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Montag, 26 Oktober 2015 14:08

Islamischer Lebensstil (70)

Islamischer Lebensstil (70)
  Wir haben bislang in der Hauptsache über den Umgang mit anderen allgemein und besonders anderen Muslimen gesprochen.  Sie erinnern sich, dass wir über die gutnachbarlichen Beziehungen, Krankenbesuche und die Hilfestellung an Bedürftige gesprochen haben, alles Dinge die in den Lehren der Islams empfohlen werden.  Wir möchten diesmal über den Umgang mit Nichtmuslimen im Rahmen eines islamischen Lebensstils sprechen.

 

                              

Der Islam ist eine Religion, welche die Freundschaft und Güte  zwischen den Menschen  hervorhebt und auch die Nichtmuslime müssen von den Muslimen gut behandelt werden.  Der Islam ordnet die Beachtung der Rechte und des guten Verhaltens und friedlichen Zusammenlebens mit allen anderen Menschen an, ob nun unter   einer islamischen Regierung  oder in einer  nicht-muslimischen Gesellschaft.

Der Islam hat von Anfang an zum friedlichen Zusammenleben aufgerufen.   In dem Vers 64 der Sure Ale Imran (Sure 3):

„Sprich: ""O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah.` Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: `Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind.`"

Hinsichtlich des friedlichen Zusammenlebens der Muslime mit den Anhängern anderer Religionen  existieren viele Empfehlungen des Propheten Gottes (s) (Gottes Segen sei auf ihm und Friede den Imamen aus seinem Hause)  und dies zeigt, dass der Islam mit keinem der Nicht-Muslime auf Kriegsfuß steht.  Die Großen des Islams  haben dazu aufgerufen, gegenüber den Nicht-Muslimen gerecht zu sein, ihre Rechte zu achten  und sie nicht schlecht zu behandeln, es sei denn dass sie vertragsbrüchig sind oder einen Verrat begehen. Wenn letzteres der Fall ist gibt der Islam entschieden Anweisung dagegen vorzugehen. In der Sure Ale Imran heißt es im Vers 99:

 

"Sprich: O Leute der Schrift, warum wendet ihr die Gläubigen von Allahs Weg ab? Ihr trachtet ihn krumm zu machen, wo ihr ihn doch bezeugt. Allah gibt wohl Acht auf das, was ihr tut.“

 

An einer Stelle in seinem langen Brief an Malek Aschtar, den er zum Gouverneur in Ägypten ernannt hatte, schreibt Imam Ali ( a) gegrüßet sei er):

 

„Und wenn du mit deinem Feind einen Vertrag geschlossen oder ihm von dir aus Schutz zugesichert hast, dann wahre deinen Vertrag mit Loyalität und halte den von dir zugesicherten Schutz zuverlässig ein. Mache dich für  das zum Schutzschild, was du zugesichert hast, denn nichts vereinigt die Menschen besser unter den Pflichten gegenüber Allah trotz ihrer unterschiedlichen Wünsche und ihrer verschiedenen Ansichten als die Wertschätzung der Vertragstreue. Abgesehen von den Muslimen, halten sich (sogar) die Götzendiener untereinander daran, weil sie wissen, was für schlimme Folgen der Bruch (eines Vertrages) nach sich zieht. So verrate deinen Schutzvertrag nicht, brich nicht dein Abkommen und betrüge nicht deinen Feind…“   (Brief 53, Nahdschul Balagha)

Imam Ali sagt weiter in diesem Regierungsauftrag an Malek Aschtar:

„Lass dein Herz die Barmherzigkeit gegenüber den Untertanen fühlen sowie die Liebe und Freundlichkeit ihnen gegenüber, und stehe nicht über ihnen wie ein reißendes Raubtier, das Nahrung erbeutet,  denn sie sind von zweierlei Art: Entweder dein Bruder in der Religion, oder dir in der Schöpfung (als Mensch) gleich.“

                

Der Islam hebt hervor, dass ein Aufruf der Schriftbesitzer zum Glauben an den Einen Gott und zum Islam  unter Wahrung des Respektes  erfolgen muss und die Muslime nicht den Anstand verlieren dürfen. Im Vers 46 der Sure Ankabut (Sure 29)  werden die Gläubigen aufgerufen, sich wie folgt zu verhalten:

 

"Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift; es sei denn auf die beste Art und Weise. Ausgenommen davon sind jene, die ungerecht sind. Und sprecht: `Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde; und unser Gott und euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben.`"

 

In diesem Vers spricht der Allmächtige also darüber, wie mit den Schriftbesitzern, also den Juden und Christen,  zu diskutieren ist. 

Ein Streit auf beste Art ist laut Ansicht der  Korankommentatoren  ein Streitgespräch, bei dem man sich von Äußerungen, die die Feindschaft und den Eigensinn beim Gegenüber verschlimmern, enthält  und nicht die Dinge, die dem anderen lieb und heilig sind, schmäht.  Und außerdem muss es so sein, dass beide Seiten möchten, dass die Wahrheit geklärt wird.

