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Freitag, 31 Januar 2014 03:30

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (15)

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (15)
Wir sprechen heute über  Safiyah und Safana.  Safiyah ist die Tochter des Abdulmuttalib gewesen und war die Schwester des Prophetenvaters Abdullah  und

Schwester des bekannten Helden des Islams,   Hamza.  Safiyah heiratete Awwam ibn Chuwailid ,den Bruder der Prophetengemahlin Chadidscha binte Chuwailid. Einer der Söhne Safiyahs war Zubair Ibn Awwam, einer der ersten die sich zum Islam bekannten.

Safiyah war bald nach Verkündigung des Islams Muslim geworden und hatte sich der Hidschra von Mekka nach Medina des Propheten angeschlossen. Safiyah bewies großen Mut und Standhaftigkeit während der Gefechte gegen die Ungläubigen und Götzendiener, zu denen es in der Frühgeschichte des Islams  kam. Sie nahm aktiv an den Gefechten von Uhud, Chandaq und Chaibar, die der  Prophet persönlich anführte,  teil, indem sie sich um die Verletzten und die Versorgung der Kämpfer mit Nahrung, Arznei und Trinkwasser kümmerte.  Im Uhud-Krieg fand ihr Bruder,  der Prophetenonkel Hamza , den Märtyrertod.  Beim Anblick des zerfetzten Leibes ihres Bruders überkam sie große Traurigkeit . Sie sprach die Worte: „Gottes sind wir und zu Ihm kehren wir zurück.“ (Sure, 2 Vers 156,) bat Gott um Vergebung für Hamza und verrichtete das Totengebet .

Safiya hat den Propheten niemals im Stich gelassen und hat ihre Söhne angespornt, an den Gefechten gegen die Gegner des Islams teilzunehmen und dem Propheten Gottes zum Sieg über sie zu verhelfen.  Unterdessen hatte der Prophet zahlreiche harte Gegner, insbesondere in Mekka und seine Freunde waren gering an der Zahl. Daher brachte sich Safiya bereits dadurch in Gefahr, dass sie mündlich den Propheten unterstützte. Doch diese Frau war sehr mutig. Der Prophet hat sie während des Chandaq-Gefechtes  (die Grabenschlacht zur Verteidigung Medinas) beauftragt , seine Familie zu beschützen.

Safiya besaß Dichtertalent.  Bei ihrer Dichtung ließ sie sich zum größten Teil von den Koranversen und den Worten des Propheten inspirieren. In ihren Gedichten hielt sie die historischen Ereignisse fest und spiegelte wichtige Punkte wider zum Beispiel Aspektes des Gefechtes von Uhud.  Sie hat auch sehr schöne Gedichte über den Propheten Gottes verfasst.

In einem Gedicht über den Märtyrertod ihres Bruders Hamza beschreibt sie den Märtyrertod als Erreichung des Friedens und der Zufriedenheit Gottes, des Verzeihenden.

Frau Hayyali  von der Fakultät für Literatur der Bagdader Mustansiriyah-Universität  hat die Gedichte von Safiya in einem Buch zusammengestellt und einen Artikel dazu in dem  literaturwissenschaftlichen Magazin Al Mawrid veröffentlicht. In ihrem Artikel weist sie auf die Position von Safiya als Dichterin hin und kommentiert im zweiten Teil ihre Gedichte.

  

Safiya ist  20 Jahre nach der Hidschra im Alter von 73 Jahren verstorben. Sie ruht in  Medina auf dem Baqi-Friedhof .  Seit dem ersten Jahrhundert der Islamära wird ihr Beisetzungsort in den Reiseberichten von bekannten Autoren und Medina-Kennern genannt.

 

Ein anderes weibliches Vorbild der Geschichte des Islams ist Safana, die Tochter des Hatim Al Tai. Hatim Al Tai war einer der großen Persönlichkeiten in der vorislamischen Welt und für seine Großherzigkeit berühmt. Wollte jemand von Großmut und Freigebigkeit reden, so führte er Hatim Al Tai als Beispiel an.  Hatim Al Tai war vor dem Islam gestorben. Er hinterließ eine Tochter namens Safana und einen Sohn namens Adi.

Die Lehre des Islams hatte sich immer mehr auf der Arabischen Halbinsel verbreitet und die Volksstämme hatten sich einer nach dem anderen dem Islam angeschlossen. Aber  Adi ibn Hatim al Tai und sein Volk  waren Christen geblieben.  Als es zu Zusammenstößen  zwischen den Kämpfern des Islams und dem Tai-Stamm  floh Adi ins Römische Reich und seine Schwester Safana geriet in die Gefangenschaft der Muslime.

 

Die  Muslime brachten die Gefangenen nach Medina.  Safana erblickte  den Propheten Gottes (s), als dieser  an den Gefangenen vorbeiritt. Sie nutzte die Gelegenheit und  sagte zum Propheten: „Mohammad! Ich bin die Tochter des Anführers meines Stammes.  Mein Vater hat immer dem Volk geholfen .Er war stets darum bemüht, das Ansehen der Menschen zu wahren und war immer sehr gastfreundlich. Er war der erste der grüßte, und er sättigte die Hungrigen. Niemals schickte er einen Bedürftigen fort ... Ja! Ich bin die Tochter das Hatim Tai und ich möchte, dass du mich aus der Gefangenschaft entlässt...!“

 

Der Prophet wartete, bis Safana zu Ende geredet hatte und sagte dann: „Du hast Eigenschaften deines Vaters aufgezählt, die wahrhaftig die Eigenschaften eines Gläubigen sind. Wenn dein Vater sich zum Islam bekannt und als Gläubiger die Welt verlassen hätte, würde ich Gott um Vergebung für ihn bitten.“

 

Nachdem der Prophet von den moralischen Vorzügen des Vaters der Safana erfahren hatte, ordnete er an, dass Safana freigelassen wird.

Safana, die die Großzügigkeit des Propheten erkannt hatte, sagte: „Mohammad! Ich bin nicht die einzige, die festgenommen wurde, so dass ich alleine zu meinem Volksstamm zurückkehren sollte. Mit mir zusammen wurde eine Gruppen von Frauen aus der Verwandtschaft und von meinem Stamm festgenommen und wegen meinem gesellschaftlichen Stand möchte ich nicht ohne meine Begleiterinnen nach Hause zurückkehren.“

Da sagte der Prophet Gottes (Friede sei mit ihm und seinem Hause) zu den Muslimen:

„Weil ihr Vater niemandem einen Wunsch verwehrte, möchte ich nicht ihren Wunsch übergehen. Wenn ihr einverstanden seid, vergebt auch den anderen weiblichen Gefangenen.“

So kam es, dass die Frauen der Tai zu ihrem Volksstamm zurückkehren konnten, weil der Prophet ihnen vergeben hatte.  Dadurch waren die Grundlagen geschaffen, dass der Tai-Stamm sich dem Islam anschließt.

Für den Propheten des Islams (s) war es wichtig, dass die Würde angesehener Menschen bewahrt wird. Safana war die Tochter eines angesehenen Mannes und deshalb ließ er sie wieder frei, denn die Gefangenschaft bedeutete eine Erniedrigung für sie.  Prophet Mohammad (s) sagte zu Safana: „Safana! Hab es nicht eilig mit deiner Rückkehr und warte bis sich eine vertrauenswürdige Person von den Verwandten oder deinem Volksstamm findet, die  dich bis ans Ziel begleitet.“

Da stellte Safana eine Vertrauensperson vor und der Prophet Gottes half ihr bei der Bereitstellung von Reisegepäck.  Adi, der Bruder von Safana in Scham (damaliges Syrien)  und daher wollte Safana nach Syrien gehen.

Die Tochter des Hatim Tai tadelte ihren Bruder heftig, weil er sie im Stich gelassen hatte und geflüchtet war. Adi entschuldigte sich bei ihr und fragte: „Was für ein Mensch ist deiner Ansicht nach Mohammad?“  Da antwortete sie: „Schließe dich ihm an! Denn wenn er wirklich der Prophet Gottes ist, wird jeder um so mehr Ehre und Ansehen gewinnen, je schneller er sich ihm anschließt. Und wenn er ein König  und Oberhaupt ist, so bin ich mir sicher, dass jemand wie du nicht von ihm erniedrigt werden wird.“

Adi nahm sich die Empfehlung seiner Schwester zu Herzen. Er  und seine Schwester bekannten sich zum Islam . Adi konnte unter dem Islam ein angesehenes Leben beginnen . Er wurde später einer der erfolgreichen Befehlshaber der  Muslime und eine treuer Helfer des Imam Ali  und nahm an dessen Seite an allen Gefechten teil.

 

Safana hat also durch ihre kluge und gewandte Rede ihren Bruder überzeugen und ihren Volksstamm dem Islam zuführen können. In der  arabisch- islamischen Literatur wird diese Frau für ihren   klugen und mutigen Standpunkt gelobt.

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