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Mittwoch, 12 Februar 2014 03:11

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (16)

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (16)
Wir stellen heute zwei weitere Vorbilder unter den Frauen der Islamischen Geschichte vor. Sie heißen Nusayba und Darmiya Hadschuniya.

Ein Beispiel für eine mutige und opferbereite Muslimin  ist Nusayba – die Tochter des Kab ibn Amr. Sie ist auch unter dem Beinamen Umm Amara oder Umm Umara bekannt.  Sie war mit  Zayd Ibn Asim, einem der ersten Muslime aus  Yathrib (Medina), verheiratet. Nach dessen Tod vermählte sie sich mit Ghazyah bin 'Amr.  Nusayba gehörte zu den Frauen, die am Dschihad teilnahmen . Sie war treue Anhängerin   des Propheten Gottes (s) .

Über ihr Leben heißt es, dass sie zusammen mit ihrer Schwester dabei war, als 62 Männer der Banu Chazradsch, einem  Volksstamm aus Yathrib,  in Aqaba, nahe bei Mekka,  dem Propheten Gottes die Treue schwuren. Das Bündnis von Aqaba schloss der Prophet mit dieser Schar von Menschen aus dem später in Medina umbenannten Yathrib,  bevor er von Mekka in diese Stadt auswanderte, also vor der Hidschra.  Nusayba  schwor dem Propheten des Islam in Aqaba zusammen mit denen anderen begeistert ihre Treue nachdem ihr gläubiger  Ehemann Zayd Ibn Asim sie dem Propheten vorgestellt hatte. Sie versprach  sich ganz für dessen hohes himmlisches Ziel einzusetzen.

Nasayba wünschte sich, bald etwas für den Islam tun zu können. Sie leistete in der Tat einen unvergesslichen Beitrag bei den Kämpfen der Muslime.  Sie hat an den Gefechten von Uhud, Honein, Yamama und an dem Friedenschluss von Hudaibiyya teilgenommen.  Nusayba brachte bei den Gefechten den  Kämpfern Wasser  oder versorgte die Verletzten . Sie hat sogar mehrmals die Waffe in die Hand genommen, um sich  oder die anderen Muslime zu verteidigen.

Beim  Uhud-Gefecht, das der Verteidigung des Islams galt, übernahm sie mit anderen die Aufgabe, den Glaubenskämpfern  Wasser zu bringen und die Verletzten zu versorgen. Über das Uhud-Gefecht und die Situation zu der es kam berichtet sie wie folgt: „Als der Prophet Gottes (s) zum Uhud-Gefecht ritt, habe ich ihn begleitet. An der Front trug ich auf meiner Schulter einen Wasserbeutel  und habe Wasser unter den Dschihadkämpfern und den Prophetengefährten verteilt.  Plötzlich erlitt das Heer des Propehten Gottes einen schweren Schlag und die Soldaten des Islams begannen,  die Front zu verlassen. Deshalb bin ich zum Propheten gelaufen, habe den Wasserbeutel abgeworfen,  und mit Säbel und Pfeil und Bogen begonnen zu fechten. Ich habe  den angreifenden Feind aus der Nähe des Propheten Gottes (s)  vertrieben und das Leben des Propehten verteidigt.“

 

Der bekannte islamische Geschichtsschreiber Ibn Sad (9. Jahrhundert n. Christus) berichtet:  „Nusayba erlitt bei diesem Kampf 12 Wunden. Außerdem hat sie bei dem Yamyama-Gefecht durch einen feindlichen Säbelhieb eine Hand verloren.“

Am Uhud-Gefecht  nahmen auch ihr Gemahl Zayid Ibn Asim und ihre Söhne Abdullah und Habib teil. Abdullah wurde Märtyrer und Habib fiel beim Yamama-Gefecht.  Der Prophet Gottes (s) hat über den Glauben, die Wahrhaftigkeit und Opferbereitschaft von Nusayba gesagt: „Ihre Treue und ihr Widerstand ist besser als der von  vielen Männern.“

Darmiya Hadschuniya ist ebenso ein weibliches Vorbild in der Geschichte des Islams. Sie war sehr klug und redegewandt und konnte geschickt debattieren. Die Historiker zählen sie zu den wahren und standhaften Anhängern des Imam Ali (a).  Bei ihrer Diskussion mit Muawiya über Imam Ali (a) bewies sie hohe Argumentationsfähigkeit und eine starke Logik, Klugheit und Aufrichtigkeit.

Als Muawiya  zum Hadsch nach Mekka kam, fragte er nach Darmiya, die in Mekka lebte, und erfuhr, dass sie noch am Leben ist. Er schickte jemanden nach ihr.  Die dunkelhäutige  Darmiya wurde vor, Muawiya,   Sohn des Abu Sufiyan, geholt. Muawiya fragte sie: „Weißt du warum ich dich habe holen lassen?“

Darmiya antwortete: „Das verborgene Wissen kennt niemand außer Gott, der Allerhöchste.“

Muawiya, der Feind Imam Alis sagte: „Ich wollte dich fragen, wieso du Ali gerne hast und mir feindlich gegenüber stehst?“

Darmiya sagte unerschrocken zu dem  Feind Imam Alis: „Ali (a) mag ich wegen seiner Gerechtigkeit und weil er auf Gleichheit und Recht achtet und ich lobe ihn dafür. Aber ich bin gegen dich, weil du gegen ihn Krieg geführt hast.  Er ist seitens des Propheten Gottes für das Amt der Regierung bestimmt worden. Er liebte die Bedürftigen und Notleidenden und würdigte die religiösen Menschen. Ich bin gegen dich, weil Hartherzigkeit und Blutvergießen dein Beruf sind.  Du fällst ungerechte Urteile und erteiltst nach Lust und Laune Befehle. Du hast jemanden bekämpft der  besser für die Führung der Muslime geeignet war als du es bist, und du hast etwas für dich beansprucht, dessen du nicht würdigt warst.“

Muawiya versuchte seine Wut zu beherrschen. Er  sagte weiter: „Hast du Ali gesehen?“

Darmiya bejahte  und beschrieb den Imam dann wie folgt: „Bei meinem Herrn! Ich habe Ali (a) gesehen, der nicht trunken wurde, weil er Befehlshaber war so wie du geblendet bist (von der Befehlshabung).   Das weltliche Wohl hat ihn nicht abgelenkt, so wie es dich in seinen Bann gezogen hat.“

Muawiya : „Hast du ihn etwas sagen hören?“

Darmiya: „O  ja. Ich habe ihn sprechen hören! Bei Gott, seine Worte  erhellten die dunklen Herzen, so wie Rostentferner eine geschwärzte Schüssel auf Hochglanz bringt.“

Muawiya fragte: „Hast du eine Bitte?“

Darmiya : „Wenn du sie erfüllst werde ich sie nennen!“

Muawiya willigte ein.

Da verlangte Darmiya 100 rote Kamelstuten  nebst Knechten, die diese Stuten betreuen.

Muawiyia fragte: „Wozu willst du sie denn haben?“

Darmiya: „Ich möchte mit diesen diejenigen, die würdig sind und die Großen der Tugend unterstützen.“ Sie fuhr fort,  sie wolle damit auch die Meinungsverschiedenheiten zwischen den muslimischen Gruppen beilegen und sich um die finanzielle Lage ihrer Familie kümmern.

Muawiya: „Werde ich für dich auf der gleichen Stufe wie Ali (a) stehen, wenn ich dir diese Kamele gebe?“

Darmiya antwortete: „Gepriesen sei Gott, niemals ...!“

 

Muawiyah befahl, man solle ihr geben, was sie verlangt hatte. Dann sagte er zu ihr:

„Bei Gott, wenn Ali (a) leben würde, würde er dir  keine solchen Kamele geben!“

Darmiya bestätigte es und fügte hinzu:

„Ja. Dieser großartige Mensch würde mir noch nicht einmal ein Haar von den Kamelen, die zum Allgemeinbesitz der Muslime gehören, schenken. Er hat  niemals aus dem Bait-ul-Mal – dem Volksschatz -  unberechtigt etwas vergeben  sondern aus ihm aufgrund der Gerechtigkeit, und dem Verdienst unter den Muslimen verteilt.“

Auf dieses Weise machte Darmiyah dem Muawiya klar, dass der Volksschatz den Muslimen gehört und nicht ihm, so dass er ihn wenn und wem auch immer verschenken könnte. 

 

  

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