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Dienstag, 21 Juli 2015 22:29

Islamischer Lebensstil (56)

Islamischer Lebensstil (56)
Von den Verwandten steht  keiner dem Menschen so nahe wie Vater und Mutter. Niemand ist gütiger zu ihm als sie. Nach Gott, dem Einen,  verdankt ein Kind seinen Eltern, dass es am Leben ist. 

Diese beiden liebevollen Wesen haben dem Menschen geholfen, dass er sich von einem hilfsbedürftigen kleinen Kind  zu einem fähigen und selbständigen Menschen entwickeln konnte. Sie haben  großzügig für ihn Opfer gebracht.  Niemandem bleibt diese vitale Rolle der Eltern für die Entwicklung und Entfaltung eines Kindes verborgen. Daher muss der Mensch die Mühen seiner Eltern zu  würdigen wissen. Gemäß den Worten des geehrten Propheten des Islams (Friede sei mit ihm und seinem Hause) haben  die Eltern am meisten Recht auf Dank.   Daher wird in der islamischen Lehre unterstrichen, dass man die Rechte der Eltern kennen und beachten muss, ganz besonders die Rechte der Mutter.

                          

Wir haben im letzten Teil über die Rolle des Vaters in der Familie gesprochen und  wir möchten nun die Rolle der Mutter hervorheben.  Die Mutter spielt die größte Rolle für die Erziehung und  Gewährleistung der geistigen, seelischen und körperlichen Gesundheit der Kinder. Wegen dieser Bedeutung der Mutter für die Erziehung wird den Müttern besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Liebe, die eine Mutter ihrem Kind erweist, ist so wirkungsvoll, dass nichts anderes an ihre Stelle treten kann.  Es ist seelische Nahrung für das Kind, wenn es von seiner Mutter liebkost wird.  Eine Mutter muss dem Kind so viel von dieser seelischen Nahrung geben, wie es  braucht. Mütter empfinden  große Liebe zum Kind und besitzen in hohem Maße die Fähigkeit ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen.  Wenn sie diese Fähigkeit richtig einsetzen, werden sie  erheblich zu der Festigung der Familienbeziehungen  beitragen und die Fähigkeit ihrer Kinder zu sozialen Beziehungen positiv beeinflussen.         

                    

Erziehungspsychologen sind der Ansicht, dass Mütter Selbstvertrauen und Selbstschätzung in den Kindern hervorrufen.  Sie glätten mit ihrer Liebe und Güte den Weg der Erziehung. Die Mutter kann dem Kind Feingefühl mitgeben.   Gerade bei Söhnen ist das wichtig, weil diese öfters als Mädchen zur Aggressivität neigen.  Aber die Mutter vermag sie mit einigen wenigen einfachen Worten zu besänftigen. Wegen ihrer starken Emotionen sind Mütter sensibler für die Probleme ihrer Kinder und haben ein offenes Ohr für ihre Geheimnisse. 

Mütter erfüllen insbesondere in den Beziehungen zu ihren Töchtern eine wichtige Funktion.  Sie können für ihre Töchter ein  großes Vorbild sein und ihnen  Orientierung geben. Dies setzt natürlich voraus, dass sie eine emotionale Beziehung zu ihnen aufbauen konnten.

 

Angesichts des hohen Platzes, den Eltern vor Gott einnehmen, wird der Mensch unwillkürlich dazu veranlasst, diesen beiden, die ein Geschenk Gottes sind,  bescheiden und mit Respekt zu begegnen und ihnen Gutes zu tun.

Gott ruft zur guten Behandlung der Eltern auf. Zum Beispiel in dem Vers 8 der Sure Ankabut (Sure 29). Dort heißt es im ersten Satz:

„Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, seinen Eltern Gutes zu tun.“

Gott verwendet hier den Begriff „Mensch“. Dieses Gebot ergeht also nicht nur an die Muslime sondern an alle Menschen. Es ist ein allgemeines Gebot, die Eltern gut zu behandeln und zu achten.

Nach diesem ersten Satz setzt Gott dann den Vers 8 wie folgt fort:

„… Doch wenn sie dich zwingen wollen, Mir das zur Seite zu stellen, wovon du keine Kenntnis hast, so gehorche ihnen nicht. Zu Mir werdet ihr heimkehren, (und) dann will Ich euch verkünden, was ihr getan habt.“

Der Mensch soll also nicht denken, dass die Eltern von ihm einen Verstoß gegen den Glauben an den Einen Gott verlangen können. Gott sagt, dass der Mensch in diesem Fall nicht seinen Eltern gehorchen darf.

Es heißt das folgende Begebenheit mit der Herabsendung dieses Verses in der Sure 29 zu tun hat.

                

Ein Mann namens Saad Waqqas erwies seiner Mutter große Dankbarkeit und Aufmerksamkeit und ehrte sie. Saads Mutter war eine Götzenanbeterin und als Saad sich zum Islam bekannte, kehrte er offen der Götzenanbetung den Rücken zu.  Dennoch widmete er weiter seiner Mutter Aufmerksamkeit und brachte ihr Liebe entgegen.

Die Mutter Saads war jedoch bekümmert über den Gott-Glauben seines Sohns. Sie redete vergeblich auf ihn ein, dass er vom Islam ablassen soll.  Schließlich entschloss sie sich, nichts mehr zu trinken und zu essen, damit ihr Sohn auf sie hört.

Es vergingen zwei Tage, ohne dass sie etwas zu sich genommen hatte. Vom Hunger geschwächt, sagte sie zu ihrem Sohn: „Mein Sohn. Weil du nicht vom Islam ablässt, werde ich solange nichts mehr essen, bis ich sterbe. Die anderen werden dich tadeln, und sagen, dass du an dem Tod deiner Mutter schuld bist.“  

Saad Waqqas aber wollte sich nicht vom Islam trennen und sagte ganz ernst: „Liebe Mutter! Und wenn du 100 Leben hättest und sie aus Hunger alle verlieren würdest und stirbst, werde ich nicht vom Islam ablassen.“  Als Saads Mutter diese Treue ihres Sohnes zum Islam sah, gab sie auf und  nahm wieder etwas zu essen und zu trinken zu sich.

Da wurde dem Propheten diese Stelle im Koran offenbart nämlich, dass der Mensch nicht seinen Eltern gehorchen darf, wenn sie ihn zwingen wollen,  Gott einen Teilhaber zur Seite zu stellen.

                                                  

Das Gebot, die Eltern zufriedenzustellen und auf sie zu hören, gilt also nur, solange der Mensch dadurch nicht gegen Gottes Gebote verstößt.  Der Muslim  muss aber seine Eltern auch dienen und sie ehren, wenn sie nicht Muslim geworden sind und er soll in weltlichen Angelegenheiten auf ihren guten Rat hören. 

In der Sure Luqman spricht Gott im Vers 15 wieder über den Fall, dass  polytheistischen Eltern etwas Unangemessenes von ihrem Kind verlangen. Es heißt dort:

„Doch wenn sie dich auffordern, Mir das zur Seite zu setzen, wovon du keine Kenntnis hast (aber von dem du weißt dass es falsch ist), dann gehorche ihnen nicht. In weltlichen Dingen aber verkehre mit ihnen auf gütige Weise. Doch folge dem Weg dessen, der sich zu Mir wendet. Dann werdet ihr zu Mir zurückkehren, und Ich werde euch das verkünden, was ihr getan habt.“

                                 

Mit den guten Werken an den Eltern ist nicht nur  ein freundlicher Umgang gemeint.  Gott empfiehlt, auch an die Versorgung der Eltern zu denken. Reiche Leute sollen in ihrem Testament einen Anteil für ihre Eltern vorsehen, damit diese versorgt sind.  Außerdem sagt Gott, dass der Mensch zuerst seinen Eltern spenden soll, denn in Sure 2 nennt Gott im Vers 215 als erstes die Eltern als Spendenempfänger. Dort heißt es:

"Sie befragen dich, was sie spenden sollen. Sprich: `Was immer ihr spendet an Gutem, das sei für die Eltern und Verwandten und die Waisen und die Armen und den mittellosen Wanderer. Und was immer ihr an Gutem tut, wahrlich, Allah weiß es wohl.`"

 

Im Koran stehen zahlreiche Verse, die das Spenden auf dem Wege Gottes empfehlen. In dem obigen Vers werden Personen genannt, an die der Mensch spenden soll. Mit Gutem ist  jede gute Tat und jede nützliche Gabe gemeint.  Als Spendenempfänger werden wie gesagt hier als erstes die Eltern genannt.  Eine Spende an die Eltern stärkt und vertieft auch die  Beziehungen in der Familie.  Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im nächsten Teil.  

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