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Freitag, 24 Juli 2015 11:33

Islamischer Lebensstil (57)

Islamischer Lebensstil (57)
  Wir sprechen in diesem Teil, zunächst weiter über Stellung und Rechte der Eltern in der Familie und  beginnen mit den Versen 23 und 24 der Sure Isra (Sure 17), wo es heißt: 

 

Und dein Herr hat befohlen: `Verehrt keinen außer Ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht `Pfui!` zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise.`" 

„Sei ihnen gegenüber gütig, bescheiden und voller Mitleid und sage: "Herr, sei barmherzig zu ihnen, so wie sie mich barmherzig aufgezogen haben, als ich klein war!"

Gott  fordert in dem ersten dieser beiden Verse, dass der Mensch respektvoll mit seinen Eltern umgeht. Er verweist auf die besondere Lage der Eltern im hohen Alter  hin. Die gealterten Eltern brauchen mehr denn je  Unterstützung, Liebe und Achtung. Gott gebietet dem Menschen,  nicht im Geringsten etwas Beleidigendes zu seinen  Eltern zu sagen. Es kann sein dass die Eltern so gebrechlich geworden sind, dass sie ohne  Hilfe der anderen weder  aufstehen noch laufen können. Für  Kinder beginnt eine große Prüfung, wenn ihre Eltern gealtert sind. Werden sie dies als eine Gelegenheit für gute Werke an ihren Eltern sehen oder als ein Übel? Werden sie die notwendige Ausdauer und Geduld aufbringen, ihre Eltern respektvoll zu pflegen, oder werden sie sie laufend mit spitzen  Bemerkungen herabsetzen und sie schikanieren?

Der Koran sagt dass der Mensch seine betagten Eltern nicht anfahren oder mürrisch behandeln darf, und ihnen kein Wort der Unzufriedenheit oder sogar der Abscheu an den Kopf werfen darf. Er darf sie nicht beleidigen und anschreien, sondern er soll höflich zu ihnen sprechen und mit Respekt.

In einem Hadith von Imam Sadiq (gegrüßet sei er) steht im Zusammenhang mit der angeführten Koranstelle: „Wenn es noch ein niedrigeres Wort als das Wort Pfui gegeben  hätte, hätte Gott es (den Kindern auch) verboten.“

Im nächsten  Vers gebietet Gott, dass der Mensch gegenüber seinen Eltern gütig und bescheiden ist. Er  empfiehlt ihnen, sie in ihr  Gebet einzuschließen. Er soll auch noch für die verstorbenen Eltern beten und Gott bitten, sich ihrer zu erbarmen,  und dies damit begründen, dass sie ihn als Kind barmherzig behandelt haben. Sein Gebet soll lauten:

„Herr, sei barmherzig zu ihnen, so wie sie mich barmherzig aufgezogen haben, als ich klein war!"

Der Mensch soll an seine  Kindheit denken, als er als Säugling hilflos war, nicht aufstehen  und nicht laufen konnte. Damals haben  seine Eltern fürsorglich alles für ihn getan. Sie waren um ihn bemüht und ließen ihm  Liebe zukommen.  Daran sollen die Menschen  denken, wenn ihre Eltern alt und hilfsbedürftig geworden sind und vielleicht nicht mehr aufstehen und laufen  können.

                             

Es ist dermaßen  wichtig auf das Befinden der Eltern zu achten und sie zufriedenzustellen, dass jemand unter Umständen den Dienst an ihnen der Teilnahme an einem Dschihad-Kampf,  zu dem sich bereits genug Freiwillige gemeldet haben, vorziehen sollte, es sei denn  das islamische Land wäre so sehr in Gefahr, dass alle zu seiner Verteidigung in den Kampf ziehen müssten.

Dem Menschen wird ernsthaft ans Herz gelegt, sich vor dem Zorn und der Verwünschung seiner Eltern zu hüten. Der Prophet des Islams (s) hat gesagt: „Fürchtet euch davor, von euren Eltern verwünscht zu werden und ihren Groll auf euch zu ziehen. Der Duft des Paradieses ist aus einer Entfernung von 500 Jahren zu spüren, aber jemand, dem die Eltern zürnen, wird ihn niemals wahrnehmen.“

Dies ist eine ernsthafte Mahnung, denn es bedeutet, dass jemand, der den Zorn der Eltern auf sich zieht, nicht nur nicht ins Paradies einkehrt sondern sehr weit von ihm entfernt ist.

