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Mittwoch, 02 Dezember 2015 16:51

Islamischer Lebensstil (75)

Islamischer Lebensstil (75)
  Wir setzen uns weiter mit dem Thema der Beziehungen des Menschen zu seiner Umwelt und speziell die Auswirkungen von guten und schlechten Handlungen des Menschen auf die Umwelt gemäß  den Koranversen und Überlieferungen auseinander.

 

Wir haben über die Pflichten des Menschen gegenüber der Umwelt gesprochen und gesagt, dass Muslime in der Umwelt ein göttliches Pfand sehen und darauf achten sollten, sie nicht zu verschmutzen.  Die islamische  Umweltethik ist religiös geprägt.  Sie geht aus einer Weltanschauung hervor, in der der Glaube an den Einen Gott, den Mittelpunkt bildet. Gott ist zentraler Mittelpunkt, Erschaffer, Besitzer  und Schützer der Welt. Umweltschutz bedeutet etwas schützen, was Gott gehört.

 

Gemäß der Weltanschauung die auf dem Glauben an den Einen Gott (Tauhid) beruht  sind alle Geschöpfe in der Daseinsordnung  Gott unterworfen. Sie gehören Ihm und kehren zu ihm zurück. 

 

Eine Umweltethik beschreibt das Verhalten und die Gesinnung  und Festlegung von Pflichten gegenüber  den Elementen der Umwelt. In der Tauhid-Weltanschauung, welche die Grundlage für den Islamischen Lebensstil bildet,  betrachtet der Mensch als Erstes Gott als den Schöpfer und Besitzer und Herrscher in der Daseinswelt und zweitens fühlt er sich gegenüber Gott und seinen Geschöpfen verpflichtet.

 

Wir sagten schon, dass in gewissem Umfange die Ereignisse auf der Welt von den Taten der Menschen abhängen. Wenn die Menschen Gottes Gebote befolgen, öffnen sich ihnen die Tore zu dem göttlichen Segen, aber wenn sie vom Weg der Gottesdienstbarkeit abweichen  und verdorbene Ansichten und Absichten hegen, kommt Unheil in der Gesellschaft auf und beeinträchtigt auch die Umwelt.

Ajatollah Dschawadi Amoli, ein bekannter islamischer Denker schreibt: „Die guten und schlechten Absichten und Handlungen der Menschen wirken bei den guten bzw. üblen Ereignissen der Welt mit.  Trotz aller seiner Würde ist der Mensch auch nur ein Glied in der Gliederkette der Daseinswelt. Also kann er nicht getrennt von den anderen Kettengliedern sein, denn er ist die Folge vieler Ursachen und die Ursache vieler Folgen.  Er wird von den Dingen im Meer, den Ebenen, der Erde und der Luft beeinflusst und beeinflusst selber diese.  Also wirken die Handlungen des Menschen  auf die angenehmen und unangenehmen Ereignisse der Welt ein und werden von ihnen beeinflusst.  Diese Wechselwirkung  beschränkt sich nicht auf den körperlichen Bereich des Menschen, sondern ist auch bei den Überzeugungen, der Moral, dem Verhalten, der Sprechweise und dem Handeln des Menschen zu beobachten.“

Der Heilige Koran spricht an mehreren Stellen von dem direkten Zusammenhang zwischen den Taten der Menschen und der Natur.    Einige  Verse führen dies als allgemeingültige Regel an und andere  im Zusammenhang mit bestimmten Taten. Zum Beispiel steht im Vers 16 der Sure Dschinn (Sure 72) : „Wenn sie (Menschen und Dschinn) aber den (rechten) Weg einhalten, dann werden Wir ihnen reichlich Wasser zu trinken geben.“

 

Die Treue zum rechten Weg führt also gemäß diesem Vers zu einem reichen Wasserhaushalt, der Segen  für den Waldbestand, Ackerbau, die Viehzucht und den Menschen bedeutet.  In den Korankommentaren heißt es, dass hier mit Wasser auch Quellwasser und Grundwasser gemeint sind und nicht nur Regenwasser.  Gott belohnt ein Volk auf diese Weise mit weltlichem Segen für gute Taten. Umgekehrt führen viele Sünden auf Gottes Geheiß möglicherweise zu einem Rückgang der Wasserressourcen.  Gemäß dem Heiligen Koran sind Glaube und Gottesfürchtigkeit  also nicht nur ein Quell für immateriellen sondern auch für materiellen Segen.

                 

Aus Vers 96 der Sure Araf (Sure 7) geht hervor:

„Wenn die Bewohner dieser Städte geglaubt hätten und fromm gewesen wären, hätten Wir ihnen

ganz gewiss die Segnungen von Himmel und Erde zugänglich gemacht….“ 

 

Gemäß diesem Koranvers verursachen also Glaube und Gottesfürchtigkeit  der Einwohner von Städten und Dörfer, dass sich die Tore  zu den Gaben im Himmel und auf der Erde öffnen.  Auch aus diesem Vers geht der Zusammenhang zwischen den Handlungen des Menschen und den Geschehnissen auf der Welt hervor.  Unter  Segnungen von Himmel und Erde, die durch gute Taten der Menschen zugänglich werden,   sind verschiedene Dinge zu verstehen:  Segen vom Himmel sind  zum Beispiel die Niederschläge und die Sonnenbestrahlung und die Segnungen von der Erde deren Fruchtbarkeit und Quellen und Grundwasserspeicher, und der Pflanzenwuchs.  

 

In Vers 41 der Sure Rom (30) spricht Gott von den Auswirkungen der schlechten Taten auf die Umwelt, denn es heißt dort:

 

„Sichtbar ist das Unheil an Land und auf dem Meer infolge der üblen Taten, die die Menschen begangen haben. Gott lässt sie auf Erden etwas von den Folgen ihrer Werke erleiden, auf dass sie reumütig davon ablassen.“ 

Unheil auf den Meeren entsteht zum Beispiel  durch Krieg oder durch Rückgang des göttlichen Segens. Doch gemäß den betreffenden Koranversen über göttliche Strafen liegt eine größere Ursache vor und die wird in den relevanten Versen genannt, und zwar sind als erstes die Sünden und als zweites die Götzenverehrung laut Koran die eigentliche Ursache für die Wegnahme von Segensgaben wie zum Beispiel die Sicherheit.

  Das erste Gnadengeschenk Gottes ist die Erschaffung von  Geschöpfen und das zweite sind die Gaben, die Er ihnen als Unterhalt schickt. Umgekehrt werden bei der Bestrafung erst die Gaben  zurückgenommen und dann folgt die Vernichtung.

In einem Hadith von Imam Sadiq (gegrüßet sei er) steht: „Das Leben der Lebewesen im Meer wird durch den Regen möglich. Wenn es nicht regnet, kommt sowohl Unheil über das Festland als auch über das Meer. Das geschieht, wenn die Sünden zunehmen.“

Die Erfahrung zeigt, dass tatsächlich  die Fischbestände im Meer abnehmen, wenn es weniger regnet.

Gemäß den Koranversen die wir anführten, besteht also ein Zusammenhang zwischen den unliebsamen Ereignissen auf der  Welt und den hässlichen Taten, und öffnen sich umgekehrt die Tore zum göttlichen  Segen, wenn die Menschen Gott gehorchen.

In der islamischen Werteordnung werden einige Werke    ausdrücklich als ewig und unvergänglich bezeichnet, wie das Schreiben von wissenschaftlichen Büchern oder die Niederschrift des Heiligen Korans.  Zu den guten Werken, die nachhaltige Wirkung haben, zählt auch die Wiederbelebung der Natur zum Beispiel durch Anpflanzen von Bäumen und durch das Anlegen eines Brunnens, den Bau eines Staudamms und ähnliche Tätigkeiten. Es heißt, wenn jemand einen Baum einpflanzt  oder etwas tut, was den anderen nützt, so wird für ihn , solange dieses Werk einen Nutzen bringt, Belohnung aufgeschrieben.  Dies ist ein Ansporn für den Menschen die Umwelt zu kultivieren. Ein Muslim sollte Bäume anpflanzen und sich um sie kümmern. Denn Bäume reinigen die Luft.  Der Prophet hat den Wert des Bäume-Pflanzens  mit folgenden Worten hervorgehoben: „Wenn ein junger Baum in eurer Hand ist und ihr vor Beginn des Jüngsten Tages gerade genug Zeit habt,  um ihn einzupflanzen , dann pflanzt ihn ein.“ (Mustadrak al Wasail, Bd.13, S.460)

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Umwelt auf den jemand aufgrund eines islamischen Lebensstils achten muss, ist das Wasser. Die Verschwendung dieses kostbaren Stoffes ist zu vermeiden.  Das Wasser ist gemäß der religiösen Lehren so sehr von Bedeutung, dass der Prophet des Islams (s) wenn er Wasser trank, wie folgte betete: „Preis sei Gott, der es nicht wegen unserer Sünden  salzig sondern es aufgrund seines Segens angenehm und süß werden ließ (Usul-e Kafi, Bd.6, Seite 384)

Ein Muslim sollte niemals Wasser, welches das Lebenselixier des Menschen und jeden Lebewesen ist, verschmutzen oder vergeuden.

Insgesamt ist zu sagen, dass der Mensch in einem islamkonformen Leben wegen der Pflichten gegenüber Gott, auch gegenüber der Umwelt verpflichtet ist.  Dies erfordert, dass er die möglichen Folgen für andere  Geschöpfe mit in Betracht zieht, wenn er eine Entscheidung hinsichtlich der Umwelt trifft.  Die islamische Umweltethik beruht also auf der Gerechtigkeit  gegenüber der Umgebung, und zwar muss der  Gläubige allen Bestandteilen der Daseinswelt gegenüber fair bleiben, ob es sich um leblose Dinge handelt oder  Lebewesen.

Im nächsten Teil möchten wir sie mit dem geeigneten islamischen Verhalten zu Tieren vertraut machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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