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Samstag, 25 Januar 2014 05:32

Zurzeit noch im Zug der Zeit (20)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (20)
... Diese Welt ist ein Ort der Belehrung für den, der sich belehren lässt...   Imam Ali a.s. (Nahdsch-ul-Balagha, aus Kurze Weisheiten,131-4)

 

Der Mensch liebt das Ideale und Schöne. Aber im Leben ist nicht alles ideal. Das Leben ist manchmal  sogar sehr hart. Doch wohin würde es führen, wenn alles bereits im Leben paradiesisch wäre? Hätte der Mensch noch einen Grund sich Mühe zu geben, wenn ihm alles Glück zufällt?

 

Wäre alles schön im Leben, so gäbe es keine Entwicklung für den Menschen. Außerdem wird das Schöne erst durch den Kontrast zum Hässlichen deutlich. Erst  durch die Kenntnis vom Hässlichen erscheint ihm das Schöne als kostbar und  ersehnenswert und diese Erkenntnis motiviert ihn zum Streben nach dem Vollkommenen. Es gäbe keine Vervollkommnung, wenn das Leben schon perfekt und es das angebliche „Paradies auf Erden“ gäbe.   

Also hat auch das Unschöne einen weisen Sinn.

Es gibt vieles, was uns im Leben missfallen mag, aber einen weisen Grund hat. Gott verheißt uns:

„... vielleicht missfällt einem etwas, worin Gott viel Gutes verbirgt ...“Sure 4: 19

 

Wäre alles schön im Leben, wer würde noch so tiefe Freude empfinden können, dass ihm die Tränen kommen? Wer würde überhaupt das Sehnen kennen, wenn alles Schöne und alle Freuden für die Menschen ohne Vermischung mit dem Hässlichen und Kummer schon gegeben wäre? Weder würde er mit der  Erfahrung des Schmerzes vertraut werden, noch tiefe Freude und Sehnen empfinden können. Wenn er aber weder mit Schmerz noch mit tiefer Freude Bekanntschaft schließt, wie wird er sich nach dem versprochenen Eden sehnen können und was wird ihn dazu veranlassen, nach diesem zu streben? Er würde im Leben nicht mehr versuchen, Höheres zu erreichen. Dies würde zumindest Rückstand, wenn nicht Verkümmerung nach sich ziehen und: Wird er sich überhaupt vor einer Verdammnis fürchten, wenn er den Schmerz nicht kennt? Wird er überhaupt nach Gott fragen, Ihn um Hilfe bitten und über den Sinn des Lebens nachgrübeln, wenn er nicht manchmal in Not geraten würde? Vermutlich wird  der Mensch sich, ganz im Gegenteil, in den Glücksstrudel eines süßen sorgenfreien Lebens verlieren.

Müssen wir demnach nicht erst die Höhen und Tiefen des Lebens erleben, damit wir  dankbar werden und das Paradies zu schätzen wissen, uns nach ihm sehnen und uns anstrengen dieses große, dieses größte Glück zu erreichen?

So ist Kummer  immer eine Mahnung, die uns aufwecken könnte, während das Schöne uns leicht in den Schlaf wiegt und von unserer eigentlichen Bestimmung, nämlich  durch das Gott-Dienen ein besserer , wertvollerer, vollkommener Mensch zu werden, abhält und uns nicht das Ewige Wohl erreichen lässt.

 

 

Wenn dieses Sein nur Freude hieß,

wer kennte Freudestränen?

Wär schon die Erde Paradies

Würd`s Eden wer ersehnen?

 

Wenn uns der Sorge keine drängte,

wer spürte Schmerz, Verlangen?

Wer würd, wenn man ihm alles schenkte,

um Gottes Hilfe bangen?

 

Wer flehte noch um Seine Obhut,

würd` Seine Mahnung hören?

Wer ließ sich nicht von Hab und Gut

Von dem Genuss betören?

Wenn`s auf der Welt gäbe kein Leid –

Der Geist würd`s jemals streifen?

Und Höllenqual auf Ewigkeit,

wenn auch nur schwach begreifen?

 

Es soll wohl Paradies nicht sein

Das Leben, deshalb eben!

Wer nur gefolgt Erdglückes Schein

Hat`s Paradies vergeben!

Hat`s Paradies vergeben, eben,

doch die, die immer noch auch neben

dem rechten, schlichten Erdenleben,

dem Schöpfer ihrem, ganz ergeben –

zu Ihm hinauf, nach Hohem streben,

die wird Er einst zu sich erheben,

sie werden`s Paradies erleben!

 

Und jene aber werden beben,

die dieser Welt so blind erlegen,

der Welt mit ihren Zauberei`n.

 

Das Paradies es könnt doch kein

Garten für wahren Frieden sein,

ließ Gott die Schlechten mit hinein –

so strebt auf Gottes Wegen,

wenn euch an euch gelegen.

Gott gibt euch Seinen Segen,

plant Ihr für`s Ewigsein!

 

In der Sure 55 lesen wir (siehe ab Vers  60:)

„Ist das gute Werk mit etwas anderem zu vergelten als mit gutem Lohn?“ Welche der Wohltaten eures Herrn wollt ihr beide (Menschen und Dschinn) da leugnen?

Außer den beiden (Paradies-)Gärten gibt es zwei andere (Paradies-) Gärten ...

Dunkelgrüne ...

 Mit zwei sprudelnden Quellen ...

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