde

überwältigt. ‚Mein Cousin‘, sagte er, ‚ich flehe dich an um Erbarmen!‘ Dann

wandte er (Imam ´Ali, a.) sich von ihm ab und (ging) zu seinem Platz; da sagten die

Muslime zu ihm: ‚Hast du ihn nicht erledigt?‘ ‚Er flehte mich bei Allah und den

Verwandtschaftsbanden (zu mir) an (,ihn zu entlassen). Doch bei Allah, er wird

niemals danach überleben.‘ Talha starb an dem Platz, an dem er lag. Die frohe

Botschaft darüber wurde dem Propheten (s.) übermittelt. Er freute sich darüber und

sagte: ‚Das ist der Führer der Phalanx.‘“2

Muhammad ibn Marwan überlieferte von ´Umara, von ´Ikrima, welcher berichtete:

„Ich hörte ´Ali (s.) sagen: ‚Als die Männer am Tage von Uhud vom Gesandten

Allahs (s.) flohen, ergriff mich eine Unruhe wie niemals vorher und ich konnte

mich kaum kontrollieren. Ich stand vor ihm und kämpfte mit meinem Schwert. Ich

ging zurück, um ihn zu suchen, aber ich sah ihn nicht. Ich sagte (zu mir selbst):

‚Der Gesandte Allahs würde nicht fliehen.‘ Doch ich konnte ihn unter den Gefallenen

nicht sehen. Ich dachte, dass er schon von uns in den Himmel gehoben worden

war. Ich zerbrach die Scheide meines Schwertes und sprach zu mir selbst: ‚Ich

werde damit so lange kämpfen, bis ich getötet werde (ohne es in die Scheide zurückzustecken).‘

Ich griff den Feind an, und sie zerstreuten sich von mir. Dann sah

ich plötzlich den Gesandten Allahs (s.), dass er auf den Boden gefallen und bewusstlos

war. Ich stand neben seinem Kopf. Er schaute mich an und sagte: ‚Was

haben die Leute getan, ´Ali?‘ ‚Sie sind ungläubig geworden, Gesandter Allahs‘,

antwortete ich, ‚sie haben den Rücken gekehrt (vor dem Feind) und dich ausgeliefert.‘

Da schaute der Prophet (s.) auf eine Phalanx (der Feinde), die sich ihm genähert

hatte und sagte zu mir: ‚Treibe diese Phalanx von mir fort, ´Ali,‘ und so

griff ich sie mit meinem Schwert an und schlug sie nach rechts und links, bis sie

mir den Rücken kehrten. ‚´Ali‘, sagte der Prophet (s.) zu mir, ‚hörst du nicht deine

Lobpreisung im Himmel?‘, und ein Engel namens Radhwan rief aus: ‚Kein

Schwert außer Dhu-l-Fiqar, und kein Kämpfer außer ´Ali!‘, und ich weinte vor

Freude. Ich verherrlichte Allah, Den Erhabenen, für Seine Segnungen.‘“1

Al-Hassan ibn ´Arafa, von ´Umara ibn Muhammad, von Sa´d ibn Tarif, von Abu

Dscha´far Muhammad ibn ´Ali (a.), von seinem Vater, der berichtete: „Ein Engel

rief vom Himmel am Tage von (der Schlacht) Uhud: ‚Kein Schwert außer Dhu-l-

Fiqar, und kein Kämpfer außer ´Ali!‘“

Ähnliches überlieferte Ibrahim ibn Muhammad ibn Maimun, von ´Umara ibn Thabit,

von Muhammad ibn ´Ubaidullah ibn Abi Rafi‘, von seinem Vater, von seinem

Großvater, welcher berichtete: „Wir hören die Gefährten des Gesandten Allahs (s.)

immer noch erzählen, dass am Tage von Uhud eine Stimme vom Himmel rief:

