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Montag, 22 September 2014 03:53

Zurzeit noch im Zug der Zeit (30)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (30)
  Der Prophet (s) hat Abu Dharr Al-Ghaffari wie folgt empfohlen: „Abu Dharr!Beim Investieren deines Lebens sei geiziger als beim Anlegen deines Geldes.“

Wie unbedacht gehen einige mit dem Kapital Leben um und wie flach ist ihr Leben! Sie streben nach Erfüllung  irrealistischer Träume und wenn diese schließlich zerplatzen, stellen sie fest, dass sie ihre Zeit  für Unerreichbares  vergeudet haben.  Sie kauern am Boden, mit geknickten Flügeln, die Trümmer der zerschlagenen Träume vor sich.  Ihr Denkschema ist  ein Käfig, ein Gitter, an dem ihre Flügel zerbrachen. Am Boden hockend, wissen sie nichts mehr mit den Gaben und dem Kapital Leben anzufangen! 

Würden sie doch nur die Augen öffnen! Den Blick heben! Über die irdischen Träume und unsinnigen Wünsche hinweg – weiter schauen:  auf das höchste Ziel, auf die Wahrheit!

Sie können das Kerkergitter mit der linken Hand zerkicken, wenn sie ihre unsinnigen Träume als solche erkennen. Wenn sie einsähen, dass sie sich getäuscht haben. Ihre Flügel würden verheilen. Ihre Flügel würden wieder zu ihrer Bedeutung und ihrem Sinn zurückgelangen. Mit ihnen könnten sie sich aus dem Verließen eines begrenzten Denkens freimachen und sich emporschwingen in die freien Lüfte und die Weite des gotterfüllten Daseins.

Das ist Leben!

Wenn sie der  inneren Stimme und ihrem Wunsch nach bleibender Größe und innerer Freiheit und ewigem Glück  folgen , werden sie  Zufriedenheit und Seelenwohl, Seligkeit und wahres Glück  erreichen.

Wenn sie doch nur das innere Augen öffnen würden!

 

Ihr Tauben hinter Gitterstäben:

Wozu noch das Gefieder?

Die Flügel brach euch eurer Leben

Zwang euch zu Boden nieder!

Ihr Tauben hinter Gitterstäben:

Öffnet die Augenlider!

Wolltet ihr nur den Blick erheben!

Ihr könntet fliegen wieder!

Ihr könntet fliegen wieder,

zerknicken Gitterstangen,

heilsam für Seel und Glieder

wär`s , Einsicht zu erlangen.

Hört auf die ew`gen Lieder

Folget dem Ruf zum Streben.

Kommt her – hier blüht der Flieder

Erhöht das Herz zum Leben.

 

Gott suchen, Ihn erkennen, Ihn lieben, Seinem Aufruf folgen:  Ihm gehorchen.

Das Wort „gehorchen“ missfällt manchen von uns im ersten Moment. Denn liebt der Mensch nicht die Freiheit? Aber besitzen diejenigen, die meinen frei zu sein,  weil sie sich Geboten nicht oder nur zwangsläufig unterordnen,   wirklich Freiheit? Gehorchen sie niemandem? Haben sie sich keiner Macht unterworfen?

Natürlich haben sie sich unterordnet. Sie haben sich der  Scheinmacht innerer Zwänge, wie Streben nach Überlegenheit, bloßem Vergnügen, Erfüllung der eigenen Wünschen und der zügellosen Triebbefriedigung usw. usw. unterworfen. Sie haben sich dem Niedrigen untertan gemacht.

Die Gottesfürchtigen jedoch ergeben sich  dem Höchsten und machen sich durch Befolgen Seiner Gebote und Empfehlungen frei von dem Niedrigen.

Gott befreit die Gottergebenen  von den inneren schäbigen Eigenschaften aber der eigensinnige Gottverleugner und –leugner spannt sich vor den Karren seiner Triebe und menschenunwürdigen Neigungen.  Dieser Karren bleibt schließlich hoffnungslos im Schlamm stecken.  Dieser Mensch schadet den anderen und an erster Stelle sich selbst. Er schadet seinem Seelenleben. Die inneren Ansätze des Guten hat er verkümmern lassen und sich dem Niedrigen und Hässlichen verknechtet. Er wird zum Tyrann seiner eigenen Seele. Eine Seele, die wie alle Seelen zu Anfang, als er das Leben begann,  so viel Gutes in sich enthielt.

Aber er hat diese Ansätze des Guten einfach nach Lust und Laune überrollt:

 

„Und bei der Seele und ihrer Vollendung –„

Er gewährte ihr den Sinn für das, was für sie unrecht und was für sie recht ist.“

„Wohl ergehen wird es ja jemandem, der sie (die Seele) läutert,“

„und enttäuscht sein wird ja, wer sie verkümmern lässt.“

Sure 91, Verse  7 bis 10

Der Mensch, der sich nicht den Geboten Gottes unterwirft, dünkt sich vielleicht frei. Er glaubt das Leben gut zu nutzen, weil er nur nach den irdischem Erfolg strebt .

Doch nein! Er wird immer unfrei sein und schließlich alles verlieren.

„Schau, wie sie gegen sich selbst lügen und (wie) ihnen das entschwunden ist, was sie zu ersinnen pflegten!“

Hl. Koran,  6: 24

Der Weg zur Umkehr ist noch frei, auch wenn die Seele abgestorben scheint: Der Leib ist noch nicht tot und vielleicht wacht die Seele doch wieder auf. Vielleicht kommt der Mensch zu sich, wenn Gott dies will:

„Sag: Allah lässt in die Irre gehen, wen Er will, und leitet zu Sich, wer sich Ihm reuig zuwendet.“

Hl. Koran,  13: 27

Die Seele mag erblinden und taub werden, aber vielleicht wird sie wieder erleuchtet... Gott ist barmherzig und  gibt jedem gute Gelegenheiten zum Aufwachen, zur Erkenntnis und Einsicht. Nichts geht vonstatten  ohne Seinen Willen.

Wer glaubt, durch Schlechtes er gewann,

der war zuerst sich selbst Tyrann.

Er dünkt sich frei

Jedoch er irrt:

Zur Schinderei

Wird angeschirrt,

wer einmal in Mephistos Bann.

Wer aber Gott gehorcht, der kann,

innerlich frei sich nennen dann.

Er widersteht,

wenn Böses stört.

Wird nicht betört,

wird nicht verwirrt

wird nicht des Teufels Beutefang.

Wer glaubt, durch Schlechtes er gewann,

der war zuerst sich selbst Tyrann!

Denn hält sein Tun für immer an,

hat er sich Schlimmes angetan

und jene Seligkeit vertan,

dir nur den Guten unter uns gebührt.

 

Lasst uns doch eines bedenken: Wir tun uns selbst ein großes Unrecht an, wenn wir unser Leben einfach verstreichen lassen und die Gelegenheiten zum Guten aus der Hand geben. Wie paradox: Es wurmt uns, ein wenig Geld zu verlieren- aber die Tragik des  Verlustes von  Gelegenheiten zum Guten, die vielleicht nicht wiederkehren – verspüren wir nicht. Es schmerzt uns nicht, dass wir diese kostbaren Gelegenheiten verpfuscht haben.

Die Vernunft gebietet, dass wir endlich zeitbewusst leben. Jede Minute verstreicht und kehrt nicht mehr zurück. Wir sollten uns  bewusst werden, dass wir nur in der Gegenwart wirklich leben und handeln können.

Die Gegenwart gleitet allerdings sekundenweise in die Vergangenheit zurück. Gestern war die Gegenwart noch nicht erreichte Zukunft . Diese Zukunft, die wir gestern noch nicht genau kannten, ist heute in unseren Händen und wir können sie gestalten. Morgen ist sie unabänderliche Vergangenheit. Zeitbewusst leben heißt also eigentlich gegenwartsbewusst leben.

Solange die Zeit Gegenwart ist, können wir sie  so gestalten, dass sie zu einer Vergangenheit wird, auf die wir zufrieden zurückblicken können, in dem Sinne, dass wir sehen: Wir  haben uns Mühe gegeben, Gutes zu tun und das Schlechte zu meiden. Wir waren darum bemüht so zu leben, wie unser Herr und Schöpfer es geboten hat.  

Am Lebensende ist unser Arbeitszeugnis zu Ende geschrieben: Ein Buch aus  Vergangenem - aus ehemaliger Gegenwart, die Augenblick für Augenblick zur Vergangenheit wurde. Dieses Arbeitszeugnis wurde in dem Teil unserer Lebenszeit geschrieben, in dem wir gerade tatsächlich lebten und handeln konnten, nämlich in der Gegenwart.  Und wir wissen, dass dieses Buch bei Gott unsere Zukunft im Hiernach bestimmen wird:

„Was nun jemanden angeht, dem dann sein Buch in seine Rechte gegeben wird, der wird sagen: „Da! Lest mein Buch.“ 

„In der Tat! Ich habe damit gerechnet, dass ich zum Gericht kommen werde.“

So wird er ein Wohlleben,

In einem hochgelegenen Paradies führen,“

Dessen Früchte leicht erreichbar sind.“

Esset und trinket in Gesundheit für das, was ihr in den vergangenen Tagen gewirkt.“

 

„Was aber jemanden angeht, dem sein Buch in seine Linke gegeben wird, der wird sagen: „O wäre mir doch mein Buch nicht gegeben worden!“ 

 

Hl. Koran, 69: 19 bis 25

Könnten wir uns gegenseitig Besseres und Schöneres wünschen als eine helle Zukunft in ewigem Frieden, Wohl und ungetrübtem Glück? Und können wir Schlimmeres füreinander wollen als Siechtum in der Verdammnis, in der unser Schöpfer sich von uns abgewandt hat.

„Er spricht: „Seid darin verstoßen, und sprecht nicht mit Mir.“

Hl. Koran, 23:108

 

Imam Ali (a) mahnt: „Erkennt die Gelegenheiten schnell, denn alles hat einen Anfang und ein Ende!“

(In der Ansprache 232 im Nadsch-ul Balagha)

 

Die Gelegenheiten zum Handeln haben wir tatsächlich nur in der Gegenwart zu Verfügung. Lasst uns daher unseren Blick intensiver auf die Gegenwart richten und in der Gegenwart, zukunftsbewusst das tun, was uns geboten ist und für eine gute Vergangenheit sorgt. Gott bezweckt mit seinen Geboten unser Wohl. Diese Gebote sind allbarmherziger Gottessegen und ihre Beachtung ist für uns gut:

Wenn heut und gegenwärtig   eine Gelegenheit

zum Gutsein sich anbietet,  so lasst euch keine Zeit!

Was heute Gegenwart,   ist morgen schon vorüber

Das „Jetzt“ rückt stets in das -   „Gewesen-Sein“ hinüber.

Lasst diese Gegenwart -     Vergangenheiten werden

die eurer Seele Zukunft     freihalten von Beschwerden.

In guten Werken eilt,      in schlechten haltet ein

Suchet in allen Lagen             nach Gott-Gefälligsein.

Gottes Befehl befolgen                  sollt`zur Gewohnheit werden

Für eine frohe Zukunft             In diesem Hier auf Erden

Und für die Seligkeit  der Ewigkeit -  das Eden.

Lieber Mitmensch! Lieber Mitreisender in der Gegenwart! Wir sitzen im Zug der Zeit und haben über das Reiseziel gesprochen.

(Die Gläubigen sagen )...„Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir zurück.“

Hl. Koran, 2: 156

Gott ist die Vollkommenheit. Seine Vollkommenheit ist für uns unerreichbar , aber wir kehren zu Ihm zurück und wir können uns Ihm im Leben nähern, indem wir vollkommener werden. Ist dies nicht das beste Lebensziel?  Warum sollten wir diese Vervollkommnung  nicht auf dem kürzesten Weg anstreben?  Auf dem kürzesten Weg kommen wir am schnellsten und sichersten ans Ziel, ohne uns zu verlaufen. Und der sicherste und kürzeste Weg ist immer der gerade Weg. Und der gerade Weg ist Gottes Weg.

  „( Isa (Jesus) sagte : ) „Und gewiss, Allah ist mein Herr und euer Herr; so dient Ihm. Das ist der gerade Weg.“

Hl. Koran Sure 19, Sure Maryam (Maria), Vers 36

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