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Montag, 04 November 2013 06:12

Zurzeit noch im Zug der Zeit (15)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (15)
„Jeder von euch hat drei Freunde: Der eine ist ein Freund, der deine Wünsche erfüllt.
Es ist dein Besitz. Dein zweiter Freund ist jemand, der dich bis ans Grab begleitet und sich nach deiner Beerdigung von dir trennt. Er gibt dir weder etwas mit, noch leistet er dir Gesellschaft. Es ist deine Familie. Aber der dritte Freund, der den Menschen begleitet ist sein Handeln...

 

 

Das Handeln sagt (zu dir): `Bei Gott! Ich begleite dich überall hin und trenne mich nicht von dir, ob ich nun ein gutes, rechtschaffenes oder ein schlechtes Handeln bin.`“

Der Prophet (s)

 

Das Leben umschlingt uns recht wohl mit viel Schönem und Angenehmen. Wir lieben diese Annehmlichkeiten und Genüsse. Aber kerkert diese Liebe zum Vergänglichen unseren Geist nicht in eine enge Zelle ein? Werden wir nicht Gefangene von Verlangen und Wünschen, von denen nie alle in Erfüllung gehen und selbst das, was in Erfüllung geht, uns auch wieder aus der Hand gleitet? Wie in einem Zwang glauben wir, dies und jenes unbedingt erreichen zu müssen. Haben wir es erreicht, verlangt es uns nach der Erfüllung weiterer, neuer Wünsche.

 

Das Schöne im Leben scheint so wertvoll, dass wir darüber seine Vergänglichkeit vergessen. Wir vergessen, dass es nur ein Glitzern und eine Täuschung sein kann. Die Freuden und Genüsse des Lebens reihen sich wie Gitterstäbe um uns herum. Außerhalb von ihnen aber liegt eine Welt, die nicht täuscht. Es ist eine höhere Welt. Ihre Schönheit ist kein Flitter. Ihre Reinheit kein oberflächlicher Verputz. Sie ist echt. Sie ist ewig. Sie ist wunderbar und wunderschön. Unvermischtes gediegenes Glück.

 

Wir müssen diese Gitterstäbe weltlicher Verlangen, die uns innerlich so sehr begrenzen, brechen und hinaus – hinaus in diese wahre Welt . In dieser wahren Welt erkennen wir unseren Urheber, die beständige beglückende Wahrheit, den Sinn unseres Lebens und den rechten Weg durch das Diesseits und wonach wir wirklich streben sollten.

 

Und aus dem Lebens Tand und Flitter

Erwächst für uns ein Kerkergitter,

das es zu sprengen gilt.

Um aus den Mauern, aus den Zwängen,

hinaus ins Freie rauszudrängen,

dort alle Wahrheit zu erkennen,

die es für uns zu kennen gilt.

 

Und aus des Lebens Tand und Flitter

Erwächst für uns ein Kerkergitter

Das es zu sprengen gilt

Um Gott, den Einzig Wunderbaren,

mit uns`rem Herzen zu erfahren

und um zu gehn den Weg, den klaren,

den es zu Ihm zu gehen gilt.

 

„Die Nutznießung des Diesseits ist kurz bemessen und das Jenseits ist für die, die gottesfürchtig sind, besser…

Hl. Koran 4:77

 

 

Es gibt viele Wege durchs Leben. Sie führen über schroffe Berge und durch sanfte Täler. Entscheidend ist, wo ein Weg letztendlich hinführt. So lässt ein Irrweg uns vielleicht unwiderruflich in eine Sackgasse geraten. Es kann auch sein, dass wir nur im Kreise laufen, so dass wir schließlich an den Ausgangspunkt zurückkehren. In einem solchen Fall haben wir ständig die falsche Richtung gewählt.

Wir haben nichts erreicht! Nichts! Wir sind dort angelangt, wo wir unsere Wanderung begonnen habe. Alle Strapazen des Weges waren umsonst. Wir sind nicht in der ersehnten Oase eingetroffen. Alle süßen Reisefreuden und Erwartungen werden jäh zu bitterer Erinnerung. Blumen, die wir am Wegrand gepflückt haben, welken uns dahin. Unsere Hände sind leer. Wir überbringen keine guten Taten und haben nichts erreicht! Nur schlechte Taten begleiten uns und wir können sie nicht abschütteln.

 

So kann das Leben enden und der Tod scheint uns hämisch entgegen zu grinsen.

Zu Tode erschreckt starrt der Mensch ins Leere. Ist nicht der Tod das größte Leiden im Leben, wenn wir ihm auf diese Weise begegnen; wenn uns plötzlich bewusst wird dass unser Sein nicht mehr war als ein sinnloses –Da-Sein? - Ein Leben ohne Früchte! Und welchen Schaden haben wir uns dann eingehandelt! Welch ein Verlust!

Wie gut ist es im Gegenteil dazu, wenn wir das Ziel unseres Lebens kannten, uns Mühe auf dem Weg zu diesem Ziel gaben, und beim Abschied einen Proviant guter Taten für die Ewigkeit mit hinübernehmen.

 

Sind wir jedoch Irrwege gegangen , war alle Mühsal umsonst. Und die schockierende Gewissheit, dass wir für nichts und wieder nichts gelebt haben und und wir uns selber im Leben geschadet haben, erfasst uns mit eisiger Kälte:

 

Ja,

kennst du größeres Leiden, einen größeren Schmerz

als den,

dass wer,

innerlich leer

aus der Welt will scheiden?

Dass jemand, ohne Weitsicht

Sich verrennt im Labyrinth

Der Welt, die doch blendet,

wie sie blendet das Kind

ohne zu Ihm

zu Gott

aufzuschauen?

Dass jemand, selbst noch

In seinen letzten Stunden

Nicht zum Schöpfer

Und dem Ziel seines Seins gefunden,

und es nicht mochte, auf Ihn

Seinen Gott zu vertrauen?

 

Ja nenn ein größeres Leiden, einen größeren Schmerz

Als den,

dass wer,

innerlich leer,

aus der Welt will scheiden!

 

Dass jemand dem Schlechten

gehorchte und das Gute versäumte

Ein scheinbares Erdenglück

sich nur erträumte,

und vergaß, bei Ihm

Ewig-Sein zu erbauen.

 

Dass jemand trotzig

Ihn zu bejahen

Sich scheute -

Ihn, Gott und Den

Richter,

und die Schuld ihn nie reute.

Was bleibt ihm beim Scheiden

Außer eisigem Grauen?

Denn ewige Leiden wird

Er dann schauen.

 

...

 

„Wie gut werden sie am Tag , da sie zu Uns kommen werden, höِren und sehen! Heute aber sind die Frevler in offenbarem Irrtum.“

Hl. Koran 19: 38

 

 

 

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