Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Samstag, 25 Oktober 2014 10:30

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 7)

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid (Teil 7)
Die Zusammenkunft mit den Banu ‘Abd al-Muttalib


Unter diesen ist der Bericht, (der davon handelt,) dass der Prophet (s.) seine eigene

Familie und seine Stammesmitglieder am Anfang seiner Mission für den Islam

versammelte. Er zeigte ihnen den Glauben und ersuchte sie um Hilfe gegen die

Ungläubigen und die Feinde, und er garantierte ihnen dafür Ansehen in dieser Welt

sowie Ehre und Lohn im Himmel, doch keiner von ihnen antwortete ihm, außer

dem Fürsten der Gläubigen (a.). Deshalb garantierte er ihm die Verwirklichung der

Brüderlichkeit, die Stellung seines Helfers (wazir) und seines Testamentsvollstreckers,

seines Erbes und seines Nachfolgers, und er verkündete, dass er unweigerlich

ins Paradies kommen würde. Dies wird im Bericht der (Zusammenkunft) des Hauses

überlieferte (Hadith ad-Dar), über dessen Richtigkeit die Überlieferer übereinstimmen:

Als der Gesandte Allahs (s.) die Mitglieder der Banu ‘Abd al-Muttalib im Hause

Abi Talibs (r.) versammelte, waren sie etwas mehr oder weniger als vierzig Männer

an jenem Tag, wie die Überlieferer berichteten. Er ließ ihnen ein Essen servieren

aus dem Schenkel eines Schafs mit einem mudd1 Weizen und einem Sa’2 Milch.

Jeder Mann von ihnen war bekannt dafür, dass er ein ganzes Lamm an einer Sitzung

essen sowie ein Farq3 trinken konnte. Er (der Prophet, s.) beabsichtigte dadurch,

dass er der Gruppe nur eine geringe Menge Essen und Getränken servierte,

ihnen ein klares Zeichen zu bringen, indem er sie mit dem sättigte und ihren Durst

stillte, was normalerweise nicht einmal einen von ihnen sättigen und seinen Durst

löschen konnte. Dann ließ er ihnen (das Essen) servieren, und die Gruppe aß von

dieser geringen (Menge), bis sie völlig satt waren, und was sie gegessen und getrunken

hatten, war nicht deutlich geworden. Er verblüffte sie damit und verdeutlichte

ihnen das Zeichen seines Prophetentums und das Anzeichen seiner Wahrhaftigkeit

durch den Beweis Allahs, Des Erhabenen. Nachdem sie bis zu ihrer Sättigung

gegessen und getrunken hatten, sagte er zu ihnen: „Banu ‘Abd al-Muttalib,

Allah hat mich zu der gesamten Schöpfung gesandt, und vor allem hat Er mich zu

euch geschickt. Er (Allah) sagte: „Und warne deine nächsten Verwandten...“1.

Ich rufe euch auf, zwei Aussagen zu machen, die leicht für die Zunge, aber schwer

auf der Waage (Allahs) sind. Durch diese könnt ihr die Führer der Araber und

Nicht-Araber (‘adscham) sein, und durch sie werden die Nationen sich euch unterwerfen.

Ihr werdet durch sie ins Paradies eingehen, und durch sie werdet ihr

vor dem Feuer gerettet werden. Es ist die Bezeugung, dass es keinen Gott außer

Allah gibt, und dass ich der Gesandte Allahs bin. Wer immer mir in dieser Angelegenheit

folgt und mir darin bei ihrer Ausführung hilft, wird mein Bruder, mein

Testamentsvollstrecker, mein Helfer, mein Erbe und mein Stellvertreter (chalifa)

nach mir.“

Niemand von ihnen antwortete ihm, doch der Fürst der Gläubigen (Imam ‘Ali, a.)

berichtete (später): „Ich stand vor ihm unter ihnen auf. Zu jener Zeit war ich der

Jüngste von ihnen und hatte die dünnsten Beine, und meine Augen waren entzündet.

