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Donnerstag, 26 November 2015 03:20

Islamischer Lebensstil (74)

Islamischer Lebensstil  (74)
  Wir möchten wie versprochen in diesem Teil über die konstruktiven Beziehungen des Menschen zu seiner Umwelt im Rahmen des Islamischen Lebensstils sprechen. 

 

Wir sagten, dass der Mensch im Rahmen eines islamkonformen Lebensstils für den Fortbestand der Natur Verantwortung trägt und die Nutzung der Gottesgaben in der Natur bestimmten Regeln unterworfen ist.  Zur Umwelt des Menschen  gehören nicht nur Wälder und Flussufer, Parks und Grünanlagen, sondern auch seine Unterkunft und die Straßen in seiner Stadt, ebenso wie kulturelle und Bildungs- und Dienstleistungsstätten, Verwaltungseinrichtungen und Gebetsorte.

 

Die Gesundheit der Gesellschaft ist eng mit der Gesundheit der Umwelt verknüpft.  Genauso wie in der Medizin Vorbeugen besser ist als Heilen, ist auch die Herstellung eines gesunden geeigneten Lebensraumes besser als wenn man erst Schäden ihn der Umwelt verursacht und sie dann auszubessern versucht.  Die Wahrung einer gesunden Umwelt bedeutet die Achtung des Rechtes der Erde und Luft, des Wassers und des Bodens, der Meere und der Wüste, der Berge und Täler, der  Pflanzen, Tiere und aller Dinge und Bereiche der Umwelt, die mit dem Leben des Einzelnen und der Gesellschaft verknüpft sind.

Die Religion untersagt einerseits die Verschmutzung der Umwelt und hält andererseits dazu an, die Umwelt von einer eventuellen Verschmutzung zu befreien. Der Prophet Mohammad (Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause) sagt: „Gott ist rein und er liebt die Reinheit.  Also reinigt  die Schwelle zu eurem Leben. (Dschami- al Saghir, Bd. 1)

 

Diesem Hadith (Überlieferung) sind mehrere Punkte zu entnehmen: Zum Beispiel, dass  der Mensch auf Reinigung von Körper, Wohnung, Arbeitsplatz, Kulturzentren  und Gebetsstätten achten muss, weil er als Statthalter Gottes auf Erden den Brauch Gottes pflegen und Sauberkeit und Reinlichkeit lieben soll,  da Gott die Reinheit liebt.

Außerdem ist diese Anweisung zur Reinlichkeit allgemeingültig und zeitlos. D.h. alle, unabhängig vom Geschlecht und  Körperkräften sollen im Leben für  Körperpflege und eine saubere Wohnung und Arbeitsstätte sorgen. Alle sollen  Verschmutzungen verhüten bzw. beseitigen. 

 

 

Die Muslime sollten die Umwelt als ein göttliches Pfand betrachten und  Wert darauf legen, sie zu schützen. Eine saubere Umwelt gefällt Gott dem Herrlichen. Imam Sadiq (a)

sagt (in Tuhaf- ul Uqul auf S. 320):  „Das Leben in einem Gebiet ist dann schön, wenn es dort gute Luft, reichlich Wasser und einen fruchtbaren bestellbaren Boden gibt.“

 

Imam Sadiq spricht also nicht nur vom Überleben sondern von einem angenehmen Leben.  Die Menschen in ärmeren Ländern leben ja auch, obwohl sie oft krank und bedürftig sind. Aber von einem angenehmen und guten Leben kann dabei nicht die Rede sein. Erst in  einer Gesellschaft, der sowohl günstige  Umweltbedingungen und medizinische Versorgung als auch geeignete Voraussetzungen für eine gute Wirtschaft zur Verfügung stehen, sind die Voraussetzungen für ein gutes  Leben geschaffen.  

 

Die Umweltfragen waren den großen Vorbildern des Islams sehr wichtig.  Imam Sadiq (a) berichtet : „Der Prophet Gottes (Segen sei auf ihm)  empfahl den Kämpfern, die er in ein Gefecht schickte: `Fällt keinen Baum, es sei denn es bliebe euch nichts anders übrig!`“ (Usul-e Kafi, Bd. 5) .

Der Prophet hat deshalb das Fällen eines Baumes verboten, weil Bäume für eine gesunde Umwelt wichtig sind.  Muslimen sollten Bäume pflanzen und beschützen, weil sie für eine saubere Luft sorgen.

Das Pflanzen von Bäumen nimmt wie das Säen von Saatgut eine hohe Stufe im Islam ein. Der Prophet des Islams (s) hat es  in einem Hadith auf die gleiche Stufe gestellt, wie das Lehren von Wissen, den Bau von Moscheen oder die Vererbung von Büchern.  Die Pflege und der Schutz von Bäumen sind so wichtig im Islam, dass der Prophet gesagt hat: 

 

„Wen jemand einen Baum, der Wasser braucht, bewässert, ist es  so, als ob er den Durst eines Gläubigen gestillt hat.“ (Bihar ul Anwar, Bd. 219)

 

Alles spricht dafür, dass wir die Umwelt lieben sollen.  Wenn wir dies tun,  wird uns die Natur den göttlichen Segen zur Verfügung stellen. Im Lichte dieser Erkenntnis wird der Umweltschutz sinnvoll. Ein Muslim und Mensch, der Gott liebt, verschmutzt weder Meeresgewässer noch Festland.  Der angeführte Hadith des Propheten beinhaltet indirekt die Anweisung, dass wir auch andere Ressourcen in der Natur schützen und angemessen verwenden.  Wenn sich jemand als Statthalter Gottes auf Erden betrachtet, wird er niemals seine Umwelt zerstören.

 

 

Die Religion lehrt, dass der Schutz der Umwelt nicht nur für die körperliche und seelische Gesundheit wichtig ist, sondern auch dem Menschen zu einem besseren Vermögensstand verhilft. Imam Hassan (gegrüßet  sei er) sagt, dass jemand der sich selber von der Unzucht und seine Umwelt von Schmutz reinhält  so reichlich belohnt wird, dass er sich finanziell keine Sorgen zu machen braucht. (Bihar ul Anwar, Band 73)

 

In diesem Hadith nennt Imam Hassan (a) zwei weltliche Wirkungen der Läuterung der Seele  und Säuberung der Umwelt. Damit erinnert er daran, dass die guten Werke  des Menschen schon in seinem irdischen Leben und nicht nur im Jenseits einen Nutzen bringen. Gemäß den Lehren der Religion zieht eine Gesellschaft oder ein Volk, welches nicht um eine gesunde blühende Umwelt bemüht ist und nicht davon ablässt die Umwelt zu verschmutzen oder gegenüber ihrer Verschmutzung schweigt, den Zorn Gottes auf sich.

Der Prophet hat gesagt:

„Drei Gruppen sind aufgrund von drei schlechten Handlungsweisen von der Allbarmherzigkeit Gottes, des Gepriesenen, ausgeschlossen:   Jemand der die öffentlichen Plätze (wie Straßen und Parks) verschmutzt. Jemand, der das Wasser zurückhält, welches rationiert wurde, d.h. nicht darauf achtet, dass andere an der Reihe sind (Wasser zu erhalten)  und jemand, der den Weg für die anderen blockiert. (Usul-e Kafi Bd. 2)

Die Ereignisse in der Welt hängen also in gewisser Weise auch von dem Vorgehen der Menschen ab. Wenn die Menschen Gottes Gebote befolgen und Ihm dienen, werden sich die Tore zu Seinem Segen für sie öffnen. Aber wenn sie vom Pfad der Gottdienstbarkeit abgeraten und Irrwege gehen und sich unrechtem Denken und  unheilvollen Motiven zuwenden, wird Verderbnis in der menschlichen Gesellschaft auftreten und das Übel wird auf dem Festland und auf dem Meer den Rockzipfel der Menschen erfassen. Durch  Unterdrückung und Krieg und andere Übel werden solche Völker auf ihren Untergang  zugehen. Dies ist eine Wahrheit, vor der Gott in der Sure Schura (Sure  30  ) m Vers 30 warnt:

 

„Und was euch an Unglück treffen mag, es erfolgt auf Grund dessen, was eure Hände gewirkt haben. Und Er vergibt vieles.“

 

Unglücke, die sich ein Volk durch seine üblen Taten eingehandelt hat, sind laut Koran zum Beispiel die Flutkatastrophe, die das Volk Noahs vernichtete, der Blitz , der das  Volk Thamud traf und das Unheil, von dem das  Volk Aad  heimgesucht wurde.  Das Auftreten von üblen Ereignissen  insbesondere in der Umwelt ist auch die Folge von üblen Taten. Vor diesen Folgen wird nicht nur im Koran gewarnt sondern darüber steht auch in den Überlieferungen des Propheten und der Makellosen aus dem Hause des Propheten. Imam Baqir (gegrüßet sei er) sagt:

„Wenn in einer Gesellschaft gesündigt wird,  lässt Gott den Regen, den er für sie für das betreffende Jahr bestimmt hat, nicht herab kommen sondern auf Ebene, Meere und Berge   herabregnen.“

Dann fügt Imam Sadiq  noch hinzu: „O ihr Erkenntnisreichen, zieht eine Lehre daraus.“

(Usule Kafi, Bd. 2)

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