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Sonntag, 20 Juli 2014 09:56

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (27)

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (27)
Dies ist der letzte Teil unserer Sendereihe über die weiblichen Vorbilder der Islamischen Geschichte.Sie erinnern sich sicher, dass wir im letzten Teil über Hakima , die Tochter Imam Dschawads (a) des neunten Imams  und Schwester von Imam Hadi  (dem 10. Imam)  gesprochen haben.

Von ihr stammt ein bekannter Erlebnisbericht über die Geburt des Imam der Zeit, Imam Mahdi a. Sie erfahren nun noch über das Leben der Mutter des Verheißenen Imam Mahdi (a), Nardschis Chatun.

 

Nardschis, die Mutter des Imam Mahdi – Gott möge ihn bald erscheinen lassen – hieß ursprünglich Melika und war die Tochter das Josua. Josua  war der Sohn des ost-römischen Kaisers. Die Mutter Melikas war Nachkomme des Simon, einer der Anhänger Jesu. 

Melika war 13 Jahre alt, als ihr Großvater , der oströmische Kaiser beschloss, sie mit ihrem Vetter zu vermählen.  Es wurde eine prächtige Feier vorbereitet zu der auch Persönlichkeiten der Kirche eingeladen waren. Aber als die Bibel aufgeschlagen wurde, damit die Vermählung stattfindet, fiel der Bräutigam vom Stuhl und wurde bewusstlos.

Der Kaiser befahl dass sein Bruder mit seiner Enkeltochter vermählt wird, aber es wiederholte sich das gleiche wie vorher.

 

In der Nacht nach diesem eigenartigen Vorfall  hatte Melika einen Traum. Ihr erschien der Prophet des Islams (s) und hielt für seinen Nachkommen um ihre Hand an.

Nachdem sie aus dem Traum erwachte fühlte sie sich sehr stark und bat  den Kaiser, dass er die muslimischen Kriegsgefangenen freilässt . Ihr Großvater, der öst-römische Kaiser erfüllte ihr diese Bitte.

Eines Nachts hatte Melika wieder einen Traum. Sie träumte, dass Hadhrate Zahra (a), die Tochter des Propheten sie  zum Ein-Gott-Bekenntnis einlädt und sie auffordert sich zur Prophetschaft  Mohammad (s) zu bekennen. Da legte Melika im Traum diese beiden Bekenntnisse der Muslime ab und darauf sagte ihr Hadhrate Fatima (a): „Warte, bis mein Sohn Hasan dich aufsucht.“

Am nächsten Abend sah Melika Imam Hasan Askari im Traum. Diesem Traum folgten noch weitere, bis der Imam (a) schließlich Melika im Traum ankündigte: „Dein Großvater wird bald ein Heer in den Krieg gegen die Muslime schicken . Schließe dich diesem Heer unerkannt als eine Dienerin an“.

Melika, die vom Islam und dem rechtmäßigen Imam begeistert war, verzichtete auf allen Prunk am Kaiserhof. Sie zog, als Dienerin verkleidet mit dem Heer des öströmischen Reiches und gelangte schließlich in die Gefangenschaft der Muslime.

                                    

Baschar Ibn Solaiman, ein Freund des Imam Hadi und seines Sohnes Imam Askari (aleihomasalam) , der in deren Nachbarschaft in Sammara gelebt hat, berichtet wie diese außergewöhnlichen Geschichte weiterging:

 

„Eines Abends hörte ich eine Stimme vor dem Haus. Ich bestieg schnell das Dach. Da sah ich den Gehilfen Imam Hadis (a) . Der hatte den Auftrag mich zu ihm zu bringen. Ich zog mich an und ging zum Imam (a). Er sprach gerade hinter dem Vorhang mit seinem Sohn Aba Mohammad (Imam Askari) und seiner Schwester Hakima.

Nach Erlaubnis des Imam Hadi (a) setzte ich mich. Da sagte er: „Baschar. Du bist einer der Großen der Ansar (Helfer ) und vertrauenswürdig.  Deine Familie hat Generation nach Generation anerkannt, dass wir  aus dem Hause des Propheten die Statthalter der Muslime sind. Ich möchte dir ein Geheimnis verraten und dich aussenden, damit du eine Sklavin kaufst!“

                              

Baschar Ibn Solaiman berichtet weiter:

„Dann gab mir Imam Hadi (a) ein Schreiben in römischer Schrift ... er versiegelte es und sprach mit mir über die Merkmale dieser Sklavin. Ich machte mich auf den Weg nach Bagdad . Dort sah ich Gefangene, die Umar Ibn Yazid zum Verkauf anbot. Ich sah eine Skalvin, die ihre Verschleierung  und ihre Sittsamkeit bewahrte und sich vor den Blicken der Käufer schützte. Sie ließ nicht zu, dass jemand sie mit der Hand berührt. Viele wollten sie kaufen, doch scheinbar wartete sie auf den wahren Käufer.

 

Gemäß Anweisung von Imam Hadi (a) trat ich vor und überreichte ihr den Brief. Als sie den Brief las, begann sie heftig zu weinen und bat ihren Herrn, dass er sie an mich verkauft. Nach Einigung über das Entgeld übergab ich ihm einen Beutel mit Goldmünzen und kehrte mit der Sklavin zurück. Ich brachte sie in einer Stube unter um dann zum Imam zu gehen. Da zog sie den Brief aus der Tasche und strich damit  über ihr Gesicht.

Ich sagte: `Wieso ist der Brief von einem Unbekannten so wertvoll für dich?` Da sagte sie: `Wenn du den Rang des Propheten (s) und seines Nachfolgers kennen würdest, würdest du nicht so sprechen.` Und dann erzählte sie mir was sie erlebt hatte.“

 

Baschar Ibn Solaiman berichtet weiter:

„Nach der Befreiung aus der Gefangenschaft änderte Melika ihren Namen in Nardschis (Nargis) um. Dann wurde sie zu Imam Hadi (a) gebracht. Imam Hadi sagte zu Nardschis: „Ich biete dir zu deiner Würdigung zwei Dinge an: `Entweder 10 Tausend Dinar oder dass ich dir ewige Ehre ankündige.` Da antwortete sie: `Ich möchte die ewige Ehre.`Daraufhin verhieß ihr Imam Hadi (a) einen Sohn, welcher über Ost und West der Welt regieren und die Erde mit Gerechtigkeit anfüllen wird.

Der Imam (a) vertraute Nardschis seiner Schwester Hakima an und sagte: „Sie ist die Frau, von der ich dir erzählt habe.“ Da schlossen sic Hakima und Nardschis in die Arme und sprachen eine Zeitlang miteinander. Daraufhin bat Imam Hadi (a) Hakima ,dass sie Nardschis zu sich nach Hause nimmt und ihr die Gebote des Islams lehrt, da sie die Gemahlin (seines Sohnes) Imam Hasan Askari  und die Mutter des Imam der Zeit (Gott möge ihn bald in Erscheinung treten lassen)  werden sollte.“

                                          

Hakima bereitete die  Vermählung von Nardschis und Imam Hasan Askari (a) vor. Das Paar führte ein glückliches Leben. Als Nardschis schließlich mit Imam Mahdi (a) schwanger wurde,  war ihr nichts anzumerken, denn die Feinde durften nicht wissen, dass der Verheißene Imam Mahdi (a.dsch) auf die Welt kommt.

Baschar Ibn Solaiman berichtet weiter: „Um Mitternacht des 15. Schaaban 255 n.d.Hidschra (29.7.869 n.Chr.) begannen die Wehen . Nardschis wurde in ein Licht eingehüllt und entschwand den Blicken. Dann trat sie  zusammen mit ihrem edlen Kind und einem strahlenden Gesicht wieder hervor.  In dieser Nacht wurde der Gottesbeweis für die Erdenbewohner erkennbar und der Imam der Zeit (a.dsch)  erblickte das Licht der Welt. Nardschis brachte ein Kind zur Welt, welches nach seiner Geburt mit dem Vater sprach und sich zu Gott und dem Propheten (s) und dem Imamat seiner rechtmäßigen Nachfolger bekannte.“

In den Überlieferungen steht, dass Imam Hasan Askari   einige Zeit nach der Geburt seines Sohnes Imam Mahdi (a) mit seiner Gemahlin Nardschis über die Schwierigkeiten, die auf sie zukamen sprach und ankündigte, dass Imam Mahdi (a.s.) in Verborgenheit zubringen muss , die Ahl Bait und Schiiten unterdrückt werden und er selber Imam Hasan Askari (a) den Märtyrertod finden wird.

Nardschis Chatun grämte sich, dass sie nach dem Märtyrertod ihres Gemahls und der Verborgenheit ihres Sohnes noch leben muss und bat Imam Hasan Askari er solle zu Gott beten, dass sie vor ihm stirbt. Nardschis verstarb schließlich bevor Imam Hasan Askari 260 nach der Hidschra (273 n. Chr.) Märtyrer wurde.  Sie wurde neben der Ruhestätte von Imam Hadi (a) in Samarra, Irak,  beigesetzt. Dort wurde später auch ihr Gemahl Imam Hasan Askari (a) begraben ebenso wie Hakima Chatun, die Schwester Imam Hadis (a) und Tante Imam Hasan Askaris. Es ist heute ein heiliger Pilgerort für Muslime aus aller Welt.

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