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Montag, 07 Oktober 2013 04:33

Zurzeit noch im Zug der Zeit (13)

Zurzeit noch im Zug der Zeit (13)
"Die Verständigen sind jene, die ihr Denken einsetzen, um dadurch die Gottesliebe zu erwerben. ...und wenn er (ein Verständiger) diese Stufe erreicht hat, richtet er sein Verlangen und seine Liebe auf seinen Schöpfer, erreicht auf diese Weise die höchsten Stufen und findet Gott in seinem Herzen..." Imam Sadiq a.s.

 

 

Genügt es, wenn wir die Existenz Gottes erkannt haben und uns bewusst wurden, dass er uns erschuf?! Dies zu wissen, ist sicherlich die Basis und gibt uns den ersten Boden unter den Füßen. Ist Gott aber nur für Sich und sind wir Menschen nur für uns? Oder steht Er in Wirklichkeit mit uns in Verbindung? Hat er uns keine Botschaft und keinen Ratgeber fürs Leben vorgelegt? Wie beantwortet er die grundlegenden Lebensfragen?

 

Gibt Er eine Antwort darauf, wozu Er uns schuf? Und gibt Er uns eine Antwort darauf, warum er auf der Welt Hässliches und Leid sein ließ und uns zugleich mit zahllosen schönen Dingen umgab und Freuden bereitete?

 

Warum wurden wir erschaffen, wenn wir wieder sterben sollen? Was bedeutet eigentlich „Sterben“ und „Tod“? Ist es nicht die Frage, die wir uns irgendwann einmal stellen? Wie lange nach wollen wir ihrer Beantwortung ausweichen?! Sie taucht doch immer wieder auf! Sollten wir sie weiter verdrängen und dieses Vakuum nicht ausfüllen oder lieber nach einer befriedigenden Antwort suchen?

 

Das Leben ist wie ein Haus. Über die Eingangstür reden wir, aber wir meiden die Frage nach dem Ausgang. Fürchten wir uns vor dem Danach? Jedenfalls scheuen wir doch das Nachdenken darüber, was nach dem Verlassen dieses Hauses mit uns geschieht.

 

Die Wissenschaft konnte diese Frage noch nicht vollständig untersuchen, sie und viele Weltanschauungen geben daher auch unvollständige Antworten über den Tod und das Danach, die uns nicht zufriedenstellen und beruhigen können. Kann es uns wirklich beruhigen, dass die Moleküle unseres Körpers sich nach dem Tod dem großen Kreislauf der Materie anschließen?

Was ist, wenn die Materie vergänglich ist?

 

Nicht wenige glauben einfach nicht mehr an das Leben nach dem Tod. Aber diese Einstellung kann sich katastrophal auf ihre Moral auswirken. Die Antwort auf die Frage, was nach dem Tod mit uns geschieht, ist so entscheidend, dass sie unser Lebensmotiv und ebenso unsere Lebensweise bestimmt.

Hast du dir die Frage beantwortet oder sie vor dir hergeschoben, lieber Mitmensch? Vielleicht hast du einfach den Lösungen Glauben geschenkt, die andere und verschiedene Ideologien dir anboten, ohne ihnen auf den Grund zu gehen und lange darüber nachzudenken.

 

Es ist nie zu früh zu einem tiefen Nachdenken ! Erinnern wir uns doch einmal an Momente, in denen der Tod spürbar nah war. Zum Beispiel bei einem drohenden Autounfall, bei dem wir mit einem Schrecken davon kamen, bei der Angst vor einer unheilbaren Krankheit, von der wir glaubten, betroffen zu sein, oder bei Bombenangriffen, wenn wir uns unter Kellerdecken duckten, die Bomben einschlagen hörten und ihre Detonation verspürten.

Solche Erlebnisse wirken nach, obwohl es nur Augenblicke sein können. Aber dennoch vergessen wir sie allzu schnell wieder. Dies ist einerseits heilsam und notwendig, aber dennoch sollten wir sie uns manchmal ins Gedächtnis zurückrufen - diese Augenblicke, in denen wir unmittelbar an den Tod erinnert wurden.

Wenn wir uns zum Nachdenken zurückziehen, können wir von der alltäglichen Umgebung abschalten und uns von ihrer Ablenkung frei machen. Der Alltag lenkt uns ab von dem, was wir wissen müssen.

Aber wir sollten uns die Zeit nehmen, um uns die noch offenen Lebensfragen bewusst zu machen.

 

Lassen wir doch den Wind durch das geöffnete Fenster in unsere Zimmerecke hinein. Lassen wir frischen Wind in die Segel unserer Seele:

Wir sollten nach der Antwort auf eine der wichtigsten Fragen im Leben suchen. Dies ist die Frage nach dem Danach! Welche Antworten haben wir dazu vorliegen? Welche Antwort ist überzeugend?

 

Ja, es ist wieder Zeit sich zum Nachdenken zurückzuziehen, die Gedanken zu ordnen, den Geist für immer zu erfrischen:

 

 

Gewähre dem Wind doch Einlass

In die Stille Deines Zimmers!

Lass ihn die Fragen entfachen,

die als Funken in dir glimmern!

 

Brennende Fragen um das Sein,

um den Sinn,

nach dem Ziel deines Lebens,

dem „Wie leben?“, dem „Wohin?“

 

Das „Wohin?“ ist die Flamme,

die am höchsten auflodert.

Ja, was wird nur aus uns

Wenn das Sterbliche modert?

 

Kehrst ins „Nichts-Sein“ du ein?

Zur Materie zurück?

Empfindest du dies

Als „tröstendes Glück“?

 

Bleibst bei denen im Ansehen,

die dich im Leben geliebt?

Dies wird doch nur währen,

solang es sie gibt.

 

Wohin, ja wohin

Wirst einst du gelangen,

wenn du den Bleibenden

Ade sagst mit Bangen?

 

Wird dies ein Abschied

Für immer wohl sein,

bevor du betrittst

ein „Nichts“ – ganz allein?

 

Wirst du dann Ruhe und

Frieden finden?

Oder in Schmerzen,

in Qualen dich winden?

 

Das „Wohin?“ ist die Flamme,

die am höchsten auflodert.

Ja, was wird nur aus dir,

wenn das Sterbliche modert?

 

Der Seele Brand lösch!

Sei daher gewillt,

jenen Schritt zu tun,

der deine Ängste stillt.

 

Es ist ein Schritt,

verhöhnt als „Zurück“.

Doch er bringt dich weiter

Und zum wahren Glück!

 

Erkennst du nicht, dass

Ein Sein nach dem Tod,

dir als Kind zwar Furcht,

doch auch Ruhe erbot?

 

Und auch noch heute

Spürst du – ohne es – Grauen!

Du solltest ein wenig

In deine Seele nur schauen.

 

Diesen Brand der Frage

Nach dem dortigen Ort,

den löscht nur das eine,

das Wahre Wort fort.

 

Das Wort, das du findest

In Gottes Offenbarung.

Überragt nicht Sein Wissen

Aller Menschen Erfahrung?

 

Man rühmt sich zu wissen,

aber ist alles erkannt?

Warum weist man Unbekanntes

So strikt von der Hand?

 

Existiert etwas nur, wenn

In der Lage wir sind,

es mit dem Sinn zu erfassen?

Uns der Nachweis gelingt?

 

Weshalb verneint jemand denn

Die Existenz nach dem Tod

Und treibt schon die Jugend

In seelische Not?

 

Will man, dass der Mensch

Diese Welt liebt nur?

Dass er immer nach Geld

Und Konsum strebe stur?

 

Dass er mehr an sich denkt,

an seinen Genuss

als an das Schicksal der and`ren,

deren Not und Verdruss?

 

Dass vor dem Tod ihm so bang,

dass niemals er will,

sein Leben hergeben

für ein höheres Ziel?

 

Dass er das Sterben wegträumt,

dass er kniet vor dem Leben,

und nachlässig versäumt

nach Charakter zu streben?

 

Doch innere Größe

Verleiht erst die Schwingen

Um paradiesische Höhen

Nach dem Tod zu erringen.

 

Die Ehrfurcht und Liebe

Zu dem Einen Gott:

sie rettet uns nur vor

der dortigen Not!

 

Ja, gewähr dem Wind Einlass

In die Fülle deines Innern.

Lass ihn dich zurückführ`n ,

lass ihn dich erinnern.

 

Er soll für dich blättern

In bisherigen Seiten,

dir den Rückblick eröffnen,

um dann überzugleiten.

 

Über zum Abschnitt, dem

Neuen, dem gescheiten.

Es könnte dir Wende sein

Auf ewige Zeiten.

 

Bereue das Schlechte

Und lass von ihm ab!

Dann lähmt dich nicht mehr

Die Angst vor dem Grab.

 

Und dann lebst du endlich

Wirst „Mensch“ werden fürwahr

Und zu Gott hinwachsen

In der Gott folgenden Schar.

 

 

****

 

„Und es spricht der Mensch: «Wie! Wenn ich tot bin, soll ich dann wirklich zum Leben erstehen?»

Bedenkt der Mensch denn nicht, daß Wir ihn zuvor erschufen, während er bis dahin ein Nichts war?“

Hl. Koran, Sure 19, Verse 66 und 67

 

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