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Dienstag, 15 April 2014 11:42

Islamischer Lebensstil (1)

Islamischer Lebensstil (1)
Wir begrüßen Sie zu einer neuen Beitragsreihe unter dem Titel „Islamischer Lebensstil“.
In dieser neuen Reihe  betrachten wir die Verhaltensvorschläge dieser Himmelsreligion für die verschiedenen Lebensbereiche.  Diese gehen natürlich auf Koranverse und auf die Überlieferungen und das Leben des Propheten und der Edlen aus seiner Familie zurück. Sie sind ein klarer Weg, der im Diesseits und Jenseits zum Wohl des Menschen führt.

Unter den heutigen Bedingungen kann die Vorlage eines Modells für den Islamischen Lebensstil eine konstruktive Strategie zur Bekämpfung der Kulturoffensive des Westens auf die Islamischen Gesellschaften sein.  Die islamische Lebensweise kann Ausgangsbasis  zur Wiederbelebung der Islamischen Zivilisation und zum allseitigen Fortschritt der Muslime werden.

 

In den Augen des Revolutionsoberhauptes Ajatollah Khamenei  ist es  dermaßen wichtig, die Lehren der Religion im Leben zu praktizieren, dass er dies als ein Erfordernis der Islamischen Gesellschaften bezeichnet. Er ist der Ansicht, dass  jede Zivilisation auf zwei Bereichen aufbaut: einem realen Grundstock der Zivilisation  und den Zivilisationsmitteln.  Mittel sind Fortschritte in Industrie, Wissenschaft und Wirtschaft. Der Grundstock der Zivilisation hat jedoch mit dem tatsächlichen Lebensstil zu tun.  Ajatollah Khamenei sagt:

 

„Der instrumentale Bereich betrifft Dinge, die wir heute als Fortschritt eines Landes bezeichnen, nämlich Wissenschaft, Erfindungen, Industrie, Politik, Wirtschaft, politische und militärische Erstarkung, internationales Ansehen, Publikation und ihre Mittel. Das ist das Instrumentarium  der Zivilisation. Es sind Werkzeuge. Aber der wichtigste konkrete Bereich sind die Dinge, die die Realität unseres Lebens bilden. Sie bringen den Lebensstil hervor.  Das ist der reale Hauptteil der Zivilisation, und betrifft zum Beispiel die Angelegenheiten der Familie, die Bräuche für Eheschließung,  die Art der Unterkunft und der Bekleidung, das Konsummodell, die Art der Ernährung, der Zubereitung von Speisen, der Freizeitgestaltung, die Schrift und Sprache, Arbeit und Gewerbe, unser Verhalten am Arbeitsplatz und an der Universität, in der Schule und bei politischen Aktivitäten. Ebenso zählen unser Verhalten beim Sport und in den uns zur Verfügung stehenden  Medien und auch unser Verhalten zu den Eltern, zum Ehepartner und zu den Kindern dazu; darüberhinaus das Verhalten zu  Vorgesetzten, gegenüber der Polizei und Staatsbeamten, unsere Reisegewohnheiten und die Körperpflege, unser Verhalten zu Freunden und zu Gegnern und zu Fremden. Das sind die Dinge, die die konkreten Bestandteile der Zivilisation und den Kern des menschlichen Lebens ausmachen.“

Das Thema  islamische Sitten und islamischer Lebensstil ist sowohl im Privatleben als auch auf gesellschaftlicher Ebene von großer Bedeutung, denn es geht um das Grundgerüst für die Gestaltung der Identität einer Gesellschaft. Die Identität einer Gesellschaft wird durch den Lebensstil geprägt.  Eine Gesellschaft  kann die Früchte ihrer Weltanschauung erst dann den anderen vor Augen führen, wenn ihr Lebensstil aufgrund ihrer Überzeugungen und Werte Form angenommen hat.

Die Islamischen Gesellschaften konnten leider nicht in akzeptabler Form  die grundsätzlichen islamischen Werte und Überzeugungen in ihrem Lebensstil zum Ausdruck bringen.  Die Feststellung der Ursachen für dieses Auseinanderklaffen von Lebensstil und Werten erfordert natürlich eine nähere Analyse. Der wichtigste Faktor scheint auf den ersten Blick darin zu bestehen, dass viele Mitglieder  der Gesellschaft nicht genügend Kenntnis über die Sitten und den Lebensstil im Islam und die hohen Werte iher Religion besitzen und diese Sitten nicht in ihrer Verhaltensweise beachten.

Wenn die Bevölkerung aber ihren  Lebensstil nicht ihren religiösen Überzeugungen und Werten anpasst, kann es sein, dass sie nach einiger Zeit die religiösen  Überzeugungen und Werte aufgibt und nicht mehr für praktizierbar oder für überholt hält. Um ihren nicht-religiösen Lebensstil zu rechtfertigen, wird sie dann möglicherweise die religiösen Werte in Frage stellen und zum Beispiel denken, dass sie der Vergangenheit angehören und nicht zu einer modernen Gesellschaft passen würden.

 

Wenn  die Regeln für einen religiösen Lebensstil vernachlässigt werden, geraten muslimische Gesellschaften in den Bann  der Werte eines westlichen Lebensstils. Da aber der Westen bestrebt ist, die Religion auf den Privatbereich des Einzelnen zu reduzieren, ist es ein Erfordernis die umfassenden Konzepte des Islams, die oftmals gesellschaftlicher Natur sind, vorzustellen. Der Islam hält  Konzepte  und Weisungen für alle Bereiche des menschlichen Lebens bereit – von Ehe und Familie bis zur Wirtschaft und Politik.  Von der Nahrung und Freizeitgestaltung und dem Verhältnis des Menschen zu sich selbst  bis zur  Beziehung zur Umwelt und den Mitmenschen.   Die Programme des Islams zeigen einem Muslim , wie er sich in allen Lebensbereichen verhalten soll. Diese Verhaltensregeln beruhen auf einer soliden Weltanschauung, die im Mittelpunkt der Daseinsschöpfung den Einen Gott und Seine Herrschaft über die ganze Welt  stehen sieht.

Mit diesem Beitrag möchten wir also die fruchtbaren Lehren des Islams hinsichtlich des Lebensstils und aufgrund der Lehren des Korans und der Lebensweise des Propheten und der Edlen Imame aus seinem Hause (Friede sei mit ihnen) vorstellen. Wir werden die besonderen Merkmale eines solchen Lebensstils und deren gestaltenden Faktoren und die Rolle der religiösen Überzeugungen im Leben besprechen -  von der Denkweise bis zu den Bekleidungsregeln.  Auch wird es  in diesem Beitrag um die Lehre der Religion hinsichtlich der Beziehungen des Menschen zu seinen Artgenossen gehen – von den familiären Beziehungen bis zu den Beziehungen zu den Nachbarn,  den Gleich- und den Andersgläubigen. Ebenso wird die Freizeitgestaltung Gegenstand unseres Beitrags sein.  Auch das Verhältnis zur Umwelt und die Tätigkeit zum Einkommenserwerb werden besprochen.

Hören Sie nun abschließend bitte einen weiteren Ausschnitt aus den Stellungnahmen von Ajatollah Khamenei zum Thema  Lebensstil. Er sagt:

„Wir müssen danach streben, dass wir die Lebenskultur definieren und sie in islamgerechter Form verwirklichen.  Der Islam hat den Hefeteig einer solchen Kultur für uns festgelegt ...  Unser soziales Verhalten und unser Lebensstil hängen von unserer Deutung des Lebens ab; davon was wir als  Lebensziel betrachten.   Jedes Ziel welches wir für das Leben festsetzen und daher  als für uns geeignet anstreben, lädt uns zu einem bestimmten Lebensstil ein.  Aber ohne eine Lehre und Ideologie kann keine Zivilisation hervorgerufen werden.“

 

Ajatollah Khamenei unterstreicht für die  Festlegung eines Lebensstils, dass es wichtig ist, sich vor blinder Nachahmung zu hüten und er warnt die islamischen Gesellschaften vor der Gefahr der Nachahmung westlicher Verhaltensmuster. Dazu sagt er:

„Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang lautet, dass wir uns zur Errichtung  dieses realen Teils der neuen Islamsischen Zivilisation ernsthaft vor Nachahmung hüten müssen, und zwar der Nachahmung von Leuten die versuchen, den anderen Völkern Lebensweisen, Lebensstil und Lebensweg aufzuzwingen.  Eine vollständige Manifestation dieser gewaltsamen Bevormundung  ist heute die westliche Zivilisation.   Wir wollen nicht den Westen anfeinden, nein ...! Aber die Nachahmung des Westens hat den Ländern, die dies für gut hielten, nur Schaden und Unheil beschert;  selbst den Ländern, die auf den ersten Blick an eine Industrie, an Erfindungen und Vermögen gelangten, wobei sie  aber nur die anderen nachahmten.  Und zwar geht das darauf zurück, dass die westliche Kultur  eine aggressive Kultur ist. Diese Kultur vernichtet die anderen Kulturen. Überall wo die Westler eindrangen, haben sie die einheimischen Kulturen vernichtet und die elementaren gesellschaftlichen Grundlagen zerstört. So weit ihnen das möglich war, haben sie die Geschichte der Völker verändert. Sie haben ihre Sprache und ihre Schrift verändert.  Die Westler haben, wo es nur ging, die kulturellen und Glaubens-grundlagen vernichtet.“

 

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