Ich sagte: ‘O Gesandter Allahs, ich werde dir helfen!’ ‘Setz dich’, sagte er zu

mir. Dann wiederholte er ein zweites Mal, was er zu den Leuten gesagt hatte, und

sie schwiegen (wiederum). Ich stand auf und sagte das, was ich zuerst gesagt hatte,

und (wieder) sagte er, dass ich mich setzen solle. Dann wiederholte er seine Aussage

zu den Leuten ein drittes Mal, und (abermals) sprach niemand von ihnen

auch nur ein Wort. Ich erhob mich (wiederum) und sagte: ‘Ich werde dir in dieser

Sache helfen, o Gesandter Allahs.’ Er sagte: ‘Setz dich nieder. Du bist mein Bruder,

mein Testamentsvollstrecker, mein Helfer (wazir), mein Erbe und nach mir

mein Nachfolger (chalifa). Die Leute standen auf und sagten zu Abi Talib: ‘Heute

gratulieren wir dir, dass du in die Religion deines Neffen eingetreten bist, der

deinen Sohn zum Führer über dich gemacht hat2.’“

Diese herausragende Stellung ist allein dem Fürsten der Gläubigen (a.) vorbehalten,

und niemand von den ersten Muhadschirun3 und den Ansar4 hatten daran Anteil,

noch sonst irgendjemand von den Leuten des Islam. Niemand sonst ist ihm an Verdiensten

gleich, nicht einmal annähernd. In den Berichten über ihn (a.) wird gezeigt,

dass der Prophet (s.) durch ihn seine Botschaft verkünden, seine Mission

offenlegen und die Wahrheit des Islam verkünden konnte.

Wenn er nicht gewesen wäre, dann wäre die Religion nicht gefestigt, das göttliche

Gesetz (Schari´a) nicht begründet und die Einladung zum Islam (da´wa) nicht erfolgt

worden. Er (a.) war der Helfer des Islam, der Unterstützer desjenigen, der um

Allahs willen (zum Islam) einlud. Dadurch, dass er dem Propheten der Rechtleitung

(s.) die Hilfe garantierte, vollendete er (für den Propheten), was dieser wollte. Darin

liegt so ein Verdienst, den nicht (einmal) die Berge aufwiegen können, noch sind

alle (anderen) Tugenden ihm an Position und Rang gleich.


Die Umstände der Auswanderung des Propheten (s.) aus
Mekka

Ein anderes Beispiel (dafür) ist (die Begebenheit), als der Prophet (s.) nach dem

Beschluss der Stammesoberhäupter der Quraisch, ihn zu töten, die Auswanderung

befahl. Er (Imam Ali, a.) wäre nicht in der Lage gewesen, ihre Pläne zu durchkreuzen,

wenn er Mekka verlassen hätte. Er wollte seine (des Propheten) Abreise geheimhalten

und die Information (über die Auswanderung) von ihnen verbergen,

damit dieser seine Abreise in Sicherheit vor ihnen antreten konnte. Er (der Prophet,

s.) teilte dies dem Fürsten der Gläubigen (a.) mit und befahl ihm, es geheimzuhalten.

Er gab ihm den Auftrag, ihn zu schützen, indem er in seinem (d.h. des Propheten)

Bett übernachten solle, damit sie (die Quraisch) nicht wissen würden, dass er

es sein würde, der im Bett des Propheten schlafen würde, und damit sie annehmen

sollten, dass es der Prophet sei, der dort schlief, wie er es in den vorhergehenden

Nächten getan hatte. Der Fürst der Gläubigen (a.) übergab sein Leben Allah, Dem

Erhabenen, in Gehorsam Ihm gegenüber im Austausch gegen das des Propheten

(s.), um ihn vor dem Plan der Feinde zu retten und ihm so Sicherheit und Überleben

zu garantieren und um ihm damit den Weg zu seinem Ziel zu ebnen, (die Leute)

zum Glauben einzuladen, die Religion zu etablieren und das göttliche Gesetz

(Schari´a) zu veröffentlichen. So übernachtete er (a.) im Bett des Gesandten Allahs

(s.), mit dessen Gewand bekleidet. Die Leute, die den Plan verfolgten, den Propheten

(s.) zu töten, kamen zu ihm und umzingelten ihn, und sie waren bewaffnet. Sie

warteten die Morgendämmerung ab, damit sie ihn offen töten konnten, so dass sein

Blut so ausfließen würde, damit die Banu Haschim sehen sollten, dass seine Mörder

von allen Stämmen (der Quraisch) stammten. Dann wäre es ihnen nicht möglich

gewesen, ihn zu rächen, da jeder an seinem Blut(-vergießen) einen Anteil haben

würde. Jedem Stamm bliebe somit erspart, seine Gruppe zu bekämpfen und sich so

von seiner Familie zu trennen.

Das war der Grund für die Rettung des Propheten (s.), so dass sein Blut nicht vergossen

wurde und er bis zum Befehl seines Herrn am Leben blieb. Wenn der Fürst

der Gläubigen (a.) und das, was er getan hatte, nicht gewesen wären, dann wäre es

dem Gesandten Allahs (s.) nicht möglich gewesen, (den Islam) zu verkünden und

(seinen Auftrag) auszuführen, und er hätte auch nicht überlebt. Durch ihn (Imam

Ali, a.) überwand er den Neid (der Leute) und die Feinde.

