Donnerstag, 20. Juni 2013

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Donnerstag, 26. Juli 2012 um 13:36

Teil 345: Sure Hud (der Prophet) Verse 102- 107

Teil 345: Sure Hud (der Prophet) Verse 102- 107

Wir nehmen uns nun die Verse 102 bis 107 der Sure 11, Sure Hud vor und beginnen mit den Versen 102 und 103:
(11: 102- 107)


وَكَذَٰلِكَ أَخْذُ رَبِّكَ إِذَا أَخَذَ الْقُرَىٰ وَهِيَ ظَالِمَةٌ ۚ إِنَّ أَخْذَهُ أَلِيمٌ شَدِيدٌ
„So geht es, wenn dein Herr die Städte in ihrer Frevelhaftigkeit erfasst. Er fasst schmerzhaft und hart zu.“ (11: 102)

إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَآيَةً لِّمَنْ خَافَ عَذَابَ الْآخِرَةِ ۚ ذَٰلِكَ يَوْمٌ مَّجْمُوعٌ لَّهُ النَّاسُ وَذَٰلِكَ يَوْمٌ مَّشْهُودٌ
„Darin liegt ein Zeichen für diejenigen, die die Strafe des Jenseits fürchten. Das ist ein Tag, zu dem die Menschen versammelt werden. Und das ist ein Tag, an dem alles sichtbar und zugegen ist.“ (11: 103) 

Beim letzten Mal wurde das schlimme Ende des Pharaos und seiner Leute, die im Nil ertranken, beschrieben. In diesen Versen wird daran erinnert, dass der göttliche Zorn nicht nur diese Leute erfasst, sondern jedes Volk welches unterdrückerisch handelt und frevelt ein ähnliches Schicksal erwartet. Gott wird die Frevler und Unrechttuenden hart bestrafen. Natürlich ist klar, dass nur diejenigen aus dem schmerzhaften Schicksal der Vorfahren eine Lehre ziehen, die an das Jüngste Gericht glauben. Die anderen aber lassen sich nicht belehren.

Wir entnehmen dieser Koranstelle:

Erstens: Gottes Huld und seine Strafe sind kein zufälliger Akt, sondern sie sind Seine feste ewige Tradition.

Zweitens: Überall wo Frevel und Unrecht umfassend werden, ist mit der göttlichen Strafe zu rechnen. Gott hat es so verheißen.

Drittens: Der Tag der Auferstehung ist der Tag, an dem Zeugnis abgelegt wird. Alles wird – auf Gottes Anweisung sprechen und ein Zeugnis ablegen können.

Es folgen die Verse 104 und 105: 

وَمَا نُؤَخِّرُهُ إِلَّا لِأَجَلٍ مَّعْدُودٍ
„Und wir schieben sie nur für eine bestimmte Frist auf.“ (11: 104)

يَوْمَ يَأْتِ لَا تَكَلَّمُ نَفْسٌ إِلَّا بِإِذْنِهِ ۚ فَمِنْهُمْ شَقِيٌّ وَسَعِيدٌ
„Am Tag, da sie kommt, sagt niemand ein Wort, außer mit Gottes Erlaubnis. Unter ihnen gibt es dann welche, die unselig, und welche, die selig sind.“ (11: 105) 

In den vorhergehenden Koranversen war davon die Rede, dass die Menschen am Tag der Aufstehung alle versammelt werden. Möglicherweise sagen einige: Dieser Tag wurde verheißen, aber es ist nicht klar, wann er eintreten wird. Daher erklärt der Koran weiter: Der Tag der Auferstehung wird nach einer bestimmten Frist eintreten und Gott weiß, wann das sein wird. Ihr könnt also nicht sagen: Es ist noch Zeit. Wir wollen erst einmal gut leben und danach sehen wir weiter.

Daraufhin wird ein Eindruck vom Tag der Auferstehung vermittelt, denn es heißt: An jenem Tag kann niemand ohne Erlaubnis Gottes sprechen.

Keiner kann also eine Entschuldigung vorbringen und seine Reue erklären. Für Gott liegt alles offen und ist alles sichtbar. Die Zunge des Menschen braucht nicht zu sprechen, denn alle Glieder und Organe des Menschen werden auf ihre Weise sprechen und Zeugnis ablegen, über das was der Mensch mit ihnen getan hat. Die Sprache ist ja auch in Wirklichkeit nur dazu da, dass die Menschen, dass was sich in ihrem Inneren verbirgt, bekannt geben und die anderen darüber aufklären können. Aber am Jüngsten Tag ist das nicht nötig, denn es werden alle Geheimnisse im Innern der Menschen zu Tage treten und nichts wird mehr verborgen bleiben.

Wir können uns also merken:

Erstens: Der Zeitpunkt der Auferstehung und des Weltendes liegt im Voraus fest und Gott weiß wann es sein wird.

Zweitens: Der Tag der Auferstehung ist der Tag der Enthüllung aller Handlungen und kein Tag zum Reden. An diesem Tag nützen die guten Taten und keine schönen Reden.

Wir sehen nun was in den Versen 106 und 107 der Hud steht. 

فَأَمَّا الَّذِينَ شَقُوا فَفِي النَّارِ لَهُمْ فِيهَا زَفِيرٌ وَشَهِيقٌ
„Die Unseligen werden dann im Höllenfeuer sein, wo sie laut aufheulen und hinausschreien“ (11: 106)

خَالِدِينَ فِيهَا مَا دَامَتِ السَّمَاوَاتُ وَالْأَرْضُ إِلَّا مَا شَاءَ رَبُّكَ ۚ إِنَّ رَبَّكَ فَعَّالٌ لِّمَا يُرِيدُ
„und wo sie weilen, solange Himmel und Erde währen, - soweit es dein Herr nicht anders will. Dein Herr tut, was er will.“ (11: 107) 

Wie schon im Vers 105 stand werden die Menschen am Jüngsten Tag zwei Gruppen sein: Die Seligen und die Unseligen oder anders ausgedrückt: Die Guten und die Schlechten.

Gott hat alle Menschen bei der Erschaffung gleichgestellt und ihnen die Mittel verliehen, damit sie rechtgeleitet werden. Aber einige folgten falschen Gedanken und taten Falsches und riefen selber ihr Unglück hervor, während eine andere Gruppe die Möglichkeiten, die Gott ihnen zur Verfügung gestellt hat, nutzte und Seligkeit erreichte.

Daher sind das Glück und Unglück der Menschen nicht Dinge, die Gott für sie von vornherein bestimmt hat, denn dann würde es keinen Sinn machen, dass die Menschen auf der Erde Pflichten erfüllen sollen und am Tag der Auferstehung belohnt und bestraft werden. In Wahrheit ist es so, dass die Menschen auf der Erde ihren Lebensweg wählen können. Es hängt von ihrer Entscheidung ab, ob ihr Leben schließlich einen guten oder einen schlechten Ausgang hat. Das Ende des Weges können sie nicht bestimmen, wohl aber können sie den Weg wählen. Wer den schlechten Weg wählt, muss auch die Folgen in Kauf nehmen.

Die schlechten Taten auf dieser Welt werden im Jenseits zu Feuer und verbrennen den Menschen. Dieses Feuer hat der Mensch also selber hervorgerufen. Er wird solange im Feuer bleiben, wie Gott es möchte. Einige der Sünder sollen solange im Feuer bleiben bis sie rein geworden sind und dann, wenn sie gute Werke aufweisen können, ins Paradies kommen. Aber eine Gruppe von Sündern wird ewig in der Hölle bleiben. Sie sind so schlecht, dass sie selbst bei einem ewigen irdischen Leben niemals zu sich gekommen wären und von ihren Verbrechen abgelassen hätten.

Wir sehen:

Erstens: Glückseligkeit oder Unheil ist das Ergebnis des menschlichen Handelns und der Mensch kann selber darüber entscheiden. Das endgültige Schicksal eines jeden liegt in seiner eigenen Hand.

Zweitens: Wenn Gott will und es für gut befindet, kann er jeden aus der Verdammnis retten.

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