Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Freitag, 16 Januar 2015 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 10)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 10)
Offenbarung der Verse der Lossagung  in Mekka


Ähnlich ist auch das, was in der Geschichte von der Lossagung (bara´a) vorkam,

welche der Prophet (s.) an Abu Bakr gab, damit er das Abkommen mit den Götzendienern

aufkündigen konnte. Als er noch nicht weit aufgebrochen war, kam

Dschibril (a.) zum Propheten herab und sagte zu ihm:

„Allah verliest Seine Grüße an dich und sagt dir: „(Der Akt der Aufkündigung)

soll von niemandem ausgeführt werden außer von dir oder einem Mann von dir

(d.h. der dir nahe steht).“ Der Gesandte Allahs (s.) rief Ali (a.) und sagte zu ihm:

„Nimm meine Kamelstute al-Adhba‘ und hole Abu Bakr ein. Nimm ihm (das Dokument)

die Aufkündigung aus der Hand und gehe damit nach Mekka und kündige

ihnen damit das Abkommen mit den Götzendienern auf. Lasse Abu Bakr die Wahl,

mit dir zu reiten oder zu mir zurückzukehren.“

Der Fürst der Gläubigen (a.) bestieg die Kamelstute des Gesandten Allahs (s.), al-

Adhwa‘ und ritt davon, bis er Abu Bakr eingeholt hatte. Dieser war erschrocken,

als er sah, dass er von ihm eingeholt worden war. Er ging ihm entgegen und sagte:

„Warum bist du gekommen, Abu al-Hassan? Willst du mit mir reisen, oder ist es

wegen etwas anderem?“ „Der Gesandte Allahs (s.) befahl mir, dich einzuholen“,

antwortete der Fürst der Gläubigen (a.), „damit ich die Verse der Aufkündigung

von dir nehme und damit das Abkommen mit den Götzendienern annulliere, und er

befahl mir, dir die Wahl zu überlassen, ob du mit mir kommst oder zu ihm (dem

Propheten) zurückkehrst.“ „Ich werde zu ihm zurückkehren“, sagte (Abu Bakr),

und er ritt zum Propheten zurück, und als er bei ihm ankam, sagte er: „Gesandter

Allahs, du hast mich für eine Aufgabe geeignet befunden, wegen der (andere) ihre

Hälse zu mir gereckt haben (weil sie es auch gern ausführen wollten), und als ich

mich dafür auf den Weg gemacht hatte, hast du mich davon zurückgeholt. Was ist

es, was im Qur´an bezüglich mir herabgesandt wurde?“ „Nein“, antwortete der

Gesandte Allahs (s.), „aber der Vertrauenswürdige (Dschibril, a.) kam zu mir von

Allah, dem Allmächtigen und Erhabenen, (mit folgendem Befehl) herab: ‚Sie (die

Aufkündigung) soll von niemandem für dich ausgeführt werde, außer von dir

(selbst) oder einem Mann von dir.‘ Ali ist von mir, und sie soll an meiner Stelle nur

von Ali ausgeführt werden.“ Dieser Bericht erscheint in einem berühmten Hadith.1

Die Annullierung des Abkommens war demjenigen vorbehalten, der es abgeschlossen

hatte, oder demjenigen, der seine Stelle einnehmen konnte im Hinblick auf

Befehlsgewalt, Höhe des Ranges, Erhabenheit des Grades, Ehrenhaftigkeit der

Stellung: demjenigen, der nie in seinen Taten in Schuld fiel, dessen Worten nicht

widersprochen werden konnte, jemand, der genauso war wie derjenige, der das

Abkommen abgeschlossen hatte und dessen Anliegen sein Anliegen war. Wenn er

ein Urteil fällte, dann führte er es auch durch und blieb dabei, und es war vor Widerspruch

gefeit. Denn die Annullierung des Abkommens hing mit der Stärke des

Islam zusammen, der Vervollkommnung der Religion und mit dem Wohl der Muslime,

mit der vollendeten Eroberung Mekkas und der Förderung des Heils. Allah,

der Erhabene, wollte dieses durch die Hand desjenigen durchführen, der einen

gepriesenen Namen hatte und hohes Ansehen genoss. Das zeugt von seinem Verdienst,

weist auf seinen erhabenen Rang hin und zeichnet ihn vor anderen außer

ihm aus. Jener war der Fürst der Gläubigen, Ali ibn Abi Talib (a.). Niemand der

Leute besaß Vorzüge, die den Vorzügen nahe kamen, die wir beschrieben haben,

noch hatte irgendjemand von ihnen mit ihm irgendetwas gemeinsam von dem, was

wir erläutert haben.

Die Beispiele dessen, was wir erwähnt haben, sind so zahlreich, dass die Aufzählung

davon dieses Buch zu lang machen würde. Und (allein) die Reden (Imam Alis,

a.) würden es ausfüllen, und was wir davon erläutert haben, genügt für das Ziel, das

wir gesetzt haben, (nämlich) die mit Vernunft Begabten zu erreichen.


Militärische Erfolge des Fürsten der Gläubigen (a.)

Was den Kampf betrifft, durch den die Regeln des Islam in Kraft gesetzt wurden

und durch die Schaffung dessen, mit dessen Hilfe die Gesetzte und Urteile der

Gemeinschaft (milla) festgelegt wurden, war der Fürst der Gläubigen so hervorragend,

dass sein Ansehen unter den Menschen verbreitet war und die Berichte über

ihn unter den Sunniten und Schiiten sehr zahlreich waren. Weder gab es darüber

Meinungsverschiedenheiten unter den Gelehrten, noch bestritten die Rechtswissenschaftler

dessen Richtigkeit. Der einzige Zweifel darin (wäre das Ergebnis von)

Nachlässigkeit von jemandem, der nicht die (historischen) Berichte betrachtet hat.

Niemand von denjenigen, die die historischen Werke betrachtet haben, kann es

ablehnen, abgesehen von einem störrischen Lügner, der keine Scham besitzt.

Schlacht von Badr

Ein Beispiel dafür ist das, was er bei der Schlacht von Badr tat, und es ist im

Qur´an erwähnt. Es war der erste Krieg, der eine Prüfung (des Glaubens der Muslime)

war. Furcht erfüllte die Herzen einer Anzahl von Muslimen, und sie wollten

aus Angst und Unwillen sich davor zurückhalten, wie es absolut im Tibyan1 erwähnt

wurde, wo Er (Allah), der Mächtige und Erhabene, von ihnen erzählt in

voller Klarheit und Deutlichkeit: „Dies, weil dein Herr dich nicht ohne Grund aus

deinem Hause führte, indes ein Teil der Gläubigen abgeneigt war. Sie streiten mit

dir über die Wahrheit, nachdem sie doch deutlich kund geworden, als ob sie in den

Tod getrieben würden und (ihn) vor Augen hätten.“2

Das in Verbindung mit den Worten Allahs: „Seid nicht wie jene, die prahlerisch

und um von den Leuten gesehen zu werden aus ihren Wohnstätten auszogen, und

die abwendig machen von Allahs Weg. Und Allah umschließt alles, was sie tun ..“3

Die Berichte über ihre Umstände darin folgen aufeinander, auch wenn die Ausdrücke

verschieden sein mögen, so stimmt ihre Bedeutung doch überein. Die kurze

Zusammenfassung des Berichts über diesen Angriff ist, dass die Götzen nach Badr

kamen mit der Absicht, zu kämpfen und rechneten mit dem Sieg aufgrund ihres

vielen Geldes, der Anzahl ihrer Ausstattung und ihrer Männer. Die Muslime waren

zu jener Zeit eine kleine Gruppe. Einige kamen (zu der Schlacht) unwillig, und sie

zeigten ihren Widerwillen und ihren Zwang. Die Quraisch forderten sie zum Einzelkampf

heraus und riefen sie dazu auf, sich in der Schlachtlinie zu formieren und

ihre Plätze einzunehmen. Sie schlugen vor, dass gleichwertige (Kämpfer) aufeinandertreffen

sollten. Die Ansar zögerten, vorzutreten, doch hinderte der Prophet sie

daran, (das zu tun). „Die Leute haben gleichwertige (Kämpfer) herausgefordert,“

sagte er, dann befahl er ´Ali, dem Fürsten der Gläubigen (a.), vorzutreten und rief

