Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Donnerstag, 04 Februar 2016 08:34

Die Bedeutung der Moscheen für die Islamische Revolution im Iran

Die Bedeutung der Moscheen für die Islamische Revolution im Iran
  Die Islamische Revolution im Iran war eine umfassende Bewegung des Volkes. An ihr nahmen alle Bevölkerungsgruppen teil.

Sie hatte auch wie andere große Revolutionen der Welt einen Stützpunkt für die Bürger. Zum Beispiel ging die Französische Revolution von 1789 von der Bastille, dem Pariser Gefängnis und die Oktoberrevolution von 1917 in Russland von den Fabrikwerken und den Bauerngemeinden aus.   Während der Islamischen Revolution im Iran waren die Moscheen wichtige Stützpunkte der Revolution. Sie  haben eine bedeutende Rolle bei der Bildung der ersten revolutionären Kernzellen und der Orientierung der Volksbewegung übernommen.

                                          

Die Moscheen hatten während der Islamischen Revolution die Aufgabe eine Verbindung zwischen den Anführern der Revolution und den revolutionären Bürgern  herzustellen und die Bevölkerung zu mobilisieren.  Vom Beginn der Revolution  Anfang der  60iger Jahren bis zum Sie 1979  konnten die Moscheen im Iran  einen großen Beitrag zur Vereinigung und Koordinierung des Kampfes der Bevölkerung gegen das Schah-Regime erfüllen. Sie fungierten wie ein Medium.  Die Moscheen waren durch die Ansprachen, die dort stattfanden und die Verteilung von Büchern, und Heften, Bekanntmachungen und Tonbandkassetten mit den Botschaften Imam Chomeini (r.h.) ein gutes Verbindungsglied zwischen der Revolutionsführung und der Bevölkerung.

 

Während des Kampfes gegen das Pahlavie-Regime waren zahlreiche Moscheen revolutionär tätig, wie in Teheran, die  Dschalili-,  die Lorzadeh- und die Qaba-Moschee und die Moscheen im traditionellen Teheraner Bazaar.  

 In der Dschalili-Moschee hielt Ostad Schahid Morteza Motahari Ansprachen im  Zusammenhang mit dem Schutz vor Materialismus und linken Tendenzen. Viele junge Leute und  Studenten besuchten diese Vortragsitzungen.  Auch Schahid ba Honar  (der zweite Premierminister in der Islamischen Republik Iran, der 1981 von Terroristen umgebracht wurde)  hielt regelmäßig in dieser Moschee nahe dem Teheraner Ferdowsi-Platz  Vorträge, ebenso wie Ajatollah Mahdawi Kani (verstorbener Vorsitzender des Führung- Expertenrates) Er sprach nach dem Gemeinschaftsgebet über verschiedene Angelegenheiten, darunter die Frage der Islamischen Regierung.

 

Auch die Al Dschawad-Moschee galt als eine revolutionär aktive Moschee in Teheran. Es ist der erste moderne Moscheenbau im Iran. Diese Moschee  wurde 1963 gebaut. Ajatollah Motahari war von 1970 bis zu seiner Festnahme im Jahre 1972 ihr Gemeinschaftsimam. In seinen Ansprachen enthüllte er selber die Tatsachen über das Regime. Außerdem lud er bekannte Vertreter der Revolution zu Ansprachen in dieser Moschee, die am heutigen 7-Tir-Platz liegt, ein.  Viele Vereinigungen wie die der Ingenieure und Ärzte, oder der islamische Studentenverein oder der islamische Verein der Studenten der Polytechnischen Universität    interessierten sich für Aktivitäten in der Al Dschawad-Moschee, weil dort wissenschaftliche Persönlichkeiten wie Schahid Motahari wirkten.

Ein weiteres Beispiel für Teheran  ist die Hedayat-Moschee. Sie wurde wegen ihres  bekannten Gemeinschaftsimams, des nach der Revolution verstorbenen Ajatollah Taleqani, aufgesucht. Ajatollah Taleqani gehörte zu den mutigen Geistlichen, die gegen das  Regime kämpften und dafür Gefängnis und Folterungen in Kauf nahm. Nach dem gemeinschaftlichen Gebet sprach er zu den Versammelten über den Koran und erläuterte ihn. Seine Koranexegese hatte politische und soziale Aspekte, und daher waren seine Ansprachen in der Moschee stark besucht.  Ajatollah Taleqani  hielt auch außerhalb der Moschee Ansprachen, wenn er dazu eingeladen wurde und trug damit wesentlich zur Aufklärung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen bei. 

 

Das Pahlavie-Regime hat zur Bekämpfung der Islamischen Revolution die Moscheen scharf kontrolliert.  Der Savak – der Geheim- und Sicherheitsdienst des Landes, kontrollierte alle Kulturprogramme in den Moscheen, von den Koranlehrgängen und Erläuterungen von islamischen Geboten, bis zu Ausstellungen und der Bibliotheksleitung.  Auch überwachte der Savak  die Wahl der Prediger und Geistlichen, die in einer Moschee tätig waren. Bei Trauerzeremonien in der Moscheen mussten die Angehörigen vorher mit dem Geheimdienst absprechen, welche Geistlichen die Zeremonie leiten und wie die Veranstaltung stattfinden soll.  Wenn sich das Schah-Regime nicht mehr zu helfen wusste, ließ es einige Moscheen schließen. Aber trotz all dieser Strenge, verlor die Moschee nicht ihre besondere Position im Revolutionskampf.  Manchmal haben sogar einige revolutionäre gläubige Bürger zur Fortsetzung der Aktivitäten  unter dem Deckmantel eines Gastmahls , solche Sitzungen in ihren Privatwohnungen organisiert, bis diese Aktivitäten wieder in der Moschee fortgesetzt werden konnten.

 

-Die Moscheen hatten nicht nur eine richtunggebende und lenkende Funktion für die revolutionären Kräfte und unterstützten sie finanziell.  In den Moscheen wurden Fonds für zinslose Kredite zur Unterstützung der Islamischen Revolution eingerichtet. Viele muslimische Geschäftsleute, die der Moschee nahe standen, betrachteten es als ihre religiöse Pflicht die Unkosten der Moscheen zu übernehmen. Dr.John D. Stempel , der Verfasser des Buches Inside the Iranian Revolution  (die Iranische Revolution von innen)  schreibt: … Der Bazaar und die Moschee  haben immer zusammen gearbeitet. Die Unkosten für die theologischen Hochschulen und bis zu 80 Prozent  der Lebenskosten der Geistlichen wurden von diesen Kaufleuten  bezahlt.“

Auf diese Weise haben die Kaufleute  und Bazaris in der Tat auch  den Kampf der Bevölkerung durch ihre finanziellen Hilfen an die Moscheen unterstützt.

Die Moscheen fungierten auch als Zentrum für die Verbreitung von wichtigen Nachrichten und waren auch in dieser Beziehung ein wichtiger Stützpunkt für die revolutionären Tätigkeiten.  Sie nutzten jede Gelegenheit um die Revolution aufrecht zu erhalten. Zum Beispiel  auch Gedenkfeiern.  Eine dieser Gedenkfeiern war die Gedenkfeier im Jahre 1970 für den großen Gelehrten Ajatollah Hakim, der als Vorbild für religionsrechtliche Nachahmung gewirkt hatte.   Während dieser Gedenkfeier, an der auch eine Anzahl von Kämpfern, Geistlichen und freiheitsliebenden Denkern teilnahmen, sprach Hudschat-ul Islam Morwarid  über die Bedingungen die ein solches Vorbild für die Nachahmung besitzen muss.  Bei der Gelegenheit las er auch die Bekanntmachung der Geistlichen von Qum über die Wahl des Revolutionsführers Imam Chomeinis (r.h.) als eine solche Instanz für die Nachahmung vor.