  Einmal half jemand seiner Mutter beim Tawwaf , das heißt der Umkreisung der Kaaba. Er trug sie auf seinem Rücken um das Heiligtum. Als er den Propheten (s) sah, fragte er ihn: „Habe ich damit die Pflicht gegenüber meiner Mutter erfüllt?“ Da sagte der Prophet (s): „Damit hast du noch nicht einmal einen ihrer Schmerzensrufe (bei der Geburt) wieder gut gemacht.“

 

Es wird auch überliefert, dass jemand  den Propheten (s) nach dem Recht des Vaters  gegenüber seinen Kindern fragte. Der Prophet sagte über die Pflicht des Menschen gegenüber seinem Vater: „Er darf  ihn nicht mit seinem Namen anreden (sondern mit „mein Vater“) und er darf ihm   nicht vorweggehen oder sich hinsetzen,  bevor er sich hinsetzt und er darf  nichts tun, was dazu führt, dass die anderen über seinen Vater schlecht sprechen (und zum Beispiel sagen: Gott möge deinem Vater nicht verzeihen, dass er dich schlecht erzogen hat).

 

Allerdings kann es sein, dass Vater oder Mutter etwas von den Kindern wollen, das nicht mit dem Religionsgesetz übereinstimmt. In diesem Falle soll der Mensch nicht gehorchen. Er muss  aber logisch und auf bestmöglichste Weise die Eltern auf ihren Irrtum aufmerksam machen.

                                  

Im Anschluss an die Pflichten gegenüber den Eltern sollten wir auch einen Blick auf die Position der alten Menschen in einer muslimischen Familie und Gesellschaft werfen.

                                

Der Mensch begegnet täglich vielen gealterten Menschen. Sie vertreten eine Generation, die einen Berg von Lebenserfahrungen besitzt. Wir brauchen ihre Erfahrungen und müssen sie achten. Nicht jeder erreicht ein hohes Alter und manche beten, dass sie niemals so sehr alt werden, dass sie pflegebedürftig werden.  Andere bitten Gott um ein langes Leben und sehen darin einen Segen Gottes.

Das Alter ist ein wichtiger Abschnitt im menschlichen Leben. Es ist eine der Phasen der Vollendung des Menschen und folgt den  anderen Entwicklungsphasen von der  Kindheit und Reifezeit bis zum Erwachsenenalter und dem mittleren Alter. In den meisten Ländern werden alle über 65  zur alten Generation gezählt.

 

 Das Alter ist also  der Abschnitt, in dem sich die Erfahrungen angehäuft haben.  Bei einer spirituellen Weiterentwicklung auf den  vorherigen Stufen ist das Alter die Zeit der Erfüllung höherer Bedürfnisse.

Die Probleme im Alter sind zahlreich. Das ist jedoch natürlich, denn die  körperlichen und geistigen Kräfte  des Menschen lassen nach.  Vielleicht ist keiner der Lebensabschnitte so besorgniserregend und problemreich wie dieser. Die alten Menschen müssen sich an die neuen Bedingungen und ihre Umwelt anpassen, um weiterhin ein gutes Leben zu haben. In diesem Lebensabschnitt kann der Mensch die Erfahrungen der vielen Jahre, die er hinter sich gebracht hat, nutzen. Daher kann das Alter eine fruchtbare und fröhliche Zeit sein. Deshalb darf man das Alter nicht als Zeit der Krankheit und der Arbeitsunfähigkeit sehen.  Mit zunehmendem Altern spielen sich Veränderungen im Körper ab und bei Berücksichtigung einiger Punkte, kann man größere Komplikationen  verhindern.  Der betagte Mensch muss auf Dinge wie Körper- und Gesundheitspflege,  geeignete sportliche Betätigung und seine Ernährung achten. Wenn alte Menschen in die  Aktivitäten in der Familie und Gesellschaft mit eingebunden  werden, kann diese Zeit eine frohe und schöne Zeit für sie sein. Wir werden beim nächsten Mal dieses Thema wieder aufgreifen.     

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