Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Samstag, 03 Mai 2014 02:37

Zurzeit noch im Zug der Zeit (25)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (25)
„Jesus, Sohn der Maria (a) sah das irdische Leben in der Gestalt einer alten zahnlosen Frau, die allen möglichen Schmuck umgehängt hatte. Da fragte er sie: „Wie oft hast du geheiratet?“ Sie antwortete: „Ich habe nicht mitgezählt!“ Jesus (a)fragte die Welt:

„Sind deine Ehemänner alle gestorben oder haben sie sich von dir scheiden lassen?“ Die Welt antwortete: Nein! Ich habe sie alle umgebracht!”

Da sagte Jesus (a): „Wehe den zukünftigen Ehemännern, die keine Lehre aus  dem Schicksal deiner bisherigen Männer ziehen! Wie kommt es, dass sie sich nicht von dir  fernhalten, obwohl du  ihre Vorgänger einen nach dem anderen getötet hast?!

auf Islamischer Überlieferung (Mizan al-Hikmah, Bd. 4, S. 131, Bab-e 1258, Hikmah 6231)

 

Der Mensch braucht für ein würdiges Leben Geld, um sich ernähren und kleiden zu können und eine angemessene Unterkunft zur Verfügung zu haben. Er hat Bedürfnisse und er muss seine Bedürfnisse stillen, auch seine Triebe.  Keiner ist in der Lage, diese materiellen und besonders die körperlichen Bedürfnisse für längere Zeit zu unterdrücken ohne innerlich Schaden zu nehmen. Bei vielen würde der Wunsch nach dem Begehrten von einem bloßen Verlangen womöglich in schiere Gier umschlagen.

Der Prophet hat ja gesagt, dass ein hungriger Magen nichts mehr für die Religion übrig hat.

Umgekehrt gilt aber auch: Würden wir jedem Verlangen nach Nahrung, Geld, Position  usw. züggellos nachgeben, ungeachtet der Folgen, ohne Rücksicht auf die anderen , so würde dies auch in uns ein Tier heranwachsen lassen. Ein Untier, wertmäßig noch unter den Tieren rangierend und damit ein „Untertier“

 

Tiere sind durch ihren Instinkt gezwungen, ihre Triebe zu beantworten, ungeachtet der anderen. Zum Beispiel den Nahrungs- und den Überlebungstrieb. Aber das Tier handelt in dem ihm gesetzten Rahmen, so wie seine Natur es ihm diktiert – oder wie der Gottgläubige sagt: „Wie Gott es ihm eingegeben hat und befiehlt.“  Damit handelt das Tier im Gott-Gehorsam.

Der Mensch jedoch sackt auf eine niedrigere Stufe als das Tier ab, wenn er den inneren Triebkräften gehorcht und sie so wichtig für ihn sind, dass er sie vergöttert. Er wird dann maßlos und sprengt den Rahmen des Vernünftigen und Erlaubten. Er kennt keine Grenzen mehr und sucht nach immer neuen Wegen zur Sättigung seines Wunsches nach Genuss und Sättigung des wachsenden Triebhungers.

Das Tier wird satt und lässt von der Jagd ab. Aber der triebhafte Mensch sucht nach neuer Beute.

Ein anschauliches Beispiel hierfür können das übersteigerte Machtstreben und die unmoralischen Fehlentwicklungen sein. Es ist die Eigensucht und das egozentrische Denken des Menschen, die ihn unersättlich machen und zu einem Untertier werden lassen. Aber Gott fordert, dass er Maß hält und das gebietet ihm auch die von Gott mitgegebene Vernunft.

Würden einige  an Gott , Sein Wort und Seine Gebote glauben und dementsprechend handeln, käme es nicht zu jenen Auswüchsen, mit denen sie sich selber und der Menschheit schaden. Aber sie sind auf dem inneren Ohr taub.

In der Sure 8 heißt es im Vers 22:

„Die übelsten Lebewesen sind nach Gottes Urteil die, die sich absichtlich taub und stumm stellen, die, die sich des Verstandes nicht bedienen.“

Leuchtet es nicht ein, dass eine gesunde Einstellung zu den Bedürfnissen darin liegen sollte, dass wir sie erwidern, weil es notwendig ist, ihnen jedoch nicht die höchste Bedeutung im Leben beimessen und sie nicht überwerten?

Gott ist die Höchste Instanz . Ihn sollten wir hochschätzen. Wollen wir weder der Gier noch dem Untertier in uns frönen, so müssen wir unseren Blick dem Herrn der Welten zuwenden. Dies schützt uns davor, zu unwürdigen Wesen zu werden und auf die Stufe des Unmenschen und Untertieres herabzusinken. Es hilft uns, dass wir uns zu den wertvollsten hohen Kreaturen entwickeln und dem Ideal eines vollkommenen Menschen nahe kommen. Die Befolgung der göttlichen Weisungen halten uns von Über- und Untertreibung ab:

 

Würden wir inn`ren Hunger gar nicht stillen,

fräß manch einen von uns die Gier.

Würden dem Trieb wir hörig, ohne eigenen Willen,

so wüchs in uns das Untertier.

Lieben wir diesen schnöden Götzen,

so ist das Übel Lohn dafür.

Gott folgen und Gott wirklich schätzen

Bleibt für den Menschen wahre Zier!

 

Viele von uns leben relativ sorglos, was die materielle Seite angeht. Sie sind diesbezüglich scheinbar abgesichert, können sich sogar mehr oder weniger teure Vergnügungen leisten. Aber auf der anderen Seite kann es sein, dass sie sich in ihrer heilen Welt einschläfern lassen und nur noch ein bitteres Ereignis sie aus diesem schönen Traum hochzuschrecken vermag: ein schmerzliches Erlebnis wie zum Beispiel der Verlust eines geliebten Menschen.

Dann stehen sie oft fassungslos da, werden möglicherweise nicht mit dieser Situation und der Tatsache,  dass ihre nach außen hin so „heile“ Welt zusammengestürzt ist, fertig.

 So wird es erst recht denen ergehen, die am Ende ihres Lebens sehen, dass sie das Kapital „Leben“ verschleudert haben . Sie werden – vor Gott stehend - ihr ganzes Dasein als leer und sinnlos und falsch erkennen.

Die Religion Gottes erinnert mahnend an das Jüngste Gericht. Wer erst bei seinem Abschied aus dieser materiellen Welt, die keinem treu blieb, aus seinem Traum erwacht, der hat nichts in den Händen.

Warum sollten wir uns nicht jetzt schon besinnen?! Der Geist und die Seele in uns brauchen innere Einkehr. Wir brauchen Momente, in denen wir uns gedanklich von der äußeren materiellen Welt zurückziehen; eine Abkehr vom Äußerlichen, von der Oberflächlihckeit – eine Einkehr in das Innere, die gedankliche Vertiefung, die Zuwendung zu unserem Ursprung , zu dem wir einmal heimkehren.

„Wir gehören Allah, und zu ihm kehren wir (dereinst) zurück“ (Hl. Koran, 2:156)

Gott ist und Er ist gerecht. Er ist das Licht der Welt.

„...Licht über Licht. Allah führt seinem Licht zu, wen er will“ (Hl. Koran: 24:35)

Wenn wir uns von dieser billigen, flüchtigen Welt blenden lassen, können wir dann noch Sein Licht richtig sehen?

Wie schnell kann es passieren, dass wir geblendet von den Freuden und äußerlichen Schönheiten des Lebens den Blick für hohe menschliche Werte, die uns Gott nahebringen, verlieren! Wie schnell vergessen wir, Gutes zu tun, und nach einem hohen Charakter und Gottes Anweisungen zur Veredelung  zu streben! Wenn wir uns aber nicht anstrengen Gott zufrieden zu stellen, werden wir schließlich mit leeren Händen zu Ihm zurückkehren.

„Gewiss, Allahs Versprechen ist wahr. So soll euch das diesseitige Leben nicht täuschen, und nicht täuschen soll euch hinsichtlich Allahs der Täuscher.“

(Luqman, 33)

Gott hat den Jüngsten Tag verheißen. Dass wir ihn uns trotz vorhandener Schilderungen nicht richtig vorstellen können, ist kein Beweis für seine Nicht-Existenz.

Am Jüngsten Tag wird alles gerecht ausgeglichen. Das Schlechte mit gleichen. Das Gute wird sogar mit Mehrfachem belohnt. Gott ist Barmherziger als jeder Barmherzige.

Vielleicht hat der eine oder andere im Leben nur an die Existenz Gottes geglaubt, aber nicht versucht mehr über die Verheißungen Gottes zu erfahren.  Oftmals haben andere ihn davon abgehalten. Damit war er schlecht beraten. Andere Menschen haben ihn aufgrund ihres Halbwissens schlecht beraten. Recht beraten ist erst der, der auf die volle Wahrheit  vertraut. Die volle Wahrheit aber ist bei Gott. Die Wahrheit über das Sichtbare und das Verborgene.  Wir können uns auf Seine Aussagen verlassen, auf Sein Allwissen stützen.  Er klärt uns über die Wahrheit auf:

„Er ist es, Der für euch alles, was auf der Erde ist, erschuf und Sich hierauf dem Himmel zuwandte und ihn dann zu sieben Himmeln formte. Er weiß über alles Bescheid.“ (Sure 2,29)

So übe innere Einkehr und handle wie Gott es möchte – Lass die Seele tief einatmen und wachsen – öffne Dein Herz. Sag ihm:

Besinne dich 

Mein Herz

Das Herz des Von-der-Welt-Geblendeten!

Übe die Gottesfurcht!

Mehre die guten Taten,

denn er,

er wird ereignen sich –

der Jüngste Tag des Die-Gerechtigkeit-Anwendenden

und wer`s verneint, der ist nicht recht,

sondern recht schlecht beraten!

Im Heiligen Koran steht in der Sure 30 in den Versen 7 und 8:

„Sie kennen nur das Äußerliche vom diesseitigen Leben, während sie des Jenseits unachtsam sind.“ 

„Denken sie denn nicht in ihrem Inneren (darüber) nach? Allah hat die Himmel und die Erde und was dazwischen ist nur in Wahrheit und (auf) eine festgesetzte Frist erschaffen. Aber viele von den Menschen verleugnen fürwahr die Begegnung mit ihrem Herrn.“

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren