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Samstag, 31 Mai 2014 05:24

Zurzeit noch im Zug der Zeit (26)

Imam Ali  (a) „Wer sich mit ewas beschäftigt, was nicht wichtig ist, dem geht Wichtigeres verlustig.“

Zu den Dingen, die wichtig sind, gehört , wie jeder zugeben wird, das Nachdenken . Man sollte sich Zeit dafür nehmen, über wichtige Dinge und Lebensfragen nachzudenken. Zum Beispiel über das Jenseits und über die Verheißung, dass wir Menschen von den Toten auferweckt werden.

Waren  nicht der Mensch und die Lebewesen in der Natur ursprünglich tote Materie?  So kann der Mensch also auch wieder von Neuem aus toter Materie entstehen, oder? Warum wundert sich der eine oder andere daher über die Verheißung, dass er von den Toten erweckt wird?  Kann er das Gegenteil beweisen?

 

„Und er, (der Mensch) prägt Uns (Gott)  Gleichnisse und vergisst seine eigene Erschaffung. Er sagt: `Wer kann die Gebeine beleben, wenn sie morsch geworden sind?`“ „Sprich: `Er, Der sie das erstemal erschuf - Er wird sie beleben; denn Er kennt jegliche Schöpfung."

Hl. Koran 36: 78,79

 

Gott  führt uns Beispiele aus der Natur vor Augen, um die Auferstehung von den Toten zu veranschaulichen . Er ist es, der diese Beispiele und Zeichen in die Natur gelegt hat. Gibt es einen anderen Schöpfer als Ihn? Weiß jemand mehr als Er?

Wir erleben dieses Gleichnis des Erwachens zu neuem Leben jedes Jahr im Frühling. Im Frühling kommt aus Totem wieder neues Leben hervor, wenn die Natur ergrünt.  Werden wir uns doch bewusst, dass es sich um ein lebendiges Gleichnis handelt:

 

So wie das Grüne strebt

Aus leeren grauen Ästen

So wird belebt der Mensch,

aus dem, was seine Reste

 

Denn es erschafft der Schöpfer

Ständig, stets von Neuem,

beschafft den ew`igen Lenz

für jeden Ihm Getreuen

 

Wenn er ermahnt dich,

Gibt er Seine Güte kund.

Wenn er Erbarmt sich,

bleibt die Seele bis zum Frühjahr Dir gesund.

 

Und wie das Grüne

Strebt aus leeren, grauen Ästen,

so wirst auch du belebt

aus dem was deine Reste.

 

So fühl dich hier nur

Wie ein Gast unter den Gästen

Du kehrst zurück zum Herrn

Der Osten und der Westen.

Im Hl. Koran steht im Vers 57 der Sure 7:

„Er ist es, Der die Winde mit der fröhlichen Ankündigung Seiner Barmherzigkeit schickt. Wenn sie regenbeladene, schwere Wolken tragen, leiten Wir sie zu einer leblosen Gegend, lassen Regenwasser herabkommen und alle Fruchtarten hervorsprießen. Ähnlich rufen Wir die Toten ins Leben zurück. Darüber sollt ihr nachdenken!“

 

 

Einen jeden von uns -  einen jeden aus dieser großen Zahl von Menschen, die sind, waren und noch kommen -  erwartet ein bedeutender Letzter Frühling:  Der Frühling aller Frühlinge – die Auferstehung von den Toten am Jüngsten Tag. Das Sich-Wieder-Erheben aus dem Staub. Der Beginn des Lebens an ewigen Orten. Die Begegnung mit dem Gastgeber. Einigen gehen nun die Augen auf:

 

„Es wird in die Trompete geblasen, und gleich eilen sie aus den Grüften zu ihrem Herrn.“

`"Sie sagen: ""Wehe uns! Wer hat uns von unserem Todesschlaf auferweckt?` Das ist es, was der Barmherzige (seinerzeit) versprochen hat. Die Gesandten haben die Wahrheit gesagt."   Hl. Koran 36: 51, 52

 

 

Im Frühling beginnt sowohl  das Unkraut als auch die Blume hervorzusprießen.  Und im Letzten Frühling,  mit dem das Jenseits beginnt, wird sowohl der Gottesleugner und Gottesverleumder als auch der Gottgläubige sich wieder aus der Erde erheben. Denken wir daran, was danach geschehen wird!

Denken wir daran?

Nein, wir  leben oft unbesorgt in den Tag hinein!

 Wir wollen Augen und Ohren vor der Wahrheit schließen. Uns wird eingeflößt: Genießt doch das Leben, solange ihr lebt. Was danach kommt, weiß sowieso keiner!

Und wegen der Steigerung des materiellen Genusses vernachlässigen wir das Immaterielle,   ignorieren wir die Wahrheit und  schließen auch das geistige Auge vor einer wichtigen materiellen Realität : das Ende dieses Lebens. So schieben einige von uns den Gedanken an den  „Tod“ so sehr auf die lange Bank, so als ob es ihn gar nicht gäbe.

Richtig – es heißt in der Überlieferung: Lebe so , als ob Du ewig lebst . Das heißt deshalb so, damit der Mensch nicht die Hoffnung im Leben aufgibt und sich Mühe gibt. Aber dieser Aufforderung von Imam Ali  folgt eine weitere und zwar die  Empfehlung auf eine Art zu leben, als ob man bald, vielleicht schon morgen sterben muss. Es  ist wichtig,  auch diese zweite Regel zu beachten, wenn man etwas fürs Jenseits, für das kommende Ewige Leben, tun will und nicht nur für das jetzige flüchtige.

Liegt nicht gerade im zweiten Teil dieser Weisheit der Impuls für die moralische Weiterentwicklung  und Veredlung des Menschen?

Halten wir uns nur vor Augen, wie manche Menschen handeln, die wissen, dass sie nicht mehr lange leben. Dieses Wissen kann sie innerlich völlig umkrempeln. Wenn sie allerdings nur  an das materielle Leben auf dieser Erde glauben, kann es sie  in die Verzweiflung treiben.

Aber vielleicht rüttelt es den einen oder anderen wach! Vielleicht  verhilft dem einem oder anderen diese scheinbar unerträgliche Situation dazu,  nach dem wahren Zweck des Lebens zu suchen und sich bewusst zu werden. Vielleicht erkennt er, was wir eigentlich auch sonst jeden Tag erkennen und bedenken müssten:  dass er nämlich den Rest des Lebens dazu nutzen sollte, um noch etwas zu retten- etwas herüberzuretten in das Jenseits. Die eigene Persönlichkeit und den Charakter zu retten!  Gutes zu tun. Gottes Zufriedenheit zu finden. Das zu tun, was er uns geboten hat. Dies kann er, solange er noch im Zug der Zeit sitzt.

 

„Was ihr an Gutem tut, das weiß Allah. Und versorgt euch mit Wegzehrung (für das Jenseits)! Die beste Wegzehrung ist Gottesfurcht. Fürchtet (daher) mich, die ihr Verstand habt!“

Hl. Koran, aus 2: 197

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