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Sonntag, 24 August 2014 05:00

Zurzeit noch im Zug der Zeit (29)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (29)
Prophet Mohammad (s): „Der beste unter den Menschen ist jemand, der ihnen etwas nützt“ Mizan al-Hikmah, Bd. 7, Seite 309, Bab-e 2631, Hikmah 12757
Hat der Mensch einen gewissen Grad der Weisheit und Tugend erreicht, so wäre es nicht recht, sich von den anderen zurückzuziehen. Damit würde er es sich zu einfach machen und es wäre ungerecht und egozentrisch. Schließlich kann er mit seinem Wissen und seiner Erkenntnis die anderen positiv beeinflußen. Sich abzusondern und von den anderen zu isolieren, könnte sowohl Stolz als auch Eigennützigkeit bedeuten.

Außerdem kann er  die innere Erkenntnis in der Praxis erproben und erweitern.

Daher soll der Mensch also nicht nur nach der inneren Erkenntnis und Charaktergröße streben. Er soll diese auch für die anderen einsetzen. Er soll nicht nur leben, sondern auch geben. Für die anderen und unter ihnen leben. Gott will keine Eremiten.

Auch braucht der Mensch in Wirklichkeit beides: Die Gesellschaft der anderen und die stillen Stunden der Zurückgezogenheit. Beides fordert sein Denken heraus. In beiden Bereichen kann er sein Inneres festigen. Das erst ist Leben. Das erst gibt dem Leben Leben:

Lebe nicht nur um zu sein,

Lebe für das Streben

Nach dem wahren Menschlichsein,

Lebe für das Geben!

Lebe nicht für dich allein,

lebe mit den andr`en

für die andr`en da zu sein

gibt dem Leben Leben.

Es gibt nicht wenige, die einen anderen Sinn im Leben sehen. Weil sie nur die irdischen Freuden vor Augen haben, vergessen sie das Jenseits, oder auch: Weil sie das Jenseits nicht sehen, streben sie nur nach Erreichung der irdischen Freuden.

 „Sie kennen (nur) was vom diesseitigen Leben äußerlich sichtbar ist. Auf das Jenseits achten sie nicht.“

Hl. Koran, Sure 30,  Vers 6

 

Bei dieser materialistischen, ichbezogenen  Einstellung leidet die Liebe zu den Mitmenschen und wuchert der Egoismus .

Diejenigen, die im Leben immer der eigenen Bequemlichkeit und dem Vernügen den Vorzug geben, sind in Wahrheit zu bedauern. Sie treten auf der Stelle oder im Grunde gehen sie rückwärts, stolpern und schließlich stürzen sie. 

Solche Menschen  missachten die Gebote Gottes.

Was Gott an Geboten für das diesseitige und jenseitige Wohl   festgelegt hat, steht ihrem Hang, oder nennen wir es besser „Drang“ entgegen, das Leben auszukosten, was es auch kosten möge. Sie sehen nur ihre Verlangen und Wünsche und suchen danach, diese zu erfüllen. Dabei verschleudern sie auf Kosten des Jenseits kostbare Zeit, und versäumen Gelegenheiten.

Am Ende können sie sich von dieser Welt nur unter großen Schmerzen trennen und werden mit starrem Schrecken ihren großen Irrtum im Leben erkennen und wissen dass es falsch war nur daran zu denken, das Leben zu genießen:

„Wir leben, um uns zu vergnügen!“

So sagen, die, die sich betrügen.

Und niemals wird ihr Tun genügen,

zu finden ihres Gottes Huld

Da sie in allen Atemzügen

Statt Ihm, sich eigenen Wünschen fügen,

wird Er sie freilich nicht nur rügen,

ob mitgebrachter Sündenschuld.

„...Nur der (hat Erfolg) , der ein gesundes Herz vor Gott bringt.“

Hl. Koran, Sure 26, Vers 89

Was ist ein „gesundes Herz“?

Imam Sadiq (a) hat gesagt:   

 „Ein gesundes Herz ist ein Herz, welches von der Liebe zum Weltlichen frei ist.“

Mizan al-Hikmah, Bd. 9, S. 510, Bab-e 3333, Hikmah 17058

 

Wozu leben wir? Werden wir alle ins Paradies einkehren? - Die sich im Leben Gott zuliebe Mühe gegeben haben , Verzicht übten und Opfer brachten, genauso wie diejenigen, die sich gehen ließen und ihren Egoismus austobten? Kommen alle ins Paradies? Wäre das gerecht?

Das Leben muss doch einen tieferen Sinn haben als reines Genießen und oberflächliche Vergnügen! Auge, Ohr, Herz und Verstand sind uns mitgegeben worden, damit wir sie richtig und menschenwürdig nutzen.  Wir sollten sie nicht sinnlos verschleißen. Uns wurde Mitgefühl und Nächstenliebe und Barmherzigkeit  in die Urnatur gelegt! Geschah dies dazu, dass wir sie zertrampeln und zerdrücken oder dazu, das wir sie pflegen und wachsen lassen?

Müssen wir nicht  eine Antwort darauf finden, wozu wir leben? 

Nur die  Wahrheit kann unsere Seele beruhigen, ihr Zuversicht verleihen, sie  gedeihen lassen und unser Sein und Zusammensein mit den anderen menschenwürdig gestalten.

Die Wahrheit ist ein großer Schatz – aber wir müssen uns auf die Suche nach diesem Schatz begeben.  Wenn wir zur Wahrheit, die bei Gott ist und von der Er uns in Seiner Offenbarung mitgeteilt hat,gefunden haben, so wird das Leben den besten Sinn erhalten. Die Wahrheit wird uns Sicherheit, Klarheit, Sinn, Ruhe und Halt und Orientierung geben.  Durch Gott erfahren wir auch, wie wir uns zu den Mitmenschen verhalten sollen.

Wir sollten also nicht untätig  im Zug der Zeit sitzen! Es ist nie zu früh zum Nachdenken, Bedenken, Wissenserwerb und  Umdenken, zum Bereuen und zum Nachholen des Versäumten.  Es ist nie zu früh,  kann aber bald zu spät sein. Keiner kann sich hundertprozentig auf die Vermutung verlassen, dass er morgen noch im Zug der Zeit sitzen darf.

 

Wozu leben? Wozu sterben?

Wird der Mensch den Himmel erben?

Wozu Auge, Ohr, Verstand?

Wozu Füße, Mund und Hand?

Wozu geben?

Wonach streben?

Was ist denn der Sinn im Leben?

Sucht die Antwort und die Wahrheit!

Schenkt dem Dasein endlich Klarheit!

Findet Halt, Hoffnung und Freude!

Will wer, dass er sich vergeude?

Forscht und fragt

In Euch! Um Euch!

Erst die Wahrheit macht uns reich!

 

 „In der Tat, Gewinn (die Rettung) erzielt, wer sie (die Seele)  durch den Glauben und gute Taten läutert“

Hl. Koran Sure 91, Vers 9

 

„Die Werke derjenigen, die  ungläubig sind,  sind wie eine Luftspiegelung in einer (dürren heißen) Ebene. Der Dürstende hält sie für Wasser bis er, wenn er dann dorthin kommt, sie als nichts vorfindet, aber er  findet Allah nahebei, der ihm seine Rechnung voll bezahlt; und Allah ist schnell im Abrechnen.“

Hl. Koran, Sure 39, Vers 40

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