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Dienstag, 14 Juli 2015 00:48

Islamischer Lebensstil (54)

Islamischer Lebensstil (54)
Wir sprechen heute über die Stellung der Jugendlichen in einer Familie und die Beziehung zu ihnen.

Die Familie ist die erste wichtigste Lebensgemeinschaft  und beeinflusst daher erheblich das Verhalten des Menschen und  seinen Erfolg im Leben. Das Verhalten zwischen den Familienmitgliedern und besonders der Eltern zu ihren Jugendlichen formt die Grundzüge des Persönlichkeitsbildes.  Im Rahmen eines Islamischen Lebensstils wird dieser Altersgruppe viel Beachtung geschenkt.

Die junge Generation ist wie das Herz der Gesellschaft. Dieses Herz pumpt neues Blut in ihre  Lebensadern macht die Gesellschaft fähig, sich weiterzuentwickeln. Die Jugend ist der Frühling und Sonnenaufgang des Lebens.  Dem jungen Menschen eröffnen sich neue Horizonte.  Die Großen des Islams haben das Jugendalter als einen wertvollen göttlichen Segen und  großes Kapital für das menschliche Leben betrachtet. Der Prophet des Islams (s) sagt:  „Am Jüngsten Tag wird keiner einen Schritt weitergehen können, bevor er nicht diese beiden Fragen beantwortet, nämlich:

Erstens: Für was hast du dein Leben verwendet?

Und zweitens:   wie und auf welchem Weg hast du deine Jugend verbracht?“

                                

Aus der Sicht des Islams ist die Jugend die Zeit der Entfaltung  und  eine kostbare Gelegenheit das Segensgeschenk „Leben“ zu nutzen. Der Prophet des Islams (s)  schätzte die jungen Menschen sehr und hat bei verschiedenen Gelegenheiten würdigen und kreativen jungen Leuten eine  wichtige Verantwortung anvertraut.

Der geehrte Prophet des Islams (Friede sei mit ihm und seinem Hause) hat die jungen Menschen mit ihrem  ungetrübten  Herzen und ihren unversehrten Gefühlen  geachtet. Er sagte, dass die jungen Menschen mehr als andere zur Rechtschaffenheit tendieren,  weil ihr Herz für die Tugenden offensteht. Vom Propheten des Islams (s) ist folgendes Wort: „Gott hat mich zum Propheten ausgesandt, damit ich den Menschen die göttliche Barmherzigkeit verheiße und sie vor Seiner Strafe ängstige. Die jungen Menschen haben akzeptiert was ich sagte und sie haben mit mir das Bündnis der Freundschaft geschlossen, aber einige betagte Leute haben sich geweigert, meine Einladung zu akzeptieren und haben begonnen, mich zu bekämpfen.“

 

Wenn der junge Mensch erkannt hat, wer er ist und welche Fähigkeiten er besitzt, gewinnt er Selbstvertrauen und Selbstvertrauen schützt ihn vor seelischen Niederlagen. Daher lässt sich sagen, dass die Erkenntnis von dem eigenen Selbst ein Bedürfnis in der Jugend ist. Wenn ein junger Mensch weiß welche positive Rolle er im Leben übernehmen kann, ist die Grundlage für seine Weiterentwicklung geschaffen. Dann werden wir Zeuge der Entfaltung  seiner Fähigkeiten.  Der junge Mensch  wird durch Erkenntnis seiner Fähigkeiten davon überzeugt, dass er sich ändern und wandeln kann.  Dies stärkt seine Zukunftshoffnungen.

 

  Die Familie trägt erheblich zur Formung der Identität des jungen Menschen bei.  Die   emotionale Beziehung zwischen ihm und seinen Eltern lässt ihn positiv über die Familie denken.  Einige Eltern machen den Fehler  und denken ihre Kinder bräuchten nur, wenn sie noch klein sind, die Liebe der Eltern und ein solches Bedürfnis sei beim Jugendlichen nicht vorhanden.  Aber in Wahrheit hofft der Mensch in allen Abschnitten des Lebens auf eine liebevolle Behandlung durch die anderen.  Ein liebevolles Verhalten der Eltern zum jungen Menschen gibt dem Jugendlichen Sicherheit  und stillt seinen unruhigen und von zahlreichen Verlangen  erfüllten Geist. Die natürliche Folge ist, dass er das Gefühl hat, zu seiner Familie zu gehören und außerdem wird durch die elterliche Liebe auch  sein Optimismus gesteigert. Dies wiederum hilft ihm, kreativ zu werden, neue Ideen zu entwickeln und seine Begabungen zu entfalten.

                                

Für den jungen Menschen ist es darüber hinaus auch wichtig ein Ziel vor Augen zu haben.  Wir sollten ihn dabei unterstützen  sich vernünftige und verwirklichbare Ziele für seine Entwicklung vorzunehmen und an sie zu glauben.  Wenn ein junger Mensch ein konkretes Ziel im Leben hat, wird er seine Kräfte auf einem konstruktiven Weg einsetzen, der zu einem positiven Ergebnis führt.  Höhere Ziele sind ein Zeichen für den Willen und die Lebensfreude und die Einsatzbereitschaft eines Menschen. Junge Menschen,   die ein Ziel vor Augen haben  fühlen sich nicht überflüssig und nutzlos. Dieses Denken unterstützt sie dabei zu seiner eigenen Identität zu finden.

    

Junge Leute haben auch das Bedürfnis geachtet zu werden. Sie sollten verspüren, dass sie in der Familie einen wichtigen Platz einnehmen. Um dieses Gefühl in ihnen erwecken,  kann man sich zum Beispiel in Angelegenheiten mit ihnen beraten oder ihnen eine Aufgabe überlassen.  Der Prophet des Islams legte, wie gesagt, viel Wert auf diesen Punkt und hat jungen Menschen an wichtigen Aufgaben oder an Entscheidungen mitbeteiligt.  Sich mit jungen Leuten zu beraten, fördert ihre rationalen Kräfte und steigert ihr Gefühl, anerkannt zu  werden.  Die Beratung mit den Jugendlichen  trägt zum gegenseitigen  Verständnis zwischen ihnen und den Erwachsenen bei.

 Dr. Mohammad Resa Scharafi, ein iranischer Psychologe, sagt:

„Der  Jugendliche befindet sich in einem Zustand,  in dem er Suggestionen annimmt  und für ihn ist es von besonderer Wichtigkeit, wie die anderen ihn beurteilen und ihm begegnen.  Deshalb müssen die Menschen in seinem Umfeld klug und feinfühlig mit ihm umgehen.  Sie sollen vor allen Dingen seine positiven  Seiten sehen.“

 

Die Erreichung einer Identität ist in der Jugendzeit  wichtig und muss von den Eltern angestrebt werden.  Wenn  aber ein heranwachsender oder ein junger Mensch keine wirkliche Identität für sich finden kann, gerät er in eine Krise.  In einer solchen  Identitätskrise empfinden viele junge Menschen Sinnlosigkeit, Selbstentfremdung und Einsamkeit.  Viele Fälle asozialen Verhaltens bei Jugendlichen  können damit begründet werden, dass sie in einer Identitätskrise stecken.  Diese Krise  macht sich zum Beispiel dadurch bemerkbar, dass sie keine Verantwortung übernehmen wollen, gleichgültig sind und Überdruss empfinden.   Ein häufiges Zeichen für Identitätsmangels bei Jugendlichen  besteht darin, dass sie sich ziellos mit allem möglichen beschäftigen. Ein junger Mensch, der das Gefühl hat, keine nützliche Aufgabe zu haben, fühlt sich innerlich ausgehöhlt.  Er beschäftigt sich dann meistens mit Dingen, an die er schnell herankann und die ihm gefallen und verschwendet auf diese Weise viel Energie und vergibt zahlreiche Chancen.  Er sucht also seine Identität in oberflächlichen Dingen. Zum Beispiel kann es sein, dass für ihn  Dinge , die im Grunde zweitrangig sind, wie seine Bekleidung und seine Frisur,  das wichtigste im Leben  werden.  In dieser Situation sollten  die Eltern bemüht sein,  ihm behutsam ein gesundes Verhaltens – und Denkmuster vorzustellen,  und ihm zu einer würdigen Identität zu verhelfen, die  den moralischen und menschlichen Werten   entspricht und seine Selbstwertschätzung wachsen lässt.   

 

Der junge menschliche Geist ist stark und frisch. Er ist neugierig und ihn beschäftigen zahllose Fragen und er möchte wissen: Wer bin ich eigentlich? Welche Rolle soll ich ihm Leben spielen? In welcher Beziehung stehe ich zur Welt und meiner Umgebung?

 Im Frühling seines Lebens denkt der Mensch an wichtige Dinge – wie Selbstkenntnis -  und er ist bestrebt geistig seelisch optimal weiterzukommen.  Die Kenntnis und Erkenntnis von uns selbst, verhilft uns zur Erkenntnis Gottes und ein Mensch mit Gotterkenntnis hat in Wahrheit den ersten Schritt für  seine Vervollkommnung getan.  Die Erkenntnis von sich selber und die Antwort auf die Frage: Wer bin ich? Hilft den jungen Menschen dabei im Verhältnis zu sich selber zu innerem Frieden zu finden.  Wer zu seiner eigenen Identität findet erreicht ein gewisse Zufriedenheit mit sich selber  und wenn er mit sich selber harmoniert kann er auch  mit der Gesellschaft und anderen harmonieren.  Der Jugendliche kann , wenn er seine eigene Identität erkannt und akzeptiert hat, auch ohne weiteres bei den sozialen Beziehungen seine Grenzen und Befugnisse und die Freiheit der anderen  und  seinen Aufgabenbereich erkennen und sich entsprechend verhalten.

 

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