‚Kein Schwert außer Dhu-l-Fiqar, und kein Kämpfer außer ´Ali.‘“2

Sallam ibn Miskin überlieferte von Qatada, von Sa´id ibn al-Musayyib, welcher

berichtete: „Wenn ich die Stellung ´Alis am Tage von Uhud gesehen hätte, dann

hätte ich ihn zur Rechten des Gesandten Allahs (s.) stehen sehen, wie er ihn mit

seinem Schwert verteidigte, da die anderen schon den Rücken (zur Flucht) gewandt

hatten.“3

Al-Hassan ibn Mahbub überlieferte: Dschamil ibn Salih berichtete uns von seinem

Vater ´Ubaida, von Abu ´Abdillah Dscha´far ibn Muhammad, der von seinen Vorfahren

(a.) berichtete: „Bei der Schlacht von Uhud hielten neun Leute das Banner

(der Quraisch). ´Ali ibn Abi Talib (a.) tötete sie bis auf den letzten von ihnen, und

die (feindlichen) Leute wurden in die Flucht geschlagen. An jenem Tag versuchte

(der Stamm der) Machzum zu entkommen, aber ´Ali (a.) vernichtete sie. ´Ali (a.)

trat gegen al-Hakam ibn al-Achnas an, schnitt ihm das Bein von der Hälfte seines

Oberschenkels ab, und er starb daran.“4

Als die Muslime so herumwanderten, näherte sich Umayya ibn Abu Hudhaifa ibn

al-Mughira - und er hatte einen Panzer angelegt - und er sagte: „Heute ist der Tag

(der Rache für) Badr.“ Einer der Muslime trat ihm entgegen, aber Umayya tötete

ihn. ´Ali ibn Abi Talib (a.) wandte sich ihm zu und schlug ihm mit dem Schwert auf

den Kopf, und es steckte mitten in seinem Helm. Umayya schlug mit seinem

Schwert zu, und der Fürst der Gläubigen (a.) schützte sich mit seinem Schild, und

es (das Schwert) blieb darin stecken. Der Fürst der Gläubigen (a.) zog sein Schwert

aus seinem (Umayyas) Helm, und Umayya befreite sein Schwert ebenfalls aus dem

Schild. Dann griffen sie wiederum einander an. ´Ali (a.) sagte: ‚Ich erblickte einen

Riss (in seinem Panzer) unter seiner Achsel. Ich schlug dahin mit meinem Schwert

und tötete ihn. Dann wandte ich mich von ihm ab.‘“1

Als die Menschen am Tage von Uhud von der Seite des Propheten (s.) flohen, blieb

der Fürst der Gläubigen (a.) standhaft, und er (der Prophet) fragte ihn: „Was ist,

dass du nicht mit den (anderen) Leuten gehst?“ „Ich und dich verlassen, o Gesandter

Allahs?“, fragte der Fürst der Gläubigen (a.), „bei Allah, ich werde dich

nicht verlassen, bis ich getötet werde, oder bis Allah Sein Versprechen der Hilfe

für dich erfüllen wird.“ „Höre die frohe Botschaft, ´Ali,“ sagte der Prophet (s.),

„denn in der Tat hält Allah Sein Versprechen, und sie werden uns nie mehr Ähnliches

antun.“

Dann schaute er auf eine Truppe, die sich ihm genähert hatte und sagte zu ihm

(Imam ´Ali, a.): „Greife diese (Truppe) an, ´Ali“, und der Fürst der Gläubigen (a.)

griff sie an. Er tötete davon Hischam ibn Umayya al-Machzumi, und die (übrigen)

Leute flohen. Dann kam eine andere Truppe heran, und der Prophet sagte zu ihm:

„Greife diese an“, und er griff sie an und tötete davon Bischr ibn Malik al-Amiri,

die Truppe floh, und nach ihr kam keiner von ihnen mehr zurück.

Diejenigen der Muslime, die geflohen waren, kehrten zum Propheten (s.) zurück,

und die Götzendiener zogen sich nach Mekka zurück. Der Prophet (s.) wandte sich

nach Medina, und (dort) empfing sie Fatima (a.). Sie hatte ein Gefäß mit Wasser

bei sich, und er wusch damit sein Gesicht. Der Fürst der Gläubigen (a.) folgte ihm,

und Blut bedeckte seinen Arm von der Hand bis zur Schulter. Er hatte Dhu-l-Fiqar

(sein Schwert) bei sich und reichte es Fatima (a.). „Nimm dieses Schwert“, sagte er

zu ihr, „es war mir heute treu.“ Dann begann er folgendes (Gedicht) zu rezitieren:

„Fatima, dieses Schwert ist nicht ohne Ehre, und ich bin kein Feigling, noch bin

ich tadelnswert. Bei meinem Leben, ich bin frei von Schuld in der Unterstützung

von Ahmad2, und im Gehorsam zu einem Herrn, Der über (Seine) Diener allwissend

ist. Entferne das Blut der Leute von ihm, denn wahrlich, es hat der Familie

von ´Abd ad-Dar den Kelch mit siedend heißem Wasser (der Hölle) gereicht.“

Der Gesandte Allahs (s.) sagte: „Nimm es, Fatima, denn dein Gatte hat seine

Pflicht erfüllt, denn durch sein Schwert hat Allah die Führer der Quraisch getötet.“

Die Biographen über den Propheten (ahl-al-sira) hatten den Tod der Götzendiener

bei Uhud erwähnt, und die meisten von ihnen waren durch den Fürsten der Gläubigen

(a.) getötet worden. ´Abd al-Malik ibn Hischam überlieferte: Ziyad ibn

´Abdillah berichtete uns, von Muhammad ibn Ishaq, welcher berichtete:

„Der Flaggenträger der Quraisch bei der Schlacht von Uhud war Talha ibn Abi

Talha ibn ´Abd al-´Uzza ibn ´Uthman ibn ´Abd ad-Dar. ´Ali ibn Abi Talib (a.)

tötete ihn, und er tötete (auch) seinen Sohn Abu Sa´id ibn Talha, und er tötete (ebenfalls)

seinen Bruder Kalada ibn Abu Talha, und er tötete ´Abdullah ibn Humaid

ibn Zuhra bin al-Harith ibn Asad ibn ´Abd al-´Uzza. Er tötete Abu al-Hakam ibn al-

Achnas ibn Schariq al-Thaqafi, er tötete al-Walid ibn Abi Hudhaifa ibn al-Mughira,

auch tötete er seinen Bruder Umayya ibn Abi Hudhaifa. Er tötete (ebenfalls) Arta

ibn Scharahabil; er tötete Hischam ibn Umayya, ´Amr ibn ´Abdillah al-Dschumahi

und Bischr ibn Malik. Er tötete (außerdem) Sawab, den Gefolgsmann der Banu

´Abd ad-Dar. Der Sieg gehörte ihm. Die Leute kamen von ihrer Flucht zu dem

Propheten (s.) zurück, während er (Imam ´Ali, a.) immer noch an seinem Platz

stand, von dem aus er ihn (den Propheten, s.) ohne sie (die anderen) verteidigt

hatte. Der Tadel Allahs kam auf alle von ihnen wegen ihrer Flucht an jenem Tage,

außer auf ihn (Imam ´Ali, a.) und die, die fest zu ihm standen von den Ansar, und

sie waren acht (Männer), man sagt auch vier oder fünf.“

Über die Tötung der (Männer), die er bei Uhud getötet hatte, seine Härten (die er

erduldete), und seinen Edelmut im Leiden, rezitierte al-Hadschadsch ibn ´Alat al-

Sulami folgendes: „Derjenige, der Seine (Allahs Partei verteidigt), gehört zu Ihm.

