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Mittwoch, 12 November 2014 13:45

Wer sind die Achtlosen ?

Wer sind die Achtlosen ?
  Achtlosigkeit ist das Gegenteil von Wachsamkeit  . Achtlosigkeit kann jeden möglichen Aspekt im Leben des Menschen betreffen aber in der Terminologie der Religion  bedeutet sie völlige oder grobe Nicht-Beachtung des zukünftigen Wohls.

  Ein unachtsamer Mensch  handelt, ohne an die Zukunft zu denken und er achtet nicht auf die Wahrheiten des Lebens und des Jenseits und auf die Mahnungen, welche Ereignisse im Leben beinhalten. Die Ahnungslosigkeit über diese Wahrheiten und das Fehlen einer richtigen Sichtweise zu ihnen, gefährdet  Wohl und Glück des Menschen.

Gemäß Koran führt die Achtlosigkeit dazu, dass der Mensch nur das Äußere des weltlichen Lebens und nicht das eigentliche  ewige Leben sieht, dessen Qualität aus dem diesseitigen Leben hervorgeht.

Gott hat im Koran  im Vers 7 der Sure 30 gesagt;

„Sie kennen nur die Außenseite des diesseitigen Lebens; das Jenseits (und den Ausgang)  aber beachten sie gar nicht.“

Gemäß dem Koran vermindert das Sündigen die Fähigkeit des Menschen, die Wahrheit zu erkennen. Je weiter der Mensch auf Abwegen wandelt,  desto fester werden die Schleier der Achtlosigkeit um sein Herz, sein inneres Auge und Ohr . Es kann so schlimm werden, dass er auf dem inneren Auge blind und auf dem inneren Ohr taub wird und das Fenster zur Wahrheit in seinem Herzen verriegelt. Gott hat im Koran die Achtlosen in  Sure 7 im Vers 179 wie folgt beschrieben:

„Und Wir haben wahrlich viele Dschinn und Menschen erschaffen, deren Ende die Hölle sein wird! Sie haben ein Herz (einen Verstand) , mit dem sie nicht begreifen (und nicht nachdenken) , und sie haben Augen, mit denen sie nicht sehen, und sie haben Ohren, mit denen sie nicht hören; sie sind wie das Vieh; nein, sie irren noch eher (vom Weg) ab. Sie sind wahrlich unbedacht (denn obwohl sie alle Mittel der Rechtleitung haben, gehen sie dennoch den Irrweg).

An dieser Stelle im Koran wird die Achtlosigkeit als der wichtigste Faktor für das schlimme Ende  der Hölleninsassen genannt.  Achtlosigkeit entsteht dadurch dass jemand nicht mehr nachdenkt und mit verschlossenen Augen und Ohren durchs Leben geht.  Durch diese Lebensweise kommt der Mensch sogar auf eine niedriger Stufe zu stehen als das Vieh.  Denn das Vieh ist achtlos, weil es gar nicht die Möglichkeit hat  an Ursprung und Ziel des Lebens zu denken, aber der Mensch besitzt diese Fähigkeiten und die Möglichkeit sich zu informieren. Wenn er aber  dennoch in Achtlosigkeit versinkt, dann wird er noch unter das Vieh zu stehen kommen.

 

Wir können von diesem Vers im Koran umgekehrt ableiten, dass der Mensch nicht achtlos wird, wenn er seine Möglichkeiten und Fähigkeiten  einsetzt, d.h. Auge und Ohr für die Wahrheit öffnet und über das, was er wahrnimmt, nachdenkt.  Dann wird er  mit einem wachen Geist durchs Leben gehen, was seiner Menschenwürde entspricht.

Mit diesem wachen Herzen und dem wachsamen Geist, wird für ihn der verborgene Sinn des Lebens  sichtbar  und er wird nicht mehr von dem Äußeren des Lebens geblendet.   Er  wird nicht nur um das Wohl dieser Welt besorgt sein, sondern er wird  alles daran setzen, dieses flüchtige Leben zu nutzen um an das ewige Wohl im Jenseits zu gelangen. 

 

Es gibt verschiedene Grade der Achtlosigkeit.  Mit Ausnahme der  Unfehlbaren (a) werden sogar besonders gläubige Gottesdiener manchmal unachtsam, wenn auch sehr selten .  Aber wegen ihres Glaubens und weil sie auf ihr Tun Acht geben,  sind sie niemals völlig achtlos und es bleibt für sie ein Weg zur Wahrheit offen. Es heißt über sie im Vers 201 der Sure 7:

„Wahrlich, diejenigen, die dann gottesfürchtig sind, wenn sie eine Heimsuchung durch Satan trifft, und sich dann ermahnen lassen (und an Gott und seine Belohnung und Strafe denken)  - siehe, gleich sehen sie(dank dieses Gott-Eingedenkseins ihren klaren Weg) wieder.“

 

Die Achtlosigkeit hat manche wegen ihres unwürdigen Verhaltens und ihrer Glaubenslosigkeit dermaßen erfasst, dass sie nicht mehr daraus aufwachen können.  Solche Achtlosen werden nicht aus der Anhungslosigkeit gerettet. Denn es ist wie mit jeder anderen schlechten Eigenschaft: wenn  die Achtlosigkeit nicht geheilt wird, dann nistet sie sich nämlich völlig im Herzen ein und schlägt dort Wurzeln.

 

Das Schicksal derjenigen, die achtlos und ahnungslos sterben ist nichts anderes als die Hölle und die göttliche Strafe. Gott hat im Vers 146 der  Sure 7 gesagt: 

„Abwenden aber will Ich von Meinen Zeichen diejenigen, die sich im Lande hochmütig gegen alles Recht gebärden; und wenn sie auch alle Zeichen sehen, so wollen sie nicht daran glauben; und wenn sie den Weg der Rechtschaffenheit sehen, so wollen sie ihn nicht als Weg annehmen; sehen sie aber den Weg des Irrtums, so nehmen sie ihn als Weg an. Dies (ist so), weil sie Unsere Zeichen für Lügen erklärten und sie nicht achteten.“

 

Dieser Vers handelt von denen, die unbedingt achtlos bleiben wollen und deshalb nicht mehr die Wahrheit und das Recht akzeptieren können.

Allamah Tabatabai, der bekannte iranische Koranexeget schreibt, dass solche Leute ,obwohl sie den rechten Weg von Irrweg unterscheiden können, dennoch den Weg der seelisch-geistigen Weiterentwicklung ignorieren und zwar weil sie sich nicht vom  abwegigen Weg trennen wollen.  Deswegen   hält Gott sie von seinen Versen fern und lässt sie davon abweichen. Diese Abweichung  wird durch die Leugnung  der Zeichen Gottes und deren Nichtbeachtung hervorgerufen. Diese Leute haben nicht darauf geachtet, wohin diese Achtlosigeit letztendlich führt: „

Gott kündigt im Vers 36 der Sure 43 an:

„Und für den, der sich vom Gedenken an den Allerbarmer abwendet, bestimmen Wir einen Satan, der sein Begleiter sein wird.“

Die Achtlosigkeit eines Menschen liegt laut Koran daran, dass er sich nach den egozentrischen Verlangen  richtet. Gott sagt  in der Sure Kahf (18), Vers 28

 zu Seinem Propheten:

 

„… Und gehorche nicht jemandem, dessen Herz Wir achtlos für die Erinnerung an uns werden ließen   und der seiner Neigung folgt und kein Maß und Ziel kennt!“

 

In diesem Vers wird also  die Befolgung der persönlichen Neigungen als Eigenschaft der Achtlosen angeführt. Im Vers 9, der Sure Munafiqin: (63) steht:

 

„O ihr, die ihr glaubt, lasset euch durch euer Vermögen und eure Kinder nicht vom Gedenken an Allah abhalten. Und wer das tut - das sind die Verlierenden.“

 

In anderen Versen werden Handelsgeschäfte oder langfristige Wünsche oder die Hoffnung auf das weltliche Leben und das Vergessen des Todes als Faktoren für Achtlosigkeit genannt. Gemäß dem Islam  sind diese Dinge an sich nicht verwerflich , aber man muss achtgeben, dass man Maß hält und jeden Segen richtig nutzt.

 

Die Gefahr, welche von der  Achtlosigkeit gegenüber dem  Gedenken an Gott und schicksalsbedeutenden Fragen des Lebens für das Glück des Menschen ausgeht , ist größer als wir denken.  Achtlosigkeit   zerstört alle Eckpfeiler unseres Glücks – Der Koran warnt nicht nur vor dem schlimmen Ende der Achtlosigkeit sondern sagt auch, wie der Mensch sie aus dem Herzen entfernen kann. An vielen Stellen wird dem Menschen empfohlen, über die Zeichen Gottes nachzudenken, denn sie machen uns auf das Ziel der Erschaffung und den Sinn seiner Existenz auf Erden aufmerksam. Der Koranexeget Ajatollah Dschawadi Amoli schreibt:  „Der Weg zur Bekämpfung der Achtlosigkeit ist Dhikr (das Eingedenksein) - ... Das beste Beispiel für dieses Gott-Eindenk-Sein ist das fünfmalige Gebet am Tag.“

 Gott sagt im Koran : „Verichtet das Gebet in Gedenken an mich.“  Das Gott-Eingedenksein bedeutet aber nicht, dass der Mensch nur mit dem Mund die Erinnerung an Gott ausspricht. Sondern der Mensch soll mit seinem Herzen  Gott zu gewandt sein. Diese Zuwendung  hält den Menschen nämlich von der Sünde ab und veranlasst ihn, Gottes Gebote zu befolgen.  Das ist  praktizierte Gott-Erinnerung.  Gott in allen Momenten des Lebens eingedenk zu sein, ist Dhikr. Nicht nur das tägliche Gebet, sondern auch das Lesen aus dem Koran ist Dhikr und auch das Nachdenken über ihn. Im Koran heißt es im Vers 69 der Sure 36:

„Dies (himmlische Buch) ist nichts als  ein Dhikr  und ein deutlicher Koran.“

       

 Der Prophet hat gesagt:  „Wer jeden Abend 10 Verse aus dem Koran liest, der gehört nicht zu den Achtlosen.“

Die Erinnerung an den Tod und an die Vergänglichkeit des weltlichen Lebens ist ebenso  ein wirksames Mittel gegen Achtlosigkeit.. Von Imam Dschafar Sadiq (a) stammt folgende Empfehlung:  Die Erinnerung an den Tod,  tötet die Verlangen des Egos, vernichtet den Boden für die Achtlosigkeit und stärkt die Herzen durch die Verheißungen Gottes....“    

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