Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 18 Oktober 2015 03:39

Islamischer Lebensstil (69)

Islamischer Lebensstil (69)
  Es folgt eine weitere Folge der Sendung „islamischer Lebensstil“ zum Thema   „Wohltätigkeit “ und „Gutes tun“ mit wichtigen Punkten zu diesem Thema.

 

Wie schon in der letzten Reihe betont wurde, liegt der Hang zur Wohltätigkeit in der Ur-Natur des Menschen (der Fitra) und alle Weltreligionen, vor allem der Islam, stufen  die guten Werke hoch ein.  Schon immer gab es gläubige Menschen, die danach strebten Gutes zu tun,   denn Gott selber blickt in Güte und wohltätig  auf das Dasein und daher ist Er für die Gottgläubigen in gewisser Weise das höchste Vorbild. 

Jede Gesellschaft ist in Wahrheit wie eine große Familie, die Güte und Wohltätigkeit miteinander verbinden.

 

Nicht jeder Mensch hat das Bedürfnis anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Diejenigen hegen  am meisten dieses Bedürfnis, die aufrichtig  an Gott und das Jenseits glauben oder selber am eigenem Leib, Leid und Schmerzen ertragen haben. Jemand der diese Erfahrung nicht gemacht hat, ist weniger zur Wohltätigkeit bereit,  da er dieses Gefühl nicht kennt.

Imam Kadhim (Friede sei auf ihn) sagt: „Für denjenigen, der kein Leid am eigenem Leibe gespürt hat, wird es nicht wichtig sein, Wohltätigkeit zu begehen.“( Bihar al-Anwar, Band 78, Seite 333)

 

Im Islam wird nachdrücklich dazu aufgefordert, den Menschen, welche in der Gesellschaft auf unsere Hilfe angewiesen sind, unter die Arme zu greifen und ihnen  materiell und immateriell Beistand zu leisten.  

Dies wird  vor allem im Koran, in den Hadithen (Überlieferungen)  und  durch die  islamischen Gebote  von der muslimischen Umma verlangt. Auf diese Weise wird nämlich eine harmonische Einheit geschaffen und die Mitglieder der Gesellschaft schützen sich gegenseitig vor Not und  Leid und schätzen und helfen einander. Außerdem eignen sich alle Mitglieder der Gesellschaft ein gewisses Verantwortungsgefühl an,  Egoismus und Selbstsucht werden vertrieben,  die Hilfsbereitschaft gegenüber Notleidenden und Bedürftigen wächst und das Helfen wird zur lieben  Gewohnheit.

 

Neben den Pflichtabgaben in Form von  Khums und Zakat wird den  wohlhabenden Gläubigen empfohlen, nachdem sie ihren eigenen Bedarf genügend gestillt haben, auf übertriebenen Luxus und Verschwendung zu verzichten und anstelle dessen an die bedürftigen Menschen zu denken und ihnen mit ihren finanziellen Möglichkeiten  zu helfen.

  

Gott sagt im Koranvers  7 der Sure Talaq (Sure 65):

 

 „Wer über genügend Mittel verfügt, soll die Ausgaben dementsprechend reichlich  bemessen. Wer dagegen in seinem Lebensunterhalt beschränkt ist, soll von dem (Wenigen) ausgeben, was Gott  ihm gegeben hat. Allah verlangt von niemand mehr, als was er ihm gegeben hat. Er wird, nachdem es jemand schwer gehabt hat, Erleichterung schaffen.“

 

Nicht jeder spricht über seine Bedürftigkeit oder lässt sie sich anmerken. Doch sollte auch ihm geholfen werden. Darüber heißt es im Vers 273 der Sure Baqara (Sure 2): 

„(Dieses Spenden  ist) für die Armen, die auf dem Weg Gottes in Schwierigkeiten geraten sind (wie wegen Auswanderung oder Dschihad) und  sich nicht frei im Land bewegen können. Der Unwissende hält sie für reich wegen (ihrer) Zurückhaltung. Du aber erkennst sie an ihrem Auftreten. Sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. Und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Allah weiß es.“

