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Dienstag, 24 Juni 2014 03:45

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (25)

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (25)
Wir sprachen beim letzten Mal über Nadschma, die Gemahlin von Imam Mussa Kadhim (a) und Mutter  des achten Imams , Imam Ridha (a). Nadschma schenkte Imam Kadhim auch eine Tochter. Diese Tochter ist Fatima Masuma (aleiha salam).

25 Jahre  waren nach der Geburt von Imam Ridha (a vergangen, als die edle Fatima Masuma (a) am ersten des Dhul Qada 173 nach der Hidschra in Medina auf die Welt kam, d.h.  circa 790 nach Christus. Sie wuchs in einer Familie auf, in der es die besten Gottesdiener gab und erwarb bei ihrem Vater und ihrem Bruder Wissen über die  Überlieferungen und die Lebensweise des Propheten und der vorherigen Imame.  Allerdings befand sich ihr Vater, Imam Kadhim, in den letzten Lebensjahren ständig im Gefängnis des Abbasidenherrscher Harun Ar Raschid. Hadhrate Masuma (aleihasalam) war gerade 10 Jahre alt, als Imam Kadhim (a)  im Gefängnis dieses Abbasidenkalifens ermordet wurde.  Nach dem Märtyrertod ihres Vaters übernahm ihr Bruder Imam Ridha (a) die Fürsorge für seine Schwester.

 

Masuma (aleiha salam) war für ihre Gottergebenheit und ihre edlen Eigenschaften bekannt und sie erreichte hohe Stufen in Wissen und Vollkommenheit . Dies ist auch an den Beinamen, die ihr verliehen wurden, abzulesen ebenso wie an dem was die Gelehrten über ihre Persönlichkeit berichtet haben.  Diese Beinamen geben Aufschluss über ihre hohe Moral. In einem der Pilgergebete, die für sie gesprochen werden, wird sie Tahira (die Geläuterte) und Hamidah (die für ihre Eigenschaften Gelobte) , Marziyah (eine Frau, mit der Gott zufrieden ist) Muhadditha (eine Überlieferin) und Schafia (Fürbitterin am Jüngsten Tag) genannt. Aber Masuma ist  gemäß Imam Ridha (a) der bekannteste Beiname seiner Schwester. Masuma bedeutet die Reine , die keine Sünden begeht.  Jede einzelnen dieser Beinamen und Eigenschaften spricht für die hohen spirituellen Stufe dieses weiblichen Vorbildes. Sie ist eine Persönlichkeit bei der Denken und Handeln grundsätzlich von der inneren Reinheit und Aufrichtigkeit und von der spirituellen und religiösen Größe ausgeht.  Die Eigenschaften, die in ihr in Erscheinung treten zeugen alle von ihrer Reinheit und jede dieser Eigenschaften spiegelt ihre Vollkommenheit wieder.

Die geehrte Fatima Masuma (aleiha salam) setzte ihr Wissen, welches sie vom Vater und Bruder übernommen hatten , ein, um die Muslime rechtzuleiten. In der Geschichtsschreibung lesen wir, dass sie, als ihr Vater Imam Kadhim nicht in Medina war, Fragen der Gläubigen beantwortete und ihre Zweifelsfragen über die Religion klärten. Einmal war eine Gruppe von Schiiten gekommen, um Imam Kadhim (a) zu sehen und ihn um Beantwortung einiger Fragen zu bitten. Aber der Imam war gerade auf Reisen. Sie  übergaben der kleinen Tochter des Imams die Fragen . Am nächsten Tag kamen sie wieder zum Haus von Imam Kadhim, aber der Imam war noch nicht von seiner Reise zurückgekehrt.  Die Reisenden wollten ihren Zettel mit Fragen zurückhaben, damit sie ein anderes Mal den Imam aufsuchen. Zu ihrem großen Erstaunen hatte Masuma aber alle Fragen

 beantwortet. Ihre Antworten waren umfassend und überzeugend.

Als Imam Kadhim (a), von seiner Reise zurückgekehrt, davon erfuhr, sagte er erfreut über seine Tochter: „Ihr Vater sei ihr geopfert!“  

                       

Dank Fatima Masuma (aleiha salam)  sind viele Hadith überliefert worden, und  in den Hadithsammlungen der Schiiten und Sunniten verzeichnet.  Durch Weitergabe von Überlieferungen  hat sie Wissen an  die Gläubigen weitergegeben und sie bewusst gemacht. Die Überlieferungen hatte sie von ihrem Vater und ihrem Bruder erfahren. In einem Hadith , überliefert sie folgende Worte der Propetentochter Fatima Zahra (aleiha salam): „Wahrlich! Jeder der mit der Liebe der Familie Mohammad im Herzen (s) stirbt, ist als Märtyrer gestorben.“

 

Die Rechtsgelehrten der Muslime nennen Hadhrate Masuma (aleiha salam) auch mit dem Beinamen Karima Ahl Bait. Unter den weiblichen Vorbildern des Prophetenhauses hat nur sie diesen Namen erhalten. Karimah bedeutet: sehr Großmütige.

Ein glückliches Leben war in den Augen von Hadhrate Masuma nur durch Befolgung der Lehren des Korans und des Islams möglich. Ihr Leben verbrachte sie in ständigen Gedenken an Gott. Die vollständige Befolgung der religiösen Lehren und die Verfolgung des Pfades der Rechtleitung ließen sie die hohen Stufen menschlicher Vollkommenheit erreichen.

In den Überlieferungen wird mit Nachdruck der Pilgerbesuch an ihrer Ruhestätte hervorgehoben  und dies spricht bereits für den hohen Rang dieser Frau.  Die Unfehlbaren Imame aus dem Hause des Propheten, haben die Muslime angehalten, zum Grab dieser Edlen zu pilgern. Imam Dschawad (a) hat gemäß Überlieferung gesagt: „Wer zu meiner Tante in Qum (Iran) pilgert, der kommt ins Paradies.“   Außer für einen Pilgerbesuch von  Imam Ridha (a) ist bei keinem anderen Kind des Imam Mussa Kadhim eine so hohe Belohnung für eine Pilgeraudienz in Aussicht gestellt worden.

Als Mamun an die Macht gelangte, führte auch dieser Abbasidenkalif die Politik seiner tyrannischen Vorgänger weiter und versuchte gegen den zunehmenden Einfluss des Edlen aus dem Prophetenhaus vorzugehen. Er benutzte allerdings neue Mittel. Mamun hatte seinen Sitz in Merw, im  heutigen Turkmenistan. Er lud Imam Ridha (a) ein nach dort zu kommen. Der Imam nahm die Einladung nur ungern an. Er zog alleine und ohne seine  Familie nach Merw. 201 nach der Hidschra , circa 816 n. Christus und nachdem ihr Bruder bereits ein Jahr in Merw lebte, machte sich Fatima Masuma auf den weiten Weg von Medina nach Merw, um Imam Ridha (a) zu sehen. Vier ihrer Brüder und eine Gruppe von den Kindern ihrer Brüder begleiteten sie auf ihrem Weg.

Als die kleine Karawane in die Nähe von Saveh (im Süden von Teheran) gelangten, versperrte ihr auf Anweisung von Mamun eine Gruppe von Feinden der Prophetenfamilie den Weg. Es kam zu einem ungleichen Kampf und alle Brüder und fast alle anderen Männer in der Karawane fanden den Märtyrertod. Es waren insgesamt mindestens 23 Märtyrer. Hadhrate Masuma  (aleiha salam) war so erschüttert, dass sie krank wurde. Allerdings  gibt es auch Berichte darüber, dass man sie vergiftet hat.

Masuma fragte die Überlebenden in der Karawane, wie weit es bis Qum ist.  Als sie erfuhr, dass Saveh in der Nähe von Qum ist, bat sie: „Bringt mich nach Qum, denn ich habe oftmals meinen Vater sagen hören, dass diese Stadt das  Zentrum unserer Anhänger (Schiiten) ist.“

 Also wechselte die kleine Karawane die Richtung und zog nach Qum.

Sie trafen am 23. Rabi-ul Awwal 201 nach der Hidschra  in Qum ein. Die Einwohner von Qum waren hoch erfreut darüber.  Alle kamen herbei um die edle Schwester Imam Ridhas zu empfangen. An ihrer Spitze befand sich Musa Ibn Chazradsch Aschari , eine angesehene Persönlichkeit von Qum. Musa ibn Chazradsch  bat Hadhrate Masuma, dass sie in seinem Haus  zu Gast sei. Hadhrate Masuma nahm die Einladung an.

Fatima Masuma  war sehr geschwächt. Vor ihren Augen waren  ihre Brüder und andere aus ihrer Familie  ermordet worden und ihr Zustand wurde,  möglicherweise auch in Folge einer Vergiftung, immer schlechter.  Imam Ridhas Schwester blieb nur noch 17 Tage am Leben.  Die letzten Tage verbrachte sie mit Andacht und Gebet. Am 10. und nach Angaben einiger am 12. Rabi  ul Thani  201 nach der Hidschra verstarb sie ohne ihren  edlen Bruder in Merw wieder gesehen zu haben. Sie war erst 28 Jahre alt . Ihr Tod versetzte die Schiiten in große Trauer.  Die Stätte wo sie die letzten Tage ihres Lebens in Qum im Gebet verbrachte, ist heute unter der Bezeichnung Bait un nur  -  Haus des Lichtes-  bekannt und ein Pilgerort der Freunde des Prophetenhauses.

Nach ihrem Tod wurde Hadhrate Fatima Masuma von einem großen Trauerzug zu Grabe getragen. Über ihrer Grabstelle erhebt sich heute eine  Pilgermoschee  Diese Pilgerstätte steht nie leer. Ständig kommen Pilger an das Grab dieser Heiligen, um sich an ihrem Schrein mit ihren Bitten an Gott wenden und Masuma (aleiha salam) um Fürsprache zu bitten.  Masumas Grabstätte hat Qum einen großen Segen beschert. In dieser Stadt entstand eine bedeutende Theologie Hochschule von der aus das edle islamische Wissen auch in andere Teile der Welt verbreitet wird.

 

 

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