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Dienstag, 29 September 2015 03:21

Islamischer Lebensstil (67)

Islamischer Lebensstil (67)
  In dieser weiteren Folge über  „Gesellschaftssitten“ sprechen wir von der Wichtigkeit der Hilfestellung für kranke oder mit Problemen belastende Menschen.  

Am Lebensstil des  Propheten und den Edlen aus seinem Hause  (Friede sei ihnen allen) sieht man, dass für diese neben den islamischen Verpflichtungen, auch der Dienst an der Gesellschaft , vor allem die Hilfen an die gläubigen  Menschen, von wichtiger Bedeutung gewesen ist. Solche Dienste führen dazu, dass der Mensch Gott näher kommt.  Die Geschichte bezeugt, dass diese Gottesfreunde sich immer in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, vor allem in den Dienst der Bedürftigen. Man fragte den Propheten: „Wer ist der von den anderen am meisten geliebte Mensch?“ Er antwortete: „Derjenige der seinen Mitmenschen etwas nützt.“(Usul Kafi, Band 2, Seite 164).

 

Der Dienst an den  Menschen die bedürftig sind, ist nicht nur zur Lösung von  Problemen da, sondern nützt dem Helfenden selber. Der Dienst am Nächsten verhindert nämlich einerseits, dass man dem Egoismus verfällt und stärkt andererseits den Helfenden spirituell und charaktermäßig. Der Prophet empfiehlt die gegenseitige Hilfe zur Problemlösung in einer Gesellschaft und sagt: „Die gläubigen Menschen sind in wie ein einziger Körper was ihr Mitgefühl betrifft: Wenn ein Glied des Körpers schmerzt, dann zeigen ihm die anderen Glieder ihr Mitgefühl und eilen ihm zur Hilfe.“ (Safina al-Bihar, Band 1, Seite 13).

Daher wird den Muslimen ans Herz gelegt, nie den anderen Mitmenschen bei Kummer allein zu lassen. Vielmehr soll er immer um Hilfestellung und Anteilnahme bemüht sein.  Er soll seinem muslimischen Glaubensbruder sogar, bevor dieser ihn darum bittet, zur Hilfe eilen.  Auf diese Weise veredelt er sich selber auch charakterlich. Imam Sadiq (Friede sei auf ihn) sagt dazu: „Jedem Muslim, der den Wunsch eines anderen Muslim erfüllt, ruft Allah zu: den  Lohn erhältst du von Mir selbst, und Ich werde nicht mit weniger als dem Paradies als Lohn für dich  zufrieden sein.“ (Bihar al-Anwar, Band 71, Seite 285).

Ein Zeichen des Mitgefühls sind zum Beispiel Krankenbesuche. Das Besuchen eines Kranken findet  die Zufriedenheit Gottes und stärkt die zwischenmenschlichen Beziehungen. In einer Koranexegese (Madschma al-Bayan, Band 10, Seite 435) zu der Sure Dschuma, Vers 10 , in der folgendes steht: „Doch wenn das  (gemeinsame Freitags)gebet zu Ende ist, dann geht eurer Wege und strebt danach, dass Allah euch Gunst erweist … „ lesen wir, , dass mit  „geht eurer Wege und strebt danach, dass…“ nicht nur materielle Dinge (wie der Einkommenserwerb) gemeint sind, sondern auch Krankenbesuche oder die Teilnahme an Trauerzeremonien zur Beileidserklärung, der  Besuch bei den muslimischen Glaubensbrüdern, dies alles in der Absicht, Gottes Nähe zu suchen und dies auf Seinem Wege zu tun.

 

Der Prophet sagt auch in einer anderen Überlieferung darüber, wie groß der Lohn Gottes für den Besuch von kranken Menschen ist: „Am Tag des Jüngsten Gerichtes wird Allah einen seiner Diener  tadeln und sagen: „Oh mein Diener! Was war der Grund, dass du Mich nicht besucht hast, als Ich krank war?“ Der Mensch erwidert:“ „Oh Allah! Du bist der Schöpfer alles Seins! Du hast doch keine Schmerzen oder Leiden! Du bist reiner als diese Dinge.“ Allah aber spricht: „Dein gläubiger Bruder wurde krank und du hast ihn nicht besucht. Ich schwöre bei meiner Macht und Herrlichkeit, dass wenn du ihn besucht hättest, es genauso gewesen wäre, wie wenn du Mich besucht hättest und Ich dir alle Wünsche erfüllt hätte, da ich meine gläubigen Menschen besonders achte und  da ich der Allerbarmer und Barmherzige bin.“ (Amali, Scheich Tusi, Seite 629). Imam Ali (Friede sei auf ihn) erklärt gemäß einer Überlieferung: „Einer von den besten Taten, ist der Besuch von Kranken.“

 

 Im Lebensstil des Propheten spielt es eine sehr große Rolle, Krankenbesuche zu machen. Er  empfahl  dies auch den anderen Muslimen. Diese Wichtigkeit widerspiegelt sich sehr gut an folgender Geschichte von einem  Nachbarn des Propheten, der Jude war. Dieser Nachbar ärgerte und belästigte ständig den Propheten. Jeden Tag warf er vom Dach aus glühende Asche auf das Haupt des  Propheten, um  ihm auf diese Weise seine Abneigung zu zeigen.  Der Prophet jedoch verzieh ihm jedes Mal großzügig. Eines Tages war plötzlich nichts mehr von diesem jüdischen Nachbar zu hören. Der Prophet fragte, was mit ihm passiert ist. Die anderen sagten: „Gott sei Dank ist er schwer erkrankt und wird euch nicht mehr  ärgern.“ Der Prophet aber sagte: „Ich muss ihn besuchen gehen.“

 

Als er bei dem Juden zuhause ankam, fragte seine Frau, an der Tür, wer er ist. Der Prophet antwortete: „Ich bin der muslimische Prophet, und gekommen, um meinen kranken Nachbarn zu besuchen.“ Die Frau sagte ihrem Mann Bescheid. Der war völlig erstaunt und gab dem Propheten die Erlaubnis einzutreten. Der Prophet setzte sich neben sein Krankenlager und fragte nach seinem Befinden. Prophet Mohammad (s) verhielt sich so, als ob der jüdische Nachbar ihn niemals geärgert hätte. Der Jude war zutiefst beschämt und fragte den Propheten ob diese gnädige Charaktereigenschaft nur zu seiner Person gehört oder auch allgemein zu den Anweisungen der islamischen Religion. Der Prophet antwortete: „Es ist einer von den Anweisungen des Islams und ich empfehle sie  allen Muslimen.“

Angesichts dieses menschenfreundlichen Verhaltens wurde dieser jüdische Nachbar des Propheten Muslim.

 

Im Islam gehört der  Krankenbesuch zu den  gegenseitigen Rechten, die muslimische Brüder und Schwestern gegenüber einander haben und beachten sollten.

In eine Überlieferung sagt der Prophet: „Eines der Rechte jedes islamischen Bruder und Schwester, ist das Begrüßen, und wenn er krank wird, ihn zu besuchen und wenn er stirbt, an seiner Trauerzeremonie teilzunehmen und Beileid zu zeigen.“(Makarim al-Achhlaq, Tabarsi, Seite 359)

Für das Besuchen eines Kranken gelten natürlich auch bestimmten Verhaltensregeln, wie zum Beispiel, dem Kranken etwas mitzubringen, was ihm hilft, schneller zu genesen.

 

Einige Gefährten und Schüler von Imam Sadiq (Friede sei mit ihm)besuchten einst einen Kranken. Unterwegs trafen sie den Imam. Er fragte, wo sie hingehen. Sie antworteten, dass sie einen Kranken besuchen wollen und Imam Sadiq sagte: „ Habt ihr für den Kranken Äpfel, Quitten oder ein wenig Parfum oder ein bisschen Räucherstoff mit dabei?“ Sie verneinten und der Imam fragte: „Wusstet ihr denn nicht, dass ein Geschenk den Kranken eine gewisse Ruhe und Zuversicht schenkt?“(Wasail al-Schia, Band 2, Seite 643)

Der Prophet hat gemäß  Überlieferung gesagt: „Jeder, der einem Kranken, mit Essen speist, das er mag,  dem wird Allah Früchte aus dem Paradies geben.“ (Bihar al-Anwar, Band 78,Seite 224)

                     

Eine weitere Verhaltensregel ist, dass man den  Kranken durch Trost und Mitgefühl psychisch stärkt und ihm Hoffnung einflößt, da manche Kranke  den Mut verlieren. Des Weiteren sollte man darauf achten, dass man den Kranken nicht mit einem zu langen  Besuch  belastet und auf ihn Rücksicht nimmt,  es sei denn er möchte selber, dass man länger bleibt. Auch sollte man mit dem Kranken liebevoll und freundlich umgehen und auch keine besondere Verhaltenssitten von ihm erwarten, da er ja  mit seiner Krankheit belastet ist.

                      

Gott um die die Genesung des Kranken zu bitten, ist eine weitere islamische Verhaltensregel. Salman berichtet, dass der Prophet, als er ihn am Krankenlager besuchte, für seine Genesung betete. „Er sagte zur mir“, so berichtet Salman,   „Oh Salman! Allah möge dich gesund werden lassen und deinen Lohn steigern und deinen Körper und deinen Geist bis ans Lebensende schützen.“

Der Prophet hat den Gläubigen empfohlen, sich von Gott die Genesung des Kranken, bei dem man zu Besuch ist, zu wünschen.

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