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Freitag, 19 Dezember 2014 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 9)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 9)
Das Tragen des Banners bei der Eroberung Mekkas


Unter den (Beweisen für Imam Alis besondere Stellung ist die Tatsache), dass der

Prophet (s.) am Tage der Eroberung das Banner Sa´d ibn ´Ubada gab und diesem

befahl, damit in Mekka einzumarschieren und es vor sich herzutragen. Sa´d nahm

es und rezitierte folgenden Reim: „Heute ist der Tag des Schlachtens, der Tag, an

dem jede Frau gefangen genommen wird.“2 „Hörst du denn nicht“, fragten einige

der Leute den Propheten (s.), „was Sa´d ibn Ubada sagt? Bei Allah, wir fürchten,

dass der heutige Tag für ihn (nur) ein Angriff auf die Quraisch bedeutet.“ „Hole

Sa´d ein,“ sagte er (der Prophet, s.) zum Fürsten der Gläubigen (a.) „und nimm ihm

das Banner weg. Du sollst derjenige sein, welcher mit ihm einmarschiert.“

So lenkte der Gesandte Allahs(s.) durch den Fürsten der Gläubigen (a.) das wieder

in die richtige Bahn, was durch Sa´ds (überschwängliches) Vorpreschen und seinen

(beabsichtigten) Angriff auf die Mekkaner beinahe entgleist wäre. Er wusste, dass

es den Ansar nicht gefallen würde, wenn irgendjemand von den Leuten das Banner

von ihrem Führer Sa´d wegnehmen und ihn seiner Stellung entheben würde, außer

wenn es jemand wäre, der in einem ähnlichem Zustand war wie der Prophet (s.)

hinsichtlich seines mächtigen Rangs, seiner hohen Position und seiner Befehlsgewalt,

dem zu gehorchen verpflichtend war und der nicht zulassen würde, dass Sa´d

darin zögert, ihm jenes Kommando zu übergeben. Wenn jemand außer dem Fürsten

der Gläubigen (a.) in Gegenwart des Propheten (s.) gewesen wäre, der die Angelegenheit

wieder ins rechte Lot bringen könnte, dann hätte er sich mit der Sache an

ihn gewandt, oder er hätte dort seine Eignung dafür erwähnt, das der Fürst der

Gläubigen (a.) in Angriff nahm. Wenn man nur anhand der tatsächlichen Taten

urteilen kann, dann war das, was der Prophet (s.) mit dem Fürsten der Gläubigen

tat, deswegen, um ihn zu erhöhen und zu ehren und ihm die Würdigung zuzuerkennen,

der er (Imam Ali, a.) seiner Meinung nach würdig war, (nämlich) hinsichtlich

dessen, dass er die Dinge korrigierte und das berichtigte, was durch die Tat eines

anderen als ihn falsch gelaufen wäre, wie wir erwähnt haben, und dann muss man

ihn in dieser ruhmreichen Tat als jemanden betrachten, der sich durch diese von

anderen unterschied, die ihm nicht gleich waren, und (als jemand, der) durch ihre

Ehrenhaftigkeit vor all den anderen ausgezeichnet worden war.


Die Konversion von Jemen

(Ein weiteres Beispiel für die Sonderstellung Imam Alis (a.),) worüber alle Historiker

(ahl-al-sira) übereinstimmen, ist (die Tatsache, dass) der Prophet (s.) Chalid ibn

al-Walid zu den Jemeniten schickte, damit er sie zum Islam einladen sollte. Er

schickte eine Gruppe von Muslimen mit ihm, darunter Bara´a ibn Azib (r.). Chalid

hielt sich sechs Monate bei den Leuten auf und lud sie zum Islam ein, doch niemand

ging darauf ein. Das kränkte den Gesandten Allahs (s.). Er rief den Fürst der

Gläubigen (a.) und befahl ihm, Chalid und diejenigen, die mit ihm waren, zurückzuschicken.

Jedoch sagte er, dass, wenn irgendjemand von Chalids Leuten mit ihm

(Imam Ali, a.) bleiben wolle, er ihn lassen solle.

Al-Bara’a berichtete: „Ich war einer von denen, die ihm (Imam Ali, a.) folgten. Als

wir zu den ersten der Jemeniten kamen und die Nachricht (vom Kommen Imam

Alis, a.) die Leute erreichte, versammelten sie sich bei ihm. Ali ibn Abi Talib (a.)

verrichtete das Morgengebet mit uns, dann stellte er sich vor uns. Er lobte und

pries Allah, dann verlas er den Leuten den Brief des Gesandten Allahs (s.). Alle

Leute des (Stammes) Hamdan nahmen an einem einzigen Tag den Islam an. Der

Fürst der Gläubigen (a.) teilte dieses brieflich dem Gesandten Allahs (s.) mit, und

als dieser den Brief las, war er erfreut und beglückt. Er vollführte eine Niederwerfung

aus Dank (sadschda al-schukr) an Allah, den Erhabenen. Er hob sein Haupt

und setzte sich. Er sagte: ‚Friede sei mit den Hamdan, dann, nachdem die Hamdan

den Islam angenommen haben, werden (die restlichen) Jemeniten ihnen in den

Islam folgen.‘“

Auch dies ist die großartige Tat des Fürsten der Gläubigen (a.). Niemand von seinen

Gefährten hatte weder das gleiche, noch auch nur Ähnliches vollbracht. Denn

er (der Prophet, s.), als er die Angelegenheit stoppen wollte, wegen der er Chalid

ibn al-Walid geschickt hatte, weil er fürchtete, dass er Verderben stiften könne,

fand niemanden, der ihm helfen konnte, außer dem Fürsten der Gläubigen (a.). So

beauftragte er ihn, und er führte die Aufgabe bestens aus. Es war die Vorgehensweise

Allahs, dass er sie mit Erfolg meisterte, wie es der Vorliebe des Propheten

(s.) entsprach. Er war (ein Mann) der Rechtschaffenheit, Freundlichkeit, mit bestem

Organisationstalent, reiner Absicht im Gehorsam gegenüber Allah, dem Mächtigen

und Hohen, mit (bester) Führungsstärke für diejenigen unter den Leuten, die von

ihm geführt wurden, und er ging auf die ein, die auf den (Ruf zum) Islam eingingen.

Er war (maßgebend) bei der Kultivierung der Religion, der Stärke des Glaubens

und bei der Erläuterung der Botschaft des Propheten (s.) gemäß dessen, was der

Prophet (s.) ihm vorgegeben hatte. (Er war fähig,) die Dinge so zu organisieren,

wie (vom Propheten gewünscht), dass es ihn (den Propheten) erfreute. Seine frohe

Botschaft wurde durch ihn verbreitet, wie seine Freude (des Propheten) an seiner

Vollkommenheit unter den gesamten Muslimen. Es wurde festgelegt, dass der Gehorsam

von großer Wichtigkeit ist aufgrund der großen Bedeutung des Nutzens,

der dadurch erreicht wird, wie auch der Ungehorsam schwerwiegende Folgen nach

sich zieht aufgrund des Schadens, der dadurch entsteht. Deshalb sind die Propheten

(a.) die Geschöpfe, die den größten Lohn (von Allah) erhalten, dank des großen

Nutzens durch ihre Einladung (zu Allah) im Vergleich zu den restlichen Nutzen,

die durch Taten der anderen Menschen außer ihnen (ausgeführt) werden können.


Übernahme des Banners bei der Schlacht von Chaibar

Ähnlich diesem war auch die Vertreibung derjeniger, die bei Chaibar zu fliehen

gezwungen waren. Der ehrenwerte Rang des Bannerträgers wurde hochgeschätzt.

Dadurch, dass der Bannerträger in die Flucht geschlagen wurde, entstand so viel

Verwirrung, das es nicht vor denjenigen mit Einsicht verborgen werden konnte.

Dann gab der (erfolglose) Bannerträger das Banner an denjenigen nach ihm weiter.

Jedoch auch dieser wurde in die Flucht geschlagen wie der, der ihm vorangegangen

war. Dadurch entstand Furcht für den Islam und seine Stellung, nachdem zwei

Männer (die das Banner getragen hatten) in die Flucht geschlagen worden waren.

Das beunruhigte den Gesandten Allahs (s.), und es zeigte, wie er ignoriert wurde,

und es zeigte die schlechte Einstellung ihm gegenüber. So kündigte er an: „Morgen

werde ich das Banner einem Mann geben, den Allah und Sein Gesandter lieben,

und der Allah und Seinen Gesandten liebt, als einer, der zu (zu der Schlacht) zurückkehrt,

ohne zu fliehen, und der nicht zurückkommt, bis Allah ihm den Sieg in

seine Hände gelegt hat.“ Er gab es (das Banner) dem Fürsten der Gläubigen (a.),

und ihm wurde der Sieg verliehen.

Seine Worte bezeichneten diejenigen, die fliehen

wollten, und hinderten sie daran, die Eigenschaft zu verkennen, die dem Fürsten

der Gläubigen zugesprochen worden waren, wie sie beide auch vor dem Angriff

flohen und vor dem Befehl zum Kampf. In der Korrektur (a.) der Situation von

Chaibar durch den Fürsten der Gläubigen (a.), die alle anderen außer ihm in den

Schatten stellte, lag ein einzigartiger Verdienst, den niemand anderer mit ihm gemeinsam

hatte. Darüber sagte Hassan ibn Thabit al-Ansari (folgendes): „´Ali hatte

eine Augenentzündung, er brauchte Medizin, doch er konnte niemanden finden, der

ihn behandelte. Der Gesandte Allahs heilte ihn mit Speichel, und er segnete den

Heiler (raqi). Der Geheilte wurde gesegnet, und (auch) der Heiler. Er (der Prophet,

s.) sagte: ‚Ich werde das Banner heute einem harten Mann geben, einem Mutigen,

der seinen Gott liebt als sein Anhänger. Er liebt meinen Gott, und Gott liebt ihn.

Durch ihn wird Allah die unzugänglichen Festungen erobern‘.

Damit zeichnete er Ali vor allen anderen Geschöpfen aus, und er nannte ihn seinen

Helfer und Bruder.“

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