Mittwoch, 22. Mai 2013

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Donnerstag, 01. März 2012 um 08:18

Teil 327: Sure Hud (der Prophet) Verse 1- 5

Teil 327: Sure Hud (der Prophet) Verse 1- 5

Wir beginnen in diesem Teil mit der Besprechung einer neuen Sure. Es ist die Sure Hud, die an 11. Stelle im Koran steht. Diese Sure wurde in den letzten Jahren, in denen der Prophet noch in Mekka war, offenbart. In ihren Verszeichen wird über die Geschichte vorhergehender Propheten berichtet, insbesondere über den Propheten Nuh (Noah) – gegrüßt sei er. Zugleich werden der Prophet des Islams und seine Anhänger ermutigt, auf dem Weg des Glaubens gegenüber den Gegnern standhaft zu bleiben. Der Prophet Hud wurde nach dem Propheten Noah von Gott ausgesandt, damit er die Menschen zum Ein-Gott-Glauben und zur Enthaltsamkeit von Sünden aufrief. In den Versen 50 bis 60 der Sure Hud, wird das Gespräch dieses Propheten mit seinem Volk wiedergegeben und wird beschrieben, welches Ende sein Volk nahm.

Auch die Sure Hud beginnt wieder mit: Im Namen des Allerbarmers, des Gnädigen.

Dann folgen die Verse 1 und 2:

(11: 1- 5)


الر ۚ كِتَابٌ أُحْكِمَتْ آيَاتُهُ ثُمَّ فُصِّلَتْ مِن لَّدُنْ حَكِيمٍ خَبِيرٍ
„Alef Lam Ra. (Dies ist) eine Schrift, deren Verse (eindeutig) bestimmt und dann dargelegt worden sind von jemandem, der weise und wohlunterrichtet ist.“ (11: 1)

أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا اللَّـهَ ۚ إِنَّنِي لَكُم مِّنْهُ نَذِيرٌ وَبَشِيرٌ
„dass ihr nur dem Alleinigen Gott dienen sollt. Von ihm (gesandt) bin ich euch ein Warner und ein Verkünder froher Botschaft.“ (11: 2)

Die Sure Hud beginnt wie 28 andere Suren im Koran mit Einzelbuchstaben. In diesen Einzelbuchstaben (Siglen genannt) steckt der Hinweis darauf, dass der Koran, dieses bleibende Wunder seitens Gott, aus diesen einfachen Buchstaben des Alphabets zusammengestellt und den Menschen vorgelegt wurde, aber dennoch niemand anderes in der Lage ist, eine solche Sure und noch nicht einmal einen einzigen Vers ähnlich wie die Koranverse hervorzubringen.

Alle Verse des Korans sind von dem Geist des Ein-Gott-Glaubens durchdrungen. Dieser Kerngedanke tritt überall in Erscheinung und wird im Zusammenhang mit religiösem Erkenntniswissen, Mahnung und Geboten näher gebracht.

Die Koranverse sind nicht abgeändert worden. Sie erfuhren keine Fälschung und daher besteht kein Zweifel an ihrer Wahrhaftigkeit sondern alle Zeichen sind fest und unerschütterlich.

Wir entnehmen den ersten beiden Versen der Sure Hud:

Erstens: Der Koran ist göttliches Gesetzbuch und legt die Wahrheiten des Daseins deutlich dar. Gott hat die Gesetze im Koran aufgrund Seiner unendlichen Weisheit und Seines grenzenlosen Wissens festgelegt.

Zweitens: Der Zweck der Herabsendung von Himmelsschriften ist die Befreiung der Gesellschaft vom Götzentum. Die Menschen sollen zum Glauben an den Einen Gott aufgerufen werden.

Drittens: Die Propheten gehen so vor: Sie mahnen und sie geben frohe Kunde, mit anderen Worten: Sie rufen einerseits Angst vor der Strafe hervor, und geben andererseits durch in Aussicht gestellte Belohnung Ansporn. Beides hat einen erzieherischen Aspekt.

In den beiden nächsten Versen, den Versen 3 und 4 der Sure 11 heißt es nun weiter:

وَأَنِ اسْتَغْفِرُوا رَبَّكُمْ ثُمَّ تُوبُوا إِلَيْهِ يُمَتِّعْكُم مَّتَاعًا حَسَنًا إِلَىٰ أَجَلٍ مُّسَمًّى وَيُؤْتِ كُلَّ ذِي فَضْلٍ فَضْلَهُ ۖ وَإِن تَوَلَّوْا فَإِنِّي أَخَافُ عَلَيْكُمْ عَذَابَ يَوْمٍ كَبِيرٍ
„und bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch hierauf reumütig wieder ihm zu, dann wird er euch auf eine bestimmte Frist eine schöne Nutznießung geben und jemandem, der begünstigt ist, entsprechend Seine Gunst erweisen. Wenn ihr euch aber abwendet, fürchte ich, dass euch die Strafe eines schweren Tages treffen wird.“ (11: 3)

إِلَى اللَّـهِ مَرْجِعُكُمْ ۖ وَهُوَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ
„Zu Gott werdet ihr zurückkehren. Er hat zu allem die Macht.“ (11: 4)

Die Propheten haben zu Gott, dem Einen, herbeigerufen und sie haben die Menschen aufgerufen, reuevoll zu ihrem Herrn umzukehren, damit ihnen die göttliche Huld zuteil wird. Die Wirkung von Glauben und reuevoller Umkehr stellt sich nämlich nicht erst im Jenseits ein, sondern schon in diesem Leben. Eine Gesellschaft, in der Glauben herrscht, wird göttliche Huld erfahren. Aber diejenigen, die sich eigensinnig von der Wahrheit abwenden und, statt umzukehren, auf ihren Fehlern und Sünden beharren, werden im Jenseits von schwerer Strafe heimgesucht, auch wenn sie im Diesseits anscheinend ein genussvolles angenehmes Leben führen.

Wir sehen am Vers 3 und 4 der Sure 11:

Erstens: Eine der Aufgaben der Propheten ist es diejenigen, die vom rechten Weg abgeraten sind, wieder auf ihn zurückzuholen und sie erzieherisch zu formen.

Zweitens: Der Islam will, dass die Menschen ein gutes Leben haben. Durch den Glauben an den Einen Gott und die reuevolle Umkehr werden die Voraussetzungen für ein solches gutes Leben (und ebenso ewiges Heil) geschaffen.

Wir schließen mit dem Vers 5 der Sure Hud:

أَلَا إِنَّهُمْ يَثْنُونَ صُدُورَهُمْ لِيَسْتَخْفُوا مِنْهُ ۚ أَلَا حِينَ يَسْتَغْشُونَ ثِيَابَهُمْ يَعْلَمُ مَا يُسِرُّونَ وَمَا يُعْلِنُونَ ۚ إِنَّهُ عَلِيمٌ بِذَاتِ الصُّدُورِ 
„Wisset dass sie (die Gegner) ihren Kopf auf die Brust niederdrücken und sich ihr Gewand über den Kopf ziehen, um sich vor ihm (dem Propheten) zu verstecken (und nicht erkannt zu werden. Doch vergessen sie:) Er (Gott) ist über alles, was sie geheim halten und was sie bekanntgeben, im Bilde. Er weiß Bescheid über das, was die Menschen in ihrem Inneren (an Gedanken und Gesinnungen) hegen.“ (11: 5)

Heuchelei gehört zu den Gefahren, die eine religiöse Gemeinschaft bedrohen. Wenn jemand anders spricht als er denkt und anders handelt als er spricht, gerät er schnell auf den Irrweg. Der Vers 5 der Sure 11 verweist auf das Verhalten der Heuchler. Heuchler versuchen auf verschiedenen Wegen, ihre wahren Ansichten zu verheimlichen. In Wahrheit mögen sie die Gläubigen nicht aber nach außen hin behandeln sie sie freundlich, um auf diese Weise ihre Sympathien zu gewinnen. Aber Gott sagt über dieses schlechte Verhalten der Heuchler: „Sie sollten wissen, dass für Gott nichts Verborgenes existiert. Er ist darüber im Bilde, wie ihr wirklich denkt.“

Wir schließen mit zwei Anmerkungen im Zusammenhang mit diesem Vers:

Erstens: Die Leute, die sich gegen die Religion und ihre Lehren verschworen haben, sollten wissen, dass sie nichts vor Gott verheimlichen können.

Zweitens: Gott kennt das Verborgene, während wir nicht wissen können, was im Innern und in den Gedanken der anderen vorgeht.

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