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Mittwoch, 13 Januar 2016 10:12

Die Islamische Welt 2015 (2)

 Die Islamische Welt 2015 (2)
  Im ersten Teil dieses Beitrages haben wir einige Krisen in der Islamischen Welt wie den Krieg in Syrien, Irak und Jemen im Jahre 2015  betrachtet. 

Diese Schwierigkeiten sind in der Mehrzahl von Fremdmächten vorprogrammiert und von Kräften, die sich als Muslime ausgeben, gegen die Islamische Weltgemeinde durchgeführt worden. 2015 hat auch die alte Wunde der Palästinafrage die Muslime weiterhin betroffen gemacht. Das zionistische Besatzerregime hat im vergangenen christlichen Jahre  seinen Siedlungsbau im Westjordanland intensiviert und die Politik der Judaisierung von Beit-ul Moqadas (Jerusalem) vorangetrieben.  Außerdem haben sie noch dreistere Übergriffe auf die Al-Aqsa-Moschee auf ihre Tagesordnung gestellt. Diese aggressiven Maßnahmen haben zusammen mit der Gleichgültigkeit der arabischen Regimes und dem Scheitern der so genannten Friedensgespräche zur Folge gehabt, dass das palästinensische Volk selber die Initiative ergreift, und so begann Anfang Oktober 2015 die dritte Intifada.

Wie erwartet wurde auch dieser berechtigte Aufstand der Palästinenser wieder heftig von dem Regime in Tel Aviv niedergeschlagen. Bis Ende 2015 haben mehr als 140 Palästinenser im Laufe der Dritten Intifada  ihr Leben verloren und 15 Tausend wurden verletzt.  Die zionistische Armee hat Hunderte von Palästinensern inhaftiert, davon mehr als 1200 Minderjährige. Das Unrecht an den  Palästinensern wächst außerdem dadurch, dass arabische Regimes wie Saudi Arabien, Katar und die Emirate damit beschäftigt sind, sich in andere muslimische Länder einzumischen und die Länder, die die Rechte der Palästinenser verteidigen wie Iran und Syrien an einer effektiven Unterstützung für das palästinensische Volk zu hindern.  So konnte das zionistische Regime gelassener als zuvor den Mord an den Palästinensern fortsetzen. Unterdessen  blieb auch die mehrjährige Blockade des Gaza-Streifens weiterhin bestehen und verschlimmerte sich die wirtschaftliche und medizinische Lage der Menschen in diesem Gebiet.

 

Ein weiteres Problem,  dem sich die Muslime in Abständen von wenigen Jahren immer wieder gegenüber sehen, sind Unglücke, die sich wegen der Versäumnisse der saudischen Verantwortlichen jährlich während des Hadsches in Mekka ereignen. Im vergangenen christlichen Jahres ereignete sich am Tag des Opferfestes am 24.  September in Mina bei Mekka ein wahres Drama, bei dem  mehr als 7 Tausend Hadschpilger wegen der Inkompetenz der saudischen Herrscher ihr Leben verloren.  Diese Pilger waren friedlich auf dem normalen Pilgerweg in Richtung der Durchführung des Rituals  Rami Dschamarat –Bewerfen der Felsen – als ihnen die saudischen Polizeikräfte den Weg versperrten und den Pilgerzug auf einen anderen, engen Weg umlenkten. Dort gerieten die Pilger in Bedrängnis und Panik. Es kam zu einem Massensterben wegen Erstickung,  Durst und Hitze, während die Sicherheitskräfte und Rettungsdienste des saudischen Regimes den Notleidenden keinerlei Hilfe leisteten.  Die Kräfte der Saudis hatten es nur eilig, die Leichen und auch Halbtote beiseite zu schaffen und zu vergraben. Nur der Islamischen Republik Iran gelang es nach mühseligen Anstrengungen 464 Leichen von iranischen Pilger, die bei der Tragödie in Mina ums Leben kamen, heraus zu verlangen und in ihre Heimat zu überführen.  

Vor diesem schrecklichen Ereignis war am 11. September  ein großer Baukran auf den Innenhof der Heiligen Moschee in Mekka gestürzt und bei diesem Vorfall waren 107 Pilger getötet und 238 Pilger verletzt worden. Diese blutigen Ereignissen und die Unglücke in den Vorjahren zeugen alle von der Inkompetenz der Saudis als Verwalter der Hadsch-Zeremonien.     

Die Islamanfeindung ist ein Problem, mit dem die Islamische Welt seit längerem konfrontiert ist. In Europa und den USA  gibt es Gruppen und Personen die sich, weil sie bei einer sachlichen Diskussion der Logik der Muslime unterlegen sind, der Waffe der Islambekämpfung bedienen. Im Jahre 2015  gab es erneut  im Westen beleidigende Angriffe auf die islamischen Heiligkeiten und auf Muslime.  Der Anschlag auf die Redaktion der  französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo im Januar 2015 und die Explosionen vom 13. November in Paris ,welche von den IS-Terroristen inszeniert wurden, dienten den Islamfeinden als neuer Vorwand, um die abwegige Deutung des Islams durch die IS als den wahren Islam vorzustellen  und alle Muslime als Befürworter der Gewalt anzuprangern. Die islamfeindlichen Maßnahmen erreichten gemäß Angaben des  französischen Muslimrats im vergangenen Jahr ihren Höhepunkt.   Unterdessen hat der republikanische Kandidat für die nächsten US-Präsidentschaftswahlen, Donald Trump, sowohl die Muslime beleidigend angegriffen als auch gefordert, dass man sie nicht mehr ins Land lassen dürfe. Muslime und Nichtmuslime haben allerdings heftig auf diese Äußerungen reagiert.

Die Erfahrung zeigt, dass Islamophobie und Islamanfeindung immer das Gegenteil von dem beabsichtigten Ziel bewirkt haben. Als die Angstmache vor dem Islam   nach dem 11. September 2001 eskalierte, wuchs das Interesse an dieser Religion.  Auch nun, da die islamfeindlichen Maßnahmen gesteigert werden,  hat erneut die Tendenz zu dieser Himmelslehre zugenommen. Denn die Lehren des Islams  entsprechen der Vernunft und dem natürlichen Wesen (Fitra) des Menschen  und diese Religion hält überzeugende Argumente für die Verteidigung ihrer Werte bereit. Daher können die Islamgegner  nur eine Zeitlang durch ihre haltlosen Agitationen den Menschen im Westen  Angst vor dem Islam machen.  Aber die Wirkung solcher Hetzpropaganda hält offensichtlich nicht lange an und ein Teil der Adressaten  interessiert sich für eine richtige Kenntnis des  Islams.     Deshalb treten die meisten Konvertiten  zum Islam über und es wird vorausgesehen, dass die Muslime in den kommenden 40 bis 50 Jahren die größte Religionsgemeinschaft auf der Welt bilden werden.

Die Einheit der Islamischen Welt ist immer ein großes Anliegen der Muslime und der engagierten islamischen Persönlichkeiten gewesen. Demgegenüber  haben die Feinde des Islams und die Heuchler innerhalb der Islamischen Umma umgekehrt nach Spaltung gestrebt. In den vergangenen Jahren  haben die saudischen Herrscher und  die takfiristischen Gruppen, die den Wahhabismus befolgen, so gut sie konnten nach einer Verschärfung der Konflikte in der Islamischen Welt getrachtet. Außerdem haben unwissende Anhänger von  islamischen Rechtsschulen, bewusst oder unbewusst die Diskrepanzen verschärft. Auch 2015 setzten solche Gruppen ihre Aktivitäten gegen die Einheit der Muslime fort.

Aber es gibt demgegenüber auch viele in der Islamischen Welt, die die Einheit fordern. Es sind Religionsgelehrte mit aufgeklärtem hellem Geist  und verantwortungsbewusste Regierungen,  welche die Gefahr der Feinde des Islams und der  Muslime richtig erkannt haben und in der Einmütigkeit und der Vereinigung der Islamischen Umma den besten Lösungsweg sehen. Im Heiligen Koran heißt es über die Wichtigkeit der Einheit  unter den Muslimen im Vers 103 der Sure 3

„Und haltet insgesamt an Allahs Seil fest, und zerfallet nicht, und gedenket der Gnade Allahs gegen euch, da ihr Feinde waret, und Er eure Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet; …

2015 haben die nach Einheit strebenden Gruppen in der Islamischen Welt, den Agitationen der Zwietrachtstiftern zum Trotz, ihre aufklärerischen Aktivitäten fortgesetzt. Die Islamische Republik hat als Bannerträger der Einheit und Freundschaft in der Islamischen Welt, Ende des Jahres, wie in den Vorjahren zwischen den beiden Daten, die für Sunniten und Schiiten als Jahrestag der Geburt des Propheten gelten,  die Woche der Einheit begangen und die Konferenz für Islamische Einheit abgehalten. Auf dieser Konferenz wurde  der Kampf gegen das takfiristische und extremistische Denken  und die Bemühung um den Zusammenhalt der Islamischen Weltgemeinde bekräftigt. 

Die Wachsamkeit und Weitsicht der Muslime sind sehr wichtige Faktoren  für die Vereinigung und den Fortschritt der Islamischen Welt und haben 2015 spürbar zugenommen.  Die takfiristischen wahhabitischen  Gruppen  haben mit ihren Verbrechen noch mehr ihre wahre Natur enthüllt.  Die Muslime haben begriffen, dass diese Gruppen nicht die Sunniten verteidigen, wie sie behaupten, sondern durch Hervorrufen von Konflikten  die  Vergrößerung ihrer Macht und ihres Herrschaftsgebietes anstreben.  Dies trifft auch deutlich auf ihre Unterstützer insbesondere Saudi Arabien zu.  Dieses Regime mischt sich zurzeit direkt und indirekt in muslimischen Ländern ein. Seine  fanatischen Handlanger verüben Massaker an der Bevölkerung. 

Eine Folge des Islamischen Erwachens war die Erkenntnis dieser und einer weiteren Tatsache, nämlich der Wahrheit, dass die westlichen Regierungen und das zionistische Regime die wichtigsten Feinde der Islamischen Welt sind. Aus diesem Grund versuchen sie auf verschiedenen Wegen eine Einheit unter den Muslimen zu verhindern. Ajatollah Khamenei, Oberhaupt der Islamischen Revolution Iran, hat zu den Teilnehmern der Konferenz der Einheit 2015 gesagt:

„Sie sehen wie nervös sie werden, wenn es in der Islamischen Welt zum Islamischen Erwachen kommt.  Sie strengen  sich an، um diesem Erwachen zu schaden oder es  zu vernichten. Teilweise hatten sie auch Erfolg. Aber ich sage Ihnen, dass sich das Islamische Erwachen nicht vernichten lässt.  Die Islamische Erweckungsbewegung wird – so Gott will und mit Seiner Huld und Seiner Macht ihr Ziel erreichen.“ 

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