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Mittwoch, 07 Mai 2014 06:06

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid

Kitab Al-Irschad -von Scheich al Mufid
Die Rechtleitung Kitab Al-Irschad (Das Buch der Rechtleitung)


von Scheich al Mufid


Aus dem Arabischen übertragen von
Fatima Özoguz

Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen

Zur deutschen Übersetzung

Die deutsche Übersetzung erfolgte aus einem arabischen

Originalnachdruck, herausgegeben von „Mu´assasa Aali-Bait

(a.) al Ihya Al-Touraath, 1. Auflage, Beirut 1995. Alle Quellenangaben

in den Fußnoten sowie eine ganze Reihe von

Erklärungen (ebenfalls in Fußnoten) entstammen dieser Ausgabe.

Einige wenige Fußnoten sowie das einleitende Vorwort

wurden aus der englischen Übersetzung von „Tarike Tarsile Qur´an Inv.“, New

York 1981, übernommen. In Fällen, in denen für den deutschsprachigen Leser eine

weitergehende Anmerkung notwendig erschien, wurde dies mit dem Hinweis

„Anm. d. Über.“ in Form einer Fußnote ergänzt. Die jeweils in Klammern gesetzten

Texte stehen zwar nicht wortwörtlich im arabischen Original, folgen aber unmittelbar

aus der jeweiligen Grammatik bzw. Zusammenhang und sind für das Verständnis

der deutschen Übersetzung notwendig. Sowohl das arabische Original als auch

die englische Übersetzung sind jeweils in einem Band zusammengefasst. Da der

Umfang des Buches aber ein derart umfangreiches Werk in einem Band als unhandlich

erschienen ließ, wurde die deutsche Ausgabe in zwei Bände unterteilt.

Nach vorliegender Kenntnis ist es die erste Übersetzung eines derart alten und

umfangreichen Originalwerkes über das Leben der zwölf Imame ins Deutsche. Es

sei erwähnt, dass es durchaus unterschiedliche Meinungen zu einigen Passagen

innerhalb des Buches auch unter Anhängern der zwölf Imame geben kann. Darüber

hinaus ist bei dem Charakter der Schilderungen sowie Schwerpunktlegung zu berücksichtigen,

dass es sich um ein Jahrhunderte altes Werk aus dem 10. Jh. n.Chr.

handelt, dessen Darstellungsform gemäß heutigen Maßstäben teilweise ungewöhnlich

erscheinen mag. Um die Authentizität zu wahren, erfolgte die Übersetzung

ohne Anpassung der Sprache und Darstellungsform an die Moderne. Im Zweifelsfall

ist ein zur Rechtsfindung befähigter Gelehrter „Mudschtahid“ einzuschalten,

der die Glaubhaftigkeit der Passage überprüfen kann. Die Übersetzung erfolgte im

Auftrag des Islamischen Zentrums Hamburg, das auch Herausgeber des Buches ist.

Möge Allah, der Erhabene, diese bescheidene Arbeit annehmen.

Die Übersetzerin

Vorwort

Von Dr. Sa´id Radschaie Chorassani

Im Namen Allahs, Der Gnädigen, Des Barmherzigen

„Ich hinterlasse euch zwei bedeutende Dinge: Das Buch Allahs, und meine ‘Itrah -

die Mitglieder meiner Familie.“

Das Leben Muhammads (s.)2, des Propheten des Islams, und das seiner Familie

(Ahl-al-Bait), die er aufwachsen lassen hat, und er erzogen hat, repräsentieren das

vollkommene Vorbild der islamischen Lebensweise. Die ‘Itrah oder die Familie des

Propheten, durch welche seine Überlieferungen und seine Sunnah (Lebenspraxis)

verdeutlicht und vermittelt wurden, führten die Anwendung der qur´anischen Prinzipien

an sich vor. Ihre Worte, Taten und Bestätigungen (d.h. Taten, die in ihrer

Gegenwart praktiziert wurden und die sie nicht ablehnten) bleiben gleich nach dem