Hamza ibn ´Abd al-Muttalib und ´Ubaida ibn al-Harith (r.), damit die beiden mit

ihm vortreten. Als sie sich vor ihnen aufgestellt hatten, erkannte die Leute sie zuerst

nicht, da sie Helme trugen. „Wer seid ihr?“, fragten sie, und sie zählten ihnen ihre

Abstammungslinie auf. „Sie sind (wirklich) (uns) gleichwertig und edel,“ sagten

sie (die Quraisch). Dann begann der Krieg zwischen ihnen. Al-Walid trat gegen den

Fürsten der Gläubigen (a.) an, und es dauerte nicht lange, bis dieser ihn tötete.

´Utba griff Hamza (r.) an, und dieser tötete ihn. Schaiba trat gegen ´Ubaida an, und

sie kämpften mit (ihren Schwertern). Einer von ihnen traf den Oberschenkel von

´Ubaida. Der Fürst der Gläubigen rettete ihn, indem er Schaiba mit einem überraschenden

Schwerthieb traf und ihn (damit) tötete. Hamza (r.) nahm auch daran teil.

Es war das erste (Zeichen) von Schwächung der Götzendiener, dass diese drei

getötet wurden. Es überkam sie Schwäche, Angst und Schrecken vor den Muslimen.

So waren schon Anzeichen eines Siegs der Muslime sichtbar. Dann trat der

Fürst der Gläubigen (a.) gegen al-Aas ibn Sa´id ibn al-Aas an, nachdem sich alle

Muslime außer ihm von ihm ferngehalten hatten, und es dauerte nicht lange, bis er

ihn getötet hatte. Hanzala ibn Abi Sufyan griff ihn an, und er tötete ihn. Tu´aima

ibn Adi trat gegen ihn an, und er tötete ihn. Nach ihm tötete er Naufal ibn Chuwailid

- er war einer der Teuflischsten (schayatin) der Quraisch. Er (Imam Ali, a.)

tötete weiterhin einen nach dem anderen von ihnen, bis es soweit war, dass die

Hälfte der Gefallenen von ihm getötet worden waren. Sie waren siebzig Getötete,

von denen die Hälfte von all den Muslimen getötet waren, die bei (der Schlacht)

von Badr anwesend waren, zusammen mit dreitausend Engeln, die geschickt worden

waren. Jedoch der Fürst der Gläubigen (a.) tötete die andere Hälfte allein mit

Allahs Hilfe und Unterstützung, mit Seinem Erfolg und Sieg. So wurde der Sieg

(den Muslimen) durch seine Hand beschert. Die Sache wurde (letztendlich) durch

den Propheten (s.) besiegelt, indem er eine Handvoll Kieselsteine nahm und sie in

ihre Gesichter warf und sagte: „Mögen ihre Gesichter durch Hässlichkeit entstellt

werden“, niemand von ihnen blieb übrig, der nicht den Rücken zur Flucht wandte.

Allah war die Genüge der Gläubigen in der Schlacht durch den Fürsten der Gläubigen

(a.) und die, die an der Unterstützung der Religion teilhatten, die aus dem engsten

Familienkreise des Propheten (s.) stammten, und die edlen Engel, die ihn unterstützt

hatten, wie Allah im Qur´an sagte: „Und Allah genügte ihnen im Kampf.

Allah ist gewaltig, allmächtig.“ 1

Sowohl die sunnitischen (´amma) als auch die schiitischen Überlieferer bestätigten

die Namen der Götzendiener, die der Fürst der Gläubigen (a.) bei Badr getötet

hatte, unter Übereinstimmung und Übereinkunft mit dem, was sie berichtet hatten.

