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Samstag, 20 Juni 2015 05:53

Islamischer Lebensstil (47)

Islamischer Lebensstil (47)
  In diesem Teil möchten wir darüber sprechen, dass wir unseren Kindern Liebe erweisen sollen. Wie sollten sich im Rahmen eines islamischen Lebensstils unsere Beziehungen zu den Kindern gestalten?  

         

Gemäß den Erkenntnissen der Psychologie ist die Liebe das drittwichtigste, was der Mensch  nach den biologisch lebensnotwendigen Gütern Wasser und Nahrung braucht. Wenn das Bedürfnis nach Liebe nicht erwidert wird, wirkt es sich auf verschiedene Bereiche des Lebens negativ aus. So wichtig ist dieses Bedürfnis und es ist bei Kindern noch stärker vorhanden als bei Erwachsenen. Für eine gelungene Erziehung muss dieses  Bedürfnis angemessen erwidert werden. Wenn ein Kind Liebe erfährt, ist es beruhigt und fühlt sich sicher. Es empfindet Selbstvertrauen und vertraut seinen Eltern.  Umgekehrt verliert das Kind bei Mangel an Liebe dieses Gefühl der Sicherheit und das Vertrauen in sich selber und die anderen und entwickelt Minderwertigkeitsgefühle. Der Mangel an Liebe kann sogar zu körperlichen Erkrankungen und zu sozialem Fehlverhalten führen. In einer islamisch gesehen idealen Familie bestehen liebevolle Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern. Die Großen der Religion haben auf verschiedene Art und Weise die Familienmitglieder dazu  motiviert.

Imam Sadiq (a) sagt: „Gott der Allmächtige wird mit Sicherheit  einem Mann, der sein Kind innig liebt, Gnade und Barmherzigkeit erwiesen.

                              

In der Familie soll also Liebe herrschen. Aber gleichzeitig ist auch auf Gerechtigkeit zu achten.  Die Gerechtigkeit darf nicht der Liebe zum Opfer fallen. Wenn die Eltern einem Kind mehr Liebe  erweisen als einem anderen und ungerecht sind, kann es bei den Geschwistern Eifersucht auslösen. Sie können sich zurückgesetzt und minderwertig fühlen. Ihre Persönlichkeit kann darunter leiden, und es kann sein dass sie sich von den Eltern abwenden und ihren Bruder oder ihre Schwester sogar zu hassen beginnen. 

Der Prophet des Islams (s) hat einen  Mann, der eines seiner Kinder küsste und das andere nicht, getadelt und gesagt: „Warum behandelst du sie nicht gleich?“ Von ihm wird auch folgende Empfehlung an die Muslime überliefert: „Geht gerecht mit euren Kindern um, so wie ihr für euch selber möchtet, dass ihr  bei guten Dingen und Wohltaten gerecht behandelt werdet.“

                              

Die Familie muss eine schöne Umgebung für ihre Mitglieder sein.  Sie  ist die natürliche Umgebung für das körperliche Wachstum der Kinder und die Entfaltung ihrer Gefühle und Entwicklung ihrer sozialen Kompetenz. Das gute Verhalten der Eltern und Ruhe und Sicherheit in der Familie tragen zu der psychischen Gesundheit der Kinder bei und bereiten sie auf  gesunde soziale Beziehungen zu anderen, wie  Spielkameraden, Freunde und Mitschüler, vor.   Einstellung und  Verhalten zu den anderen gehen normalerweise auf das Zuhause zurück. Imam Mohammad Ghazali sagte in seinem Buch Kimiyae Saadat (das Elixier der Glückseligkeit):

„Wisse, ein Kind ist Treuhandgut in der Hand von Vater und Mutter und sein reines Herz ist wie ein kostbarer Edelstein. Es kann wie Wachs geprägt werden und ist wie ein unbestellter reiner Acker, auf dem jede Saat wächst. Wenn du gutes Saatgut darauf streust, dann wird es an das religiöse und weltliche Glück gelangen und seine Eltern und sein Lehrer werden an dem göttlichen Lohn teilhaben. Wenn aber das Gegenteil der Fall ist, wird es unglückselig werden und sie werden an dem teilhaben, was mit ihm passiert.“

                             

Es genügt nicht, Kinder nur im Herzen zu lieben. Liebe hat dann eine Wirkung, wenn wir sie ausdrücken und wir sie dem Kind mitteilen.

Imam Ali hat in einem Brief an seinen Sohn Hasan (a)seine Liebe zu ihm wie folgt ausgedrückt:

„Ich habe dich als einen Teil meiner selbst gesehen, vielmehr (sogar) fand ich dich wie mein Ganzes, sogar so sehr, dass wenn dich etwas treffen würde, es so wäre, als hätte es mich selber getroffen, und wenn der Tod zu dir kommen würde, es wäre, als würde er zu mir kommen, und so bedeuteten deine Angelegenheiten für mich das gleiche wie meine eigenen. Also habe ich für dich diesen Brief verfasst, um mich dir mitzuteilen.“

Für die Eltern-Kind-Beziehung ist es wichtig seine positiven Gefühle auszudrücken. Unsere Gefühlslage wirkt sich jeden Augenblick auf unsere Wahrnehmung, unsere Entschlüsse und unsere Urteile aus.   Wenn die Eltern ihre nahe Beziehung und Gefühle zu ihren Kindern kundtun, wird die Liebe zwischen ihnen gestärkt und werden die Beziehungen zwischen ihnen gefestigt.

 

Einige Psychologen sehen in der bedingungslose Liebe zum Kind die beste Beziehungsgrundlage und sagen, dass der Mensch von Kindheit an diese Zuwendung braucht.  Die Eltern machen normalerweise diese emotionale Zuwendung mit der Zeit von Bedingungen abhängig und das Kind denkt dann, seine Eltern würden es nicht mehr gern haben.  Unterdessen führen  Psychologen und Soziologen  die Fehlentwicklung von Kindern unter anderem gerade auf den Mangel an einer liebevollen Beziehung  und auch auf den Mangel an Unterstützung, zurück.

 

Der Islam lehrt uns, die Gefühle zu den Kindern zum Ausdruck zu bringen: durch ein liebevolles und mitfühlendes Gespräch, durch einen liebevollen Blick, durch nichtverbale Kommunikation wie Küssen und Streicheln-  je nach  ihrem Alter . Der Prophet des Islams sagt: „Wer sein Kind küsst, dem schreibt Gott den Lohn für ein gutes Werk auf und wer seinem Kind eine Freude macht, den wird Gott der Allmächtige am Jüngsten Tag erfreuen.“

                                         

Durch nicht-verbale Kommunikationen zwischen Eltern und Kindern lassen sich positive Gefühle manchmal sogar noch besser als verbal übermitteln.  Bei kleineren Kindern ist die nicht-verbale Kommunikation von besonderer Wichtigkeit, denn Kinder sind noch nicht so sehr mit den Geheimnissen und den Feinheiten der verbalen Kommunikation vertraut.  Man sollte für die Erreichung der gewünschten Beziehung zum Kind zweifelsohne geschickt die Möglichkeiten dieses nicht-verbalen Kontaktes nutzen.

Ein weiterer wichtiger Punkt  besteht darin, dass wir unserem Kind erlauben, über seine Meinung und seine Entschlüsse zu sprechen.  Das bedeutet, dass wir unserem Kind das Recht einräumen, Fehler zu machen. Die Ausnahme bilden Fälle, in denen es sich selber oder andere durch einen Fehler gefährden würde. 

Eltern müssen als erstes gut zuhören, damit sie ihrem Kind die notwendigen Ratschläge geben können. Ein Kind hat das Bedürfnis die Liebe und die Anerkennung seiner Eltern zu spüren, und dies auch in Fällen, wo sein Verhalten nicht dem Wunsch der Eltern entspricht.

Bevor die Kinder bereit sind, uns zuzuhören, sollten sie das Gefühl haben, dass wir ihnen zuhören. Bevor es uns seine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse mitteilt, müssen wir ihm das  Gefühl gegeben haben, dass wir es verstehen.  Die Probleme und Bedürfnisse der Kinder bieten eine gute Gelegenheit, die Beziehung zwischen uns und ihnen wieder aufzufrischen.

 

 

Dr. Ghulamali Afruz, ein iranischer Psychologe, sagt:

 

„Das Kind hat das Recht im Schoß der Familie und dank der Eltern die reichste Liebe und die größte Freude und  Zufriedenheit zu erfahren. Der Prophet des Islams hat gesagt:

`Ein Kind  nimmt in den ersten sieben Jahren seines Lebens Liebe entgegen, in den zweiten sieben Jahren lässt es sich etwas beibringen,  in den dritten sieben Jahren ist es zur Beratung fähig.`

 

Die kleinen Kinder sind besonders empfänglich für die elterliche Liebe und gerade in ihrem Alter werden  die festen Grundlagen für ihr Persönlichkeitsbild gelegt.  Kinder möchten diese Zeit fröhlich verbringen. Sie haben das Recht auf Achtung. Sie möchten Aufmerksamkeit und von den anderen respektiert werden.  Es ist  eine wichtige Pflicht der Eltern,  ihrem kleinen Kind  Liebe und Anerkennung zu zeigen.

 

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