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Freitag, 20 September 2013 02:53

Lehre des Friedens und der Barmherzigkeit (3)

Lehre des Friedens und der Barmherzigkeit (3)
Liebe Freunde! In den beiden ersten Teilen dieses Beitrages haben wir unter Berufung auf Koranverse und die Überlieferung gezeigt, dass der Islam eine Welt anstrebt, die auf Frieden,  Freundschaft und Brüderlichkeit beruht.
Frieden und Sicherheit sind grundsätzliche Anliegen des Islams und fest mit dem islamischen Wesen und seinem Standpunkt zur Welt, dem Leben und dem Menschen verflochten. Der Islam beinhaltet eine universale Botschaft . Sein Endziel ist die vollständige Durchführung der göttlichen Wertmaßstäbe auf der Welt. Deshalb muss sich eine islamische Regierung hinsichtlich ihrer Ideale gegenüber allen Muslimen und den Unterdrückten auf der Welt verpflichtet fühlen. Das Dschihadgebot gehört zu dem Glauben an diese Ideale. Es lässt sich sagen, dass zu deren Erreichung nicht jeder Friedensvertrag aus der Sicht des Islams richtig ist und nicht jede militärische Auseinandersetzung getadelt wird. Der Islam empfiehlt weder den vermeidbaren Krieg noch Frieden um jeden Preis. Der Prophet Gottes (s) hat derzeit sowohl Friedensverträge unterzeichnet als auch zum Kampf gegen Unrecht und zur Stärkung der Religion Gottes Gefechte geführt.

 

Im Islam ist es zur Verteidigung von Leben, Besitz, Ehre, Freiheit und Unabhängigkeit der Völker erlaubt einen Krieg zu führen . Dabei ist das Prinzip zu beachten, dass der Islam nur einen Krieg für rechtmäßig betrachtet, der auf dem Weg Gottes erfolgt und einen Angriff abwehren soll. Die militärischen Konzepte im Islam haben also Verteidigungscharakter und dienen nicht der Aggression und Bestrebung nach Vorherrschaft.

Der Islam blickt realistisch auf die Expansion unterdrückerischen Herrscher und fordert die Stärkung der militärischen Möglichkeiten und Macht der Muslime, damit sie verteidigungsfähig sind.Der Prophet hat selber auch Gefechte gegen die Feinde geführt. Aus der Sicht des Islams ist Krieg erwägbar, wenn Logik keine Wirkung erzielen konnte. Wenn dann der Befehl zu einem Gefecht erfolgt, dann nur um Unrecht und Unheil zu verhüten. Dies hat Gott im Heiligen Koran empfohlen und es steht im Vers 84 der Sure Nisa (4) :

„Kämpfe darum für Allahs Sache - du wirst für keinen verantwortlich gemacht als für dich selbst - und sporne die Gläubigen an. Vielleicht wird Allah den Krieg der Ungläubigen aufhalten; ...“

 

Nur unter besonderen Umständen erlaubt der Islam den Krieg und betrachtet ihn als Kampf auf dem Wege Gottes, der die Gerechtigkeit unter den Menschen und den Weg zu ihrem Wohl ebnet.. Wenn immer die Muslime bei einer kriegerischen Auseinandersetzung dieses Ziel erreicht haben, müssen sie also die Gefechte einstellen.

Es war die Aufgabe des Propheten Gottes, die Menschen mit Hilfe logischer Begründung und Mahnung auf den rechten Weg zu leiten. Wenn er jedoch den Verschwörungen der Islamfeinde begegnete, verteidigte er die Religion Gottes mit der Waffe. Er nahm persönlich am Gefecht teil. Der Prophet des Islams besaß alle Qualitäten eines guten Befehlshaber aber er berücksichtigte während eines Kampfes ebenso sämtliche Prinzipien der Menschlichkeit und versuchte nach besten Kräften menschliche Verluste zu vermeiden. Denn sein großes Anliegen war, dass die Menschen vom fatalen Irrweg auf den rechten Weg zurückkehren und gerettet werden. Er hat auf diesem Weg sehr viel persönliches Leid in Kauf genommen.

 

Der Prophet des Islams war ausgesandt worden um die Menschen mit Logik und einleuchtenden Beweisen davon zu überzeugen, dass sie sich von dem Götzendienst abwenden und nur noch an den Einen Gott glauben und Ihm dienen. Prophet Mohammad (s) war niemandem feind, und strebte keine Machtposition oder die Beschlagnahme von Gebieten an. Er verteidigte keine bestimmte Volksgruppe, Rasse oder Schicht. Er wollte vielmehr, dass sich alle Gott zuwenden und dass das erloschene Licht der Religion erneut erstrahlt.

Seine freundliche Einladung fand anfangs keinen Widerhall und stieß auf Anfeindung seitens der Anführer des mächtigen Qureischstammes. So wurde der Prophet des Islams entgegen seinen Willen zum Krieg gezwungen. Der Prophet hat nur Waffen eingesetzt, wenn die Feinde keine andere Sprache mehr verstanden. Er tat dies nicht aus Machtbestrebungen.

 

Prophet Mohammad ließ immer die Alternative zu Verhandlungen auf, und dies verdeutlicht, dass er nicht kriegssüchtig war. Die Geschichte belegt, dass er selbst die Verbindung zu den ärgsten Islamfeinden aufrecht erhielt. Er hat ihre Gesandten empfangen und ihre Briefe und Botschaften erwidert.

Während des Ahzab-Krieges mit dem Volksstamm der Ghatafan begann er Verhandlungen mit ihnen, damit sie vielleicht vom Krieg Abstand nehmen. Als die Muslime die Bani Qareidha umzingelten hatten, führte der Prophet Gespräche mit diesem Stamm, um einen Krieg zu verhindern und sie von der Kapitulation zu überzeugen.

Die gleiche Gesinnung war es, die dazu führte dass die Muslime ohne Blutvergießen die Stadt Mekka eroberten und den Anführer der Qureisch Abu Sufyan dazu brachten, dass er persönlich die Muslime aufsuchte. Er hätte ungehindert von den Muslimen getötet werden können. Einer der Muslime machte einen solchen Vorschlag, aber der Prophet Gottes (s) gewährte Abu Sufyan Sicherheit. Als der Anführer der Qureisch die Heeresscharen des Islams erblickte, gab er den Gedanken auf, mit seinen Mannen gegenüber den Muslimen Widerstand zu leisten.

Bei der Eroberung Mekkas befahl der Prophet niemand dürfe jemanden in Mekka angreifen, es sei denn er würde selber angegriffen. Das Heer der Muslime nahm die Stadt Mekka, ohne irgendeine kriegerische Maßnahme ein. Die Muslime versammelten sich an der Kaaba.

 

An diesem Tag hatte der Prophet den Gipfel der Macht erreicht. Tausende von Soldaten, standen unter seinem Befehl und das Schicksal der bedeutenden Stadt Mekka und der Leute, die ihm 13 Jahre lang zugesetzt hatten, lag in seiner Hand.

Der Propeht (s) bereitete sich auf eine Ansprache vor. Alle warteten aufgeregt darauf was er sagen würde, wenn er vor die Menschenmenge tritt - Freunde und Feinde...

Da hörten sie jemanden laut von einer Tribüne aus rufen : „Heute ist der Tag der Vergeltung!“ Es war der Befehlshaber des Muslimheeres.

Die Herrscher von Mekka und die Bewohner dieser Stadt durchfuhr ein Schreck und die Qureisch fürchteten um ihr Leben.

Der Prophet wurde sehr zornig über diesen Befehlshaber. Sofort schickte er Imam Ali (a) zu ihm damit er ihm das Banner abnimmt. Imam Ali sollte verkünden: „Heute ist der Tag der Barmherzigkeit und Liebe!“

An jenem Tag sagte der Prophet zu den Mekkanern:

„Ihr Qureisch! Wie denkt ihr dass ich mit euch verfahren werde?“

Sie sagten: „O Prophet, wir erwarten von dir nichts anderes als ein gutes Vorgehen!“

Und der Propeht sprach: „Ihr könnt gehen und seid frei. Niemand wird euch belästigen!“

Und dann erließ er ihnen alle ihre Strafe, den Qureisch und den Mekkanern, die ihn jahrelang befeindet hatten.

Der Prophet war der absolute Sieger, aber dennoch übte er keine Vergeltung. Er unterwarf seine argen Feinde, aber er nahm keinen von ihnen zum Gefangenen und ließ keinen töten oder etwas von seinem Eigentum beschlagnahmen. Die Eroberung von Mekka erfolgte auf sehr menschenfreundliche Art. Die Art des Propehten beeindruckte die Herzen der ärgsten Feinde.

Der Islam erlaubt nicht das Töten von Kriegsgefangenen. Der Prophet hat immer gemäß Vers 4 der Sure Mohammad ( 47 ) gehandelt und Gefangene gegen oder ohne Lösegeld freigelassen. Bei einigen machte er die Freilassung von besonderen Bedingungen abhängig, zum Beispiel davon, dass sie mehreren Muslimen das Leben und Schreiben beibringen.

 

Wir sehen, dass der Islam Barmherzigkeit und Güte fordert. Seine Bestimmungen bauen auf gerechten Beziehungen zwischen dem Herrscher und dem Volke und auf der Hervorrufung des Geistes der Freiheit und Menschenwürde auf. Eine weitere Grundlage sind der Kampf gegen Unrecht und Abgott-Herrscher und die Unterstützung des Guten und die Gottesfürchtigkeit.

In den Versen 9 und 10 der Sure Hudscharat (Sure 49) heißt es:

 

Und wenn zwei Gruppen von den Gläubigen einander bekämpfen, dann stiftet Frieden zwischen ihnen! Wenn dann aber die eine der anderen (immer noch) Gewalt antut, dann kämpft gegen diejenige, die gewalttätig ist, bis sie wiedereinlenkt und sich der Entscheidung Gottes fügt! Wenn sie dann wiedereinlenkt, dann stiftet zwischen den beiden (endgültig) Frieden, wie es recht und billig ist, und lasst Gerechtigkeit walten! Gott liebt die, die gerecht handeln.“

 

„Die Gläubigen sind doch Brüder. Sorgt also dafür, dass zwischen euren Brüdern Friede (und Eintracht) herrscht, und nehmet Gott zu eurem Beschützer, auf dass euch Barmherzigkeit erwiesen werde.“

 

 

 

 

 

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