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Mittwoch, 02 September 2015 17:22

Islamischer Lebensstil (63)

Islamischer Lebensstil (63)
  Wir setzen das Thema „Umgangssitten im Rahmen des islamischen Lebensstils“ fort. Sie erinnern sich: Wir haben im letzten Teil darauf hingewiesen ist, dass der Kontakt zur Gesellschaft notwendig  und der Mensch von Natur aus ein geselliges Wesen ist.

Wir sagten, dass  dieser Kontakt dem Menschen viel nützt  und er nur durch diese Beziehungen zu anderen ein natürliches Leben führen kann.  Außerdem kann  der Mensch nur in der Gesellschaft gute Eigenschaften wie Gerechtigkeit und Wohltätigkeit usw.  üben und erlernen und über die schlechten Eigenschaften wie Lüge, Unrecht Eigensucht, Hochmut usw. erfahren.

In diesem Teil wollen wir einige islamische Umgangssitten vorstellen.                   

Ein wichtiger islamischer Grundsatz für den Umgang mit anderen, ist der Grundsatz der Freundlichkeit und Milde. Der Islam ruft seine Anhänger zum freundlichen Verhalten mit anderen auf. Er  rät den Muslimen von grobem,  aggressivem Verhalten ab.  Im Koran wird der Prophet wegen seiner Nachsicht und Milde gelobt.  Es ist von erstaunlicher Wirkung, wenn jemand den anderen mit einem freundlichen Gesicht und Verhalten begegnet. Gott hat  freundliche Menschen zu Seinen Propheten auserwählt, damit die anderen sich von ihnen angezogen fühlen.    Diese Auserwählten konnten durch diese Anziehungskraft nicht nur schnell die Wahrheitssuchenden für die Religion Gottes und den Weg der Rechtleitung begeistern. Sie konnten durch ihre Freundlichkeit  sogar Feinde in Verlegenheit bringen und den besten Beispielen dafür begegnen wir im Leben des Propheten Mohammad (Gottes Segen sei auf ihm und Friede den Edlen seines Hauses). Oftmals ging ein  Gegner  in der Absicht zu ihm, ihn zu beleidigen.  Aber die Begegnung mit dem Propheten ließ ihn zum Muslim und seinem begeisterten Anhänger werden.

            

Freundlichkeit gefällt jedem Menschen.  Nur jemandem der die Menschen hasst, gefällt sie nicht mehr, weil er sich  aufgrund  schlechter Gedanken, Egoismus und  Weltenliebe von seiner natürlichen Neigung zur Freundlichkeit abgewandt hat.

Die Freundlichkeit und Nachsicht gegenüber den anderen ist aber eine der wichtigsten Regeln für das Gesellschaftsleben.

Ein strenges und unnachgiebiges Verhalten  kann auf manch einen  abstoßend wirken und ihn von der Wahrheit entfernen.  Die islamische Lehre betont  daher ein freundliches und gütiges Verhalten. Dieser Grundsatz soll auch dann eingehalten werden, wenn wir jemanden  auf den rechten Weg einladen wollen, der von ihm abgeglitten ist und Frevel begeht.

 

Als Gott Musa (Moses) und seinen Bruder Harun (Aaron)  zum Pharao sandte, der ein großer Frevler und Unterdrücker war, empfahl er ihnen, freundlich zu sprechen, denn eine freundliche Art kann selbst die härtesten Widersacher wieder für Recht und Wahrheit gewinnen.

In den Versen 43 und 44 der Sure Taha (20 ) steht, was Gott zu Moses und Aaron sagt, nämlich:

„Gehet beide zu Pharao, denn er hat das Maß überschritten.“

„Jedoch redet zu ihm auf milde Art; vielleicht lässt er sich mahnen oder fürchtet sich (vor der göttlichen Strafe)."

 

                                       

Imam Ali (Friede sei mit ihm) –sagt zu seinem Sohn Mohammad Ibn Hanifa:

„Wisse, das deutlichste Zeichen für Vernunft ist nach dem Glauben an Gott, den Allmächtigen, die Nachsicht und Milde zu den Menschen… Ich betrachte alle Dinge, mit denen die Menschen leben und mit denen sie miteinander verkehren als ein Gefäß, das zu Zwei Dritteln mit Gutem und zu einem Drittel mit Unachtsamkeit angefüllt ist.“

 

Es liegt auf der Hand dass jemand durch  Umgänglichkeit, Milde und Freundlichkeit schnell Freunde gewinnt. Daher schließen sich die Menschen auch eher jemandem an, der sich freundlich verhält.

Jedoch ist zu beachten, dass der Islam nicht in jedem Fall Freundlichkeit und Nachsicht im Umgang mit anderen empfiehlt.  Diese Empfehlung soll nicht bedeuten, dass der Mensch lächelnd schweigen darf, wenn jemand Gott leugnet oder ein Unrecht begeht. Es soll nicht bedeuten,  dass er keine  Ablehnung zeigt, falls  jemand etwas Hässliches tut.  Bei einem sündigen Vorgehen in der Gesellschaft, müssen wir  eine ablehnende Reaktion zeigen, weil die Religion und  die ethischen und menschlichen Werte missachtet werden und  letztendlich die Gesundheit des Einzelnen und der Gesellschaft in Gefahr gerät.

                     

Aber ansonsten  betont die  islamische Überlieferung, dass durch Nachsicht und ein freundliches Verhalten im Gesellschaftsleben die Freundschaften gefestigt und erhalten werden. Freundschaftliche  Beziehungen steigern die Lebenserwartung des Einzelnen und führen zur Weiterentwicklung eines Lands und einem besseren Unterhalt. Imam Sadiq (Friede sei ihm) hat (laut Bihar ul Anwar, Bd. 71, 372) gesagt: „Die Wege des Lebens ebnen sich für jemanden, der sich gut verhält...“

Eine weitere wichtige Umgangsregel ist der Grundsatz, Leben, Eigentum und Ehre der Menschen zu beachten.  Gott hat  besondere Gesetze aufgestellt und für deren Missachtung hat Er   Strafen festgelegt.

Das Leben des Menschen wird vom Islam bereits in dem Augenblick, in dem er eine befruchtete Eizelle, ist geschützt. Jemand, der das Leben eines Menschen in Gefahr bringt, wird heftig getadelt. Im Heiligen Koran steht im Vers 32 der Sure Maida (Sure 5):

„wenn jemand einen Menschen tötet - es sei denn für (Mord) an einem andern oder für Gewalttat im Land -, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“

 

 Aber auch fremdes  Eigentum  muss geachtet werden.  Der Prophet des Islams  hat auf der großen Versammlung zum Opferfest anlässlich des Hadsches  in Mekka gesagt: „Wahrlich! Die gegenseitige Achtung eures Eigentums und eures Lebens ist wie die Achtung dieses Tages, in diesem Monat und in diesem Gebiet – bis ihr zu Gott zurückkehrt und er euch über eurer Tun befragen wird.“

 

Die Achtung des Eigentums der anderen bedeutet zuverlässiger Pfandhüter zu sein und eine  Aneignung oder Benutzung von fremden Eigentum  und ohne Einverständnis des Eigentümers zu unterlassen,  seinen finanziellen Pflichten nachzukommen und seine Schulden zu begleichen und das Eigentum der anderen nicht zu schädigen.  Diese Schutzgrenzen werden gezogen, damit kein  Eigentum vernichtet wird, kein Mensch getötet wird und kein Streit und Hass in der Gesellschaft Verbreitung findet. Jeder soll  einer rechtmäßigen Arbeit nachgehen und ohne Sorge um Schaden und Verlust, sein Eigentum anderen zur Nutzung zur Verfügung stellen oder vorteilhaft  zum Nutzen der Allgemeinheit einsetzen können.

Die Wahrung des Ansehens ist ebenso eine wichtige Voraussetzung für islamkonforme  gesellschaftliche Beziehungen.  In diesem Zusammenhang bestehen zwei Pflichten für den Muslim: Zum einen muss er das Ansehen von anderen wahren und schützen und zum anderen soll er es verteidigen.  Es ist wichtig,  die Fehler  des Bruders im Glauben zu verdecken, um auf diese Weise sein Ansehen zu schützen.  Gott der Allmächtige kennt alle Fehler und Mängel eines Menschen, aber Er verbirgt sie, damit dessen Ruf nicht verletzt wird.   Also ist es nicht richtig, dass der Mensch versucht, die Fehler der anderen herauszufinden, sie weiter zu erzählen und ihn bloßzustellen.   Es gilt als Verletzung der Ehre eines Gläubigen, wenn wir uns über ihn lustig machen,  seine äußeren Mängel hervorheben, ihn wegen bewusster oder unbewusster Fehler heruntermachen oder abwerten, insbesondere wenn es in Anwesenheit  anderer geschieht.  Jedes Verhalten und jede Bemerkung, die einen Bruder oder eine Schwester im Glauben herabsetzt, ist aus der Sicht des Islams verwerflich. Imam Sadiq (a) sagt darüber:

„Wer etwas über einen Gläubigen sagt, um ihn zu blamieren oder seinen Ruf zu vernichten und ihn bei den Menschen schlecht zu machen, den entlässt Gott aus seiner Fürsorge und lässt ihn in Richtung der Fürsorge Satans laufen. Aber Satan will ihn nicht haben.“ (Usul- Kafi, Bd. 2, S. 358)

 

In den Überlieferungen steht folgende Begebenheit:

Ein Mann sprach in Anwesenheit des Propheten (s) schlecht über jemanden, während ein anderer den Betreffenden  verteidigte. Da sagte der Prophet:  „Wer verhindert, dass das Ansehen seines gläubigen Bruders geschädigt wird, der wird vor dem Höllenbrand sicher sein!“ (Muhadschat-ul Baida, Bd. 3,  S.393)

Es ist also  die Pflicht eines jeden Muslims im Umgang mit anderen so gut er kann zu verhindern, dass das Ansehen der Glaubensgeschwister einen Schaden erleidet.

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