Diese Seite drucken
Mittwoch, 24 Juni 2015 02:06

Islamischer Lebensstil (48)

Islamischer Lebensstil (48)
  Wir besprechen auch heute die Eltern-Kind-Beziehungen im Rahmen des Islamischen Lebensstils.Zweifelsohne sind gute Kinder das Ergebnis einer guten Erziehung  und der Geduld und Klugheit der Eltern zu verdanken. 

Ein rechtschaffenes Kind ist ein kostbarer Segen, für den wir Gott Dankbarkeit schulden. Die elterliche Pflicht ist so wichtig, dass Imam Sadschad (a) Gott um Seinen Beistand dafür bittet.

                                       

 Es ist ein Verdienst kluger und verantwortungsbewusster Mütter und Väter, wenn eine Gesellschaft heil und fortschrittlich  ist und eine gute Zukunft hat.  Bewusste Eltern sind bestrebt, die würdigsten Kinder  heranzuziehen, damit sie eine schönere Welt schaffen, die von sozialen und moralischen Übeln sicher ist.  Kinder sind ein Geschenk Gottes. Sie betreten die Welt mit einem reinen Wesen. Es ist Aufgabe der Eltern und Erzieher  sie vor der Abweichung vom rechten Weg zu bewahren.  Dabei spielt, wie wir bereits erwähnten die Nähe zum Kind eine wichtige Rolle.

 In der islamischen Kultur nimmt die Liebe zu den Kindern einen besonderen Platz ein.  Wenn Eltern von Beginn an eine gute liebevolle Beziehung zu ihren Kindern aufbauen, wird es ihnen gelingen, deren emotionalen und psychischen Bedürfnisse zu stillen  und sie können im Reifealter eine bessere und gesündere Beziehung zu ihnen herstellen.

 

Ein wichtiger Weg , dem Kind Liebe zu zeigen, besteht darin, Verständnis für es zu haben. Das ist mehr als Mitleid. Mitleid geht mit Bedauern und Besorgnis einher. Aber Verständnis bedeutet, die Gefühle des anderen verstehen und in gewisser Weise an seinen Gefühlen teilhaben.  Durch dieses Einfühlungsvermögen   der Eltern hat das Kind das Gefühl dass seine Eltern es verstehen und wenn es dieses Gefühl hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es auch auf den guten Ratschlag der Eltern hört. Wir müssen also unserem Kind ausreichend Möglichkeit geben, über seine emotionalen Bedürfnisse und Sorgen zu sprechen, dann wird es sich  uns  Eltern anvertrauen und uns vertrauen.

                     

Das Kind braucht in jedem Alter Liebe und Achtung.  Die Eltern müssen diesen Wunsch erwidern. Kinder haben eine zarte Seele und sind empfindsam. Sie werden durch unüberlegtes Verhalten schnell verletzt.  Man sollte sie nie vor anderen verletzen, sich über sie lustig machen  und im Beisein anderer über ihre Fehler und falsches Verhalten  reden.

Als einmal ein Vater sein Kind vor dem Propheten wegen eines Fehlers kritisierte, mahnte der Prophet ihn,  dies zu vermeiden. Er erinnerte ihn daran, dass sein Kind ihm einmal in der Zukunft helfen soll,  und  dass er sich selber damit schadet, wenn er es herabsetzt.

                                   

Mit der Kinder zu spielen ist auch eine Möglichkeit, um eine gute Beziehungen zwischen ihnen herzustellen. Spielen ist für die Entfaltung der kindlichen Begabungen wichtig und stillt mehrere kindliche Bedürfnisse. Kinder besitzen viel Energie .Sie brauchen die Möglichkeit ihre Energie freizusetzen. In einer Umgebung, in der sie dies nicht auf konstruktive Weise tun können,  werden sie unruhig  und machen Unfug. Aber wenn sie diese Energie richtig nutzen, können sie  neue Energie gewinnen und dies fördert ihre Kreativität. Das Spiel ist die beste Möglichkeit  für  sinnvolle  Lenkung von Gefühlen und Energien.  Beim Spielen lernt das Kind wie es seine Gefühle zum Ausdruck bringen, kontrollieren und geeignet erwidern kann.  Kinder die Gruppenspiele machen, zeigen ein größeres Verständnis für andere.  Das Spielen ist auch körperlich nützlich. Es fördert das  harmonische Zusammenwirken von Gliedmaßen und Gelenken. Kinder die viel spielen,  sind gewandter  und sie sind auch abgehärteter gegenüber Schwierigkeiten.  

 

Nicht nur die Psychologie sondern auch die Erziehungslehre des Islams empfiehlt, dass wir unsere Kinder ungestört spielen lassen sollen. Dennoch darf es nicht in Zügellosigkeit ausarten.  Das Spiel soll richtig geplant und organisiert werden. Allerdings mögen die Kinder es nicht, wenn die Eltern sich grundlos in die schöne Welt des Kindes einmischen.  Wenn wir dem Kind ein Spiel oder ein Spielzeug aufzwingen, wird es bald  sein Selbstvertrauen verlieren und von anderen abhängig werden. Der Prophet des Islams (s) hat gesagt: „Lasst eurem Kind bis zum siebten Lebensjahr Freiheit zum Spielen.“ Er hat auch größere  Kinder zum Spielen angeregt.

 

 Die Psychologen unterstreichen den enormen Einfluss des Spielens auf die körperliche und geistige Entwicklung und  die Formung seiner Persönlichkeit.  Die meisten von ihnen sind der Ansicht, dass das Persönlichkeitsbild eines Erwachsenen mit dem Spiel in seiner Kindheit zu tun hat.

                    

Wenn wir uns an dem Spiel der Kinder beteiligen, ist es wichtig, dass wir uns auf die gleiche Stufe stellen wie sie.  Aus dem Leben des Propheten des Islams(s) wird berichtet, dass er sich gerne unter die Kinder mischte. Die Kinder liebten es, ihn an ihrem Spiel  zu beteiligen.

Es heißt in den Chroniken:

Einmal war der Prophet des Islams (s) auf dem Weg zur Moschee. Unterwegs begegnete er ein paar spielenden Kindern Diese umringten ihn sofort und redeten beharrlich auf ihn ein, er solle sich an ihrem Spiel mitbeteiligen. Auf der einen Seite wollte der Prophet sie nicht enttäuschen und auf der anderen musste er in die Moschee, da die Gebetszeit herannahte. Der Prophet entschied sich, dass es besser ist, ein wenig mit den Kindern zu spielen und ihnen eine Freude machte. 

Unterdessen verließ  Bilal Habaschi die Moschee und begann nach dem Propheten zu suchen. Als  er ihn bei der Kinderschar erblickte, wurde ihm klar, weshalb der Prophet nicht zum selben Zeitpunkt wie an anderen Tagen in die Moschee gekommen war.  Bilal wollte die Kinder zurechtweisen, aber der Prophet hielt ihn davon ab. Stattdessen sage er: „Geh ins Haus und hol ein paar Walnüsse und Datteln für sie.“

Bilal  ging und kehrte mit dem Gewünschten zurück. Der Prophet verteilte die Walnüsse und Datteln unter den Kindern, damit sie ihn gehenlassen.

                           

Angesichts dessen was wir in diesem und im vorherigen Teil sagen, lässt sich sagen, dass Liebe und Freundlichkeit  den Weg für die Erziehung ebnet und das Vertrauen der Kinder in die Eltern hervorruft.  Ein wichtiger Punkt bei der Erziehung,  den wir hier extra hervorheben, ist der, dass das was Eltern und Erzieher sagen mit ihrem Tun übereinstimmen muss.   Was meinen Sie, liebe Freunde: Lernen die Kinder mehr durch Sehen oder durch Hören?

 Psychologen sind aufgrund ihrer Studien der Meinung, dass Kinder erheblich mehr durch das Sehen lernen als durch das Hören.  Dieser Effekt macht  einige wichtige Aspekte bei der Kindererziehung  deutlich.  Als erstes ist es wichtig danach zu streben,  dass unser Handeln mit dem was wir sagen übereinstimmt und dieser Charakterzug für die Kinder so spürbar ist,  dass sie uns Vertrauen schenken. Das setzt also voraus, dass wir bevor wir etwas sagen, davon überzeugt sind und danach handeln.

                               

Da es in unserem Programm um den islamischen Lebensstil im Rahmen der Familie geht, möchten wir nächstes Mal über die  Grundsätze und Methoden für eine religiöse Kindererziehung sprechen.

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren