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Montag, 30 September 2013 04:48

Was ist Glauben, wer ist gläubig?

Was ist Glauben, wer ist gläubig?
Das arabische Wort al-Īmān bedeutet: Glaube oder Überzeugung.
Damit wird der Zustand beschrieben, der ensteht, wenn jemand von etwas oder jemandem überzeugt ist. Eine Überzeugung  gibt dem Menschen Vertrauen und Zuversicht und wirkt sich richtungsgebend auf das Leben aus. Ein überzeugter Mensch wird mu`min , Gläubiger genannt In diesem Beitrag möchten wir aber speziell den Glauben aus religiöser Sicht behandeln und Eigenschaften eines Menschen, der religiös gesehen gläubig und ein Mu`min ist, nennen. Das kann uns bei der Beantwortung einer wichtigen Frage helfen, nämlich: Sind wir selber wahre Gläubige ?

 

Religiös gesehen bedeutet „al Iman“ dass der Mensch sich im Herzen Seinem mächtigen Schöpfer zuwendet, die Abhängigkeit von Ihm verspürt, Ihn liebt und von Ihm überzeugt ist. Außerdem bedeutet „Iman“ – der Glaube, sich zu einer rettenden Lehre und zu dem Ewigen Leben nach dem Tod (dem Jenseits) sowie zu der Heiligen Schrift, welche von Gott offenbart wurde, zu bekennen. Der Glauben setzt außerdem voraus, dass der Mensch von weiteren Wahrheiten überzeugt ist, zum Beispiel davon, dass Gott Propheten zur Rechtleitung der Menschen ausgesandt hat. „Iman“ bedeutet, dass jemand alle die genannten Punkte akzeptiert und gemäß dieser Überzeugung handelt. Dann ist er ein Mu`min, ein Gläubiger.

 

Der Erhabene Propeht des Islams, Mohammad (Friede sei mit ihm) hat gesagt:

„Glauben ist das mündliche Bekenntnis, die innere Erkenntnis und Bejahung und das (entsprechende) Handeln mit dem Körper.“

Der Heilige Koran hebt in Bezug auf den Glauben zwei Aspekte besonders vor, nämlich den verinnerlichten Glauben und das Handeln. Im Koran werden Gläubige ständig charakterisiert mit: „die, die glauben und Rechtschaffenes tun“. Das heißt Glauben und rechtschaffenes Handeln werden in einem Atemzug genannt. Wenn wir den Glauben mit einem Baum gleichsetzen, so sind die rechtschaffenen Taten die Früchte dieses Baumes.

Ist es nun akzeptabel, dass jemand, der an Gott, den Jüngsten Tag, Paradies und Verdammnis, die Offenbarungen, Propheten und die Himmelsschriften glaubt, wie Leute handelt, die von keinerlei dieser Dinge überzeugt sind? Ist es angemessen, dass er sündigt und seine religiösen Pflichten missachtet?

Der Glaube muss vom Herzen auf den Körper übergehen und von innen nach außen fließen. Mit anderen Worten: verinnerlichter Glaube muss sich im Handeln des Menschen zeigen. Ein Glaube, der keine Wirkung auf Herz und Handeln des Menschen hat, ist in Wahrheit gar keiner.

 

Bei einigen Menschen ist der Glaube nicht mehr als ein Nachahmen und äußerer Schein. Aber bei anderen fußt er auf Wissen, dem Nachdenken und der Erkenntnis und ist daher echt und fest verankert.

 

Ein oberflächlicher Glaube aufgrund von Nachahmung anderer zerbricht bei den geringsten Zweifeln, weil er nicht auf Beweisen und Logik beruht, oder er hat zumindest keinen Einfluss auf das Leben des Menschen. Aber der Glaube, der echt ist und auf Erkenntnis aufbaut, ist wie ein starker , tief verwurzelter Baum und geht mit rechtschaffenen Handlungen einher.

 

Glaube ist dann ertragreich, wenn er von rechtschaffenem Handeln begleitet wird. Wenn ein Mensch viel gesündigt hat, wird sein Glaube nicht ausreichen, um ins Paradies einzukehren. Es wäre falsch zu denken, dass der Glaube automatisch zur Rettung des Menschen führt und dass jemand, der Glauben besitzt, überhaupt keine Rechenschaft mehr über seine Taten ablegen müsste, wenn er stirbt.

Gott hat im Koran in der Sure Al Zalzalah , Sure 99, im letzten Vers gesagt:

„Und wer auch nur eines Stäubchens Gewicht Böses tut, der wird es (am Jüngsten Tag) schauen.“

Aber gemäß dem Koran gibt Gott dem gläubigen Menschen , selbst wenn er eine Erzsünde begangen hat, eine Frist, damit er bereut. Wenn ihm die reuevolle Umkehr nicht gelingt, dann wird Er ihn im Barzach, der Todeszwischenphase, d.h. der Welt zwischen Tod und Auferstehung strafen, und dieser Gläubige wird, wenn er seinen Glauben bewahren konnte, schließlich am Ende am Jüngsten Tag doch noch Rettung finden.

 

Es kann daher sein, dass jemand mit wahrem Glauben im Herzen die Welt verlässt, aber in den verschiedenen Phasen nach dem Tod Strafen ertragen muss, weil er viel gesündigt hat.

In diesem Zusammenhang liegen zahlreiche Überlieferungen von den Unfehlbaren Imamen (Friede sei mit ihnen) vor. Wenn ein aufrichtiger Gläubiger im Leben nicht seine Sünde bereut hat oder sie ihm nicht verziehen wurde, kann es gemäß diesen Überlieferungen sein, dass er dennoch nach Verlassen der Welt in einer der darauffolgenden Phasen wie in der ersten Grabnacht, in der Todeszwischenphase oder am Jüngsten Tag die Vergebung Gottes und Seine Barmherzigkeit erfährt. Dies hängt jedoch von seiner Würde und seinen guten Werken im Leben ab.

Nun wollen wir in Berufung auf einen Koranvers zwei wichtige Zeichen für den Glauben und einen Gläubigen nennen.

Dem Vers 2 der Sure Anfal (Sure 8) ist zu entnehmen, wer als „gläubig“ verstanden wird. Es heißt im ersten Abschnitt dieses Verses:

„Nur die sind Gläubige, deren Herzen erbeben, wenn Allah genannt wird, ...“

Das erste Zeichen eines wahren Gläubigen ist also , dass er immer wenn Gott genannt wird und wenn er an Gott denkt, innerlich tief berührt wird. Bei denen, die sich der Allmacht und Allbarmherzigkeit Gottes bewusst geworden sind, wirkt sich der Glaube dadurch aus, dass sich bei der Erinnerung an Gott ihr innerer Zustand verändert . Wie stark diese Empfindung ist, hängt von der Stufe ihrer Erkenntnis ab.

 

Ein zweites Zeichen, welches wieder im Herzen des Gläubigen in Erscheinung tritt, ist sein Gottvertrauen. Ist der Glaube des Menschen gewachsen und hat er erkannt, dass Gott über allen Dingen steht und über sie bestimmt, wird er nur noch in Ihn vertrauen . Wenn der Mensch seinen Herrn auf diese Weise erkannt hat, und ihm bewusst wurde, dass es von Gottes Befehl abhängt, ob in der Daseinswelt etwas geschieht oder nicht, dann wird er nur auf Gott vertrauen und er wird nicht auf andere Dinge hoffen. Der gläubige Mensch gelangt also auf eine Stufe, auf der Gott für ihn am Wichtigsten ist.

Daher steht am Ende des obigen Verses, nämlich Vers 2 der Sure 8 : über die Gläubigen : „(Nur die sind Gläubige, ...) die auf ihren Herrn vertrauen,“. Ein wahrer Gläubiger sucht also nur bei seinem Schöpfer und Herrn Halt und vertraut nur in Ihn..

Imam Sadiq a.s. sagt, Gläubige sind „diejenigen, die sich vor Gott fürchten!“

Die Furcht vor Gott ist ein wichtes Merkmal des wahrhaftig Gläubigen – des mu`min.

Ein gläubiger Mensch ist davon überzeugt, dass Gott alles sieht, was er tut. Er weiß Gott allgegenwärtig und befürchtet eine Sünde zu begehen, die ihn von Gott fernhält.

Ein wahrer Gläubiger hat Respekt vor der Größe Gottes, empfindet Gottesfurcht und Ehrfurcht.

Er wendet sich in einem Zustand zwischen Furcht und Hoffnung an Gott und betet wie es im Vers 8 der Sure 3 steht: رَبَّنَا لاَ تُزِغْ قُلُوبَنَا بَعْدَ إِذْ هَدَیْتَنَا -„Unser Herr, lass unsere Herzen nicht verderbt werden, nachdem Du uns geleitet hast, ...“

 

-Wir müssen also immer auf der Hut sein, dass unser Glauben nicht durch Versäumnisse und durch unwürdige Taten hinfällig wird.

Die Worte: Ihdina siratal mustaqim -اهدِنَــــا الصِّرَاطَ المُستَقِيمَ

„Führe uns den geraden Weg“, werden jeden Tag mehrmals im Ritualgebet gesprochen und die ständige Wiederholung dieser Bitte an Gott, uns den geraden Weg zu führen, sollten uns daran erinnern, dass wir ständig Gottes Schutz und Rechtleitung benötigen.

 

 

 

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