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Donnerstag, 10 April 2014 06:31

Höchste Stufen des Gott-Dienens durch den Dienst am Nächsten

Höchste Stufen des  Gott-Dienens durch den Dienst am Nächsten
Eines der edelsten Gefühle im  Menschen äußert sich im Leben darin , dass er anderen hilft und seinen Mitmenschen dient.

Der Mensch steht im Grunde nicht gleichgültig seinen Artgenossen gegenüber, sondern ist hilfsbereit. Diese Hilfsbereitschaft erleben wir bei  großherzigen Menschen in ausgeprägter Form. Diese  denken immer an das Wohl der anderen und möchten ihnen dienen. 

Imam Sadschad (a) Sohn des Imam Husain hat in seinem Gebet an Gott  wie folgt gesprochen; O Gott ... lass von meiner Hand gute Werke für die Menschen ausgehen und lass nicht zu dass diese Werke wertlos werden, weil ich von den anderen eine Gegenleistung erwarte ... O Herr bewahre mich davor, dass ich übertreibe und vergeude und zeige mir wie ich den Bedürftigen  auf ausgeglichene Weise spenden soll ... O Gott –  mach, dass ich die Freundschaft mit den Armen liebe und hilf mir dabei, mit ihnen zu verkehren und mich mit ihnen zu gedulden...“

Der Dienst an den Nächsten gilt gemäß der himmlischen Lehren des Islams als eine der besten Formen des Gott-Dienens und gemäß Koran und dem Propheten  gibt es einen engen Zusammenhang  zwischen dem Dienst an den Menschen und der Beliebtheit bei Gott.  Der Heilige Koran schenkt der Nächstenliebe so viel Aufmerksamkeit, dass er Wohltätigkeit zu einer wichtigen  Voraussetzung für die Rechtleitung zählt. In den Versen 2 und 3 der Sure 2 heißt es:

„Dieses Buch (der Koran) ist Gottes Offenbarung. Daran ist nicht zu zweifeln. Es enthält Rechtleitung für die Frommen,

die an das Verborgene glauben, das Gebet verrichten und von den Gaben, die Wir ihnen bescheren, gerne Spenden geben..“

Gemäß diesen Versen gibt Gott denen Rechtleitung und lässt sie die Wahrheit erkennen, die neben ihrem Glauben an das Verborgene und der Verrichtung des Gebetes auch  wohltätig sind und daran denken, den anderen zu dienen. Der Erhabene Prophet des Islams hat einmal gesagt:

„Die Menschen sind die Familie Gottes und die beliebtesten sind bei Gott jene, die der Familie Gottes etwas nützen .“

Aus einem anderen Sichtwinkel gesehen  ist nicht nur die Herstellung einer Beziehung zum Schöpfer und Herrn für den Menschen ein Bedürfnis, sondern er bedarf auch der Beziehungen zu den Mitmenschen.  Keiner von uns kann alleine alle seine Bedürfnisse stillen, sondern ist für das Überleben auf die anderen angewiesen. Wir erwidern entsprechend unserem Vermögen einen Teil der Bedürfnisse der anderen, und sie erwidern einen Teil unserer Bedürfnisse.  Einige muslimische Denker wie Schahid Morteza Motahhari sind der Ansicht,  dass  der Mensch ein edles Gefühl für die Wohltätigkeit besitzt, welches wie seine anderen Gefühle beantwortet werden muss und   dass den Menschen,  falls es ihm aus Unwissenheit nicht gelingt, dieses emotionale Bedürfnis zu stillen, Kummer  und Niedergeschlagenheit überkommen. 

Im heutigen Zeitalter der wachsenden Industrialisierung und Mechanisierung wird dem Menschen zwar das materielle Leben leichter gemacht, aber auf er anderen Seite hat seine Motivitation zum Dienst an den anderen Menschen abgenommen.  Dabei gehen die Depressionen des  heutigen Menschen  zum Teil auf das Denken an den eigenen Vorteil und die Abkehr vom Nächstendienst zurück.  Der weltbekannte iranische Dichter Saadi,  hat dazu geschrieben, dass Gestein und Eisen mehr Nutzen bringen, als ein Mensch, der nicht mehr daran denkt, wie er den anderen helfen und nützen kann.

Gemäß dem Islam haben die Menschen gegenseitige Rechte und Pflichten. Imam Sadschad (a) hat in einer Abhandlung nach den Rechten und Pflichten verschiedener Gruppen wie Herrscher und Untertanen, Verwandte, Wohltäter , Nachbarn, Freunde, Geschäftspartner, Bittsteller und Bedürftige unterschieden, wobei er übrigens auch die Rechte der Tiere erwähnt. 

In Wahrheit betrachtet der Islam den Dienst an den Nächsten als eine Pflicht gegenüber den anderen und sagt, dass die Menschen sich gegenseitig dienen müssen und gegenseitige Rechte und Pflichten haben. Diese Rechte und Pflichten sind manchmal sehr offensichtlich wie zum Beispiel das Recht des Vaters, der Mutter, des Lehrers und ähnliche. Andere sind eher verborgen und werden vom Menschen vergessen, wie das Recht der Bedürftigen, der Waisen und Untertanen.  Jedoch bei Betrachtung der gesellschaftlichen Zusammenhänge werden sie erkennbar und  einleuchtend.  Ein Mann fragte Imam Sadschad (a), was mit dem Begriff „festgesetztes Recht“  in der Koranstelle Sure 70: Verse 24 und 25  gemeint ist, wo es heißt:

„Und die, in deren Reichtum ein festgesetztes Recht  ist“ „Für den Bittenden sowohl  wie für den Unbemittelten (der sich schämt zu bitten).“

   Der Imam sagte: Festgesetztes Recht  besteht in dem, was jemand von seinem Besitz beiseite legt und dies ist etwas anderes als die Zakkatabgabe und die Pflichtspende. Der Mann fragte: „Was ist das für ein (Anteil vom ) Besitz“?  Der Imam: „Damit pflegt er die Verwandschaftsbeziehungen  und hilft den finanziell Schwachen ihre Not zu beseitigen oder er  erweist seinem religiösen Bruder Freundschaft und beseitigt seine Probleme.“

Der englische Dichter William Shakspeare sagt:  „Wohltätigkeit  zu den anderen ist wie segensreicher Regen, der vom Himmel auf die Erde fällt und für doppelt soviel Gutes und Segen sorgt, denn  sowohl dem, der einen Nächstendienst begeht,  bereitet er Wohl als auch dem anderen, der diesen Dienst empfängt.“

Der Dienst an dem Volke Gottes wird vom Koran, vom Propheten und den Imamen gelobt und reichlich belohnt.  Laut einigen Überlieferungen kommt der Dienst am anderen manchmal höher zu stehen als andere Formen des Gott-Dienens wie zum Beispiel  der kleine oder große Hadsch. Der große Gelehrte Kulaini  führt in seinem kostbaren Buch „Al- Kafi“ eine erstaunliche  Überlieferung von Imam Sadiq (a) an und zwar  hat Aban Ibn Taghlib  (ein Schüler Imam Sadiqs(a)( gest. 758 n. Christus)) gesagt:  „Ich habe den Imam Sadiq (a) sagen hören:  `Wer das Haus Gottes (die Kaaba in Mekka beim Hadsch) im Tawwaf umkreist,  dem schreibt Gott der Allmächtige sechstausendfachen Lohn gut und vergibt ihm sechstausend Sünden . Er verleiht ihm sechstausend Rangstufen und erfüllt ihm sechstausend Wünsche.` Dann fuhr er fort: `Der Lohn dafür, einem Gläubigen bei der Bewältigung eines Problems zu helfen, beträgt das Zehnfache von dem Segen eines solchen Tawwafs.“

Einmal war eine Karawane von Muslimen  auf dem Weg nach Mekka und machte unterwegs einige Tage halt. Da schloss sich ihr ein Fremder an. Während er sich mit den anderen unterhielt erblickte er in der Karawane einen Mann, der eifrig und hilfsbereit  hier und da mit anpackte.  Er erkannte ihn. Da  fragte die anderen, ob sie denn wissen, wer er ist. Keiner wusste es . Sie sagten: „Er hat sich uns in Medina angeschlossen . Es ist ein gottesfürchtiger und rechtschaffener Mensch. Wir haben ihn nicht gebeten, für uns etwas zu tun, aber er selber  möchte  den anderen helfen.“  Da sagte der neu hinzugekommene  Reisende: „Es ist klar, dass ihr ihn nicht kennt, denn sonst wäret ihr nicht so  frech gewesen und hättet ihn wie einen Diener eure Arbeiten erledigen lassen!“ Die anderen fragten überrascht:“Wer ist er denn?“

Da stellte der Fremde ihnen den rechtschaffenen hilfsbereiten Mann vor: „Es ist Ali Ibn Al Husain, Zain ull Abedin (a)  - !“

In der Tat war es Imam Sadschad (a), Sohn Imam Husains (a)  der unerkannt in der Karawane gedient hatte. Sein Beiname ist Zain ul Abidin – die Zierde der Gottesdiener! 

Alle in der Karawane waren aufgesprungen und zum Imam (a),  dem Nachkommen des Propheten Gottes (s) geeilt.  Beschämt sagten sie:  „Ach hättet ihr euch uns doch vorgestellt! Es hätte sein können, dass wir uns gegenüber euch – Gott verhüte es – eine Dreistigkeit erlaubt und damit eine große Sünde begangen hätten.“

Der Imam sagte: „Ich habe absichtlich euch als meine Reisegefährten ausgesucht, weil ihr mich nicht kanntet.  Denn manchmal reise ich mit Leuten, die mich kennen  und sie behandeln mich sehr zuvorkommend, weil ich vom Propheten Gottes (s)  abstamme und lassen nicht zu, dass ich eine Arbeit übernehme und einen Dienst leiste. Deshalb möchte ich lieber  Reisegefährten wählen,  die mich nicht kennen, damit ich das Glück habe, ihnen zu dienen.“

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