Qur´an selbst die wichtigste Quelle des islamischen Wissens. Das Prinzip des Imamats

in der schi´itischen Theologie ist in diesem Verständnis in der Rolle der ‘Itrah

(Ahl-al-Bait) verwurzelt. Der Imam oder das Oberhaupt in der schi´itischen Theologie

erhält seine Befehlsgewalt nicht durch die öffentliche Zustimmung, sondern

durch den Beschluss des Propheten (s.). Alle Muslime müssen ihm gehorchen und

folgen, weil er der Vertreter des Propheten ist. Der Imam ist der Führer der Muslime

in jeder Hinsicht. Er ist ebenso ein politisches wie ein religiöses und spirituelles

Oberhaupt. Religiöse und politische Aspekte verschmelzen in der schi´itischen

Theologie miteinander, und sie bleiben untrennbar. Wenn das Volk oder dessen

Mehrheit ihn nicht als ihren Imam anerkennt, dann bleibt er immer noch ein Imam,

weil er vom Propheten ernannt worden war und aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften.

Er ist wie ein hochqualifizierter Arzt, den einige Patienten nicht gern

konsultieren mögen, aus Gründen, die nichts mit seiner beruflichen Fähigkeit und

Auszeichnung zu tun haben.

Der erste Imam der Schi´a war ‘Ali ibn Abi Talib (a.), der Vetter und Schwiegersohn

von Muhammad (s.), dem Gesandten Allahs, und (er war) der erste und jüngste

Mann, der den Islam annahm. Er schloss sich dem Islam an, als er erst zehn Jahre

alt war, und da der Prophet des Islams (s.) ihn selbst aufgezogen hatte, war er ihm

sehr verbunden, wie ein Kind seinem Elternteil. In frühem Alter hatte er sowohl die

äußeren als auch die spirituellen Aspekte des Islam verinnerlicht. Der Gesandte

Allahs selbst legte über seine außergewöhnlichen Fähigkeiten in seinen Überlieferungen

Zeugnis ab; davon zwei Beispiele:

„Ich bin die Stadt des Wissens, und ‘Ali ist Tor dazu.“

„’Ali steht zu mir wie Harun (Aaron) zu Musa (Moses), außer dass es nach mir

keinen Propheten mehr geben wird.“

Es sollte hier angemerkt werden, dass unsere sunnitischen Brüder und Schwestern,

vor allem die Gelehrten unter ihnen, die sich um den Islam höchst verdient gemacht

haben, großen Respekt für die Mitglieder der Familie des Propheten haben und in

der Tat auch für die Imame der schi´itischen Muslime. In ihren Bittgebeten beten

auch sie um den Segen Allahs für sie. Sie bezeichnen Hassan und Hussain (a.), die

Kinder von ‘Ali ibn Abi Talib (a.), als die

„Prinzen der jungen Männer im Paradies.“

Imam ‘Alis (a.) Nahdsch-ul-Balagha, das größte literarische und theologische

Werk im Islam nach dem Erhabenen Qur´an, wurde von dem großen sunnitischen

Gelehrten Ibn Abi al-Hadid herausgegeben. Er schrieb auch den ersten und bedeutendsten

Kommentar darüber. Selbst Angelegenheiten, welche die Verborgenheit

und das Wiedererscheinen des Imam Mahdi (möge Allah uns mit seiner Wiederkunft

segnen) betreffen, wurden von bedeutenden sunnitischen Überlieferern, Gelehrten

und Theologen aufgeschrieben, unter ihnen Buchari und Muslim!

Al-Irschad (die Rechtleitung) ist ein prägnantes biographisches Handbuch über die

Zwölf Imame der schi´itischen Muslime, geschrieben von Scheich Al-Mufid (r.)1.

Möge Allah den Autor, Herausgeber und natürlich die Leser dieses monumentalen

Buches segnen.

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