 

 

In einer Überlieferung des Propheten heißt es: „Die Gläubigen sind untereinander wie Brüder, welche die Bedürfnisse untereinander beseitigen, und Gott behebt damit auch ihre  Erschwernisse. Zu den besten  Taten der Gläubigen gehört es, einem anderen Gläubigen Freude zu bereiten, ihn zu sättigen wenn er hungrig ist, ihn aus Kummer zu befreien, seine Schulden zu begleichen oder ihn zu kleiden.“

Laut einer Überlieferung von  Imam Sadiq (Friede sei auf ihm) ist jemand, der nicht versucht die Bedürfnisse seines gläubigen Bruder, der sich hilfeflehend an ihn wendet, zu beseitigen oder zumindest nicht wenigstens jemand anderen sucht,  der dies tun kann, jemandem gleichgestellt für den nicht mehr die Statthalterschaft der Makellosen Imame aus dem Hause des Propheten gilt.

 

Man erkennt an den Hadithen und den Koranversen, dass der Beistand für  bedürftige und hilfesuchende Gläubigen  zur allgemeinen Kultur und zum festen Bestandteil der islamischen Lebensform werden sollte,  und alle darauf achten müssen, sich gegenseitig zu helfen.

Imam Ali (gegrüßt sei er) hat dazu zu seinem Gefährten Kumail  gesagt: „Oh Kumail, verpflichte deine Familie nach guten und edlen Charaktereigenschaften zu streben und die Bitten der Menschen  zu erhören und ihre Not zu beseitigen und sei es  mitten in der Nacht…!“

 

Einer der Wege, welche die Wohltätigkeit zu einer guten Sitte werden lassen,  ist das Mithelfen in der Gesellschaft. Jeder sollte sich verpflichtet fühlen, entsprechend der Möglichkeiten, die er besitzt, den Bedürftigen und Notleidenden und  Menschen, die Beistand brauchen, zu helfen.  Dieses „Mithelfen“ wird im Koran und in den Hadithen und islamischen Gesetzen unter anderem als Sadaqa (Spende),   oder Ihsan (Wohltat) oder Ithar (Aufopferung) bezeichnet.

Im Großem und Ganzen ist es  im Islam eine Pflicht, dass man versucht sich untereinander zu helfen, soweit man kann und sich bemüht,  Armut und Not  in der Gesellschaft zu bekämpfen.  

Der Islam fordert  die Gläubigen nicht nur dazu auf,  Bedürftigen  zu helfen sondern möchte auch, dass wir andere zu Wohltätigkeit anregen und anspornen. Auf diese Weise wird nämlich der Geist der Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft verbreitet. Umgekehrt bezeichnet er diejenigen als Leugner der Religion, die gegenüber der Situation der schwachen Schichten und der Notleidenden gleichgültig sind, und zwar heißt es in den Versen 1 und 3 der Sure Ma´un (Sure 107):

 

„Hast du den gesehen, der das Gericht leugnet?“

 

„Das ist der, der die Waise wegstößt“

 

„und nicht zur Speisung des Armen anspornt.“  

 

Ein aufrichtiger  Muslim wird immer an  die Bedürftigen denken und weiterhelfen.  Es ist unmöglich, dass er  gegenüber den Nöten anderer teilnahmslos bleibt, denn der Glaube ist wie eine Flamme im Inneren des Menschen, welche die Wurzel der Gleichgültigkeit auslöscht.

Wir beenden diesen Teil aus unserer Reihe  über den islamischen Lebensstil in der Hoffnung, dass wir selber auch an diesem guten Lebensstil arbeiten, den Glauben und das hohe islamische Wissen nutzen  und persönlich  allen anderen voran gute Taten begehen und den Bedürftigen helfen.

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren