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Sonntag, 17 November 2013 05:06

Zurzeit noch im Zug der Zeit (16)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (16)
Der Erfolg liegt in der Weitsicht Imam Ali (a)

 

Geht man einen Weg, so schlägt man eine Richtung ein. Diese Richtung kann jedoch wechseln, sogar dauernd wechseln – wie bei einem Rundweg. Das Ziel, auf das wir zuzugehen wünschen, bestimmt die Richtung, die wir wählen. Wechselt unser Ziel, kann auch die Richtung sich ändern. Was ist unser Lebensziel?

Im Leben setzt sich der Mensch viele kleine und größere Ziele: die Erreichung eines Studienabschlusses, der Abschluss eines Einstellungsvertrages, den Kauf einer Wohnung, die Wahl des geeigneten Ehepartners, ein Kind, eine Reise um die Welt, eine Auswanderung usw. Es sind Dinge, der die Mensch vielleicht nicht erzielt, oder - wenn er sie erzielt hat - ihm wieder aus der Hand gleiten können. Oftmals ist ihm ein Ziel, wenn er es erreicht hat, gar nicht mehr so viel wert wie zuvor und er strebt nach neuem und ist mit dem, was er hat unzufrieden.

 

Wenn wir ein jedes von unseren kleinen Zielen ereicht haben, so verlangt es uns dennoch wieder nach neuen Erfolgen und Dingen. Wir sind glücklich , Erfolge zu erwerben, glücklich alle diese kleinen und großen Ziele zu erreichen. Aber eigentlich sind es nur Zwischenziele. Sie erfreuen und beglücken uns auf unserem Weg durchs Leben. Aber diese Erfolge, das Resultat unserer Bemühungen, sind vergänglich. Sind diese Ziele daher geeignet, uns einen andauernden festen Halt zu bieten? Was ist unser Hauptziel für das Leben? Haben wir eines? Ist denn nicht ohne ein festes Grundziel alles Spielerei, ein sinnloses Treiben, eine Täuschung?

 

Das Leben scheint uns viel

Doch bleibt es nur ein Spiel,

solang wir nicht das Ziel,

für das wir sind, gesetzt!

Und ohne dieses Ziel,

verliert bei diesem Spiel

ein jeder viel zu viel

- Steht da – entsetzt –

- Zuletzt.

Was dieses Ziel ist, davon ein wenig später. Es kann nicht schaden, wenn wir uns die Sinnlosigkeit eines ziellosen Lebens, eines unsinnigen „Sich-Mühens und Sich-Vergnügens“, innerlich nachvollziehen und sie spürbar wird. Wer Schmerz verspürt, sucht nach Heilung!

Der, der die Sinnlosigkeit brennend empfindet, wird nach der zufriedenstellenden Antwort dürsten und sich auf die Suche nach der löschenden Quelle begeben. Wenn er die Antwort gefunden hat, wird dieses Verlangen der Seele gestillt werden:

 

Sonntagnachmittag – auf alten Alleen,

wenn wir die Menschen schlendern sehen.

Allein, zu dritt, oder zu zweit,

im Kinder- oder Hundgeleit –

so denkt man an die Zeit vor Jahren,

wo alle nicht geboren waren.

Und trotz dem schönsten Sonnenschein,

fällt gleich das trübste Bild uns ein.

Trotz allem äuß`ren Schein von Frieden,

beginnt der Trübsinn still zu sieden.

Vor hundertfünzig Jahren nur,

war von uns allen keine Spur.

Doch promentierten auch – wie heute –

In schöner Sonne manche Leute.

Ob sie geliebt oder gelitten,

ob sie versöhnt oder zerstritten,

ob sie nun stumm, ob sie gelacht,

ob Pläne sie für sich gemacht.

Ob ihre Kinder spielten, fröhlich tollten,

oder die Eltern dies nicht wollten ...

Keiner von ihnen lebt heute noch –

Obwohl – sie lebten damals doch!

Und an das Ende sie nicht dachten,

als die Spaziergänge sie machten.

Und – das weiß Gott – wie es dann ihnen,

erging, die so lebendig schienen!

Wer weiß – wie wird es denen gehen,

die wir nun heute wandeln sehen?

 

Und es durchbohrt ein scharfer Schmerz

Den Geist, und hilflos pocht das Herz.

Es wär sein Trost, wenn er nur fände

dass mit dem Tod nicht alles ende.

Solang wir nicht an Ew`ges glauben,

wird uns das Leben Freude rauben.

Soll nach dem Tod nichts auf uns harren,

ist alle Freude ein Sich-Narren.

Das Lustwandeln im Park ist schon

Für jeden Nachdenklichen ein Hohn.

Doch weiß das Jenseits wer gegeben,

ist Tod für ihn Herübergehen.

Er glaubt ans Reich des Absoluten,

denn Wahrheit steht über Vermuten.

Gott sprach davon in Seinem Worte,

versprach den Guten heil`ge Orte.

Mahnte und mahnt den, der noch lebt

Damit er auf direktem Weg

in Seine heilige Nähe strebt!

*****

„Wisset, dass das Leben in dieser Welt nur ein Spiel und ein Tand ist und ein Gepränge und Geprahle unter euch, und ein Wettrennen um Mehrung an Gut und Kindern. Es gleicht dem Regen (der Pflanzen hervorbringt), deren Wachstum den Bebauer erfreut. Dann verdorren sie, und du siehst sie vergilben; dann zerbröckeln sie in Staub. ...Und im Jenseits ist strenge Strafe und Vergebung und Wohlgefallen Allahs. Und das Leben in dieser Welt ist nur eine Sache der Täuschung.

Hl. Koran, Sure 57 (Vers 20)

 

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