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Sonntag, 20 Oktober 2013 08:00

Zurzeit noch im Zug der Zeit (14)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (14)
Bemühe dich so sehr um das Diesseits , als würdest du immer leben und so sehr um das Jenseits , als würdest du morgen sterben.  
Prophet Mohammad (s) Nehmen wir an, nach dem Tode gäbe es wirklich nichts anderes mehr als das Nichts. Welche Folgen hätte diese Annahme jedoch psychisch und moralisch für die Mehrheit der Menschen?

 

Es hätte zum Beispiel zur Folge, dass sie sich ganz auf dieses Leben konzentrieren, und es genießen wollen. Dabei wird die Versuchung, das Leben auf Kosten anderer zu genießen, groß sein. Sehen wir uns doch nur in unserer von dieser Einstellung geprägten Zeitära um!

 

Ist nicht der Spruch: „Genießt das Leben!“ zum Wahlspruch in der Konsumgesellschaft geworden?

Sogar unter denen, die sich zu einer Religion bekennen und sagen, dass sie an ein Leben nach dem Tod glauben, beobachten wir diesen Trend, nämlich den, das Leben genießen zu wollen. Was aber ist bei ihnen der Grund?

Sie glauben zwar daran, dass es nach dem Tod ein Leben gibt, haben aber keine richtige Vorstellung davon und viele von ihnen scheinen sich ganz sicher zu sein, dass es letztendlich ein gutes Leben sein wird! Und daher macht man sich also kaum noch Gedanken darüber, wie man vor dem Tode leben sollte, damit man nach dem Tode auch ein gutes Leben hat. Als hätte man den Freischein für jede Art von Vergnügungen auf Erden ebenso wie den Gutschein für das Paradies in der Tasche!

Man möchte das Leben genießen, so lange es geht. Was dabei stört, darf zur Not missachtet werden. Sogar Dinge wie die Verantwortung für andere, oder die Vernunft und die Moral. Die Prinzipien der Religion werden ja schon lange missachtet, man denke nur an die Zehn Gebote.

 

Und dann, mit zunehmenden Alter wird der Mensch gewahr, wie kurz doch das Leben ist: ein unglaublich kurzer Augenblick im Vergleich zur Ewigkeit. Noch kürzer und vergänglicher scheint uns bald auch das Glück im Leben. Es zieht doch schnell vorbei. Wir empfinden immer mehr seine Vergänglichkeit. Ist es mehr als eine vorübergehende wohltuende Windbrise an einem heißen Sommertag? Und doch suchen wir dieses Glück zu fassen. Wer aber wird sich am Wind festhalten können?

Wir lieben das hiesige Glück, obwohl es uns nicht die Treue hält. Wir brauche es und dennoch – den letzten Halt kann es uns gar nicht bieten.

Wir können nicht auf seinen Fortbestand bauen, uns auf dieses Glück stützen.

Dieses oberflächliche Glück ist ein Kartenhaus, das schnell einstürzen kann und wird. Krankheit und Verlust eines lieben Menschen sind Stürme, die es unweigerlich zum Einsturz bringen.

 

Wir versuchen, dieses Kartenhaus des irdischen Glücks immer wieder aufzubauen obwohl es wieder schnell aus den Fugen gerät.

Natürlich dürfen wir auf Erden nach unserem Wohl streben. Es ist sogar unsere Aufgabe und Bestimmung uns Mühe zu geben, unsere Kinder zu versorgen, sie zu erziehen, Probleme zu lösen und Schwierigkeiten tapfer zu überwinden. Wenn wir all dies nicht nur dafür tun, um weltliche Ziele zu erreichen, sondern aus der Liebe zum Absolut Guten heraus, so ist es kein zerstörbares Glück mehr, was wir aufbauen, sondern unvergängliches Wohl. Die Garantie für dieses unvergängliche Glück liegt im Innern des Menschen und nicht in seiner Umgebung.

Sie liegt in der richtigen Motivierung, in der rechtschaffenen Absicht, nämlich in der Absicht, im Zeichen Gottes zu handeln.

Dann ist auch das Glück kein Kartenhaus mehr.

Es wird ein festes, unzerstörbares Gebäude sein.

 

„Und Allah legt denen, die glauben, das Beispiel von Pharaos Frau vor, da sie sprach: «Mein Herr! Baue mir ein Haus bei Dir im Garten und befreie mich von Pharao und seinem Werk und befreie mich von dem Volk der Frevler!“

Hl. Koran, Sure 66, Vers 11

 

 

Der Mensch baut das Haus im Eden  mit seinen guten Werken, mit Akten der Nächstenliebe, die er Gott zuliebe, als Zeichen seiner Gottesanbetung und seiner Gott-Dienstbarkeit aus Gott-Dankbarkeit begeht, auf.

Dieses Haus wird er nach seiner Rückkehr zu Gott bewohnen.

Selbst die tägliche Arbeit und sein Mühen zur Ernährung seiner Familie, die Betreuung und Erziehung seiner Kindes – das alles werden Dienste an Gottes Geschöpfen und Dienste für Gott sein, wenn unser Motiv rein geworden ist und wenn alles aus Liebe und Ehrfurcht zu Ihm, dem Absolut Guten, - zu Gott - geschieht.

 

Werden wir uns doch nur gewahr, wie flüchtig das äußere Glück im Leben ist und wie das innere Glück – die Zufriedenheit mit sich selbst und die Freude am Guten und dem Wohlwollen Gottes alles überdauert und in die Ewigkeit hinüberreicht. Dort besteht es für immer weiter.

Wir sollten nach beidem streben – dem relativen Glück von heute, weil es unserem Wesen mitgegeben ist, sich danach zu sehnen und sich darum zu mühen – und dem Glück von morgen in der Ewigkeit, weil es unsere Rettung für heute und Morgen bedeutet.

Lasst uns nicht vergessen, welches Glück mehr wiegt und länger andauert und – so Gott es will – immer währt:

 

 

Es ist das Lebensglück nur flüchtig –

Wie der am warmen Tag wehende Windhauch.

Warum dann noch gilt`s uns als so begehrt?

 

Es ist in seinem Launenspiel so richtig

Doch wie ein undankbares Kind auch,

das uns, obwohl geliebt, einfach den Rücken kehrt

das uns, obwohl geliebt, einfach den Rücken kehrt.

Vergessen dürfen wir darüber nicht das Glück, das immer währt.

Denn`s irdische wird letzten Endes nichtig.

 

 

 

„Wer Gutes vollbringt, dem wird Besseres als Lohn zuteil; und sie werden sicher sein vor Schrecken an Jenem Tage“

Hl. Koran: 27, Vers 89

 

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