Auch  für den revolutionären Ajatollah Seyyed Mustafa Chomeini, dem Sohn Imam Chomeinis, der im Oktober 1977 auf mysteriöse Weise ums Leben kam , fanden in mehreren Orten des Landes zahlreiche Trauerzeremonien zumeist in den Hauptmoscheen dieser Städte statt und es wurden  feurige Reden gegen den Schah  gehalten.

Die Moscheen waren während der Islamischen Revolution im Iran im Zusammenhang  mit den politischen Entwicklungen und dem gesellschaftlichen Geschehen immer auf dem aktuellen Stand. Der Protest der Bevölkerung und der Gelehrten gegen eine Maßnahme des Regimes, die in irgendeiner Weise eine  Beleidigung des Islams darstellte oder gegen den Islam und das Wohl des Landes verstieß, ging von den Moscheen aus. Zum Beispiel  hat Imam Chomeini im Jahre 1962 von der Azam-Moschee in Qum aus gegen die so genannte Weiße Revolution des Schahs protestiert – In dieser   Ansprache entfachte er die  ersten Funken der Revolution. Diese so genannte weiße Revolution des Schahs verstieß in den Augen Imam Chomeinis vollständig gegen die Grundlagen des Islamischen Religionsgesetzes. Um die Natur des Willkürregimes zu enthüllen und  die Bevölkerung über dessen politische List aufzuklären, hat der Imam auf einer Sitzung, an der die Geistlichen und Gelehrten und hohen Vorbilder der Nachahmung in Qum teilnahmen, vorgeschlagen, dass aus Protest  das Gemeinschaftsgebet und die Ansprachen im Monat Ramadan in den Moscheen landesweit, eingestellt werden. Daraufhin haben die meisten Moscheen in den iranischen Städten geschlossen. Nach diesem Protest haben am 22. März 1963 die Leute des Geheimdiensts und die Schah-Kommandos die bekannte theologische Hochschule (Madrasa) Faiziyah  in Qum gestürmt und eine Anzahl von Geistlichen verwundet oder getötet. Dieser blutige Angriff aber verschärfte den Kampf gegen das Regime.  In Teheran und Qum, Maschhad und Isfahan, Schiraz und weiteren Städten haben die Geistlichen aus Solidarität mit den Theologischen Hochschulen in Qum eine Woche lang gestreikt und kein Gemeinschaftsgebet mehr in den Moscheen abgehalten. Der Schah wurde ratlos. Denn einerseits war es für ihn  ein Problem, wenn die Moscheen offen standen und viele Gläubige zum Gemeinschaftsgebet kamen und engen Kontakt mit den Gebetsimamen hatten und auf der anderen Seite machte  die Schließung der Moscheen, insbesondere im Fastenmonat Ramadan,  wo sie besonders stark besucht werden,  die Bevölkerung noch mehr auf die Situation im Lande aufmerksam.

                                 

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution 1979 behielten die Moscheen ihre Schlüsselposition für die Wahrung der Revolution. Imam Chomeini  hat in einer seiner Reden die Moscheen als Schützengraben bezeichnet, der bewahrt werden muss. Denn die Moscheen sind der Stützpunkt für die Bevölkerung bei der Verteidigung ihres Landes und ihrer Religion. Mit Wahrung dieses Schützenwalls konnten sie während des 8-jährigen auferlegten Krieges ihren Verteidigungskampf  organisieren. Von dieser festen Burg aus können sie auch heute ihr  vor allen Angriffen, ob militärischer, politischer oder kultureller Art, schützen. 37 Jahre nach dem Sieg der Islamischen Revolution  setzen die Moscheen weiter ihre Bemühungen um die Wahrung der religiösen Identität der Bevölkerung fort. 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren