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Mittwoch, 29 Juli 2015 18:14

Islamischer Lebensstil (58)

Islamischer Lebensstil  (58)
  Das Alter ist als einer von mehreren Abschnitten in dem Entwicklungsverlauf des Menschen zu sehen.

Während die ersten Abschnitte der Kindheit und der Jugend voller Energie und Dynamik  waren, ist dieser Abschnitt von einem Rückgang der Kräfte und der körperlichen Tätigkeiten begleitet.  Der Mensch bringt aus der Kindheit, der Reifezeit und dem Erwachsenenalter Erfahrungen ins Alter mit. 

Das Alter ist ein wichtiger und sensibler Abschnitt, der besondere Beachtung erfordert, sowohl seitens des betagten Menschen als auch seitens der Menschen in seiner Umgebung.  Das Alter ist die Zeit, in der die Eltern schwach und in etwa arbeitsunfähig geworden und mehr als zuvor auf ihre Kinder angewiesen sind.  Viele Eltern sind auch im hohen Alter nicht finanziell auf ihre Kinder angewiesen, aber sie brauchen deren Verständnis und Liebe.  Das Alter geht automatisch mit Krankheiten und Problemen einher.  Also benötigen sie die Unterstützung ihrer Kinder.  Es ist eine Tatsache, dass der Mensch seine körperliche und zum Teil auch seine geistigen Kräfte verliert und manchmal geht vieles von dem, was er vorher an Wissen besaß verloren. So häufen sich die Probleme für die betagten Menschen und ihre Familien.  Wenn die Kinder ihre gealterten Eltern angemessen unterstützen wollen, müssen sie also richtige Kenntnis vom  Alter und von den wahren Bedürfnissen der alten  Menschen haben.

                        

Es gibt junge unerfahrene Leute die wegen fehlender Geduld oder aus Stolz oder ihrer berufliche n Positionen, die gealterten Eltern nicht so behandeln wie es verdienen.  Manchmal brüsten sie sich vor ihren Eltern wegen ihrer eigenen Erfolge. Aber keiner sollte vergessen, dass ein hochmütiges Verhalten zu den Eltern in Wahrheit Undankbarkeit gegenüber einem großen Segen ist, den Gott ihnen geschenkt hat.  Der Koran untersagt den Menschen, grob und aggressiv zu den Eltern zu sein und ruft sei auf, sich würdig und bescheiden gegenüber ihnen zu verhalten. Wir wiesen letztes Mal schon auf die entsprechende Stelle im Koran, Sure 17 Vers 23 und 24 hin, nämlich:

 "…. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht `Pfui!` zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise."

Sei ihnen gegenüber gütig, bescheiden und voller Mitleid …!"

In der islamischen Kultur  genießen die  gealterten Menschen eine hohe Stellung. Die ganze Familie bringt ihnen Achtung entgegen. Sie beraten mit ihnen in ihren Angelegenheiten, und legen bei einem Streit Wert auf ihr Urteil.  Manchmal genügt ein Wort des Familienältesten, um einen Streit beizulegen und eine Versöhnung herbeizuführen.  Die betagten Menschen sind als Segen zu betrachten. Der Prophet (Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause)  hat gesagt: „Der Segen und das beständig Gute, ist bei euren Ältesten.“

Und auch dieses Wort stammt von ihm: „Ein alter Mann ist für seine Familie wie ein Prophet für sein Glaubensvolk.“

Dieses Wort des Propheten ist ein Hinweis auf die zentrale Rolle der alten Menschen bei Beratung  und Versöhnung in der Familie.  Weil  die Ältesten der Familie und  Verwandtschaft normalerweise  für eine bessere Beziehung in der Familie sorgen,  muss ihre  Stellung bewahrt  und ihre Rolle gestärkt werden. 

 

Die Beachtung der Stellung der betagten Menschen in der Familie seitens der anderen Familienmitglieder insbesondere der Kinder  stärkt die älteren Menschen psychisch und fördert ihre mentales Befinden.  Daher schenkt der Islam diesen Punkt besondere Beachtung.

Auch verhindert die Beachtung der betagten Menschen, dass sie sich als passiv und isoliert fühlen und außerdem können die jüngeren Familienmitglieder  ihre Erfahrungen und ihr wertvollen Kenntnisse nutzen.  Da die Familienältesten  Dreh- und Angelpunkt für die Einmütigkeit  in der Familie sind und ihnen weisen Rat geben, müssen sie als wertvolle Menschen würdig behandelt werden.  Dazu gehört, dass die anderen ihnen  höflich und dankbar wegen ihrer langjährigen aufrichtigen Bemühungen und Opfer begegnen.  Ihre Gefühle  dürfen nicht verletzt werden und ihre Empfehlungen und Ratschläge, die auf ihre Erfahrungen und auf  aufrichtige Liebe zurückgehen, sollte man nicht außer Acht lassen. 

 

Es ist ein wichtiges Gebot der Religion, einerseits die Älteren respektvoll zu behandeln und andererseits mit den Jüngeren freundlich und liebevoll umzugehen.  Dies gehört zu den moralischen Regeln, welche zu einem schönen Familienleben beitragen.

 

Imam Sadiq (a)sagt: „Wer unsere älteren Menschen nicht achtet und unsere Jüngeren nicht liebevoll behandelt, gehört nicht mehr zu uns.“

Auch Imam Ali sagt:“ Achtet einen Gelehrten wegen seines Wissens und einen Älteren wegen seines Alters.“

Wenn die jungen Leute nicht die Älteren zu schätzen wissen und sie nicht ehren, geht nicht nur die  emotionale Verbindung zwischen den Menschen verloren, sondern die jüngeren werden auch nicht mehr die Liebe und die Erfahrung der Älteren  nutzen können.

Ein wichtiger Punkt für die Ehrung der betagten Menschen besteht darin, diesen Brauch an die junge Generation weiterzugeben.  Zu den wichtigsten Möglichkeiten, eine Kultur an die kommenden Generationen zu übertragen, gehört das Verhalten von Eltern und Erziehern.  Die Kinder nehmen sich an dem Verhalten der Erwachsenen ein Beispiel.  Wenn in unserem Verhalten die Achtung vor den älteren Menschen zum Ausdruck kommt und wir sie respektvoll und liebevoll behandeln, werden unsere Kinder dies auch erlernen.  Wer von seinen Kindern Höflichkeit und Dankbarkeit erwartet, der muss sich entsprechend selber zu seinen eigenen Eltern und zu den Ältesten in der Familie so verhalten, damit die jüngere Generation dies von ihm lernt. Imam Ali (a) sagt: „Ehrt die Älteren, damit die Jüngeren auch euch ehren.“

Und Imam Sadiq (a) hat gesagt: „Tut eurem Vater Gutes, damit  eure Kinder ebenso euch Gutes tun.“

Der Mensch erntet  das, was er durch sein Verhalten in das Herz seiner Kinder gesät hat.  Durch das eigene Vorbild lässt sich am besten eine Handlung anerziehen und die Kinder sind die besten Schüler für einen solchen praktischen Unterricht.  Wenn wir die älteren Menschen nicht höflich und respektvoll behandeln, können wir nicht von unseren Kindern und Jugendlichen erwarten, dass sie sich uns gegenüber in Zukunft rechtschaffen und höflich verhalten.

Wichtig ist auch dass die älteren Menschen selber auf ihr seelische und geistige Gesundheit achten. Der iranische Psychologe Dr. Ahmad Behpudzu  sagt hierzu:

„Der gealterte Mensch soll versuchen seinem Leben einen positiven Sinn zu geben, seine Freizeit richtig zu gestalten und sich an sozialen Angelegenheiten und freiwilligen Tätigkeiten  mit zu beteiligen.  Der Kontakt mit anderen und der Anschluss an eine Gruppe  sind eine gute Stütze für den gealterten Menschen. Zum Beispiel können betagte Leutchen Mitglied in einer Nicht-Regierungsorganisation werden,  oder einem wissenschaftlichen Verein beitreten. Sie können sich auch in einer religiösen Organisation oder einem Wohltätigkeitsverein betätigen.  Die Wahl einer Tätigkeit, die ihnen Freude macht oder die Übernahme einer Aufgabe stärken sie seelisch.  Nützlich sind auch eine künstlerische Betätigungen, Schreiben oder Verreisen mit Freunden oder der Familie.“

 

 

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