Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Donnerstag, 09 Juli 2015 03:06

Islamischer Lebensstil (52)

Islamischer Lebensstil (52)
Wir behandeln weiter das Thema der religiösen Erziehung im Rahmen eines islamischen Lebensstils und beginnen mit einem Wort von Imam Ali (a), das hilfreich sein kann. Er hat zu seinem Sohn Imam Hasan (a) gesagt: 

 

„Das Herz des Kindes ist wie braches Ackerland,  das jegliches Saatgut, welches in es  hineingelegt wird, hervorbringt.  Und so beeilte ich mich mit deiner Erziehung, bevor dein Herz sich verhärtet und dein Verstand (mit anderem) beschäftigt ist,…“

Der wichtigste Grund für die Bedeutung der  Erziehung in der Kindheit ist gemäß der Empfehlung von Imam Ali darin zu sehen, dass Seele und Geist des Kindes noch rein  und frei von Sünden sind.  In dieses reine Herz lässt sich sowohl die Saat des Glaubens und der Wahrhaftigkeit streuen als auch die Saat des Unglaubens, der Lüge und der Heuchelei.

Pädagogen haben den kindlichen Geist mit einem jungen Baum verglichen, der noch biegsam ist und den man ohne große Mühe wieder aufrichten kann, wenn er etwas schräg wurde.  Dies wird jedoch sehr schwierig sein, wenn er zu einem kräftigen Baum herangewachsen ist.

Sind schlechtes Denken und Verhalten bereits Teil der Personalität eines Menschen geworden, dann ist eine Befreiung des Herzens von ihnen schwierig.

                                        

In letzter Zeit schenken die Soziologen und Psychologen der Bedeutung der Familie für die religiöse und spirituelle Entfaltung mehr Aufmerksamkeit als früher.  Aber die großen Vorbilder des Islams haben die Rolle der Familie schon lange vor ihnen hervorgehoben.

 

Eltern können auf verschiedenen Wegen Einfluss auf den religiösen Entwicklungsprozess ausüben. Eine spirituelle Weiterentwicklung bei Kindern ist – wie Untersuchungen zeigen -  zum Beispiel dadurch möglich, dass die Eltern sich religiös verhalten, Tischgebete sprechen, großzügig sind,  Armen helfen und sich sittsam  verhalten.

Hinsichtlich des Einflusses der Familie auf die religiöse Entfaltung des Kindes sind viele Untersuchungen durchgeführt worden, zum Beispiel von den beiden Wissenschaftlern Dollahit und Marks.  Sie haben mit 72 muslimischen, christlichen und jüdischen Familien Gespräche geführt, die sehr religiös waren.  Dabei stellten sie fest, dass für diese Familien Punkte wie die folgenden  eine spirituelle Entfaltung der Kinder fördern, nämlich:

 Vertrauen auf Gott,  Bewältigung von seelischen Konflikten durch Beten, Durchführung von religiösen Handlungen und Zeremonien, einander verzeihen, sich der Sünde enthalten, Selbstverzicht üben und Opfer bringen.

Diese  beiden Forscher haben die 10 bis 20-jährigen Kinder dieser Familien ebenso befragt. Es ergab sich, dass das religiöse Verhalten und die guten Gewohnheiten dieser Kinder und Heranwachsenden aus religiösen Familien stärker waren als bei Kindern aus nicht-religiösen Familien.  Diese Kinder und Jugendlichen  sagen, dass ihre spirituellen Neigungen und moralischen Standpunkte, vor allem auf das,  was ihnen ihre Eltern beigebracht haben  sowie auf das geeignete Verhaltungsmuster zurückgehen, welches sie in der Familie vor sich hatten.

                     

Andere Forschungen ergaben, dass die Kinder viel besser die spirituellen Inhalte verstehen, wenn sie in der Familie frei über diese Fragen diskutieren können.  Solche Gespräche, die dem  Alter des Kindes und seiner Denkwelt angepasst sein müssen, können sehr interessant sein und die geeignete Grundlage  für die Verankerung der religiösen Inhalte schaffen.  Bei solchen Gesprächen werden religiöse Themen in Form von Fragen angeschnitten  und Kinder und Jugendliche nehmen aktiv durch Hinterfragen und Entdecken an der Beantwortung teil.  Bei religiösen Gesprächen in der Familie  können die Kinder und Heranwachsenden selber wählen, etwas dazulernen und sich mit den Eltern austauschen. Die Eltern zwingen ihre Meinung nicht den Kindern auf, sondern geben ihnen hilfreiche  Hinweise, damit sie selber die richtigen Antworten herausfinden.

 

 Die Forscher  sehen jedenfalls in der Familie die  elementare Ausgangsbasis für die Formung der religiösen Überzeugungen und heben hervor,  dass der Rahmen dieses Glaubens während der Kindheit geformt und innerhalb der Familie verankert wird.

               

 

Religiöse Geschichten und Überlieferungen können ebenso zur spirituellen Entfaltung des Kinders in der Familie beitragen.  Kinder mögen Geschichten und die Eltern können durch schöne Erzählungen religiöse Werte und Inhalte übermitteln.  Durch das Erzählen einer Geschichte wird auch die Beziehung zwischen Eltern und Kindern gestärkt.

Die Durchführung von religiösen Bräuchen  ist ebenso ein  Saatkorn der Religiosität  und der Islam hat viele wertvolle Bräuche, die die Gläubigen durchführen, um eine enge Verbindung zu Gott aufzunehmen, wie zum Beispiel das tägliche Gebet , der Hadsch und der Besuch von religiösen Orten, das religiöse Fasten, und Spenden usw.  Alle diese Dinge spielen eine konstruktive Rolle bei der Übertragung von religiösen Werten auf Kinder und Jugendliche.

 

               

In der Familie können alle, die mit dem Kind in Kontakt stehen, wie die Eltern, die Geschwister oder die Großeltern zur Heranformung seiner religiösen Gefühle  beitragen. Von besonders großer Bedeutung ist gemäß zahlreicher Untersuchungen die Rolle der Mutter für die religiöse Erziehung.

Dafür führen die Wissenschaftler mehrere Gründe an, zum Beispiel zeigen Frauen mehr als Männer ein Interesse darin, sich an einen religiösen Ort zu begeben und an religiösen Veranstaltungen teilzunehmen.  Dies geht auf ihr emotionales und psychisches Befinden zurück.

Außerdem sind Mütter im Allgemeinen mehr mit den Kindern zusammen, weil sie einen größeren Zeitraum als die Väter zuhause sind.

Doch wird die Rolle der Frau  für die religiöse Erziehung ihrer Kinder auch dadurch bedeutungsvoller,  dass ihnen als Mutter der emotionale Zustand  ihrer Kinder besonders wichtig ist.

Kinder und Heranwachsende vertrauen in der Regel eher ihre Geheimnisse der Mutter an. Da auch die religiösen Überzeugungen eine Angelegenheit des Herzens sind, ziehen sie es vor, auch darüber mit ihren Müttern vertraulich zu sprechen.

 

Aber es ist nicht zu vergessen, dass in einigen Familien der Vater diese Rolle übernimmt.  In Familien, in denen der Vater mehr Aktivität bei der religiösen Erziehung seiner Kinder zeigt, werden sogar bessere Ergebnisse erzielt.  Zu  Vätern, die ihren Kindern ausreichend genug Zeit widmen  und Interesse daran zeigen, mehr über ihre Bedürfnisse, Wünsche und ihren Schulbesuch  zu erfahren, sind  Kinder  vertraulicher und reden offener mit ihnen über ihre Gedanken und Erwartungen.  

Entscheidend ist also gerade in der heutigen komplizierten Welt, dass die Eltern geeignete Methoden wählen, um ein Interesse der Kinder an den religiösen Lehren hervorzurufen.

               

Zum  Abschluss des heutigen Themas, möchten wir noch einmal das Ziel der religiösen Erziehung hervorheben, nämlich: die Heranformung und Festigung  der Liebe eines Menschen zu der Wahrheit,  die von Gott in seine Natur (die Fitra) gelegt worden ist. Die hohe Kunst der Eltern bei der religiösen Erziehung ihrer Kinder liegt darin, dass sie anschauliche und schöne  Beispiele bringen, um ihnen die Zeichen Gottes im Dasein vor Augen  führen.  Diese Vorgehensweise wird bestimmt auch die Beziehungen der Kinder zu Gott vertiefen und sie festigen. Außerdem müssen die Eltern, um das Niveau der religiösen Einstellung des Kindes und Jugendlichen qualitativ zu verbessern,  bei der Übertragung ihrer religiösen Erfahrungen  freundlich und liebevoll, geduldig und aufrichtig  vorgehen. 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren