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Montag, 26 Mai 2014 03:04

Islamischer Lebensstil (5)

Islamischer Lebensstil (5)
Wir haben bereits in vorherigen Beiträgen auf die wichtigen Unterschiede zwischen der westlichen und islamischen Kultur in Bezug auf die Einstellung zum Leben und den Lebensstil gesprochen und diese  Unterschiede auf die  unterschiedlichen Weltanschauungen, die in beiden Kulturen herrschen, zurückgeführt. 

Zweifelsohne wirken sich diese Unterschiede in der Betrachtungsweise auf die Beurteilung eines Lebensstils und die Pläne für eine Verbesserung der Lebensweise aus.

Der Islamische Lebensstil umfasst als „Stil“ bestimmte Verhaltensmuster und steht, weil er sich islamisch nennt, in einer Beziehung  zu der Sichtweise des Einzelnen und der Gesellschaft.  Für jedes Verhalten, das sich nach einer islamischen Grundlage richtet, muss demnach auch ein Mindestwissen über den Glauben vorausgesetzt warden.

 

Die islamische Weltanschauung, aufgrund derer sich der isalmische Lebensstil gestaltet, basiert auf bestimmten Glaubensgrundsätzen wie Glauben an den Einen Gott, das Leben nach dem Tod und die Aussendung von Propheten zur Rechtleitung der Menschen auf den Weg, der ihnen in dieser und der kommenden Welt zum Wohl gereicht.  Diese Grundsätze stellen in Wahrheit die Antworten auf brennende Lebensfragen für jeden Menschen dar. Fragen wie: Woher komme ich? Wer hat das Dasein geschaffen? Was bedeutet  Lebensende und wie sieht das beste Lebenskonzept aus?

Die Umschreibung des irdischen Lebens gemäß der religiösen Lebensanschauung betrifft alle seine Aspekte und beruht auf vielen Grundsätzen. Wir wollen nun die wichtigsten davon  besprechen. Einer der Grundsätze ist das Vertrauen in das Verborgene.

Zum Verborgenen gehört Gott, die Engel, die Dschinn, die Teufel, der Geist, die Todeszwischenphase, das Jüngste Gericht, das Paradies und die Hölle.  Einiges vom Dasein  Teil des Daseins , wie die Natur um uns herum, die Erde, die Himmel, Sterne, die Meere usw. , ist wahrnehmbar aber der größte Teil des Daseins ist verborgen. , Er ist im Vergleich für größer als der wahrnehmbare und sichtbare Teil  und er spielt auch hinsichtlich seines Einflusses eine große Rolle.

Obwohl die meisten von uns möglicherweise kaum mit  dem verborgenen Teil des Daseins vertraut werden, weil wir uns zu sehr mit dem offensichtlichen materiellen beschäftigen müssen, besteht dennoch kein Zweifel an der Existenz dieses Bereichs. Viele Probleme im Lebensstil des Menschen haben damit zu tun,  dass er nicht an die Existenz dieser verborgenen Dinge glaubt.  Wenn jemand sich nicht persönlich die Existenz des Verborgenen klar machen kann, kann er nicht wirklich an den Islam glauben und ihn praktizieren. Gott, das Jenseits, das Paradies und die Hölle, die Engel, Satan und der Geist sind Zeugnisse des Verborgenen . Sie stehen jenseits von Zeit und Ort und  ihnen sind keine stoffliche Begrenzungen auferlegt,. Wenn Gott es zulässt kann der Mensch schon auf Erden einige von diesen Zeugnissen des Verborgenen   sehen. Aber andere Zeugnisse  werden für ihn erst nach dem Tod in der Todeszwischenphase (Barzach) oder im jenseitigen Reich sichtbar.

Gott ist das Zeugnis für das Verborgene. Er ist nicht zu sehen. Die Menschen müssen durch Seine Zeichen auf seine Existenz schließen. Die Zeichen für ihn in unserer Umgebung sind zahllos . Viele von ihnen wurden im Koran angeführt. Alles in der Daseinswelt, vom kleinsten bis zum größten Geschöpf gehört zu den Existenzbeweisen des Herrn.

Die religiöse Weltanschauung fordert, dass der Glaube an den Einen Gott und die damit verbundenen Konsequenzen im ganzen Leben spürbar wird und daher gilt nicht jede Lebensweise als recht.  Wenn im Leben Gott nicht als der zentrale Mittelpunkt gilt, äußert sich dies im Ungehorsam gegen Gott.

Imam Sadiq (a) sagt:

„ Der Tod auf dem Weg des Gehorsams gegenüber Gott  ist mir lieber als ein Leben, das mit dem Ungehorsam gegen Gott  verschmutzt ist, und Armut wegen dem  Gehorsam gegenüber Gott  mag ich mehr als Reichtum begleitet von Ungehorsam gegen Ihn. Es ist für mich schöner, Härten  wegen dem Gehorsam gegenüber Gott   zu erfahren als im Ungehorsam gegen Gott gesund zu sein.  (aus Bihar al Anwar, Bd. 81, S. 173)

Auch Imam Husain (a) erklärt, dass ein Tod in Ehren besser als ein Leben in Erniedrigung und Schmach ist.                       

Ein Leben im Zeichen des Tauhids – des Glaubens an den einen Gott setzt einen Lebensstil voraus, der  die Grundlage für die Gott-Dienstbarkeit schafft.  Daher gelten die islamischen Sitten und Bräuche in der Hauptsache dem Gott-Dienen.  Das Oberhaupt der Islamischen Revolution Ajatollah Khamenei hat gesagt:

 

„Tauhid ist nicht nur eine philosophische und geistige Theorie. Sie ist eine Lebensweise für die Menschen.  Tauhid bedeutet, dass der Mensch in seinem Leben Gott als Herrscher sieht. Es bedeutet, den verschiedenen Mächten das Handwerk zu legen. „Es gibt keinen Gott außer Gott“ ist die wichtigste Botschaft unseres Propheten und aller Propheten, in dem Sinne, dass  in unserem Leben und auf dem Weg des Menschen und bei der Wahl der Lebensweise, die Abgottmächte und die Satane sich nicht einmischen dürfen.  Wenn Tauhid im Leben der menschlichen Gesellschaft verwirklicht wird, wird die Welt sowohl aufblühen als auch eine Welt werden, die der wahren Vervolkommnung des Menschen  dient. Wenn wir vom Tauhid überzeugt sind, aber uns im Handeln nicht  ihm gegenüber verpflichtet sehen und nicht angemessen dienstbar sind, ist unser Handeln kein Handeln aufgrund des Glaubens an den einen Gott und das Vertrauen in das Verborgene. Dann klaffen  Überzeugung und Handeln weit auseinander.“

Zu den weiteren wichtigen Grundsätze der religiösen Weltanschauung , der sich auf den Lebensstil auswirkt, gehört das Prinzip,  dass das irdische und das jenseitige Leben im Zusammenhang stehen., worauf wir schon beim letzten Mal hingewiesen haben.- Zur Vervollständigung des Themas sei gesagt, dass in der religiösen Weltanschauung  das irdische Leben wie ein Acker gesehen wird, den der Mensch nach besten Kräften bepflanzen muss, damit er in der anderen Welt daraus ernten kann und zu seinem eigentlichen Endziel gelangt.

Imam Ali (a) hat gesagt:

Ihr Diener Gottes: Strengt euch an, die wenigen Tage auf der Welt einen Proviant  für das lange währende Jenseits, anzulegen!  Denn die irdische Welt ist das Haus der Taten und die jenseitige Welt ist das Haus des Verbleibs und der Vergeltung.“

(Al Kafi, Bd. 8, S. 174)

Dieser große  Imam hat außerdem in seiner Ansprache 133 im Nahdsch-ul Balagha über den sinnvollen Nutzen des irdischen Lebens wie folgt  gesagt: „Der blinde Mensch sieht wahrlich nur die Welt und nicht weiter , aber der Blick des sehenden weisen Menschen geht über diese Welt hinaus und er weiß, dass die wahre Wohnstatte jenseits von ihr liegt.  Also wendet der Sehende das Herz von der irdischen Welt ab und wendet sich der Blinde ihr zu.  Der weitsichtige Mensch nimmt einen Reiseprovinat aus der Welt mit und der Blinde bereitet für die Welt einen Proviant  vor.

Imam Ali verweist hier auf den Unterschied zwischen dem Lebensstil der aus zwei verschiedenen Sichtweisen hervorgeht hin. Aufgrund der einen Sichtweise wird das irdische Leben als Ziel angestrebt und setzt sich der Mensch nur für diese wenigen Tagen des irdischen Lebens ein. Aber aufgrund einer Sichtweise, bei der das Reich im Jenseits als die eigentliche Wohnstätte des Menschen gilt, ist das Leben eine Phase, die der Menschen für das jenseits nutzen soll.

In diesem Moment wird uns klar, wie die Überzeugung sich auf den Lebensstil auswirkt.

In der islamischen Weltanschuung darf der Mensch ohne weiteres die materiellen  Gaben nutzen. Er muss dies sogar tun, damit  das stoffliche Leben erhalten bleibt. Abgelehnt wird nur,  dass der Mensch bei der Liebe zum  irdischen Lebens nicht mehr Maß hält und über die Stränge schlägt.

Imam Ali a. sagt:

„Ich warne euch vor dem irdischen Leben, weil es sehr trügerisch ist. Wenn diejenigen, die die Welt vergöttern an ihre Wünsche gelangen,  so bleibt die Welt dennoch nicht mehr als das was Gott ,der Allerhöchste sagt , nämlich :  „(O Prophet Gib ihnen das Gleichnis vom irdischen Leben): Es ist wie das Wasser, das Wir vom Himmel niedersenden, mit dem die Pflanzen der Erde sich sättigen, und dann werden sie dürre Spreu, die der Wind verweht. Allah hat Macht über alle Dinge. (Sure 18, Vers  45) (Nahdsch- ul -Sa'adah fi Mustadrakat Nadsch - ul-Balaghah, Ajatollah Mohammad Baqer Mahmudi, (1923)  . Bd. 3, S. 284)

Es ist aber zu sagen, dass der Lebensstil im Islam nicht dem Wohlstand einen Riegel vorschiebt. Der Mensch ist dazu aufgerufen, besser und gesünder zu leben, aber er soll sich der übertriebenen Bequemlichkeit enthalten. Der Islam empfiehlt jedoch, sich vor unnötigem  Luxus zu hüten..

Ein wichtiger weitere Punkt für den Islamischen Lebensstil ist die optimistische Einstellung zum Leben.  Das Leben ist eine Gnade, die Gott den Menschen zur Verfügung gestellt haben. Wir müssen das zu schätzen wissen, dieses Geschenk nutzen und hoffnungsfroh sein.  Angesichts der islamischen Sichtweise auf das Dasein, sollen Probleme einen Muslim nicht pessimistisch stimmen.  Es passt nicht zum  islamischen Lebensstil über  Probleme zu jammern.  Der Gläubige soll sich immer daran erinnern, dass er für das Ertragen von Schwierigkeiten belohnt wird und er soll auf die Gnade und die Barmherzigkeit Gottes hoffen.  

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