Am Morgen, als die Leute sich auf ihn (den Propheten) stürzen wollten, sprang er

(Imam Ali, a.) auf sie zu. Als sie ihn erkannten, stoben sie auseinander und entfernten

sich. Ihre List gegen den Propheten (s.) war fehlgeschlagen. Die Maßnahmen,

die sie zu seiner Ermordung ergriffen hatten, waren zunichte gemacht worden. Ihre

Vermutungen waren dahin, und ihre Hoffnungen hatten sich zerschlagen. Auf diese

Weise wurde der Glaube etabliert, der Satan bezwungen und die Anhänger des

Unglaubens und der Feindseligkeit gedemütigt. Niemand von den Muslimen war

dem Fürsten der Gläubigen (a.) in diesen Ruhmestaten gleich, noch ist irgendeiner

unter irgendwelchen Umständen ihm vergleichbar, noch kommt ihm irgendjemand

(auch nur) an Verdiensten nahe gemäß richtiger Betrachtungsweise. Hinsichtlich

des Fürsten der Gläubigen (a.) und aufgrund seiner Übernachtung im Bett (des

Propheten, s.) sandte Allah, Der Erhabene, folgenden Vers herab:

„Und manch einer unter den Menschen würde sich selbst verkaufen im Trachten

nach Allahs Wohlgefallen, und Allah ist gütig gegen die Diener.“


Der Fürst der Gläubigen (a.) erfüllt in Mekka die Verpflichtungen
des Propheten (s.)

Der Prophet (s.) war der Bevollmächtigte der Quraischiten über die Dinge, die sie

hinterlegen wollten. Als er plötzlich vor den Ungläubigen aus Mekka fliehen musste,

fand er unter seinem Volk und seiner Familie niemanden, dem er das, was ihm

hinterlegt worden war, (selber) anvertrauen konnte, außer dem Fürsten der Gläubigen

(a.). Er ernannte ihn (a.) als seinen Vertreter, damit er (an seiner Stelle) die

anvertrauten Dinge ihren Besitzern zurückerstatten und die Schulden, die er bei

ihnen hatte, zurückzahlen sollte.2 Dann versammelte er seine Töchter, die Frauen

aus seiner Familie und seine Ehefrauen und vertraute sie ihm (Imam Ali, a.) für die

Auswanderung an, denn er sah niemanden unter den ganzen Leuten (als würdig an),

seinen (Imam Alis a.) Platz einzunehmen. So verließ er (der Prophet, s.) sich auf

seine Treue, Mut und Tapferkeit, und er setzte sein Vertrauen im Hinblick auf die

Verteidigung seiner Familie und seiner Schutzbefohlenen auf seinen Mut und seine

Stärke. Er verließ sich auf seine Zuverlässigkeit hinsichtlich seiner Familie und

seiner Frauen. Er erkannte in seiner (Imam Alis, a.) Frömmigkeit und seiner Immunität

vor Irrtum und Fehlern (’ismah) etwas, wodurch seine Seele aufgrund seiner

Verlässlichkeit in dieser Sache beruhigt war.

Ali (a.) führte seine Aufgabe perfekt aus: Er gab jedes anvertraute Gut seinem

Besitzer zurück; er gab jedem das, was ihm zustand; er beschützte die Töchter und

Frauen des Propheten (s.) und wanderte mit ihnen aus, wobei er zu Fuß ging, damit

er sie vor den Feinden und den Gegnern schützen konnte. Er behandelte sie freundlich

auf der Reise, bis er sie nach Medina brachte mit dem besten Schutz und Behütung,

freundlichster Begleitung und bester Organisation. Der Prophet (s.) nahm ihn

in seinem Hause auf, als er in Medina ankam und erlaubte ihm, bei ihm und mit

seinen Frauen und Kindern zu bleiben. Er schloss ihn von keiner seiner Angelegenheiten

aus, noch hielt er die innersten und geheimsten seiner Belange vor ihm zurück.

Dies ist eine hervorragende Eigenschaft, die er (Ali, a.) allein innehatte unter

seiner (des Propheten, s.) gesamten Familie und seinen Anhängern. Niemand seiner

Gefährten oder Anhänger teilten dies, und in keinem anderen Geschöpf außer ihm

zeigte sich eine solche Tugend, die seiner auch nur annähernd in Erscheinung und

(Härte der) Prüfung glich. Das war zusätzlich zu seinen hervorragenden Errungenschaften,

die wir erwähnten, sowie deren prächtige Verdienste und ihre Ehrenhaftigkeit

in den Herzen derjeniger, die nachdenken.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren