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Dienstag, 16 Dezember 2014 04:41

Teheraner Seminar für Unternehmerinnen islamischer Länder

Teheraner Seminar für  Unternehmerinnen islamischer Länder
In Teheran war vor  kurzem das Forschungs- und Informationszentrum der Islamischen Kammer ICRIC der OIC (Organisation für Islamische Zusammenarbeit) Gastgeber eines Seminars für Unternehmerinnen muslimischer Länder.  

Ziel dieses Seminars waren die Förderung des Frauen-Unternehmertums , der Erfahrungsaustausch und die Vorstellung erfolgreicher  Unternehmerinnen in muslimischen Ländern. Außerdem sollten die Probleme für Frauenunternehmen untersucht und die Tagesordnung und strategische Vorschläge für  den neuen 10-Jahres-Plan der OIC (2015-2025)  vorgelegt werden.

 

In den letzten 30 Jahren ist man sich international der Fähigkeiten der Frauen in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft bewusster geworden. Dr. Mehdi Facheri, Generalsekretär der ICRIC ist der Ansicht, dass die Mitgliedsstaaten der OIC die Frauenfrage beachten. Er sagt, dass  die Organisation für Islamische Zusammenarbeit Pläne zur Mitbeteiligung der Frauen am Entwicklungsaufbau  aufgestellt hat.  Facheri nannte im Zusammenhang mit der verzögerten Mitbeteiligung am Wirtschafts- und Gesellschaftsleben der Frauen 12 Faktoren, die einen Einfluss auf die Berufstätigkeit von Frauen haben.  Zu diesen Faktoren, die auch auf der Pekinger Sitzung genannt wurden, gehören zum Beispiel gesundheitliche Fragen, ungleiche Bildungschancen,  Gefährdung durch Armut  und bewaffnete Konflikte . Laut Facheri gibt es unter  den 100 mächtigen Frauen auf der Welt nur 4 Musliminnen.

Unternehmer können durch Kreativität und Innovation Antriebsmotor für die Wirtschaft sein. Frau Schahindocht Molaverdi, die iranische Vize-Präsidentin in Frauen- und Familienfragen verwies auf dem Teheraner Seminar hinsichtlich der Pläne  der OIC für die Weiterentwicklung der Frauen  auf das Kairorer-Exekutivprogramm. Sie sagte, dass dieses Programm  den festen Willen der Mitgliedsländer zur Verbesserung der Frauenposition in den islamischen Ländern zeigt und zur Beseitigung der Frauenprobleme verpflichtet.  Eines der Ziele dieses Programmes ist laut der Vize-Präsidentin  die Armutsbekämpfung.  Gemäß Frau Molaverdi wird eine Verbesserung der Einkommenslage der Frauen angestrebt und  die Politik eines  Ausgleichs zwischen den Pflichten gegenüber der Familie und der Berufstätigkeit der Frau  und der Ansporn der Frauen zu Mitbeteiligung in Wirtschaftsentscheidungen angestrebt. 

                         

Nach der Islamischen Revolution im Iran wurden gute Grundlagen für die Berufstätigkeit und das Unternehmertum von Frauen geschaffen.  Zu den aktiven Unternehmerinnen im Iran gehört Frau Fateme Moqimi. Sie leitet den Geschäftsfrauenverband und ist Exekutivdirektorin  des Transport und Schiffahrtsunternehmens  Sadidbar. Außerdem ist sie Mitglied der Vertretungsdelegation der Handelskammer.

Zusammen mit ihrem Ehemann hat Frau Moqimi 1982 ein internationales Transportunternehmen gegründet  und in wenigen Jahren in allen Provinzen und  auch außerhalb des Landes Vertreterbüros eingerichtet. Moqimi sagte auf dem Teheraner Seminar,  dass das Selbstvertrauen zu den wichtigen Grundlagen für die Weiterentwicklung von weiblichen Unternehmertum gehört und dieses Selbstvertrauen gestärkt werden muss. Sie verwies darauf, dass die Frauen 50 Prozent der iranischen Bevölkerung ausmachen und sagt:  „Diese große Zahl darf nicht unbeachtet bleiben.“

Wegen ihrer unermüdlichen Bemühungen wurde Frau Moqimi 2012 zur besten Unternehmerin der Islamischen Welt ernannt.  

 

Iranische Unternehmerinnen sind heute in den verschiedenen Bereichen der Wirtschaft tätig, wie im Handel, der Landwirtschaft und im Kunsthandwerk.  Fateme Daneschwar ist ebenso  für ihren Berufserfolg bekannt. Sie ist Mitglied des Teheraner Stadtrates und auf dem  Gebiet der Ein- und Ausfuhr von Erzen und Mineralien tätig.  Frau Daneschwar ist Mitglied der Vertreterdelegation der Handels-, Industrie- und Bergbaukammer Irans und Gründerin und Exektuivleiterin eines Handelsunternehmens. Außerdem hat sie ein Wohtätigkeitsinstitut eröffnet.  Das Unternehmen von Frau Daneschwar unterhält zurzeit 3 Bergbaubetriebe in den Provinzen Kerman, Sendschan und Semnan.  Die berufliche Laufbahn dieser Iranerin ist hörenswert.  Sie trat ihre Erfolgsbahn als Unternehmerin   ohne großartiges Kapital bereits im Alter von 27 Jahren  an. Ihr wahres Kapital waren Mut und  Erfolg bei der Herstellung von Geschäftsbeziehungen.  Sie hat inzwischen den Bachelor auf Science  für das Management medizinischer Dienstleistungen und ihren Master of Science als Managerin erworben und ist im Besitz von 7 Holdingunternehmen für  Mineralien.  

Muslimische Wirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass das Frauen-Unternehmertum auf der Welt zunimmt und  die Frauen in den muslimischen Ländern nicht hinter dem allgemeinen Trend zurückbleiben dürfen.  Dabei ist es wichtig, die Faktoren die das weibliche Unternehmertum fördern, zu kennen. Zahra Arasti,  Mitglied des wissenschaftlichen Corps der Unternehmer-Fakultät  der Teheraner Universität  sagt über die Gruppe der externen Faktoren:  „Die externen Faktoren haben mit der Umwelt zu tun, zum Beispiel mit den technologischen Entwicklungen, die einige Möglichkeiten entstehen lassen.   Auch die Gesetze und Strategien der Regierung schaffen Chancen auf dem Unternehmergebiet.  Ebenso haben kulturelle und wirtschaftlichen Wandlungen  einen Einfluss.   Neue Initiativen  können  dadurch erleichtert werden, dass finanzielle und nicht-finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen und die soziale und politische Stimmung sich günstig gestaltet.  Eine wichtige Rolle für das weibliche Unternehmertun spielt auch der Kulturaufbau und die Schaffung der Grundlage für eine wirksame Rollenübernahme.“   

Den Unternehmerinnen ist heute klar geworden, dass sie nur Erfolg haben, wenn sie ihre wichtigste Aufgabe als Mutter und Ehefrau mit der Berufstätigkeit in Einklang bringen. Frau Firuze Saber, eine Unternehmerin im Sozialwesen sprach auf dem Teheraner Seminar über die Probleme von Unternehmerinnen. Sie erklärte, dass eine Unternehmerin nicht von ihrer Familie fernbleibt, sondern lernt  wie sie eine qualitativ gute Zeit mit ihrer Familie verbringen kann.

Frau Farah Tural, Mitglied des türkischen Unternehmerinnenverbandes sagte: „40 Prozent der Parlamentsmitglieder in der Türkei sind weiblich und 3 Prozent des Regierungskabinetts Frauen.  Das weibliche Unternehmertum beträgt 7 Prozent. Dies ist wenig , aber zeigt, dass die Frauen darauf warten, ihre Kapazitäten zu nutzen.“  Über die Unternehmerinnenverband Kagider sagte sie:  „Es ist eine gemeinnütziger Verband, der 2002 gegründet wurde und das weibliche Unternehmungswesen stärken sowie die wirtschaftliche und soziale Lage von Unternehmerinnen festigen soll. Kagider soll die Mitbeteiligung der Frauen bei Entschlussfassungen vergrößern.  Ein größere Mitbeteiligung der Frauen am Entscheidungsprozess und beim Aufbau des Landes kann zu größerem Frieden und größerer Sicherheit auf der Welt beitragen.“ 

Die gemeinsamen Überlegungen der muslimischen Unternehmerinnen  stärken  ihren Zusammenhalt und ihren Fortschritt auf dem Gebiet Beschäftigung und Unternehmertum.

Frau Azizah Anur, die Vize-Direktorin des Verbandes muslimischer Produzentinnen und weiblicher Handwerker in Malaysia sagte über die Lage der Frauen-Unternehmen in ihrem Land: „In Malaysia gibt es ein Frauenministerium wo die Namen aller Unternehmerinnen eingetragen sind. Außerdem gibt es 250 Bürgerorganisationen und 5 Handelskammern und den besten Unternehmerinnen wird ein Preis verliehen.  Durch Agenturen, die der Staat eingerichtet hat, stehen Unternehmerinnen im Handel miteinander in Kontakt.

Ganz allgemein unterstützt die malaysische Regierung Unternehmerinnen und  ist bestrebt, Beziehungen zu den wichtigen Unternehmen in anderen Ländern herzustellen.“

Georg Weingartner, der Handelsattaché der österreichischen Botschaft in Teheran sagte auf dem Seminar des  Forschungs- und Informationszentrum der Islamischen Kammer   ICRIC, dass ein Drittel der österreichischen Unternehmer Frauen sind. Er fügte hinzu,  den größten Anteil an weiblichen Unternehmern gäbe es im  Kunsthandwerk, Fremdenverkehr und Handel.  Seit 2008 hätte die Zahl der Frauen, die ein Unternehmen leiten, zugenommen.  40 Prozent der Großhandelsunternehmen würden inzwischen von Frauen verwaltet.

Weingartner sagte über die Unterstützungen für Unternehmerinnen in Österreich: „ Es sind Bürgerorganisationen die die Unternehmerinnen unterstützen. Ebenso hat die  Handelskammer  Akademien für den Kleinhandel und Verlage für Unternehmerinnen im Handel gegründet.“

 

Am Ende des Teheraner Seminars für Unternehmerinnen  der Islamischen Welt  wurde betont, dass die kulturellen und gesellschaftlichen Infrastrukturen für das weibliche Unternehmertum in den Islamischen Länder  geschaffen werden müssen. Außerdem wurde die Einrichtung eines Forums für die Vernetzung zwischen den Mitgliedsländern der OIC zwecks Nutzung der Kapazitäten des weiblichen Bevölkerungsanteils in den verschiedenen Bereichen gefordert.

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