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Mittwoch, 19 Februar 2014 14:14

Wieso geht es vielen Leugnern und Sündern so gut?

Wieso geht es vielen Leugnern und Sündern so gut?
Warum haben es einige  Gottesleugner und Sünder so gut im Leben? Dies ist eine Frage, die sich vielleicht jeder von Ihnen schon mal gestellt hat. 

Warum geht es häufig den Gottesleugnern oder auch sündigen und verdorbenen Muslimen viel besser als den gläubigen Menschen? Warum herrscht in einigen Gesellschaften, die völlig Gott und Seine Propheten negieren und ablehnen, ein größerer Wohlstand?  Einige meinen sogar ironisch, warum  es nur unter den Muslimen alle möglichen Nöte und Probleme gibt, während  die Nicht-Muslime ein angenehmes Leben führen und warum zum Beispiel die Bevölkerung in dem einen oder anderen europäischen Land in Wohlstand und Sicherheit lebt, obwohl sie  keinen Glauben besitzt.

Auf diese Zweifelsfragen gibt es eigentlich eine konkrete Antwort.

Zunächst ist einmal klarzustellen, dass einerseits auch zahlreiche  Ungläubige besonders in Afrika, Asien und Südamerika keinesfalls ein gutes Leben haben und arm sind, und es auf der andere Seite nicht wenige Muslime, darunter auch sehr rechtgläubige gibt, die sich finanziell sehr gut stehen. Auch in der Geschichte hat  es unter den Rechtgläubigen sehr Wohlhabende gegeben. Sogar Propheten wie Davud (David), Soleyman (Salomo) und Yusuf (Josef) waren sehr reich. Allerdings war der Glaube an Gott ihr größter Besitz.

Insgesamt läst sich sagen, dass Gott im Diesseits Seine Segensgaben allen zur Verfügung stellt, ob sie gläubig sind oder nicht, und der Glaube und Rechtschaffenes Handeln in dem danach folgenden ewigen Reich belohnt werden. Im Vers 18 der Sure 17 hat Gott gesagt:

„Wer das Irdische begehrt, dem geben Wir schnell davon, soviel Wir wollen und  wem Wir wollen; danach haben Wir die Hölle für ihn bestimmt; in der er  verworfen  und verstoßen (von Gott) die Feuerstrafe erleidet.“

 

Das Leben des Menschen baut darauf auf, dass er selber  Entscheidungen trifft . Das bedeutet auch, dass jemand, der mit den Worten des Korans „Augen und Ohren gegenüber der Wahrheit  verschließt“, nicht gezwungen wird, sich  Gott zuzuwenden und nach Wahrheit und Vollkommenheit zu streben.  Leute wie er sind von der göttlichen Regel  der Istidradsch betroffen. Istidradsch beinhaltet  die  allmähliche Annäherung an die göttliche Strafe und gilt für Leute,  die sich in jeder Beziehung gegen den Islam und  seine lebensspendenden Lehren  wehren und trotz aller einleuchtenden Darlegungen und Wunder,  weiter den Irrweg und den Weg der Gottesleugnung entlangziehen und sich immer mehr von der Wahrheit entfernen und sie abstreiten.

Gott sagt in der Sure Qalam, Sure 68:

„Lass Mich allein mit denen, die dies (Unser) Wort verwerfen. Wir werden sie Schritt um Schritt einholen, von wo wissen sie nicht.“

 

In Wahrheit werden diesen Leuten, die  Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen und die sie als Glück betrachten, zum Verhängnis. Schritt für Schritt nähern sie sich durch diese vermeintlich guten Dinge der göttlichen Strafe und merken es nicht!

 

Der koranische Ausdruck Istidradsch bedeutet, dass der Sünder sich wegen dem Erhalt von Segensgaben immer mehr täuschen lässt. Die allmähliche Vermehrung der irdischen Segensgüter ist in Wahrheit eine Bestrafung, denn sie lässt Sünder und Gottesleugner im irdischen Glück schwelgen und dabei Gott, das Spirituelle , die Reue und Bitte um Vergebung und den Dank gegenüber Gott vergessen und immer mehr im Sumpf der Sünde absacken.  Solche Leute erwartet im Jenseitig-Letzten, dem Hiernach, die schmerzliche Vergeltung Gottes. Dann wird ihnen klar werden, dass das, was sie im Leben für Segen hielten, in Wahrheit ihre  Rebellion gegen Gott verstärkte und sie sich dadurch nur noch größere Strafe als Gottes Widersacher einhandelten. Manchmal wird der Gottesleugner und Sünder auch schon in dieser Welt plötzlich von der Strafe Gottes heimgesucht, indem Gott ihm auf einen Schlag alle die Segnungen, die er vorher erhalten hat, wegnimmt.

               

In den Überlieferungen steht über einen Gottesleugner und Sünder geschrieben, der zu dem Propheten Schuaib kam und zu ihm sagte: „Hör! Schuaib. All die Taten, die du als Sünden bezeichnet , habe ich vorgenommen, aber mir ist kein Unglück zugestoßen. Damit wird klar, wie sehr Gott mich liebt.“

Schuaib sprach zu Gott über diesen Mann. Da wurde ihm folgende Erklärung an die Adresse dieses Mannes offenbart: „Das ist gerade das schlimmste Übel, dass Wir dir keine Probleme in deinen Angelegenheiten bereiten, denn Wir möchten nicht, dass du dich wieder zu Uns wendest (um zu bereuen und um Dankbarkeit zu zeigen).“  

Imam Husain (a) hat Istidradsch wie folgt beschrieben:

 

„Istidradsch geht von Gott aus und betrifft seine Diener, in dem Sinne dass Gott dem Menschen  auf der einen Seite einen Segen schickt und ihm auf der anderen Seite die Dankbarkeit  nimmt.“

Die Wirkung von Istidradsch ist also Undankbarkeit. Natürlich ist jemand, der sich für erhaltenen Segen dankbar zeigt nicht von der Regel des Istidradsch betroffen. Nur derjenige wird von Istidradsch betroffen, der nicht dankbar dafür ist, dass die Segnungen in seinem Leben zunehmen. Einer der Gefährten Imam Sadiqs (a) sagte einmal: „Ich habe Gott um ein Vermögen gegeben und er hat mir Versorgung geschickt, ich bat ihn um einen Nachkommen, und er hat ihn mir geschenkt, ich bat ihn um ein Haus und er war so gütig, mir eines zu geben. Nun habe ich Angst, das das Istidradsch auf mich zutrifft!“ Der Imam sagte: „Wenn all dies (dieser Segen)  mit (deiner) Gott-Dankbarkeit und Gottespreisung einhergeht, ist es kein Istidradsch!“  

 

Die meisten Menschen sehen in Geld und Gesundheit einen Segen. Aber in Wahrheit können diese je nach dem Verhalten des Menschen sogar ein Schaden sein. Jemand der Besitz und Gesundheit nutzt, um Gott zufrieden zustellen und den Mitmenschen nützlich zu sein und damit Dank erweist, für den sind Besitz und Gesundheit ein  Segen. Aber die gleichen für den einen wertvollen Güter sind keinen Segen mehr, wenn sie zur Verschwendung und zum Hochmut führen. Dann sind sie ein Schaden. 

Nicht nur wohlhabende sondern auch bedürftige Menschen können  zu Hölleninsassen werden, wenn sie nicht richtig auf ihre Lage reagieren und zum Beispiel undankbar sind und  Gott verleugnen .

 

Ein weiterer Terminus im Koran ist das Wort „Bala Hasana“. Es kommt zum Beispiel im Vers 17 der Sure Anfal vor (Sure 8) vor:

Dort heißt es , dass Gott die Menschen durch eine gute Prüfung (Bala Hasana)  auf die Probe stellt.

Der Sinn von Prüfungen besteht darin, dass die Menschen  wenn sie auf die Probe gestellt werden, ihre Kapazitäten steigern und höhere Grade der Vollkommenheit erreichen.  Die Prüfungen Gottes  sind eine Lehrstätte für angewandte Religion. Nicht nur vorhandene Fähigkeiten werden erprobt und können gesteigert werden, sondern es können auch neue Fähigkeiten zum Vorschein treten. Imam Ali sagt „Ein „Bala“ (eine Prüfung)   bedeutet für den Unterdrücker  Züchtigung und Strafe,  für die Gläubigen eine Erprobung und für die Propheten eine Stufe.“

 

Härten und Nöten sind notwendige Vorstufe für Vervollkommnung und Weiterentwicklung des Menschen. Im Heiligen Koran heißt es im Vers 4 der Sure Balad  ( Sure 9) In der Tat! Wir haben den Menschen zur Mühsal erschaffen.“...

Der Mensch muss also die Probleme erdulden und gegenüber Härten standhaft bleiben, damit er zu seiner würdigen Vervollkommnung gelangt. Imam Sadiq (a): „Die schwersten Prüfungen treffen als erstes die Propheten, dann ihre Nachfolger und dann diejenigen unter den Menschen, die ihnen am ähnlichsten sind.  Der Gläubige wird entsprechend seiner guten Eigenschaften geprüft. Die Prüfungen dessen, der wahrhaftig glaubt und rechtschaffen handelt, sind schwerer; denn Gott der Allmächtige hat das Leben zu einem Mittel gemacht, um die Gläubigen zu belohnen und die Ungläubigen zu strafen.“

Derjenige, der höhere Stufen der Gotterkenntnis erreicht hat, wird Dinge, die anderen als schwierig und unertragbar erscheinen, sogar begrüßen. Denn er weiß, dass diese Härten ihn Gott näher bringen. Wenn ihm Schwierigkeiten und Leiden begegnen, wird er dadurch nicht veranlasst, sich von Gott zu entfernen  sondern sie bringen ihn Gott näher . Er wird sowohl im irdischen Leben spirituelle Freuden erleben als auch im Jenseits den immateriellen Lohn erhalten.   

 

Einige Prüfungen die für Gläubigen vorkommen dienen dazu, dass ihre Herzen  rein und würdig für die höheren Ränge im Paradies werden.

Imam Baqer (a) sagt: „Wenn Gott der Heilige und Höchsterhabene einen Diener liebt, dann taucht er ihn in Prüfungen und Leid ein und lässt einen Regen von Problemen auf ihn niederrauschen und spricht, wenn Ihn dieser Diener ruft: Ich habe auf dich gehört o mein Diener!  Zweifelsohne kann ich deinen Wunsch schnell erhören, wenn Ich will, aber wenn Ich ihn für dich aufbewahren möchte , ist es besser für dich.“

Außerdem hat Imam Baqer (a) die Nöte des gläubigen Menschen in dieser Welt wie folgt erklärt : „Der Allmächtige und Herrliche  tut seinen gläubigen Diener mit Mühsal und Prüfungen, etwas Gutes an, wie jemand der mit einem Reisemitbringsel seiner Familie  etwas Gutes tun will und Gott hält den Gläubigen vom irdischen Leben zurück, wie der Arzt einen Kranken davon abhält, etwas Bestimmtes zu Essen und zu Trinken.“

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