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Montag, 28 Oktober 2013 10:21

Faktoren menschlicher Größe

Faktoren menschlicher Größe
In diesem Beitrag geht es um die Faktoren, welche laut Koran zur wahren Größe des Menschen führen.Jeder verspürt aufgrund seiner von Gott verliehenen Ur-Natur (Fitra) ein Verlangen nach Ansehen und Größe und niemand möchte auf niedriger Stufe stehen.

Aber es gibt wie bei vielen anderen menschlichen Attributen verschiedene Deutungen von dem Begriff „Größe“. Zwei davon sind besonders geläufig: Einige sehen Größe und Ansehen nur im Besitz von Vermögen, einer hohen gesellschaftlichen Position und materiellem Wohlstand und widmen den größten Teil ihres Lebens der Erreichung dieser weltlichen Güter. Andere sehen Größe und Ruhm in der Vervollkommnung von Geist und Seele und der Erreichung hoher spiritueller Grade. Der Islam unterstützt die zweite Ansicht: Er sagt, dass wahre, unvergängliche Größe darin besteht, spirituelle und moralische Vervollkommnung zu erreichen. Der Heilige Koran stellt die Faktoren vor, mit Hilfe derer diese wahre Größe, die Izzat, erzielbar wird.

 

Ein Weg zu wahrer Größe besteht gemäß Koran darin, dass der Mensch Gott um Größe bittet. Gott ist die Quelle aller Größe. Der Mensch und die anderen Geschöpfe sind in sich unfähig und unvollkommen und alle sind wesensbedingt von Gott abhängig, während der Schöpfer und Herr ihr Herrscher ist. Im Vers 10 der Sure Fater (Sure 35) heißt es:

„Wer da Ruhm begehrt (der sollte wissen), dass aller Ruhm bei Allah ist.“

 

 

Es leuchtet daher ein, dass jeder, der nach Größe sucht, Gott darum bitten muss, weil Er, Gott, im Besitz aller Größe ist. Durch die Anbetung Gottes und Ergebenheit gegenüber Ihm wird der Mensch erst an Ansehen und Größe gelangen. Imam Ali (a) betet in seinen Anflehungen:

„O Gott, mir ist die Größe genüge, Dein Diener zu sein und mir genügt die Ehre, dass du mein Schöpfer und Herr bist.“

 

 

Die Anbetung Gottes des Einen und die Vollbringung würdiger Taten sind die zwei großen Schwingen für den Menschen, die ihm zu Größe verhelfen. Im Vers 10 der Sure 35 heißt es weiter:

 

„Zu Ihm (zu Gott) steigen gute Worte empor, und rechtschaffenes Werk wird sie emporsteigen lassen. Und diejenigen, die Böses planen - für sie ist eine strenge Strafe; und ihr Planen wird hinfällig sein“

 

Gemäß den Überlieferungen des Propheten (s) und der Imame (a) gilt es überhaupt als „Zillat“ (Erniedrigung, Schwäche ) jemanden anderen als Gott um Größe und Ehre zu bitten Ali (a) hat gesagt:

 

„Jemand der mächtig ist, aber seine Macht von anderen als Gott erhalten hat, ist schwach“

 

Gemäß Koran ist Größe auch durch die Treue zu der Lehre dieses Himmelsbuches erreichbar. Der Heilige Koran ist mit seinen Geboten und durch Darlegung der Grundsätze der Religion Gottes und mit seinen lehrreichen Gleichnissen und wahren Geschichten ein Wegweiser für die Rechtleitung und verhilft den Gläubigen zur Vervollkommnung und Größe.

Gott hat in der Sure 17 im Verse 9 verheißen:

 

 

„Fürwahr, dieser Koran leitet zum Richtigsten und bringt den Gläubigen, die gute Werke tun, die frohe Botschaft, daß ihnen großer Lohn werden soll“.

 

 

Der Koran fordert die Muslime auf, gegen Frevel und Unrecht vorzugehen, sich nicht unterdrücken zu lassen, um Gerechtigkeit bemüht zu sein und freiheitlich und großmütig zu handeln . Das sind alles Ratschläge deren Beachtung dem Menschen zu Ansehen und Größe verhelfen.

 

Auch trägt die Befolgung des Propheten (s) und der Edlen aus seinem Hause (a) , der Ahl-e Bait, zur Größe des Menschen bei.

 

Sie sind das vollendete Beispiel für einen Menschen, der durch seinen Glauben und würdige Taten, welche Größe hervorrufen, mit Gott in enger Verbindung stehen. Es ist ein Zeichen für wahre Gottesliebe, wenn jemand den Anweisungen des Propheten und der Ahl-e Bait folgt.. Im Vers 59 der Sure Nisa (4) heißt es ausdrücklich

„O die ihr glaubt, gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten und denen, die Befehlsgewalt unter euch haben (Ahl-e Bait).“

 

 

Der Prophet Mohammad (s) kämpfte gegen das Götzentum. In den 23 Jahren nach seiner Berufung zum Propheten hat er nicht die geringste Schwäche von sich gezeigt. Er siegte entschieden über die Feinde und hisste das Banner des Ein-Gott-Glaubens. In diesen 23 Jahren lehrte er die Muslime und die Gottesanbeter Moral, Geduld , Ausdauer und Würde. Größe und Würde gehören zu seinen hohen Eigenschaften.

 

Die Edlen aus dem Hause des Propheten (s) haben würdig gelebt und sich nie einem Unrecht unterworfen. Die Würde und die Selbstwertschätzung wird in den Überlieferungen unterstrichen. Die Muslime werden zur Selbstwertschätzung und Würde aufgefordert.

Ein anschauliches Beispiel für diese Eigenschaften bildet das Leben und der Kampf des Prophetenenkels Imam Husain (a), dessen Heldenepos jährlich im Monat Muharram gedacht wird. Seine wichtigste Devise lautete: Keine Erniedrigung dulden! Ein freiheitlich denkender Mensch unterwirft sich nie einer Erniedrigung und Imam Husains a. Devise lautet: Heyhat minnazalah (Erniedrigung ist uns fremd!). Wenn sich der Mensch von der Selbsterniedrigung freihält, dann befindet er sich auf dem Weg der Selbstwertschätzung und der Freiheitsliebe. Imam Husain (a) hat dazu den berühmten Satz getan:

„Ein Tod in Würde ist besser als ein Leben in Schmach!“

Der Fürst der Märtyrer hat daher dem Kampf in Karbala an der Seite seiner Gefährten die Forderung nach menschlicher Würde und Größe und die Ablehnung der Selbsterniedrigung zugrunde gelegt. Seine historische Bewegung ist für alle lehrreich, die Größe, Freiheit und Würde anstreben.

 

Der Prophet (s) und sein Haus weisen den Weg zu Wohl und wahrer Größe. Wer als Muslim dem geehrten Propheten und seinen Edlen Nachkommen folgt, lehnt jede Schmach und Erniedrigung ab. Will jemand bei Gott hoch eingestuft werden, muss er seine Liebe und Treue zum Propheten und den Ahl-e Bait festigen.

Ein weiterer Faktor für die Erreichung von Selbstwert und Würde ist das Bündnis mit den Gläubigen. Wahre Größe entspringt auch der Freundschaft mit aufrichtig Gläubigen, die ihre Größe vom Ausgangspunkt aller Größe , nämlich vom Schöpfer und Herrn erhalten. Es ist ein Merkmal Gottgläubiger, dass sie in guter herzlicher Beziehung zu ihren Glaubensbrüdern stehen. Die großen Leitbilder des Islams bezeichnen diese Freundschaft als Zeichen für Vervollkommnung. Die Gläubigen werden einander lieben, wenn sie sich wie Brüder fühlen und werden einander helfen und verhindern, dass einer von ihnen sich herabgesetzt und unfähig fühlt. Die Gläubigen können sich ein Beispiel an den Bewohnern von Medina zur Zeit des Propheten nehmen. Diese wurden Ansar genannt, nämlich Helfer, weil sie den Muhadscherin – das waren die Gläubigen die aus Mekka ausgewandert waren, eine Unterkunft gewährten und sich mit ihnen teilten, was sie besaßen. In der Sure 63 heißt es im Vers 8: „... das Ansehen gebührt nur Allah und Seinem Gesandten und den Gläubigen; allein die Heuchler wissen es nicht.“

Im Vers 139 der Sure 4 heißt es außerdem:

„Suchen diejenigen, die sich Ungläubige statt Gläubige zu Freunden nehmen etwa bei diesen Ehre und Größe? Alle Ehre und Größe gehört doch Gott allein!“

Gemäß der Koran dürfen die Ungläubigen und die Götzenanbeter nicht über die Gläubigen und Muslime bestimmen, weder militärisch noch politisch, weder in der Wirtschaft noch gesellschaftlich.

 

Nun noch zu einem weiteren wichtigen Faktor, der zur wahrem Ansehen des Menschen führt. Dieses Faktor ist das religionsrechtlich rechtmäßige Einkommen. Das Einkommen muss helal sein.

Imam Husain (a.) hat gesagt, eine rechtmäßige Nahrung hält den Menschen von vielen Formen der Verdorbenheit und Erniedrigung frei und macht ihn zu einem edelmütigen und tapferen Menschen.

Nahrung, die helal - also erlaubt - ist, hat eine andere Wirkung auf Geist und Moral als Nahrung die haram,und damit unerlaubt ist. Helal-Speisen reinigen Geist und Seele und einem solchen reinen Geist entspringen rechtschaffene Taten. Aber haram- und rituell unreine Speise verdüstert das menschliche Innere und verursachen Gesichtsverlust , Erniedrigung und unwürdige Handlungen.

 

Der Prophet des Islams bezeichnet es als einen Dschihad – ein Mühen auf Gottes wegen- , wenn jemand sich um ein religionsrechtlich erlaubtes Einkommen bemüht und sagt: „Gott sieht es gerne dass Sein Diener sich anstrengt, um einen erlaubten Unterhalt zu erwerben.“

Arbeit verhindert nämlich, dass der Mensch sich vor den anderen klein machen und sie um Unterstützung bitten muss. Arbeit stärkt also die Menschenwürde.

Der Glaube an Gott und das Vertrauen in Ihn, das enge Verhältnis zum Koran, dem Propheten (s) und dem Prophetenhaus und das Streben nach erlaubten Unterhalt verhelfen dem Menschen also zu Selbstwert und Würde. Der Weg zur Vollkommenheit und zum absoluten Glück liegt in einem würdigen diesseitigen Leben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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