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Donnerstag, 24 Oktober 2013 03:34

Wann ist der Mensch ausgeglichen?

Wann ist der Mensch ausgeglichen?
  In diesem Beitrag werden wir mehrere Kriterien für einen ausgeglichenen Charakter betrachten und und den Propheten und die Imame aus seinem Hause als erhabene Beispiele anführen.

 

Nur das Menschengeschöpf ist im Besitz von Verstand und Entscheidungsfreiheit. Dem Menschen bleibt es freigestellt, sich dem Guten oder dem Schlechten zuzuwenden, deshalb kann er über die Engel zu stehen kommen oder auch unter die Stufe der Tiere absacken.

 

Im Heiligen Koran wird der Mensch manchmal gelobt und manchmal getadelt. Gestützt auf seine guten Neigungen kann der Mensch den Weg der Rechtleitung gehen. Aber es ist auch möglich, dass er durch Wahl eines ungerechten Weges und seiner tierischen Seite, vom Weg der Rechtleitung abkommt und eine unwürdige Persönlichkeit annimmt.

 

Der Mensch ist eine komplizierte Zusammensetzung aus psychischen, körperlichen, sozialen und bilogischen Merkmalen. Die menschliche Persönlichkeit ergibt sich im Laufe der Zeit und sie ruft bestimmte Gefühle und Reaktionen gegenüber der Umgebung hervor.

Gott hat in der Sure 17 im Vers 84 über die Personalität des Menschen gesagt:

„Sprich: «Ein jeder handelt nach seiner Weise, und euer Herr weiß am besten, wessen Weg der beste ist.»“

 

Will man eine ausgeglichene Persönlichkeit besitzen, musst man wissen was dazu gehört und wie es erreichbar ist.

 

Der Heilige Koran verkündet, dass der „gerade Weg“ zur Vervollkommnung führt. Es ist der Weg ohne Extreme, also ohne Über- und Untertreibung und der keine Tendenzen nach rechts und links zulässt. . Mit den Worten Imam Alis (a.s.) : Rechts und Links sind Abwege und der Weg der in der Mitte liegt ist der (eigentliche) Weg.“

 

Wer sich auf diesem geraden Weg befindet und frei von Abweichung und Extremen seine Bewegung fortsetzt, wird an eine ausgeglichene Persönlichkeit gelangen.

Menschen mit einer ausgeglichenen Persönlichkeit besitzen besondere Eigenschaften.

Sie geraten weder in den Bann der Attraktivität des Materiellen und der Täuschungen des Weltlichen, noch wählen sie den Weg des Asketen und Einsiedlers.

 

Ein ausgeglichener Mensch hat nicht nur eine ausgewogene Einstellung zu sich selber sondern auch die richtige Beziehung zu Gott und zur Schöpfung Gottes.

Er strebt nicht nach Macht und er ist auch kein blinder Untertan. Er besitzt weder Machtgier, so dass er über die anderen herrschen wollte, noch fühlt er sich auf die anderen Menschen angewiesen, sondern hat Selbstvertrauen und folgt den anderen nicht blind.

Imam Sadiq aleihe salam ist ein gutes Vorbild hierzu:

Als der Abbasidenherrscher Mansur ihn fragte, warum der Imam ihn nicht in seinem Palast aufsucht, antwortete er: „Wir besitzen vom Diesseits nichts, weswegen wir uns vor dir fürchten sollten, und du besitzt bezüglich des Jenseits nichts, weswegen wir bei dir etwas erhoffen könnten.“

 

Einmal sagte Mansur zu Imam Sadiq a.: „Kommt und mahnt uns doch!“ Der Imam a. antwortete ihm: „Jemand der das Weltliche liebt und deswegen zu dir gekommen ist, wird dich (nicht wirklich) mahnen und wer das Jenseits liebt, wird (erst gar) nicht zu dir kommen.“

 

Eine verdorbene Umgebung färbt nicht auf gesunde ausgeglichene Menschen ab. Vielmehr übernehmen sie die Aufgabe, die anderen aus der Verdorbenheit zu retten.

 

Wenn sie dabei nicht die anderen vom Irrtum zurückhalten und nicht die verdorbene Gesellschaft auf den rechten Weg lenken können, sind sie zu jedem Verzicht bereit, um ihren Glauben zu wahren. Sie lassen wenn nötig ihr Hab und Gut zurück und ziehen an einen sicheren Ort. Das taten die Azhab-e Kahf, um sich vor dem Tyrannen, der in ihrer Stadt herrschten und vor den Götzenanbetern zu retten. Sie verzichteten auf ein bequemes Leben, zogen sich in die Höhle zurück und waren bereit, ihr Leben für ihren Glauben zu opfern.

 

 

Der ausgeglichene religiöse Mensch behält den Überblick. Er sieht das Wesentliche und verwickelt sich nicht in nebensächliche Probleme. Sein Blick auf die Welt und die Menschheit ist umfassend. Er sieht seine Glaubensbrüder als eine große Gemeinschaft.

Daher möchte er für die anderen nur das, was er auch für sich möchte und was er nicht für sich möchte, möchte er auch nicht für die anderen. Ein solcher Muslim gibt manchmal sogar den anderen den Vorzug gegenüber sich selber.

Dank seiner Ausgeglichenheit ist sein Blick umfassend und weder in schwierigen noch in heiteren Zeiten gerät er ins Extrem.

 

In der Sure Hadid (Sure 57), heißt es im Vers 23: „ Auf dass ihr euch nicht betrübet um das, was euch entging, noch anmaßend werdet wegen dem, was Er euch gegeben hat. Und Allah liebt keinen der eingebildet und prahlerisch ist.“

 

 

Der ausgeglichene Mensch strebt eine transparente Lebensweise an. Sein Verhalten deckt sich mit dem, was er denkt und ihm liegt Heuchelei fern.

Prophet Yusuf (Josef (a.)) ist ein idealer Mensch gewesen.

Er war immer ein Gottgläubiger, ob als Sklave, der auf dem Sklavenmarkt verkauft wird und als unschuldiger Gefängnisinsasse oder als jemand, der an einen hohen Posten in Ägypten gelangt war. Niemals haben die äußeren Umstände aus ihm einen anderen Menschen machen können. Seine Persönlichkeit blieb fest.

 

Alle Menschen besitzen das Potential zur Vervollkommnung. Aber ob diese Begabung sich entfaltet und Früchte tragen kann, hängt davon ab, dass sie auf die Quelle aller Vollkommenheit ausgerichtet ist. Je stärker die Orientierung des Menschen in Richtung Gott ist, desto mehr wird er zur Vollkommenheit finden, denn jede Größe und Vollkommenheit ist bei Gott.

Im dem Vers 10 der Sure Fater (35) spricht Gott:

„Wer da Ruhm begehrt (der sollte wissen), dass aller Ruhm bei Allah ist.“

 

Der Prophet des Islams ist ein vollendetes Beispiel für eine ausgeglichene Persönlichkeit. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er von der Liebe zum Weltlichen befreit ist. Dies bedeutet nicht, dass er sich die Freuden des Lebens entsagt und wie ein Mönch oder Eremit lebt, sondern es bedeutet zum Beispiel, dass er aus Solidarität zu den Entbehrenden auf weltlichen Genüsse verzichtet.

Für den Propheten war das Weltliche von geringem Wert.

 

Er war auf höchster Stufe an den weltlichen Freuden desinteressiert und enthielt sich dem Luxus.

Es wird verschiedenes über seine Ernährung berichtet. Zum Beispiel heißt es dass er sich bis ans Lebensende niemals 3 Abende hintereinander satt gegessen hat.

Anas Ibn Malek berichtet: Fatima (a.s.) brachte dem Propheten Gottes ein Stück Brot und sagte zum Propheten: „Ich habe einen Brotfladen gebacken und mein Herz gab mir keine Ruhe, bis ich euch dieses Stück Brot gebracht habe. Da sagte der Prophet: „Mein Mädchen! Dies ist das erste, was dein Vater nach drei Tagen isst.“

Das Lager auf dem der Prophet ausruhte war sehr schlicht, es war kein Teppich oder eine Matratze sondern ein alter Übermantel oder eine Matte. In den Überlieferungen seitens eines Prophetengefährten namens Abdullah Ibn Masud heißt es , dass der Prophet (s) auf einer Matte schlief, die auf seiner Haut einen Abdruck hinterließ. Abdullah berichtet: „Als er wach wurde , strich ich ihm über die Stellen, an denen die Matte auf seiner Haut einen Abdruck hinterlassen hatte, und sagte: „Wie wär es wenn du mir erlaubt, dass wir etwas über dieser Matte ausbreiten, damit du von ihrem Abdruck verschont bleibst?“ Da sagte der Prophet (s): „Was kümmert mich die Welt. Mit mir und der Welt ist es wie mit einem Reiter und einem Baum. Ich bin ein Reiter der unter einem Baum Schatten sucht und sich dann schnell wieder in Bewegung setzt und den Baum stehen lässt.“

Obwohl der Prophet (s) sehr fromm und bescheiden lebte, hat er sich nicht von den anderen abgesondert oder die Hände in den Schoß gelegt.

Er hat keinen Augenblick von der Rechtleitung der anderen oder davon abgelassen anderen zu helfen.

 

Prophet Mohammad (a) hat alle angeregt, auf eigenen Beinen zu stehen und gesagt: „ Wer von seiner eigenen Arbeit und Mühe lebt, der ist wie jemand, der auf dem Wege Gottes (den Dschihad) kämpft.“

 

Der Prophet war Gott ergeben. Gott war für ihn der Mittelpunkt und er vertraute in Ihn. Er war verantwortungsbewusst und standhaft, kümmerte sich um die Waisenkinder und Bedürftigen, war wahrhaftig und weitherzig, barmherzig und nachsichtig. Er lud zum Guten ein und verwarf das Schlechte, war frei von jedem Hässlichen, und enthielt sich jeglicher Machtbestrebung. . Der Prophet wies diese und noch viele andere hohe Eigenschaften auf. Er und die Edlen aus seinem Hause besaßen eine vollendete und ausgeglichene Persönlichkeit und waren ein einmaliges Vorbild für die Rechtleitung der Menschen.

 

 

 

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