Ich meine den Sohn der Fatima2, der bedeutende Onkel väterlicher- und mütterlicherseits

hat. Wie deine Hände gegen ihn (Talha) tätig wurden mit einem schnellen

(Lanzen-) Stoß, als ihr Talha verließt, der wegen eines (Schwertstreichs) auf seine

Stirn tot dalag. Du kämpftest hart gegen sie wie ein tapferer Mann, und du triebst

sie am Fuße des Hügels, als sie tief hinabstiegen. Du tränktest dein Schwert ein

zweites Mal mit Blut, und du zögertest nicht, bis sein Durst gestillt war.“3

Als der Gesandte Allahs (s.) sich zu den Banu Nadhir aufmachte, mit der Absicht,

sie zu belagern, schlug er sein Zelt im entferntesten (ausgetrockneten) Flussbett bei

den Banu Chatma auf. Als die Nacht hereinbrach, schoss ein Mann von den Banu

Nadhir einen Pfeil auf ihn ab und traf sein Zelt. Der Prophet (s.), befahl, dass sein

Zelt an den Fuße des Berges versetzt werden sollte, und die Muhadschirun1 und die

Ansar2 umringten ihn.

In der Dunkelheit verloren sie den Fürsten der Gläubigen, ´Ali ibn Abi Talib (a.),

und die Leute fragten: „O Gesandter Allahs, wir sehen ´Ali nicht.“ „Ich sehe ihn“,

antwortete er (der Prophet, s.) „wie er mit etwas beschäftigt ist, das eure Angelegenheit

zum Guten wenden wird.“ Es dauerte nicht lange, bis er (Imam ´Ali, a.) mit

dem Kopf des Juden kam, der auf den Propheten (s.) geschossen hatte. Man nannte

ihn Gharur. Er warf ihn vor den Propheten (s.).

Der Prophet (s.) sagte zu ihm: „Wie hast du das gemacht?“ „Ich sah diesen Verbrecher

kühn herankommen“, antwortete er, „und ich legte ihm einen Hinterhalt.

Ich sagte zu mir selbst: ‚Was ihn dazu gebracht hat, in der Mitte der Nacht herauszukommen,

ist, dass er uns überraschend treffen will.‘ Er ging mit seinem gezogenen

Schwert voran unter neun (Männern) seiner jüdischen Gefährten. Ich griff ihn

an und tötete ihn. Seine Gefährten entkamen, aber sie waren noch nahe. Schicke

ein Gruppe (Männer) mit mir. Ich hoffe, dass ich sie überwältigen werde.“ Der

Gesandte Allahs (s.) schickte zehn Männer mit ihm, unter ihnen Abu Dudschana

Saimak ibn Charascha und Sahl ibn Hunaif. Sie erreichten sie, bevor sie in der

Festung Zuflucht suchen konnten und töteten sie. Sie brachten ihre Köpfe zu dem

Propheten (s.), und dieser befahl, dass sie ihn die Brunnen von den Banu Chatma

geworfen werden sollten. Dies waren die Gründe für die Eroberung der Festungen

der Banu Nadhir. In jener Nacht wurde Ka´b ibn al-Aschraf getötet.

Der Gesandte Allahs (s.) nahm das Eigentum der Banu Nadhir an sich. Es war die

erste Beute, die der Gesandte Allahs (s.) zwischen den ersten Muhadschirun aufgeteilt

hatte. Er befahl ´Ali (a.), das in Besitz zu nehmen, was dem Gesandten Allahs

(s.) zustand, und er machte es zur Sadaqa3. Es blieb in seiner (des Propheten) Hand

während seiner Lebenszeit, dann nach ihm in der Hand des Fürsten der Gläubigen

(a.), und es ist im Besitz der Nachkommenschaft von Fatima (a.) bis heute.

Was (die Rolle) des Fürsten der Gläubigen in dieser Schlacht angeht sowie die

Tötung der Juden durch ihn und darüber, dass er die Köpfe der neun Männer zum

Propheten (s.) gebracht hatte, rezitierte Hassan ibn Thabit folgendes (Gedicht):

„Allahs ist alles Unglück, womit du durch die Banu Quraiza geprüft worden bist

und durch die Männer, die (dir) auflauerten. Er vernichtete ihr Oberhaupt und

brachte neun (Köpfe). Bald vertrieb er sie, bald wehrte er sie ab.“

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