Die Namen, die sie aufzählten, waren (folgende):

Al-Walid ibn ‘Utba, wie wir zuvor erwähnten, er war mutig, kühn, mörderisch

und unverschämt, ein Mann, den die Männer fürchteten,

Al-Aas ibn Sa´id: Er war ein Mann, der anderen großen Schrecken einflößte,

vor dem selbst Helden sich fürchteten. Er war derjenige, vor dem ‘Umar ibn

Chattab zurückwich. Seine Geschichte, hinsichtlich dessen, was wir erwähnt

haben, ist berühmt, und wir werden sie später erwähnen, so Allah will,

Tu´aima ibn ‘Adi ibn Naufal: Er war einer der Oberhäupter der Irregeleiteten,

Naufal ibn Chuwailid: Er war einer der erbittertsten Feinde des Gesandten Allahs

(s.) unter den Götzendienern. Die Quraisch pflegten ihm eine Vormachtsstellung

sowie eine große Position einzuräumen und ihm zu gehorchen. Er war

derjenige, der Abu Bakr und Talha vor der Hidschra in Mekka aneinander band,

sie mit einem Seil fesselte und sie Tag und Nacht folterte, um sie über ihre Beziehung

(zum Propheten, s.) zu verhören.1 Als der Gesandte Allahs (s.) von seiner

Anwesenheit bei Badr bemerkte, bat er Allah, den Allmächtigen und Erhabenen

darum, dass Er ihm Genüge sein möge, (ihn zu vernichten): Er sagte:

„Oh Allah, sei mir die Genüge gegen Naufal ibn Chuwailid“, und der Fürst der

Gläubigen (a.) tötete ihn,

Zam´a ibn Aswad,

‘Aqil ibn al-Aswad

Al-Harith ibn Zam´a,

Al-Nadhr ibn al-Harith ibn ‘Abd ad-Dar,

‘Umair ibn ‘Uthman bin Ka´b ibn Ta´im, der Onkel von Talha ibn ‘Ubaidullah,

‘Uthman und Malik, die beiden Söhne von ‘Ubaidullah und die Brüder von

Talha ibn ‘Ubaidullah,

Mas´ud ibn Abu Ummaya ibn al-Mughira,

Quais ibn al-Fakih ibn al-Mughira,

Hudhaifa ibn Abu Hudhaifa ibn al-Mughira,

Abu Qais ibn al-Walid ibn al-Mughira,

Hanzala ibn Abi Sufyan,

‘Amr ibn Machzum,

Abu al-Mundhir ibn Abu Rifa´a

Munabbih ibn al-Hadschadsch al-Sahmi,

Al-Aas ibn Munabbih,

‘Alqama ibn Kalda,

Abu al-Aas ibn Qais ibn ´Adi

Muawiya ibn al-Mughira ibn Abi al-Aas,

Lawdhan ibn Rabi´a,

‘Abdallah ibn al-Mundhir ibn Abu Rifa´a,

Mas´ud ibn Umayya ibn al-Mughira,

Hadschib ibn Sa´d ibn ‘Uwaimir,

Aus bin al-Mughira ibn Lawdhan,

Zaid ibn Mulis,

‘Asim ibn Abu ‘Auf,

Sa´id ibn Wahb, Bundesgenosse der Banu ‘Amir,

Muawiya ibn ‘Abd al-Qais,

‘Abdallah ibn Dschamil ibn Zuhair ibn al-Harith ibn Al-Assad,

Al-Sa´ib ibn Malik,

Abu al-Hakam ibn al-Achnas,

Hischam ibn Abu Umayya ibn al-Mughira.

Diese 36 Männer, diejenigen nicht mitgerechnet, über die (deren Tod) es Unstimmigkeiten

gibt oder der Fürst der Gläubigen zusammen mit anderen daran (an ihrem

Tod) beteiligt war, sie sind mehr als die Hälfte, die bei Badr getötet wurden,

wie wir bereits erwähnten.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren