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Montag, 10 November 2014 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 8)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 8)
Der Fürst der Gläubigen korrigiert die Verbrechen, die von Chalid ibn al-Walid begangen wurden


Allah, Der Erhabene hat ihn (Imam Ali, a.) für die Aufgabe auserwählt, das in Ordnung

zu bringen, was von denjenigen vernachlässigt wurde, die gegen die Befehle

des Propheten (s.) opponierten und das zu verbessern, was sie verdorben hatten, bis

er die Grundlagen der Rechtschaffenheit in Kraft gesetzt hatte. Diese (die Rechtschaffenheit)

wurde angetrieben durch seine Hand, das Glück seiner Anstrengung,

seine gute Organisation und den zwangsläufigen Erfolg, den er den Angelegen der

Muslime brachte. Die Grundpfeiler der Religion wurden durch ihn aufrechterhalten.

Der Prophet (s.) schickte Chalid ibn al-Walid zu den Banu Dschadhima, um sie

zum Islam einzuladen, nicht um sie zu bekriegen, doch dieser widersetzte sich

seinem Befehl, brach sein Versprechen, rebellierte gegen seine Religion und tötete

Leute, die den Islam (bereits) angenommen hatten. Er verriet ihren geschützten

Status, als sie den Glauben angenommen hatten, und er legte die rohe Handlungsweise

der Unwissenheit an den Tag und wandte die Methode der Ungläubigen und

der Feinde an.

Seine Taten schadeten dem Islam, und diejenigen, die der Prophet (s.) zum Glauben

eingeladen hatte, wären fast durch ihn (Chalid) vom Propheten abgeschreckt

worden, und fast wäre das System der Ordnung im Glauben durch seine Tat zunichte

gemacht worden. Daher war der Gesandte Allahs (s.) darum bemüht, das, worin

er (Chalid ibn al-Walid) übertrieben hatte, zu korrigieren und das, was er verdorben

hatte, wieder gut zu machen. Er zahlte die Entschädigungszahlung gemäß dem

göttlichen Gesetz (Schari´a) dafür an den Fürsten der Gläubigen (a.) und schickte

ihn (dorthin), um die Leute versöhnlich zu stimmen, ihren Hass zu besänftigen und

ihnen Freundlichkeit zu erweisen, indem er sie in ihrem Glauben festigte. Er befahl

ihm (Imam Ali, a.), die Entschädigungszahlung für die Ermordeten zu zahlen und

damit diejenigen zufrieden zu stellen, die für die Lebendigerhaltung ihres Blutes

zuständig waren (d.h. um sie an der Blutrache zu hindern).

Der Fürst der Gläubigen (s.) erreichte damit (ihre) vollkommene Zufriedenheit

darin, denn er fügte dem (Betrag), den er (zu zahlen) verpflichtet war, noch eine

Spende hinzu von dem Geld, das er bei sich hatte und sagte zu ihnen: „Ich habe die

Entschädigungszahlung für eure Getöteten gezahlt, und zusätzlich dazu habe ich

euch Geld gegeben, das ihr an die, die euch nachfolgen, weitergeben könnt, so

dass Allah mit Seinem Gesandten zufrieden sein möge und (auch) ihr durch Seine

Güte gegen euch zufrieden sein mögt.“ Der Gesandte Allahs (s.) distanzierte sich

öffentlich in Medina von den Taten Chalids gegen sie, was er (Imam Ali, a.) ihnen

übermittelte. Durch die Lossagung des Gesandten Allahs (s.) von den Verbrechen

Chalids und die Schlichtung durch den Fürsten der Gläubigen (a.) stimmten die

Leute (einer Versöhnung) zu, trotz dessen, was ihnen angetan worden war. So vollendete

er die Rechtschaffenheit, und der Gegenstand der Verderbnis wurde ausgeschaltet.

Niemand außer dem Fürsten der Gläubigen (a.) wurde mit so einer Aufgabe

betraut, noch unternahm irgendjemand anders aus der Gemeinschaft außer ihm

etwas gleich diesem, noch wollte der Gesandte Allahs (s.) jemand anderem als ihm

so eine Aufgabe auferlegen.

Diese ruhmreiche Tat übertraf jede Tugend, die andere außer dem Fürst der Gläubigen

(a.) zu Recht oder zu Unrecht beanspruchten, sie war eine Auszeichnung des

Fürsten der Gläubigen (a.), die niemand unter ihnen mit ihm teilte, noch wurde eine

gleichwertige Tat von einem anderen als ihm durchgeführt.


Die Geheimhaltung der Eroberung Mekkas

(Ein weiterer Beweis für die Auszeichnung Imam Alis (a.) ist die Begebenheit,) als

der Prophet (s.) Mekka erobern wollte. Da bat er Allah, Erhaben ist Sein Name,

darum, die Informationen darüber vor den Quraisch zu verbergen, so dass sie nicht

plötzlich (die Stadt) betreten könnten. Er (Imam Ali, a.) hatte seinen Plan, dorthin

zu reisen, auf die Geheimhaltung aufgebaut. Aber Hatib ibn Abu Balta´a schrieb

den Mekkanern (einen Brief), in dem er ihnen von dem Entschluss des Gesandten

Allahs (s.) mitteilte, die Stadt zu erobern. Er gab den Brief einer farbigen Frau, die

nach Medina gekommen war, um dort für die Leute um Entschuldigung zu bitten,

damit ihnen vergeben werden möge. Er befahl ihr, ihn (einigen) Leuten von den

Mekkanern zu geben, deren Namen er ihr nannte, und er sagte ihr, sie sollte nicht

den Hauptweg benutzen. Da kam darüber eine Offenbarung zum Gesandten Allahs

(s.) herab. Er rief den Fürsten der Gläubigen (a.) und sagte: „Einer meiner Gefährten

hat den Mekkanern geschrieben, um sie über uns zu informieren. Ich hatte

Allah, den Allamächtigen, gebeten, dass er die Informationen über uns geheimhalten

möge. Eine farbige Frau hat den Brief, und sie hat einen der Nebenwege genommen.

So nimm dein Schwert, hole sie ein, und nimm ihr den Brief weg. Lasse

sie gehen und bringe ihn (den Brief) zu mir.“

Dann rief er al-Zubair ibn al-Awwam und sagte zu ihm: „Gehe mit Ali ibn Abi

Talib auf diese Reise“, und sie machten sich auf den Weg, ohne den Hauptweg

einzuschlagen. Sie holten die Frau ein, und al-Zubair ging zuerst zu ihr hin und

fragte sie nach dem Brief, den sie bei sich hatte. Doch sie leugnete es und schwor,

dass sie nichts bei sich hatte und weinte. „Ich sehe keinen Brief an ihr, Abu al-

Hassan“, sagte al-Zubair, „lass uns zum Gesandten Allahs zurückkehren und ihm

berichten, dass ihre Reise harmlos ist.“ „Der Gesandte Allahs (s.) hat mir mitgeteilt,

dass sie einen Brief bei sich hat“, sagte der Fürst der Gläubigen (a.), „und er

befahl mir, ihn ihr wegzunehmen, und du sagst, dass sie keinen Brief bei sich

hat?“ Dann zog er sein Schwert, ging auf sie zu und sagte: „Bei Allah, wenn du

den Brief nicht herausgibst, dann werde ich dich entschleiern und danach köpfen.“

„Da doch kein Ausweg daraus ist“, erwiderte sie, „dann wende dein Gesicht von

mir ab, Ali ibn Abi Talib“. Er (a.) wandte sein Gesicht von ihr ab, und sie enthüllte

ihren Schleier und zog den Brief aus ihrem Haar hervor. Der Fürst der Gläubigen

nahm ihn an sich und ging damit zum Propheten (s.).

Er ordnete an, dass zu einem gemeinsamen Gebet gerufen werden sollte (d.h. jeder

sollte daran teilnehmen), und die Leute wurden in die Moschee gerufen, bis sie mit

ihnen gefüllt war. Dann stieg der Prophet (s.) auf die Kanzel, nahm den Brief in die

Hand und sagte: „Ihr Leute, ich hatte Allah, den Mächtigen und Erhabenen, darum

gebeten, dass Er die Information über uns (d.h. über die beabsichtigte Eroberung

Mekkas) vor den Quraisch verborgen halten möge. Doch einer von euch hat den

Einwohnern Mekkas einen Brief geschrieben und ihnen (darin) über uns berichtet.

Derjenige, der den Brief geschrieben hat, soll aufstehen. Wenn er das nicht tut,

dann wird die Offenbarung (Allahs) ihn enthüllen.“ Niemand erhob sich. Der Gesandte

Allahs (s.) wiederholte ein zweites Mal, was er gesagt hatte, und er sagte:

„Der Schreiber des Briefes soll sich erheben, ansonsten wird ihn die Offenbarung

enthüllen“, und Hatib ibn Abu Balta´a erhob sich, und er zitterte wie ein Palmblatt

an einem stürmischen Tag. „Gesandter Allahs,“ sagte er, „ich habe den Brief geschrieben.

Ich habe keine Heuchelei begangen, nachdem ich den Islam angenommen

hatte, noch habe ich Zweifel nach meiner festen Überzeugung (über den Islam).“

„Was brachte dich dann dazu, diesen Brief zu schreiben?“, fragte der Prophet

(s.). „Gesandter Allahs,“ sagte er, „ich habe Familienangehörige in Mekka,

und ich habe keine anderen Stammesangehörigen (´aschira) dort, und ich befürchtete,

dass ihnen unsretwegen ein Unglück geschehen könnte. Dieser Brief war (ein

Versuch), meiner Familie eine helfende Hand zu reichen, um sie zu unterstützen.

Ich habe es nicht getan, weil ich Zweifel an der Religion hatte.“ Umar ibn al-

Chattab sagte: „Oh Gesandter Allahs, lass mich ihn töten, denn er hat einen Akt

der Heuchelei begangen.“ „Er ist einer von denen, die (die Schlacht von) Badr

mitgekämpft haben,“ sagte der Gesandte Allahs (s.), „vielleicht wird Allah (gnädig)

auf sie schauen und ihnen vergeben. Bringt ihn aus der Moschee.“ Dann begannen

die Leute, ihn in den Rücken zu stoßen, bis sie ihn hinausgebracht hatten,

wobei er zum Propheten (s.) gewandt diesen um Gnade anflehte. Da befahl der

Prophet, ihn zurückzubringen und sagte zu ihm: „Ich habe dir vergeben, und für

dein Verbrechen bitte deinen Herrn um Vergebung, und begehe so ein Verbrechen

nicht noch einmal.“

Und diese großartige Tat schließt sich denen an, die ihr vorangingen. Dadurch

vollendete der Gesandte Allahs (s.) die Vorbereitung für das Einmarschieren in

Mekka, sich vor den Leuten zu schützen und ihr Wissen von seinen Absichten

ihnen gegenüber zu verhindern, bis er sie plötzlich überraschte. In der Angelegenheit

des Briefes, welcher der Frau fortgenommen wurde, konnte er sich auf niemanden

verlassen außer auf den Fürst der Gläubigen (a.), denn er fragte niemanden

um Rat in dieser Sache außer ihm, und er verließ sich auf keinen anderen außer auf

ihn. Durch ihn (a.) wurde der wichtigen Aufgabe Genüge getan und das gewünschte

(Ziel) erreicht; seine Ordnung wurde festgelegt, das Wohlergehen der Muslime

(wurde gesichert) und die Religion verbreitet. Die Tatsache, dass Zubair mit dem

Fürsten der Gläubigen (a.) entsandt worden war, kann ihm nicht als Verdienst angerechnet

werden, denn er erfüllte seine Aufgabe nicht (da er der Frau den Brief nicht

entlocken konnte), und seine Ausführung war nutzlos. Der Gesandte Allahs (s.)

hatte ihn nur deshalb geschickt, weil er durch seine Mutter Safiyya bint ´Abd al50

Muttalib zu den Banu Haschim gehörte, und er wollte die Aufgabe, deren Ausführung

der Geheimhaltung bedurfte, speziell einem Mitglied seiner Familie geben.

Al-Zubair war mutig, zusätzlich zu seiner verwandtschaftlichen Bindung zu dem

Fürsten der Gläubigen (a.). Er (der Prophet, s.) wusste, dass er (al-Zubair) ihm

(Imam Ali, a.) in seiner Mission helfen würde, denn die Ausführung der Aufgabe

war für beide wichtig, denn sie hing mit ihnen insoweit zusammen, da das, was die

Banu Haschim allgemein betraf, für sie beide besonders galt. Al-Zubair war ein

Anhänger des Fürsten der Gläubigen (a.). Doch es unterliefen ihm (Fehler) während

seiner Mission, die mit einem korrekten Urteilsvermögen nicht in Einklang standen,

und der Fürst der Gläubigen (a.) hinderte ihn daran (,diesen Taten zu folgen). Es

gibt darin, was wir in dieser Geschichte dargelegt haben, Beweise für die Vorrangstellung

des Fürsten der Gläubigen (a.) hinsichtlich seiner Ruhmestaten und Tugenden,

die niemand mit ihm gemein hatte, und niemand anders konnte ihn an Verdiensten

auch nur annähernd erreichen, und Allah ist der Gepriesene.

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