 

Der Prophet Gottes (s) ist mit seiner Verhaltensweise das beste Vorbild für den Umgang mit Nicht-Muslimen.  Wie die Geschichte bezeugt, verhielt er sich völlig sachlich denen gegenüber, die nicht den Islam annahmen.    Er ging milde und nachsichtig mit den Juden und Christen um. Trotz der feindlichen Maßnahmen, die einige von diesen gegen ihn und die Muslime ergriffen,  respektierte er ihre Rechte als Mensch und ihr Recht auf Religionsfreiheit.  Wenn einige Nicht-Muslime den Propheten schikanierten, hat er für sie zu Gott gebetet, dass Er sie  auf den Weg zu Glück und Wohl führen möge.  Das Ziel des Propheten war die Rechtleitung der Menschen und nicht Krieg und Feindschaft. Deshalb blieb er ausgesprochen geduldig. Auch seitens der Götzendiener wurde ihm viel Leid zugefügt, damit er von seinem Aufruf zum Islam ablässt.   

Der Prophet  war mit den Worten von Imam Ali (a.s.) wie ein menschenliebender  Arzt, der selber mit seiner Arznei auf die Suche nach   verirrten und in Vergessenheit geratenen Kranken geht.

 

Einige der Götzenbeter in Mekka, zu denen dieser Seelenarzt ging um sie zu heilen, haben ihn mit Steinen beworfen und manchmal musste er in das Gebirge bei Mekka fliehen.  Seine Gemahlin Chadischah und Ali (gegrüßet seien sie) suchten ihn auf  und verbanden ihm seine Wunden. Der Prophet aber sagte mit seinem aufrichtigen, menschenfreundlichen Herzen: „O Herr! Verzeih meinem Volk, denn sie sind unwissend!“

Der Prophet der Barmherzigkeit hat  in seinen Beziehungen zu anderen Völkern und bei der Begegnung mit den Glaubensgegnern nach der  Herstellung von Freundschaft gestrebt. Der Prophet (Segen sei auf ihm)  hat den Grundsatz beachtet, dass man mit den Glaubensgegnern ein gutes und fruchtbares Streitgespräch führen kann, wenn man eine freundliche Atmosphäre schafft und friedliche Beziehungen herstellt.

 

Dem Propheten (s)ging es in Wahrheit immer um die Rechtleitung und das Wohl  der Feinde und der Götzendiener.  Selbst in dem Moment, wo ihm kein anderer Weg mehr blieb, als eine Front gegenüber dem Feind zu bilden, hat er sie immer noch zum Islam eingeladen. Wenn sie den Islam annahmen, schloss er Frieden mit ihnen. Beim Taif-Gefecht haben die Muslime den Thaqif-Stamm längere Zeit belagert. Als dann die Thaqif eine Delegation zum Propheten schickten und sich zum Islam bekannten, schloss er mit ihnen Frieden.

                                                    

 Auch  mit den Juden,  hat er einen Friedensvertrag abgeschlossen. Durch diesen Vertrag wurde ihnen Sicherheit gewährleistet, vorausgesetzt, dass sie keine feindseligen Maßnahmen gegen die Muslime ergreifen. Dann  konnten sie ungestört in der muslimischen Gesellschaft leben. 

 

Aber in einem Fall wie dem  der Bani Qaynuqa, die vertragsbrüchig wurden und  Muslime töteten,  ist der Prophet gegen diesen jüdischen Stamm  vorgegangen.  Vor Beginn jeglicher  bewaffneter  Auseinandersetzung hat er sie jedoch erst versammelt und ihnen gesagt: „Fürchtet Gott, damit es euch nicht so ergeht, wie den (Götzendienern der) Quraisch. Bekennt euch zum Islam, damit ihr in Sicherheit seid.  Ihr wisst, dass ich der gesandte Prophet bin und dass es in euren  Schriften steht und ihr habt den klaren göttlichen Beweis erhalten.“

                     

An diesem Vorgehen des Propheten (s) gegenüber den vertragsbrüchigen Juden ist deutlich zu erkennen, wie sehr er darum bemüht eine kriegerische Auseinandersetzung zu vermeiden.

Aufgrund seines gütigen Wesens  hat der Prophet nach Eroberung von Mekka   Feinde wie  Abu Yussifian, der  nach dem Leben getrachtet hatte, nicht hart behandelt. Vielmehr hat er an dem  Tag der Eroberung von Mekka und der Rückkehr zur  Kaaba verkündet, dass an diesem Tag für alle Sicherheit gelten muss. Dies tat er, obwohl einige seiner Anhänger  nach Vergeltung an den Feinden der Muslime riefen.

Durch ein gütiges und gutes Verhalten wie dieses  hat der Prophet viele für den Islam gewinnen können. 

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